----- ■ , Frankfurt a. M., 28. Jan. Einem hiesigen Augen-' zwischen Effekt und Konsequenz angeben.
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Leichenwagen folgten u. a. circa 40 Pfarrer aus dem
städtischen Behörden, die Lehrer des Seminars mit den Seminaristen, die städtischen Schulen mit ihren Lehrern,
und eine
dorff sowie Herr Metropolitan Schäfer von Gelnhausen noch ergreifende Ansprachen. Ein Grabgesang der Seminaristen und die Ertheilung des Segens durch den Herrn Generalsuperintendenten an die Versammelten schloß die
^emmaruren, me die Aufforderung, als Abgabe nach dem Stempeltarif
und eine sehr große Zahl Einwohner von hier und 300 Mk. zu zahlen. Der neugebackene Sanltatsrath Umgegmd. Am Grabe hi°lt°° d°rH°--Psarr°-H°«» entriß W S««, »er We «.m -^ ™, -m
ernste Feier.
V. — Am 29. Januar fand dahier im Saale des »Hessischen Hofes" die erste Bezirksversammlung des Bundes der Landwirthe im Kreise Schlüchtern statt. Nachdem der Landesvorsitzende des Bundes der Landwirthe in Hessen, Herr Freiherr von und zu Gilsa die Versammlung mit einem Hoch auf Se. Maj den Kaiser eröffnet hatte, hielt er den angekündigten Vortrag. Er zeigte darin in ruhiger und sachlicher Weise die Wahrheit der Behauptung, daß der Bund der Landwirthe nicht nur für die Landwirthschaft, sondern für jede ehrliche Arbeit des Mittelstandes in Stadt und Land eintreten wolle. Aus der Mitte der Versammlung wurde ihm von anwesenden Herren des Müllcreigewerbes bestätigt, daß die Bundesforderungen auf dem Gebiete des Müllereigewerbes sich mit denen des deutschen Müllerver, bandes fast decken. Nach einem kräftigen Appell seitens eines Besuchers der Versammlung, doch dem Bunde, der volles -Vertrauen verdiene, beizutreten, wurde zur Neuwahl des Bezirksvorsitzenden geschritten. Der seitherige Vorsitzende Herr Leipold-Lindenberg wünschte die Last der Arbeit auf jüngere Schultern gelegt zu sehen, und so wurde auf seinen Vorschlag Herr May Sannerz als Vorsitzender und Herr Gärtncr-Elm als Stellvertreter gewählt. Mit einem Hoch auf den Bund und auf den Redner des Tages wurde die Versammlung geschlossen, die ziemlich gut besucht war, und der Sache des Bundes
eine Anzahl neuer Freunde gewonnen hat.
* — Auch der Kaffee wird wieder Großhändler in Hamburg, Bremen rc. 10—15 prozentige Preiserhöhung für Sorten beschlossen.
* — Ein hiesiger Bürger schlachtete
theurer! Die haben eine Kaffee aller
vorige Woche
ein etwa 2 Jahre altes Schwein im Gewicht von 480 Pfund. Ein Bauer in Rückers schlachtete ebenfalls ein außergewöhnlich schweres Schwein, das bei einem Alter von 18 Monaten 464 P und wog.
* — Anklagen wegen Schulversäumniß beschäftigen den Strafsenat des Kammergerichts fast in jeder Sitzung. Als der 10jährige Sohn Ewald des Tischlermeisters Blüthner in Weißenborn am 10. Mai 1899 die Schule besuchen sollte, nahm der Vater ein Hinken desselben wahr und fand beim Nachsehen eine starke Anschwellung des rechten Fußes vor. Blüthner hielt es für gerathen mit seinem Sohn sofort zum Arzt zu gehen, und gab seiner 13 Jahre alten Tochter den Auftrag, ihren Bruder wegen des Ausbleibens von der Schule beim Klassenlehrer zu entschuldigen. Dieser machte hiervon pflichtschuldig bei dem Lokalschulinspcktor Anzeige mit Angabe des ihm mitgetheilten Grundes. Da der Vater aber es unterließ, noch nachträglich eine schriftliche Entschuldigung beizubringen, brächte ihn der Schulinspektor auf die Strasliste wegen Schulversäumniß seines Sohnes. Nach der Regierungspolizeiverordnung vom 18. Dezember 1895 liegt den Eltern die Verpflichtung ob, bei Erkrankung ihrer schulpflichtigen Kinder binnen 3 Tagen die Entschuldigung nachzubringen. Das Schöffengericht hat nun wegen Unterlassung des Nachbringens der Entschuldigung den Tischlermeister Blüthner zu 1 Mark verurtheilt, die Strafkammer des Landgerichts aber den Angeklagten freigesprochen, weil die durch die Tochter dem Lehrer bestellte Entschuldigung für ausreichend befunden wurde. Die Staatsanwaltscha't erachtete die zur Entscheidung gestellte Rechtsfrage für so wichtig, daß sie gegen das Berufsurlheil Revision einlegte. Der Senat erkannte dem Anträge des Oberstaatsanwalts entsprechend auf Zurückweisung der Revision, indem er annahm, daß vorliegend dem Schulinspektor die Prüfung des Entschul digungsgrundcs nicht entzogen war.
* — Alle diejenigen Ehepaare, welche in diesem Jahre und auch später das seltene Fest der goldenen Hochzeit zu feiern gedenken, seien darauf aufmerksam gemacht, daß für die Verleihung der Ehejubiläumsmedaille oder eines kaiserlichen Gnadengeschenkes mindestens zwei Monate vor dem Jubeltage dem zuständigen Geistlichen davon Mittheilung gemacht werden muß. Die Bean- tragungs- und AuSfertigungSformalitäten erfordern zu ihrer Erledigung eine solche Frist, und wer sie nicht innehält, für den kann eine Auszeichnung nicht ausgewirkt werden.
„ Brückenau, 27. Jan. Hier ist ein Bauverein gegründet worden, dessen Zweck ist, zwischen Stadt und Bad kleinere Villen zu erbauen.
, Hana«. Wegen Ungebühr vor Gericht wurde heute Bor- Mittag von dem Schöffengericht der Fuhrmann K. von Hanau zu zwei Mark Geldstrafe eventuell ein Tag Haft verurtheilt. Als seine Frau sich in eine erregte Untere Haltung mit ihrem Widersacher verwickelt hatte, gebot ihr der Ehemann in liebenswürdiger Weise durch einen Pfiff Ruhe. Nur durch diese Angabe wurde der Un Vorsichtige vor einer sofort abzubüßenden Haftstrafe bewaht.
wurde ihm vom Polizeipräsidium mitgetheilt, gleichzeitig
Wege der Klage das Geld zurück nebst 5 pCt. Zinsen. Das Oberlandesgericht entschied nach der „Frkf. Ztg.", es seien zur Zahlung der Stempelsteuer nur Leute verpflichtet, auf deren Veranlassung das Schriftstück aufgenommen oder ertheilt worden ist. Das Schriftstück sei jedoch nicht auf Verlangen des Klägers ertheilt worden, da er sich in keiner Weise um den Titel beworben habe Der Fiskus hat demnach die 300 Mk. nebst 5 pCt. Zinsen zurückzuzahlen und die Kosten des Rechtsstreits
zu tragen.
Kassel, 26. Jan. Gestern ist die Aktien Gesellschaft Bad Salzschlirf hier endgiltig gebildet worden und zwar sind eine Anzahl unserer ersten hiesigen Bankfirmen und hiesige, Fuldaer und Gießener ^errett an der Ge- sellschatt bethciligt, deren Aktien-Kapital eine Million Mark beträgt; das Bad ist mit allem Zubehör für ein und eine Viertel Million Mark von den betheiligt bleibenden Vorbesitzern Fabrikant Vollrath-Düsseldorf und Landrichter Dr. Weber in Duisburg erworben worden. Den Aufsichtsrath der Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf bilden außer den vorgenannten Herren : Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda, Ingenieur Wilhelm Mensing, Kaufmann Karl Malkemus, Dr. v. Wild und Justizrath Karl Frieß; der Letztere wurde als Vorsitzender gewählt. Zum Leiter des Unternehmens wurde ^>err I. Berlit als Vorstand bestellt.
Vermischtes.
In Tonndorf hörte ein junges Ehepaar des Nachts wiederholt das '/«jährige Kind laut aufschreien, ohne eine Ursache dafür zu finden. Später cntdecklen die Eltern ein Wiesel, das, aus dem Kinderbettchen kommend, die Sophalehne entlang spazierte. Das Thier hatte dem Kinde wiederholt Blut ausgesogen.
— Dem japanischen Reichstag ist, wie der „Ostasia- lische Lloyd" meldet, ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach das Rauchen von Tabak allen unter 18 Jahr Alten verboten ist. Das Cigarettenrauchen ist in Japan geradezu eine Landplage geworden; es ist nichts Unge wöhnliches, Kinder von sieben oder acht Jahren rauchen zu sehen. Wer noch nicht 18 Jahre alt ist und beim Rauchen betroffen wird, soll mit einer Geldstrafe von 10 Den bis zu 1 Den bestraft werden; wer Kindern Tabak verabfolgt, mit einer solchen von ein bis 10 Ien. Ob ein Gesetz im Stande sein wird, das Uebel wirklich auszurotten, darf allerdings bezweifelt werden.
— Der findige Danket. In amerikanischen Blättern finden wir folgende amüsante Geschichte: Ein findiger Danket kaufte mehrere tausend Cigarren und versicherte sie bei einer der ersten Feuerversicherungs-Geiellschasten Nachdem er sie in Gemüthsruhe aufgeraucht hatte, verlangte er von der Versichernngs Gesellschaft die vereinbarte Entschädigung, da die Cigarren unzweifelhaft durch Feuer vernichtet seien. Wenn die Gesellschaft nicht zahle, werde er klagbar werden Der Direktor schrieb ihm darauf sehr höflich, daß er mit seiner Behauptung, die Cigarren seien durch Feuer verzehrt worden, ganz unzweifelhaft im Rechte sei, daß aber im Falle er klage, von der Gesellschaft mit einer Anzeige wegen vorsätzlicher Brandstiftung geantwortet werden würde; er sei höflichst gebeten, zu schreiben, ob er seinen Anspruch aufrecht erhielte. Die Gesellschaft hat nie etwas von dem Manne wieder gehört.
— Das Sonnenlicht bringt in das Meer bis zu einer Tiefe von 485 Meter ein, wenn das Wasser besonders klar ist. Im Mitteländischen Meere, 30 Kilometer von der Küste Korsica unternommene Versuche bestätigen diesen Fall, dessen Re ultate mittelst p^oto- graphischer Au nahmen festgestellt wurden. Gewöhnlich linkt die Helle des Sonnenlichtes in einer Tiefe von ca. 100 Meter zu der des schwachen Dämmerlichtes herab während in einer Tiefe von ca. 200 Meter vollkommene Finsternis herrscht. Die gefleckten Korallen nahe bei Mwdera im Indischen Ocean sind in einer Tiefe von oO Meter unter dem Wasserspiegel noch vollkommen sichtbar und auch das Caraibische Meer ist krystallklar und zeigt Gegenstände am Meeresboden noch in bedeu tender Tiefe.
- Unter Freundinnen. Fräulein Klara: „Denk mal, will mir der Arthur was ins Ohr sagen, und was thut der «Lchelm? Er küßt mich auf den Mund " — Meta„Ja, bei Deinem Mund ist das schon möglich j-
— Düpiert Bilderhändler: „Ich will Ihnen dieses Gemälde für hundert Gulden lassen." — Herr (der schwerhörig ist): „Vierhundert Gulden ist mir zu viel ich gebe Ihnen dreihundert Gulden - — Bilderhändler - „Meinethalben also, weil Sie es sind."
^mahnung. »Woher haben Sie die Risse im Gepcht, Einjähriger?' - „Habe auf Mensur gestanden Herr Feldwebel!" - „Na, wenn Sie sich wieder 2 ÄÄW'^ b°s Dich ,-mu „, a - F"U'dwörter. Höhere Tochter: „Mutter, unsere Lehrerin verlangt, wir sollten ihr morgen den Unterschied
" — Mutter:
„Ich glaube, dem entsprechen zu können. Sieh' Bertha, Dein Vater ist heute Abend zu einem Schmause ein
geladen. Wenn er davon nach Hause kommt, fühlt er den Effekt desselben, morgen früh aber leidet er an den Konsequenzen."
— Der älteste Baum der Welt ist eine Zypresse in Mexiko; sie ist 120 Fuß hoch und ihr Alter wird auf 6000 Jahre geschätzt. In Afrika kennt man übrigens Boababbäume, deren Alter man mit etwa 5000 Jahren berechnet.
— Der pflichtbewußte Staatsbürger. Justizrath: „Aber, Herr Registrator, früher haben Sie ja auch alljährlich einen Buben gekriegt, jetzt aber leisten Sie sich sogar Zwillinge?" — Registrator: „Ja, früher hatte man nur für das Landheer zu sorgen. Aber jetzt — bedenken Sie, die Verstärkung der Marine!"
— Berechtigter Zweifel. Professor: Was denken Sie von dem Maler, der das Spinnengewebe so natürlich an die Decke malte, daß das Dienstmädchen sich zu Tode bemühte, dieselben wegzukehren?" — Hausfrau: O, es mag wohl einen solchen Künstler gegeben haben, aber nie ein solches Dienstmädchen."
— Aus Südafrika. Die englischen Soldaten beklagen sich bei General Buller über die magere Kost. Das Kraut z. B. sei gar nicht einmal geschmolzen. „Nur Geduld!" sagte der General, „bis Roberts und Kitchener kommen. Die werden das Kraut fett machen!"
— Die Unschuld vom Lande. Ein Reisender geht in dem Hotel den Corridor entlang und muß an der Küche vorbei. In der Küche steht ein junges Mädchen vom Lande, die hier Kochen und Bildung lernen soll. Reisender: „Sagen Sie, liebes Fräulein, würden Sie die Güte haben und mir das Menü verrathen?" — Junges Mädchen: „O sehr gern, bitte eine Treppe hoch und dann gerade au!"
— A.: „Warum haben Sie sich von Ihrer Frau scheiden lassen? ' — B.: Einfach, ihre schwachen Seiten waren mir zu stark."
— Nur der Redakteur nicht. Einer ziemlich weitverbreiteten Ansicht wird durch folgende zeitgemäße Satire Ausdruck verliehen:
Sag' mir doch, Mirza, Du Weiser, wer versteht Wohl am besten die Biere zu brauen?
Wer
Wer
Wer
„Das thut der Brauer." am besten die Acker zu bauen?
„Das thut der Bauer." am besten die Soldaten zu führen? „Der Herr Offizier." am besten den Bart zu rasiren? „Gewiß der Barbier."
Wer am besten eine Zeitung zu leiten? Darüber läßt sich am wenigsten streiten: Jeder Grünschnabel, jeder Backfisch, Jeder Schwadroneur am Biertisch, Jeder eingebildete Wicht, Nur der Redakteur nicht."
Das gegenwärtige Preisverhältnitz zwischen Superphosphat und Thomasmehl.
Seit Bekanntwerden der diesjährigen Thomasmehlpreise ist in Consumenten-Kreisen mehrfach die durchaus irrige Meinung hervorgetreten, daß die Anwendung des etwas theuerer gewordenen Thomasmehls nicht mehr genügend rentiere und die Düngung mit anderen phos- phorsäurehaltigen Düngemitteln vorthnlhafter erscheine.
Demgegenüber dürfte es angebracht fein, auf das Preisverhältniß hinzuweisen, welches sich bei Zugrund- legung der heutigen Notierungen für Superphosphat und Thomasmehl zwischen diesen beiden Phosphorsäure- Düngern ergiebt. Dasselbe stellt sich in den einzelnen Landestheilen des südlichen Deutschland franko Bahn- station des Coniumenten, wie folgt:
Provinz, bezw. Staat
Thomasmehl p. Kg. pT. cito, P«0s
Superphosphat P. Kg- pTt. wassert. E1O5
Differenz zu Gunsten bet Thoma«»chl<
Baden......
Durch Pfennig 28
'chnitt Pfennig 42,5
Pfennig 14,5
Bayern.....
29,5
44,5
15
Elsaß-Lothringen . .
26
42,5
16,5
Hessen-Nassau, südl.
28„5
41
12,5
.. „ nördl. .
27
41,5
14,5
Hcsscn-Grßh., südl. . .
27
41,5
14,5
„ „ , nördl. .
28,5
42
13,5
Rheinpfalz ....
26
40,5
14,5
Württemberg ....
29
43,5
14,5
Aus dieser Zusammenstellung dürfte sich für jeden rechnenden Landwirth die Ueberzeugung ergeben, daß die Anwendung von Thomasmehl noch immer einen wesentlichen Vortheil vor der Verwendung von Superphosphat in sich schließt. Ball-SeitaÄ M. 10,50 -dtn^vvnT^ und zollfrei ziigrsandt! Muster umgebend
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