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verkauft werden und der eingeschlossenen Sendung die Beförderung mit der ersten Bestellung nach Ankunft des betreffenden Eiienbahnzuges sichern.

*, Die Zahl der ländlichen Genossenschaften in Deutschland hat soeben die stattliche Höhe von 13 000 erreicht, indem in Münster durch den Westfälischen Bauernverein eine Westfälische Zentralgenossenschaft für Ein- und Verkauf laudwirthschaftlicher Bedarfsartikel und Wirthschaftserzeugnisse gegründet worden ist.

* Aus dem Reichsgericht. Von der Anklage des Rückfallsbetruges hat am 7. September das Landgericht Hanau den Viehhändler Heinrich Flach von Radmühl freigesprochen. Er hatte eines Vormittags im Mai in einer Wirthschaft in Schlüchtern Bier getrunken und gab dem Wirthe dann einen 20 Mark-Schein. Der Wirth hielt denselben irrthümlicherweise für einen 50 Mark- Schein (!) und gab 49 Mark und Pfennige heraus. Flach steckte das Geld ein, ohne ein Wort zu sagen und ging fort. Als später der Wirth von ihm die Heraus­gabe der 30 Mk verlangte, sagte er, da könne Jeder kommen und behaupten, er habe nur einen 20 Mark- Schein bekommen. Auf die Revision des Staatsan- waltes hob das Reichsgericht das Urtheil auf und ver­wies die Sache an das Landgericht zurück, da nicht genügend festgestellt sei, ob der Angeklagte nicht doch irgend welche falsche Thatsache vorgespiegelt habe.

g. Kerbersdors. Herr Förster Stock dahier hatte am 23. Dezember das Unglück, im Walde auszugleiten und zu fallen. Dabei entlud sich sein Gewehr und die ganze Schrotladung traf einen vor ihm hergehenden Holzarbeiter Namens Hof aus Oberwtzbach in den rechten Oberschenkel. Der arg Verletzte wurde nach Salmünster in das dortige Kreiskrankenhaus gebracht, wo er noch liegt.

Rückingen, 22. Dez. Die Frau eines Arbeiters ließ gestern morgen ihr dreijähriges Kind, das noch schlief, allein in der Wohnung zurück. Als später die Großmutter erschien, um nach dem Kinde zu sehen, war das Zimmer mit Rauch gefüllt und das Kind selbst lag erstickt im Bette.

Kassel, 28. Dezember. Heute ist die amtliche Aus­schreibung der Oberbürgermeisterstelle unserer Residenz­stadt erfolgt, für welche ein jährliches pensionfähiges Gehalt von 15,000 Mark festgesetzt ist.

Marburg, 28. Dezember. Von einem schweren Un­fall wurde der Pfarrer Dr. Weber am Freitag vor Weihnachten betroffen. Von einer schweren Krankheit kaum genesen, begab sich der Geistliche in die Kirche, um nachzusehen, wie weit die Arbeiten an einem neu auf- zustellenden Altar gediehen seien. Der Altar, welcher an einer Wand befestigt werden sollte, stand oberhalb der Altarstufen. Als der Geistliche sich näherte, um das Tabernakel mit einem Schlüssel zu öffnen, bekam der Altar das Uebergewicht, stürzte nach vorn und begrub den Pfarrer unter sich. Dr. Weber erhielt lautHess. Morgenztg." arge Verletzungen, unter anderem wurde ihm das Nasenbein eingeschlagen. Die Arbeiter, welche zum Essen gegangen waren, fanden ihn bei ihrer Rück­kunft ohnmächtig unter dem Altar liegend.

Vermischtes

Siebenlinge. In der Regel kommt der Mensch alsEinling" zur Welt. Zwillinge und Drillinge sind schon seltener, aber doch nicht so ungewöhnlich, als daß hiervon viel Aufhebens gemacht würde. Rieslinge oder Fünflinge werden schon als ein Weltwunderangesehen; aber Siebenlinge, das kann sich die Schöpfung nur alle paar Jahrhunderte einmal leisten. Der letzte bekannte, wie man annehmen kann, verbürgte Fall dieser Art ist in der guten Stadt Hameln vorgekommen. Noch heute verkündet dort eine steinerne Abbildung nebst Inschrift, die beide in einem Hause eingemauert sind, der staunenden Nachwelt, daß im Jahre 1600 am 11. Januar 7 Kinder eines Elternpaares zugleich das Licht erblickten, leider aber schon neun Tage später sämmtlich wieder starben, nachdem sie zuvor, wie die Inschrift weiter meldet, die hl. Taufe erhalten haben.

Verschnappt. Herr (zu einem Backfisch):Ach, Fräulein Thetla, Sie sehen heut so reizend aus wie ein Maiglöckchen, das der Morgentau geküßt hat!" Back fisch (züchtig und verschämt):Morgentau nein, so hieß er nicht!"

Pech.Sehen Sie, ich habe mir mit meiner Frau alle möglichen Gebrechen zugezogen: Als ich sie das erste Mal sah, war ich stumm vor Entzücken als ich sie nahm, war ich blind vor Liebe und jetzt bin ich taub vor Spektakel!" ,

Boshaft. Hausfrau (zu dem entlassenen Dienst­mädchen) :Leider muß ich in Ihr Zeugniß schreiben: Diebstahl, Naschhaftigkeit, Frechheit ..." Dienst­mädchen:Schreiben Sie auch noch .Ungehorsam" dazu, ich sollte nämlich Ihrem Mann einmal einen Kuß geben und das habe ich nicht gethan!"

Berechtigter Stolz. Handlungsreisender Levy (welcher von dem Chef der Firma Alexander durchge­prügelt und hinausgeworfen ist):Herr Alexander, Sie machen mich ganz stolz; ich komme mir vor wie der gordische Knoten: Alexander hat mich durchgehauen!"

Abgelehnt. Richter (beim Scheidungsprozeß): Wollen Sie sich denn nicht lieber wieder mit Ihrer Frau versöhnen? Bedenken Sie doch, sie ist die Mutter Ihrer Kinder." Ehemann:Na wissen Sie, Herr Richter, uf die Sorte kann se sich nu ooch nich jrade ville inbilden!"

Im Zeichen des Rades. Vater:Nu, mei Jüngelche, sag, was habt Ihr gehabt heut' in de Schul'?" Sohn:Physik konische Räder." Vater: Cohn'sche Räder ? Gott, schon wieder ä naie Färma !"

Ein Sturzbad. Verehrer (der mit der Dame seines Herzens durchgegangen, zum Kutscher):Was bekommen Sie, Kutscher?" Kutscher:Der Vater von der jungen Dame hat schon vorher alles glatt gemacht."

Drastisches Beispiel.Die kleinen Dinge der Welt sind es meistens, die uns die größten Schwierig­keiten machen."Ganz richtig! Mein Haus z. B. konnte ich gestern Abend mit Leichtigkeit finden, das Schlüsselloch aber unmöglich!"

Erklärung. Karlchen:Papa, da lese ich eben in einem Gedicht von schweigenden Helden?" Was sind denn schweigende Helden?" Vater:Verheirathete Männer, mein Kind."

1900.

(Es klopft an 8er Th üre.--Wer wird es sein? Der Vater Ehronos! Herein! Herein!

Was bringst Du, Zeitgeist?L in neues Zahr! Ein neues Ja hrhund ert sogarV Fürwahr, Ein selten Geschenk bringst Du uns ins Land, Trägst ein neues Za hrhun dert in Deiner Hand! Es schaut ja so ernst aus und so betrübt, Das Jahrhundert, ob es uns wohl Antwort giebt?

Was trägst Du, Jahrhundert, in Deinem Schooß?

3fts ein Trauer- oder ein Freudenloos?" Was rauscht in den Sternen, wie Drgelklang? Sind es Engelshymn e n, ist's S chl achtg e sa ng?" Was da fern im Gsten so blutig loh't, Ist's Wetterleuchten, ist's Alorgenroth?-- And was sagt das Jahrhundert, es schweigt, es Und hat im Gebete das Haupt geneigt. (schweigt,

Und betend neige Dein Haupt auch Du

© Akensch! und leg' es mit Gott zur Ruh! Denn Du, Herr der Welten! kein Alenschengeist Erforschte es, was Du nur selber weißt, Sind auch die Zeiten gar ernst und schwer Und ist auch das Ende so weit nicht mehr, Wenn enschallt die Posaune zum Weltgericht, Das erfuhr selbst Dein Sohn, unser Heiland, nicht.

Fritz Becker in Thalhof.

Bedenklich. Arzt:Hatten Sie starken Schüttel­frost ?» Patientin:Ja!" Arzt:Haben Ihnen die Zähne geklappert? - Patientin:Nein, sie lagen schon im Nachttisch."

Saccharin kein Ersatz für Zucker. Die^Fabri- kanten sämtlicher Süßstoffe, wie des Saccharins, Zucker- ins, Dulcins und dergleichen, welche ihre Erzeugnisse als Ei satz für den Zucker anpreüeii, stellen sich in offenen Widerspruch mit der Wahrheit, da diese künstlichen Süß­stoffe nur den Geschmack des Zuckers besitzen, aber keines­wegs dessen Nährwert!;. Ja, es kann von einem Nähr- werth bei denselben überhaupt nicht die Rede sein. So kann es denn auch nicht befremden, daß die meisten europäischen Staaten es verboten haben, das Saccharin als Lebensmittel in den Handel zu bringen. Das deutsche Reichsgesetz vom 1. Oktober 1898 verbietet die Verwendung von Saccharin vorerst nur zur gewerbs­mäßigen Herstellung von Bier, Wein rc. Aber die Reichs- regteritng wird auf die Dauer gleichfalls nicht umhin können, den Verkauf von Saccharin und ähnlichen Süß- stoffen lediglich ant die Apotheken zu beschränken.

Für den Haushalt. Für Küche und Kranken- ernährung hat das zu Ende gehende Jahrhundert Diele, Neuerungen und Verbesserungen gebracht. Seit wenigen Jahren hat Dr. Oetkers Backpulver seinen Einzug in die Küchen der Reichen und der sparsamen Hausfrauen gehalten und jetzt werden jährlich Millionen Päckchen versandt, um Kuchen, Klöße, Pfannkuchen in vollendetster und vor allen Dingen leicht verdaulichster Form auf den Tisch zu bringen. Ein Mißlingen dieser Produkte ist unmöglich, wenn man nach den Rezepten arbeitete, welche vom Apolhekenbesitzer Dr. A. Oetker auf Grund chemischer Untersuchungen herausgegeben sind.

Möge auch das kommende Jahrhundert ebenso reich an nützlichen Erfindungen sein, damit es der Hausfrau möglich wird, mit wenig Zeitaufwand immer bessere Nahrungsmittel ^hrer Familie liefern zu können.

Toussamt-Langenscheidt'sche Unterrichtsbriefe. Nicht für die Schule, sondern für das Leben zu lernen, ist heute die Losung. So lange wir Deutsch n damit zu­frieden waren, als das Volk der Dichter nnb D.nker zu­gelten, konnten wir die gelehrte Bildung überschätzen, seitdem wir aber unserenPlatz an der Sonne" ebenso verlangen wie andere Völker, müssen wir ihn auch zu behaupten und immer aufs Neue zu erobern wissen. Die Erweiterung des internationalen Verkehrs nötigt die Völker, die Mittel gegenseitiger Verständigung mehr als bisher zu pflegen. In unseren Schulen wird ja' auch ein großer Wert auf die Erlernung der fremden Sprachen gelegt, aber unsere Schüler bringen es höchstens doch nur zu einem Verstehen der Sprache, ohne selbst diese fließend zu sprechen und ohne diese völlig zu beherrschen. Den Erwachsenen hindern aber meistens Berufgeschäfte, sich an feste Lehrstunden zu binden, ihnen bleibt nur der Weg des Selbstunterrichts, und diesem entsprechen die Tousfaint-Langenscheidt'sche Unterichtsbriefe, die in kurzer Zeit die Beherrschung der zu erlernenden Sprache sichern. Ihr Erfolg ist anerkannt und unerreicht. Das Studium eines Kursus von 18 triefen erfordert bei einem täglich 2 ständigem Zeitaufwand 9 Monate. Viele, die sich die Kenntnis der englischen und französischen Sprache mittels Selbstunterrichts aneigneten, bestanden ihr Examen als Lehrer der betreffenden Sprache mitgut. Alle An­fragen über den Selbstunterr cht der Toussaint-Langen scheidt'schen Briete sind an die Langcnscheidt'sche Verlags­buchhandlung (Prof. G. Langenscheidt), Berlin SW, 46, Halleschestr. 17, zu richten.__________________________________

WM" Jeder Nachdruck unserer Orginal- correspondenzen,Localnotizen und Inserate, auch im Auszug, ist ohne unsere ausdrück­liche Genehmigung nicht gestattet und wird auf Grund des Gesetzes vom 27. Mai 1896 u. A. gerichtlich verfolgt. ^WG

«am«. »i. ii i1, H.n.m""^TffHWIl

Zwangsverkauf.

Freitag, den 5. Januar d. Js.,

Vormittags 11 Uhr werde ich in Neuengronau folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung zwangsweise versteigern.

1. Ein Läuferschwein,

2. vierzehn Bienenstöcke,

3. eine Kommode von Eichenholz. Zusammenkunft in der Schröder'schen Wirthschaft in Neuengronau. Schwarzenfels, 2. Januar 1900.

Ullrich, ___________Gerichtsvollzieher.

Rechnmigssormularc sind zu haben in der Druckerei d. Bl.

m

||H haben bei

Abr. Sichel

Holzverkauf.

Freitag, den 5. Januar 1900,

Vormittags 10 Uhr

soll in der Wirthschaft der Wwe. Kath. Möller dahier das in hiesiger Gemeinde­waldung Buchgraben lagernde Fichten- nutzholz öffentlich verkauft werden:

203 Stück Fichtenstämme von 10 bis 22 m Länge und 12 bis 26 cm Durchmesser zusammen 150 Festmeter, sowie Fichtennutzholzrollen und I. Cl. Stangen.

Aus den Privatsträuchen des Wilhelm Müller und Adam Staaf ebenfalls im gleichen Termin 50 bis 60 Festmeter Fichtennutzholzstämme und Fichtenstangen. Breitenbach, den 27. Dezember 1899. Der Bürgermeister: Kreß.

Annahmestelle der Hof- und Schönfärberei Dreyer in Hannover bei M Keßler.

Holzverkauf.

Dienstag, den 9. Januar 1900,

Vormittags 9 Uhr

soll aus den städtischen Waldungen Fichtenschlag, District 7b, 14a und Ohl, District 36, folgendes Gehölze in der Be- Häufung des Gastwirths Herrn Eckart öffentlich meistbictend verkauft werden: Eiche: 11 Stämme mit 5,58 Festm. Birke: 1 Stamm mit 0,44 Festm. Erle: 30 Raummeter 3 m lange Rollen. Fichte: 847 Stämme mit 690 Festmeter, 960 Stangen I. bis III. Classe. Steinau, am 11. Dezember 1899.

Der Magistrat:

Fink.

Koffer, Schließkörbe, Hand- und Waschkörbe sind in großer Auswahl eingetroffen und verkaufe solche äußerst billig.

May.

Damen-, Kinäer-

& Mercen-Müte,

Kiliderkleidchen, Beinkleider,

Kragen, Manschetten, Cravatten, Sporthemden. Weisse Stickerei-Roben, Spitzen n. Spitzenkragen, Handschuhe.

81rün,pkt^ schwarz,lederfarbig, schottisch, sowie Herren-

Socken.

in großer Auswahl, empfiehlt '