M 103.
Samstag. den 30. Dezember 1899.
50. JMMg.
Wer eine UMMi
in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehende» Quartalswechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bet dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Post-
NR uinu uuiuiuibbuabonnenten, w lche bis spätestens 26. December unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlange», das U u y ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach de-
amtltchen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Postanstalt und jeder 6««/ briefträger ist verpflichtet, Abonnements Bestellungen anzunehmen.
Zu recht zahlreichen Bestellunzen auf das mit 1. Januar 1900 beginnende neue Vierteljahr labet freundlichst ein
Die Expedition der „Schlüchleruer Zeitung."
— Mit der vorliegenden Nummer schließt der fünfzigste Iahrgang unseres Blattes. Wir danken allen treuen Abonnenten und sonstigen Freunden unserer Zeitung für das erwiesene Wohlwollen und bitten, uns dasselbe auch fernerhin zu erhalten. Zu dem bevorstehenden Jahreswechsel wünschen wir allen unseren freundlichen Lesern recht viel Glück und Segen im Neuen Jahre. Die Redaction.
ischen Bank ihre Zuflucht nehmen wollte, kann es nicht dem Zug nach. Während der zweite Ulan ganz unvc Wunder nehmen, daß die deutsche Reichsbank zum Schutze letzt davonkam, wurde bald darauf sein Kamerad Ut
ihres Goldbestandes einen Diskont festsetzt, wie er in der i einer schweren Kopfwunde unter der Pfcrdeleichc, bie jah. Geschichte der deutschen Reichsbank ohne Beispiel ist. In im Schnee vergraben lag, hervorgezogen und in das Preußen hat der Diskont freilich schon einmal eine.Lazareth geschafft. A
größere Höhe besessen. Die preußische Bank, die Vor1 Göttingen, 24. Dez. Das erste Obcrlchrerexcuz»^
gütigerm der Reichsbank, war des österreichischen Krieges auf 9 pCt zu erhöhen, und
im Jahre 1866 vor Beginn ist dieser Tage hier mit glänzendem Erfolge von, genöthigt, den DiSkoulsatz Damen abgelegt worden.
während des französischen
Wiirzbnrg, 21. Dez.
Bei dem Regentenjagdel
Krieges wurde er auf 8 pCt., ja einmal, allerdings SpMart wurden im Ganzen 578 Sauen geschossen ganz vorübergehend, sogar auf 11 pCt festgesetzt. runter über 300 starke. Im Vorjahre war daS J — Die verschiedentlich gemeldete Anfertigung von ergebmß beinahe ebenso groß. — Die hiesigen S^-'P Stahlgranaten für England in der Kruvp'schen Fabrik in elfter haben folgendes Ausschreiben erlassen zu Essen wird bei der für die Buren in Deutschland sich die Preist für Roheisen annähernd verdoppkc.O' herrichenden Sympathie viel besprochen. Ein Bruch der sind die Preise der Schmiede die alten geblieben/ deutschen Neutralität liegt selbstredend nicht darin,' gefichts dieser enormen Preissteigerung der Rohmalc^. „ immerhin wüßte man gern, wie cs eigentlich mit der haben einige hiesige Schmiede Vereinbarung ge^.
Fciertagc^besuchte die kaiserliche^Familie den Festgottes- Sache bestellt ist. vom 1. Januar 1900 an eine Preiserhöhung I
Köln. Der Kohlenmangel macht sich außer im West- beiten antreten zu lassen.
Deutsches Reich.
Berlin. Am Kaiserhofe wurde die Weihnachtsfeier in üblicher Weise begangen. Am Nachmittage des Heiligen Abend wurden zuerst die Prinzen und die kleine Prinzessin bescheert und hierauf nach einem gemeinsamen Mahle die Hofstaaten. In den Festtagen widmeten sich die Majestäten ihrer Familie. Am ersten
ganz vorübergehend, sogar aus 11 pCt festgesetzt.
dienst. Bei dem prächtigen Winterwetter des zweiten
Festlagcs wurden Spazierfahrten unternommen. Der fälischen auch in den größeren mittelrheinischen Industrie- Kunde dies keinem Geschäftsmanne verübeln, da/ Kaiser empfing eine Anzahl hochgestellter Personen, die ■ >-» in pmnfinMtrhrr 9Rptfp hpinprfhnr ^mphrp.p nrnfiprp wnmKAtiA tei ,,,
ihren Dank für die ihnen übermittelten Weihnachtsgeschenke aussprachen.
, zentrcn in empfindlicher Weise bemerkbar. Mehrere größere
Es wird jeder na-
— Jahrhundertwechsel. Mittels Allerhöchster Ordre vom 11. d. Bits, hat Se. Majestät der Kaiser bestimmt, daß der am 1. Januar 1900 bevorstehende Jahrhundert- wechsel in feierlicher Weise begangen werde. Durch Er- laß des Ministers des Innern ist angeregt, nunmehr in geeigneter Weise auf die Abhaltung von Versammlungen und Verträgen hinzuwirkcn, bei denen des zur Neige gehenden Jahrhunderts und der Segnungen, die es unserer Nation gebracht hat, gedacht und namentlich auch auf, die glorreiche Leitung unserer Geschicke durch die preußische Krone hingewiesen wird.
. &.— Der neueste Kolonialskandal, dessen Urheber der LMyänt Prinz von Areuberg ist, macht in den weitesten Kknseu peinliches Aufsehen. Nach dem Windhoeker Anzeiger haben 33 Beugen bestätigt, daß der Offizier einen wehrlosen Burschen bis zum Tode marterte; baß hier nur Trunkenheit oder zeitweise Geistesstörung vorliegen kann, bringt die Sache noch nicht aus der Welt. Der Prinz ist zur Bestätigung des vom Kriegsgericht gefällten Urtheils als Gefangener nach Deutschland geschickt worden, wo er am 1. Weihnachlstag in Hamburg eintraf. Der Prinz ist erst 25 Jahre alt. Noch klarer als früher tritt in dem letzteingetroffenen Berichte die Thatsache hervor, daß man es anscheinend mit einem Geisteskranken zu thun hat, dessen bestialische Neigungen vom Strasrichter kaum geahndet werden dürften. Es giebt nur ein Mittel, um joldje Erscheinungen für die Mitwelt unschädlich zu machen, und das ist lebenslängliche Dctcntivn in etper Irrenanstalt. Ein paar Jahre Festung, Gefängniß oder Zuchthaus sind vollkommen zwecklos.
— Die Rcichsbank hat dieser Tage denDiskontam 7 pCt. hinaufgesctztf das ist ein Zinssatz, der bisher überhaupt noch reicht dagewcscn ist. Es sind bei dem Diskont von Wechsel künftig nicht weniger als sieben Prozent Zinsen zu entrichten; will man aber gegen Hinterlegung von Werthpapieren von der Reichsbank oder deren Filialen Geld entnehmen, so werden gar acht Prozent Zinsen in Anrechnung gebracht. Da die größeren Bankinstitute diesem Vorgehen nothgedrungcn folgen müssen, so ist die Bedeutung solcher Maßnahmen für die Geschäftswelt gar nicht vorabzuschen. - Der Landwirthschaft steht hie,gegen bei der vom preußsischen Staate durch das Gesetz vom 31. Juli 1895 errichteten Preußischen Zentral- genosscnschastskasse billigeres Geld zu Gebote und zwar zu 4 Prozent, das die Nassauische Huuptgcuosscn schaftskasse verabfolgt. Die Erklärung für diese ungewöhnliche Maßnahme der Rcichsbank liegt wesentlich in den Schwierigkeiten, die der südafrikanische Krieg auf dem englijchen Geldmarkt verursacht hat. In einer Zeit, in der die Bank von England einen offiziellen Diskont von 6 pCt. hat, thatsächlich aber nur noch über diesen Satz disloiiürt, zur Abhilfe ihrer Geld- und Golduoth selbst zu deu bescheidenen Mitteln der Qesterreich-Ungar- 1
hiesige Werke mußten den Betrieb einschränken, die Kölner Eisenröhrcn-Blciwalzwerkc Aktien-Gesillschast zu Köln Ehrenfeld sogar den Betrieb vollständig einstellen, wodurch über 300 Arbeiter vorläufig beschäftigungslos wurden.
Hamburg. Der Mädchenhändler Veith, dessen Verhaftung aus Hamburg gemeldet ist, ist eine in Artistenkreisen bekannte Persönlichkeit, und seine „Künstlertruppe", die unter dem Namen „Die 7 Libellen" sehr bekannt war, hatte stets hervorragende Engagements im In- und Auslande. Seine Truppe bestand stets aus hübschen, jungen Mädchen, fast ausschließlich deutscher Abkunft. Sie bildeten die Opfer seines verbrecherischen Treibens. Er kaufte vielfach Kinder, nahm sie in Pflege und bildete sie für die Specialitätenbühne aus. Bei seinen Tournees durch Rußland, Oesterreich, Italien, Holland trieb er mit seiner lebenden Waare Gescheute; er taufte auch hier Kinder aus, und junge Mädchen, die sich für die Bühne nicht eigneten, wurden dann ohne weiteres nach Buenos Aires und anderen südamerikanischen Städten transportiert. Wieviel unglückliche Wesen so von dem
Buben verhandelt worden sind, konnte bisher noch nicht lestgcstellt werden. Der 61 Jahre alte Verbrecher, ein geborener Holländer, hätte sein Unwesen noch länger treiben können, wenn nicht ein Zufall zu der Entlarvung gesührt hätte. Vor einiger Zeit, als Veith sich mit seiner Truppe iu Hamburg befand, verlor er dort ein „Stück Waare". Ein junges Mädchen, welches schon längere Zeit bei ihm gelebt, war entflohen und so mußte er ohne diese die Hansastadt verlassen. Das betreffende Mädchen nahm Stellung als Kellnerin an, und als Veith jetzt wieder in Hamburg weilte, um „Waare" zu exportieren, bemerkte ihn seine frühere Angestellte und veranlaßte die Verha tung des Verbrechers. Das Mädchen welches Veith nach Brasilien schicken wollte, ist eine Russin, die er für 1000 Mark von seiner Mutter gekauft hatte.
Salzwedel. Einen unfreiwilligen Sprung auf Tod und Leben, wobei die Betheiligtcn wie durch ein Wunder gerettet wurden, unternahmen zwei Soldaten des Ulanen- regiments Nr. 16 in Salzwedel (Altmark). Bei einer Fclddicnttübung waren die beiden Ulanen als Vorposten auf einer Eistubahnbrücke postirt. Durch das Geräusch des herannahendcu Berliner Schnellzuges wurden die P erde scheu. DaS erste sprang mit seinem Reiter über das Brückengeländer 7 Meter tief auf die Eisenbahn- säncnkii, wo es mit gebrochenen Beinen liegen blieb. Der besinnungslos gewordene Ulan lag unter dem Pferde. Schon war der Schnellzug bis auf 3 Meter an die Un-
fallstelle herangekommen, als sich das gestürzte Pferd in Todesangst blitzschnell von den Schienen an die Böschung rollte, seinen bewußtlosen Reiter mit sich reißend. In demselben Augenblick, als der Zug über die Stelle Hin- wegsausle, sprang das zweite Pferd mit seinem Reiter hinunter und beinahe auf die Wagen des Schnellzuges. Der Mann wurde ahgeschleudert und das Pferd lief
unmöglich ist. zu den alten Preisen weiter zu
Auslaut». -^—
Rom, 26. Dez. Der hl. Vater nahm am^ö Vormittag in feierlicher Weise in der Üxtinischs-H^ die Ecrmonie der Eröffnung des heiligen $4/ Der Papst wohnte der feierlichen Ceremonio- Schlusfe bei. — In Amalfi bei Palermo löste t Felsmasse von 30 000 Kubikmeter los und degr^ Hotels und mehrere Häuser unter sich. öitr^1 Felsmasse rollte ins Meer und zertrümmerte Fischerbarken. Zahlreiche Menschen scheinen zu sein. Viele wurden in den Häusern aerfdf Bevölkerung kampiert im Freien trotz der schr'
Wien, 26. Dez. Nach hier eingelaufeu J Meldungen aus einer Burenquelle soll Lady 22. Dezember kapitulirt haben. 9000 Englär Kanonen und der ganze Eisenbahnpark, somit Munitionsvorräthe sollen in die Hände der fallen sein.
Brüssel, 26. Dez. Der Aufstand dec/-^ wächst nach hierher gelangten Nachrichten"^ wodurch die allgemeine Nückwärtskonzentnrung
lünbet hervorgeruien ist. Die Zahl der Stufst betrügt bereits 30,000. 1
— Die ..Agcnce Havas" meldet aus Lissabon: - dem portugiesischen Kreuzer „Adamastor" desertirte» ßourenco Marques mehrere Matrosen unter Anfüh eines Offiziers, welcher int Jahre 1891 Führer republikanischen Bewegung in Oporto gewesen w^". Deserteure begaben sich nach Pretoria, um in bei artillcrie Dienste zu nehmen. — Sicherci^H^ zu'olge ist der ehemalige Leutnant v. nach seiner Ankunft in Transvaal jur Batterie ernannt worden. Man erinnert daß dieser Offizier als einer der nun besten Reiter, als ein Feldsoldat von aust Entschlossenheit galt, daß er taktisch fS-* und bei allen Truppenübungen stets sein das beste ausfüllte. Die Meinung wir^ getheilt, daß er sich bald Ansehen verschaffet, Verhalten der burischen Artillerie U ber ^u Tugelafluß und bei anderen Gelegenheiten 'k^— schließen, daß deutsche Schule, daß die Lchre^ von Schlichting „dort unten" zur Anwendung
— Die Kreuz-Ztg." führt die trieger folg" der Engländer auf das Fehlen einer KricgHcilung zurück und betont, daß eS mit bei feit wtb dem Muth der englischen Soldaten nich'. hexffiei, als man es in England barftelle. Währe^.. deutschen Truppen im 70er Krieg 30, 40 Proz noch höhere Prozentsätze verloren und ihre Stell nicht nur behaupteten, >ondcrn noch zum Angriff sch traten>die Engländer jetzt schon den Rückzug nach
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>z. der Kämp enden an und lieg, Menge Gefangene ahnchmkst,