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Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt« vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Samstag, den 23. Dezember 1899.
50. Jahrgang
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in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Postabonnenten, welche bis spätestens 26. December unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß _ ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Postanstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.
Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit 1. Januar 1900 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
________ Die Expedition der „Schlüchterner Zeitung."
Mir die deutsche Motte.
Deutscher Woge muß ich lauschen, Wie sie brandet jäh ans Riff: Draußen zieht mit mächt'gem Rauschen Majestätisch Schiff auf Schiff. Linst war sie der Welt zum Spotte, Als der j)ugendtraum zerschellt, Heut' fährt unsre deutsche Flotte Aühn und mächtig durch die Welt.
Auf! Dem Vaterland zum Schutze! Daß sie friedlich uns bewacht, Daß sie bösem Feind zum Trutze Siegreich sei in jeder Schlacht, " Aieht es auf, das Rind der Schmerzen, Macht es stark zu jeder Mehr, Nah' stets allen deutschen Herzen, Macht es flott fürs ganze Meer.
Daß es, von der Welt bewundert, Gegen Feinde kampfbereit, Geb dem kommenden Jahrhundert Frieden und Gerechtigkeit!
Daß ihr Theil des Lrdenballes Deutschlands Mächte auch empfahn, And ein „Deutschland über alles!" Brause übern Gzean.
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I Innern der Erde fort, die Quellen von Homburg eine | viertel Million, die von Rauheim sogar 100 Mill. Kubik- fuß. Die Wiesbadener Quellen waren schon vor 1890 Jahren den Römern bekannt. Seit dieser Zeit würde z. B. in Nauheim durch unterirdische Auswaschung ein Hohlraum entstanden sein von 22,000 Millionen Kubik- fuß, d. i. ein Würfel von 5849 Fuß Höhe, Länge und Breite, also höher als die Schneekoppe über dem Meeres- spiegel. Diese Hohlräume sind vollständig mit Wasser gefüllt, das sich allmählich mit Salz belastet und von
August Sturm.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Dezember. Die Morgenblütter melden: Am 1. Januar 1900 findet eine große Parade der ganzen Berliner Garnison statt.
* — Die Jahrhundert-Postkarte, dje die Postver-
dem nachdringenden meteorischen Wassern zu Tage ge. hoben wird. In diese Hohlräume können nun mehr oder weniger große Felsmassen infolge der Auflockerung der Erdrinde hinabstürzen und so nach Maßgabe ihrer Größe Nachstürze des über ihnen befindlichen Bodens veranlassen, die sich nach allen Richtungen hin in Schwingungen fortpflanzen, was die Erdwellen in den ve rschiedensten Richtungen von dem Centrum aus anzeigen.
Köln. Was der Kölner Männer Gesangverein für eine Fahrt nach Amerika verlangt. Auf die Anfrage, ob er zu dem im nächsten Jahre stattfindenden 19. National- Sängerfest und 50. Jubiläum des „Nordöstlichen Sängerbundes" nach Amerika kommen wolle, stellt der Kölner Männergesangverein folgende Bedingungen: 1. Freie Hin- und Rückfahrt 2. Klasse Köln-Bremen und Bremen-1 Köln. 2. Freie Hin- nnd Rückfahrt 1. Kajüte auf einem Lloyd-Schnelldampfer; für jeden Tag der Reise 10 Mark Taschengeld. 3. Für die Tage in Amerika täglich 10 Dollars. 4. Freie Eisenbahnfahrt 1. Klaffe nach den amerikanischen Städten, in denen Konzerte zu geben sind. 5, Für die Vereinslassc außerdem eine Baarvergütung von 50 000 Mark. 6. Zahlung der Beiträge für die Mitglieder bei der Abreise von Köln. 7. Anzahl der Mitglieder 100. 8. Verpflichtung, inner-
Hand eines Meuchelmörders in heimtückischer Weise hin- gemordet wurde, ohne daß je eine Kunde davon in seine Heimath gedrungen wäre. Dem „Elsässer Tageblatt" wird aus Tannenkirchen unter dem 10. Dezember er. geschrieben : Vor einiger Zeit starb in Neuschatel en-Bray im französischen Departement Nieder-Seine der pensio- nirtc Förster Augustin Schafser, geb. in Tannenkirchen. Auf seinem Sterbebette machte derselbe eine schreckliche Enthüllung, Derselbe war eine Reihe von Jahren bis inkl. 8. August 1870 französischer Förster in Bitsch im Unter-Elsaß. Als sich der Belagerungsring um die Festung bildete, stahl fangebllch) eine Abtheilung Bayern dem Förster S. zwei Ochsen und eine Kuh auf der Wiese, die in diesem Augenblicke unbewacht waren. Aus Zorn über den Diebstahl schwur der Förster Rache. Unglücklicher Weise bekam derselbe am nämlichen Tage einen bayerischen Offizier nebst zwei Burschen ins Quartier. Um Mitternacht, als dieselben schliefen, schnitt er allen dreien mit dem Hirschfänger die Kehle durch und begrub nach verübter That die drei Opfer im Keller. Nach dem Verbrechen ergriff der Förster S. die Flucht nach Belfort, wohin ihm seine Familie nach Friedensschluß folgte. Eine Untersuchung des Försterhauses
Faltung vorbereitet, wird am 30. und 31. Dezember ausgegeben. Von ihr werden anderthalb Millionen Stück , „ - _____„ ... „______ _____, ....
hergestellt. Außer der neuen Germania-Marke, die von! bisherigen Verlautbarungen in der amerikanischen Presse einem Lorbeerkranz umrahmt ist, soll die Karte in der, scheinen der Festbehörde die Kölner Stimmen doch etwas linken oberen Ecke eine aufgehende Sonne mit der Zahl zu „metallreich" zu sein und zu viel „Silberklang" zu 1900 erhalten, um den Sinn der Karte auszudrücken.! haben.
Der Aufdruck der Karte, der Vordruck, die Marke mit j Ueber den Stand der „Pillen-Affaire" des Militär- dem Kranz und die Sonne mit der Zahl ist einfarbig chefreiungsprozesses werden dem B. L.-A. aus Elberfeld grün. Die Karte ist die erste von der deutschen Reichs- folgende Einzelheiten mitgetheilt: Bis jetzt ist nur be- post herausgegebene Gelegenheitsmarke. konnt geworden, daß junge Leute sich dadurch dienstun-
* — Die „Silberzwanziger" verschwinden jetzt nach tauglich gemacht haben, daß sie durch den Genuß von und nach aus dem Verkehr auf Nimmerwiedersehen. Pillen eine erweiterte Herzthätigkeit herbeiführten. Die Von jetzt an dürfen von öffentlichen Kassen unter keinen weitaus größte Anzahl der Belheiligten hat indessen ein Umständen mehr silberne Zwanzigpfennigstücke ausgegeben anderes Mittel zur Erzielung der Dienstuntauglichkeit werden, sondern müssen an die Centralkassen eingeliefert angewandt; sie haben durch Genuß von Pikrinsäure werden. ' Gelbsuckit herhetoefiiBrt und sind mrf lRnnnd d-i-koik»,,
Koburg, 20. Dez. Das Amtsgericht Koburg erläßt einen Steckbrief gegen einen Engländer Namens Iork, welcher Deutsche zum ausländischen Heeresdienst ange- worben hat. ■>
Die „Franks. Ztg.« meldet aus Mainz: Am 19. Dez. Morgens 8,45 Uhr wurde hier ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt. Die Häuser zitterten, die Thüren wankten in den Fugen und in verschiedenen Gebäuden löste sich der Verputz der Zimmerdecken. In fast allen rhein- aufwärts gelegenen Ortschaften, wie Weisenau, Lauben- Heim, Bodenheim, Nackenheim und anderen wurde das Erdbeben verspürt. In Großgerau, Bischofshelm, Königstädten, Rüsselsheim und den benachbarten Orten machte sich das Erdbeben derartig bemerkbar, daß die Leute vielfach, den Einsturz der Häuser befürchtend, ins Freie rannten. Auch in Heidelberg wurde das Erdbeben verspürt. — Ueber die muthmaßlichen Ursachen des Erdbebens heißt es in der „Frkf. Ztg." u. A., daß in der Tiefe entstandene Hohlräume einstürzen. Diese Hohlräume müssen überall da entstehen, wo Soolquellcn und gypshaltige Wasser zu Tage treten; sie können sich auf weite Strecken hin ausdehnen und mit anderen in Verbindung treten. Die Quellen von Wiesbaden führen nahezu ^6 Millionen Kilogramm fester Salze aus dem
halb 20 Tagen 10 Konzerte zu geben. — Nach den
konnt geworden, daß junge Leute sich dadurch dienstun-
Gelbsucht herbeigeführt und sind auf Grund derselben
dann vom Militärdienste befreit worden. Verwunderung hat es vielfach erregt, daß die Gerichtsbehörden, so viele, manchmal schon Jahre zurückliegende Fälle ermittelt hat. Die Eruirung der Belheiligten war indeß keineswegs mit so großen Schwierigkeiten verknüpft, wie ohne Kenntniß der Dinge angenommen wird. Nachdem die Untersuchungsbehörde erst Wind davon bekommen hatte, auf welche Weise die Militärbefremng vor sich gegangen, war es ihr sogar ein Leichtes, den Schuldigen auf die Spur zu kommen. Die Militärbehörde stellte nämlich fest, wer auf Grund von Gelbsucht vom Militärdienst befreit worden war. Der Untersuchungsrichter nahm die Betreffenden darauf in ein eingehendes Verhör und erzielte dadurch, unterstützt durch die Ergebnisse von Haussuchungen, die Ueberführung einer großen Anzahl Personen. Die genaue Zahl derjenigen, die sich demnächst vor dem Strafrichter zu verantworten haben werden, ist noch nicht bekannt.
Colmar. Eine schreckliche Enthüllung aus dem Jahre 1870. Das in Colmar erscheinende „Elsässer Tageblatt" veröffentlicht folgende ihm aus Tannenkirchen zugegangene Korrespondenz, welche aufs Neue zeigt, wie so mancher deutsche Krieger, der hernach als „vermißt" bezeichnet wurde, im deutsch-französischen Kriege durch die
wird den Thatbestand bestätigen, falls während dieser ,Zeit die Skelette durch Zufall noch nicht entdeckt worden sind.
GlHrn, 13. Dezember. Wie auf dem platten Lande zuweilen Wahlsiege gefeiert werden, zeigt deutlich nachstehende, aus zuverlässiger Quelle stammende Thatsache: Bei der am Freitag zu K. bei G. abgehaltenen Bürgermeisterwahl unterlag das bisherige Gemeindeoberhaupt. An der Siegesfeier durften auch die Frauen der Wähler des durchgedrungenen Kanditatcn und künftigen Dorf- monarchen theilnehmen. Jeder Frau wurde ein Liter
Wein und entsprechendes Backwerk verabreicht.
Der
Wirth, bei dem das «Lieges-Zechgelage veranstaltet wurde, hatte 4 Stück Schweine und ein Rind geschlachtet, wovon er 100 Kilo Schwartenmagen und 2uU Paar Knackwürste herstellte. Nachdem aber schon das ganze Quantum am Samstag ausgezehrt war, mußte abermals ein feistes Grunzthier sein Leben lassen. Des Guten war indessen noch nicht genug gethan. Drei begeisterte Anhänger des neuen Regiments stifteten bei demselben Wirth zusammen 110 Mark zum Vertrinken auf das Wohl des neuen Dop obersten. Das tolle Treiben in der Wählerkneipe möge sich der Leser nun selbst aus- malen.
ÄuslattV.
Pest, 20. Dez. Die hiesige Polizei erfuhr, daß im Geheimen eine Schar englischer Unterhändler junge Leute als Soldaten zur Armee in Südafrika anwerbe. Die Behörden sind bestrebt, diese Anwerbungen überall zu vereiteln.
Paris, 19. Dez. In hiesigen militärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß England im Nothfalle, wenn
es einsteht, daß die Buren auf dem Wege durch die
Kap-Kolonie und Natal nicht zu bezwingen sind, die portugiesische Neutralität brechen und auf dem Wege über die Delagoabay in Transvaal einbringen werde.
Paris. Die Pariser Weltausstellung soll nicht am 1. Mai, sondern ichon am 15. April eröffnet werden. Die französische Regierung geht von der Erwägung aus,
daß zu der Zeit die Witterung schon milde sei und die Ostcrfeierlage schon großen Reiseverkehr bringen. Die Bauten würden schon geraume Zeit vorher gebrauchsfertig sein.
London, 18. Dez. Ein Telegramm aus Kapstadt meldet, daß eine halbe Schwadron der Division des z Generals Frenjch beim Requiriren von Fourage für die Pferde aus einem Gehöft von Afrikandern umzingelt und gefangen genommen wurden. Aus Kapstadt wird weiter berichtet, daß die gesammte Bevölkerung zwischen