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Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mtt .Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Mittwoch, den 20. Dezember 1899.
60. Jahrgangs
Wer eine UMM
in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalsmechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Post- abonnenten, welche bis spätestens 26. December unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Postanstalt und jeder Land- briefträger ist verpflichtet, Abonnements Bestellungen anzunehmen.
Zu rid?t zahlreichen Bestellungen auf das mit 1. Januar 1900 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein
___________________ Die Expedition der „Schlüchterner Zeitung."
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Amtliches.
Seine Majestät der Kaiser und König haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 11. d. Mts. zu bestimmen geruht, daß der am 1. Januar 1900 bevorstehende Jahrhundertwechsel in feierlicher Weise begangen werde, und zwar in den Schulen am Schlüsse des Unterrichts vor den Weihnachtsferien.
Mit Allerhöchster Ermächtigung bestimme ich hiernach folgendes:
In allen Lehr- und Erziehungsanstalten ist um letzten Schultage vor den bevorstehenden Weihnachtsferien Schülern und Schülerinnen in einem festlichen Akte unter Hinweis auf die Bedeutsamkeit der nächsten Jahreswende ein Rückblick auf die großen Ereignisse des zu Ende gehenden Jahrhunderts zu geben und ihnen zum Bewußtsein zu bringen, wie es Pflicht des Heranwachsenden Geschlechts sei, mit Dank gegen Gott das von den Vätern überkommene Erbe in Treue zu bewahren und fördern zu helfen. Wo nach dem bestehenden Herkommen der Unterricht vor den Weihnachtsferien mit einer Schulfeier geschlossen zu werden pflegt, wird es zweckmäßig sein, mit dieser den festlichen Akt zu verbinden. Die den besonderen örtlichen Verhältnissen angemessene Ausgestaltung der Feierlichkeit im Enzelnen bleibt den Schulleitern überlassen.
Berlin, den 13. Dezember 1399.
Der Minister
der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten: Studt.
J.-Nr. 7230. Die Herren Localschulinipektoren und Lehrer wollen hiernach das weitere veranlassen.
Schlüchtern, den 19. Dezember 1899.
Der Königliche Landrath i.: V.: Goerz.
J.-Nr. 7069. Durch die Organe der Ortspolizei- Verwaltung unter Zuziehung drs Aichtechnikers Herrn Uhrmacher Orth hier werden die technischen Maaß nud Gewichts-Revisionen im Jahre 1900 in nachstehenden Landgemeinden zu den dabei angegebenen Terminen aus-
Bei der techui chen Revision erstreckt sich die Prü'ung auf die Richtigkeit der Maaße innerhalb der für den Verkehr ^gelassenen, auf die vorschriftsmäßige Beschaffenheit der im Verkehr befindlichen Gewichte und Maaße rc und ant gehörige Stempelung der elben in Gemüßheit der Maaß- und Gewichtsordnung. Uuvorschri tsmäßige Maaße und Gewichte werden confiscirt, auch tritt am Grund des § 369 Nr 2 des Strafgesetzbuchs Bestrasting der Besitzer von solchen Gewichten rc. ein. Es empfiehlt sich daher, daß Maaße, Gewichte und Waagen, deren RichtigkeitZweifelhaft erscheint, zuvor zur aichamtlichenPrüfung gebracht werden. Die Herren Bürgermeister wollen Vorstehendes unter Bekanntgabe der Termine den Interessanten durch ortsübliche Bekanntmachung sofort zur Kenntniß bringen, da bei den letzten technischen Revisionen die Zahl der zu leicht befundenen Gewichte rc wiederum eine große war.
Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Ortspolizeibehörden bezw. deren untergeordnete Polizeiorgane den Aichtechniker Herrn Orth bei Vornahme der Revision in die Geschäftslokale der Gewerbetreibenden zu begleiten und zu assistiren haben, sowie daß, wenn eine genauere Prüfung rc. welche in einem Geschäfts- lokale nicht mit der erforderlichen Zuverlässigkeit aus- genhrt werden kann, erforderlich ist, für diese Prüfung von der Gcmciudebehörde im Voraus ein geeigneter Raum zur Verfügung zu stellen ist.
Schlüchtern, den 12. Dezember 1899.
Der Königliche Landrath: Roth,
Geheimer Regierungsrath.
geführt worden.
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13. „ Hintersteinaun. Reinhards
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15. „ Sarrod
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18, „ Ahl und Seidenroth
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19. „ Marborn
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20. „ Marjoß
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21. „ Jossa und Neuengronau
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22. „ Altentzronau
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29. „ Züntersbach
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Deutsches Reich.
Berlin. An der gestrigen Frühstückstafel nahmen anläßlich der Feier des Geburtstages des Prinzen Joachim die hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen Theil. Heute 'Morgen hörte der Kaiser die Verträge des Chefs des Civitk-Wincts v. Lucanus und die Marinevonräge.
— Grmulationscour am Hofe. Am preußischen Hofe ist es bekanntlich Gebrauch, daß am Neujahrstage die hier weilende Hofgesellschaft, die Spitzen der Behörden, die Wirklichen Geheimräthe und die Räthe erster Klasse sowie die Generalität in einer feierlichen Gratulations- cour das Kaiserpaar zum Jahreswechsel beglückwünschen. Aus Anlaß der Jahrhundertwende soll diese Cour bereits in der Sylvesternacht und zwar in der Weste stattfinden, daß das Borüberzichen der Herrschaften vor dem Äaiscr- paar mit dem ersten Glockenschlage des neuen Jahrhunderts beginnt.
— Der Bundesrath des Deutschen Reiches hat sich dahin schlüssig gemacht, daß amtlich der I. Januar 1900 als der Beginn des neuen Jahrhunderts angesehen wird. Nunmehr weiß jeder, woran er ist. — Es steht nunmehr fest, daß der preußische Landtag zum 9. Januar einberufen wird Die amtliche Bekanntmachung steht unmittelbar bevor.
— Ein neues Goldland ist entdeckt! Offiziös wird geschrieben: „Nach einem Telegramm des lästerlichen Gouverneurs von Beuningsen vom 7. Dezember ist derselbe nach Beendigung der feierlichen Uebernahme der von Spanien erworbenen Inselgruppen der Karolinen-, Marionen- und Palau-Jnseln in deutsche Verwaltung auf der Rückreise nach Herbertshöhe in Makassar etn- getroffen. In Ponaps ist nach seiner Meldung gute Aussicht auf friedliche Entwicklung Dort wird Vizegouverneur Hohl seinen Wohnsitz nehmen. Auch in Aap, der Hauptinsel der Wcn-Karolineu, nnb in Saipau iMarianen) herrscht vollkommene Ruhe. Auf den Palau- Jnseln sind Kohlen gefunden worden. Das Vorkommen von Gold wird vermuthet".
— Für das Vereinswesen ist das am 1. Januar in Kraft tretende Bürgerliche Gesetzbuch von Bedeutung. Es können dann Vereine, welche ideale Zwecke verfolgen, wie z. B. Berufs-, Muffst, Turnvereins rc. dadurch die
Rechtsfähigkeit erlangen, daß sie sich in das vom Amtsgericht zu führende Vereinsrcgistcr eintragen lassen.
— Die geplante Vermehrung der deutschen flotte besprechend, bemerken die Petersburger „Nowosti": „Niemand wird leugnen, daß eine Großmacht, die Weltinteressen besitzt, die zur Aufrechterhaltung der Sicherung dieser Interessen nöthigen Mittel braucht. Unter diesen Mitteln nimmt eine starke Kriegsflotte eine der ersten Stellen ein. Die geographischen Verhältnisse begünstigen die Entwickelung einer Flotte. Deutschland hat in allen Gegenden der Welt große Kolonien. Sein Seehaudel blüht und wetteifert sogar erfolgreich mit demjenigen Großbritanniens. Es versteht sich, daß Deutschland, welches überall Unterthanen hat, die des Schutzes bedürfen, nicht ohne eine starke Flotte auskommen kann."
— Der diesjährige Winter kostet der Stadt Berlin ein schweres Stück Geld. Außer den sigudigen Straßen- arbeilern sind 2569 Schneeschipper eingestellt. 1200 Lastwagen stehen zum Fortschaffen bereit. Die 2360 Schneeichipper erhalten zusammen einen Tagelohn von rund 6200 Mark.
— Trübe Weihnachten stehen einem Theile der Arbeiter der deutschen Militärgewehrfabrik in Charlottenburg bevor. Dort haben umfangreiche Arbeiter-Entlassungen begonnen, bis erheblich über hundert Köpfe pro Tag, die bis zum 2l. d. Mts. fortgesetzt werden sollen. Eine neue Lieferung von 90,000 Gewehren für die deutsche Armee soll erst nach Neujahr m Angriff genommen werden.
Halle a. S., 12. Dez. Die Familie des Präsidenten Paul Krüger von Transvaal stammt aus der Altmark ' und in und bei Halle leben Verwandte von ihm. So ist die Gattin des in der Waifentzaus-Buchdruckerci be« schü tigten Schriftsetzers Stach, geb. Gerhardt, eine Großnichte „Ohm Pauls". Ein Großneffe von ihm ist der Direktor der Zuckerinbrik in Zörbig, Her Gerhardt. Es ist begreiflich daß die Genannten aus diesen Großonkel nicht wenig stolz sind.
Nordhausen. An Weihnachtsbäumen liefe.pt der Harz alljäbrlich 200 000 Stück; er ist mithin der Hauptlieferant der Christbäume. Dieselben werden theils aus Durchforstungen junger Fichtenkulturen, theils aus besonderen, zu diesem Zweck angelegten Pflanzungen gewonnen. Zehn bis fünfzehn Jahre vergehen, bis ein Fichleupflänzling zu einem Wechnachtsbaume heran- gewachsen ist.
Köln a. RH., 13. Dez. Vor mehreren Tagen belästigten zwei Soldaten ein Mädchen auf der Straße, weshalb ein hiesiger Fabrikant hinzutrat und die Soldaten aufforderte, von dem Mädchen abzulassen. Die Soldaten verfolgten den Fabrikanten, versetzten ihm, als er seine Hausthür aufschließen wollte, einen tiefen Stich in die Kniescheibe und entflohen hieraus. Der Stich zerschmetterte den Knochen, sodaß alsbald das Bein am« putirl werden mußte. Der Zustand des Schwerverletzten ist hoffnungslos. Trotz eifrigster Recherchen ist eS bisher nicht gelungen, die Soldaten ausfindig zu machen. Die Familie dcs Unglücklichen setzte eine hohe Belohnung auf die Entdeckung der Mordgesellen aus, während das Gouvernement droht, die gesummte Garnison durch Entziehung des Weihnachts Urlaubs zu bestrafen, wenn dit Thäter nicht entdeckt werden sollten.
AuslanS.
Rom. Ueber Papst Leos Befinden berichtet der römische Mitarbeiter des Londoner Blattes Daily Chronicle. Er ist sehr abgemogert und weißer als vor einigen Monaten. Anderseits sind seine Augen sehr lebhast, und seine Stimme ist ziemlich stark. Er konnte nicht ohne Stütze stehen oder durch das Zimmer schreiten und wird beständig von einem unangenehmen Husten geplagt. Sein Verstand ist so stark wie immer und sein Gedächt- ; niß sehr klar und präzise.
— England und Transvaal. Die Nachrichten aus Südaflikq werden immer trauriger für die Englands,
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