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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg. ' |',^l*'^M-.<g»--»MilwaiWmw«^l3tMr"-^t-.rag»M;ro!.|»iii K IWUM.xmm r.eWJWCTyg -~'-mii»-n»|tw»l 'l»W»WU»lllll»fa»SM»?<MH'l'BW WiwmiTUCWgCTWWWam '"*'*1

X 100» Samstag den 16. Dezember 1899. 50. Jahrgang.

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M7-« i«.« Tntfinll'nnnllTITl ^ ^' Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der

DP P | IPPIlPPPlIlj wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamt bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Post-

li11||] | | j | |l | || | n|i || || j abonnenten, welche bis spätestens 26. December unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß

l ihnen unsere Zeitung vom 1. Januar ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Postanstalt und jeder Land- priestriiger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.

Zu recht zahlreichem Bestellungeu auf das mit 1. Januar 1900 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

______________ _____ ________ Die Expedition derSchlüchterner Zeitung."

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Deutsches Reich

Herli«. Der Kaiser und die Kaiserin besuchten Donnerstag Vormittag daS Kunstgewerbemuseum. Zur FrShstückstasel bei dem Kaiserpaare waren geladen Prinz v«d Prinzessin Heinrich VII. Reuß, Fürst zu Wied und Gesandter Graf Wolff Metternich. Nach der Tafel besuchte der Kaiser mit den Gästen den Marstall. Das Kaiserpaar unternahm Nachmittags eine gemeinschaftliche Spazierfahrt.

Wann daS neue Jahrhundert beginnt, ist sowohl ein staatlicher wie auch von kirchlicher Seite nunmehr bei unS entschieden. Die Entscheidung fiel dahin, daß der 1. Januar 1900 alS Jahrhundertanfang zu erachten ist. Der Kaiser hat sich dieser Anschauung angeschloffen, »a» daraus ersichtlich ist, daß er am 1. Januar 1900 den Fahnen der preußischen Regimenter Säkularerinner- ««gSbäuder zu verleihen gedenkt. -- Auch die Postver- M»ltung gedenkt, denJahrhundertanfang" zu feiern und zwar durch Ausgabe von Säkularpostkatten.

wendig waren. Sie würden nicht mehr zulässig sein und nur noch während einer gewissen Uebergangszeit ge- braucht werden dürfen, wenn § 23 unverändert bliebe. Dadurch würde voraussichtlich ein Zustand geschaffen werden, der unhaltbar wäre und die Interessen der Schule und der Schulbücherverleger gleichmäßig schädigte. Während die Schule in große Verlegenheit wegen zeit­lichen Mangels geeigneter Schulleiebücher gerathen könnte und bte Güte der letzteren in Frage gestellt werden würde, müßten die Verleger durch die völlige Entwerthung ihrer Vorräthe und Verlagsrechte empfindlichen Schaden

- Der Landplage des ZigeunerthumS scheint man t» neuester Zeit endlich etwas mehr Aufmerksamkeit zu- juwenden. Offiziös wird,geschriebeneNenerdingS ist »ix berufener Seite die Nothwendigkeit betont worden, dem sich mit dem Umherziehen inländischer Zigeuner- benben verbindenden Unwesen in schärferer und wirk­samerer Weise wie bisher zu begegnen. Auf Veran- taffung bei Ministers deS Innern haben sich die be- ttzeiligten Organe darüber zu äußern, inwieweit die bis­her geltenden Maßnahmen eine Abhilfe erzielt haben, und welche Vorschläge betreffs des Erlasses schärferer Vorschriften in Anregung zu bringen seien. Besonders soll erwogen werden, ob nicht eine Abänderung der die Gewerbelegimitimatioysscheinc betreffenden Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung in dem Sinne zweckmäßig erscheint, daß Personen, welche in dem begründeten Ver­dachte stehe», die Bescheinigungen zu Zwecken dcr Vaga- benbage zu mißbrauchen, die Ertheilung zu versagen ist."

- Einen Feldzug gegen die Ratten und Mäuse hat jetzt der Äsenbahnminister eröffnet und zwar mit Rück­sicht auf die Gefahr der Seuchcnverschleppung durch diese Thiere. Der Minister weist in seinem an die Eisenbahn- direktionen gerichteten Erlasse auf den Ausbruch der Pest in Portugal, sowie auf die pcstvcrdächtigen Fälle in KüßlaUd hm. Wenngleich die Verfolgung der Ratten L»d Mäuse, die für besonders gefährliche Verbreiter bet Pest gehalten werden, mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist, und ein sicheres, überall anwendbares

Mittel zu ihrer Ausrottung nicht angegeben werdan kann, so hält eS der Minister doch für geboten, wenigstens in bei der Seuchettgefahr in erster Linie ausgefetzten See Plätze» und Grenzbezirken, der Vernichtung jener Thiere ttsonderS da, wo sie sich in größeren Mengen an-zu- Haltest pflegen, (z. B. auf Güterböden, in Lagerschuppen, Kellereien, Abzugskanälen, Uferhöhlungen rc.) erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Von einem etwa eintretenden massenhaften Absterhen der Thiere, welches erfahrungs­gemäß dem Pestausbruche unter der Bevölkerung voran« zügehen pflegt, soll den zuständigen Polizeibehörden un- verzüglich Nachricht gegeben werden. Die Eisenbahn- direktionen haben die betreffenden Dienststellen aukgefordert, d«S Nöthige zur Vernichtung der Ratten sofort zu öer- ««lassen. _ , . ,

Leipzig, 11. Dez. Der § 23 des Entwurfes eines Gesetze» betreffend daS Urheberrecht an Werken der Lite­ratur und der Tonkunst vom 13. Juli 1899 bestimmt, hi die Benutzung eines fremden Werkes nur zulässig. «\ 1-^ <t"t.**fam V*tft# S)Yhrttth?r'tt 11A i

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erleiden. Darauf bat bereits der Bör^enverein der deutschen Buchhändler die pejetzgebenden Körperschaften hingewiesen. Die gleichen Erwägungen haben, wie dem Leipz. Tgbl." milgetheilt wird. Leipziger Verlagsfirmen veranlaßt, in einer Eingabe die Aufmerksamkeit der höchsten Schulbehörden aller deutschen Staaten auf diese Be­stimmungen hinzulenken. Sämmtliche Schulbücherverleger sind aufgefordert worden, sich dieser Eingabe anzu- schließen.

Halle, 9. Dez. Wegen Salzsteuerhinterziehnug ver- urtheilte die Strafkammer den Kaufmann Sonntag aus Merseburg zu 20,016 Mk. Geldstrafe. Sonntag hatte statt Kochsalz billigeres denaturirtes Viehsalz Jahre lang bei der Fabrikation saurer Gurken benutzt. Nach deutschem Rechtsbewußlscin müßte der geriebene Kaufmann gezwungen werden, seinen Vorrath an Viehsalz Gurken selber aufzuessen.

Aus Thüringen. Eine Roggenernte im Winter 'gehört sicherlich zu den größten Seltenheiten und wurde i dieser Tage in Großbocka bei Weida i. Th. vorgenommen. Im Laute des Sommers pflügte ein dortiger Landmann sein Grundstück um und süete Sommerroggen darauk, um solchen dann später durch sein Vieh adweiden zu lassen. Die Saat blieb aber stehen und entwickelte sich infolge der günstigen Herbstwittcrnng derart, daß der Roggen blühte und zur schönsten Frucht heranreitte. Vor einigen Tagen konnte nun eingeerntet werden und das einzig dastehende Ereigniß wurde durch ein Privat- j Erntefest gebührend gefeiert.

Aus Bayern. Eine hochmoderne Räuberbande treibt in den Wäldern bei Markt! (Bayern) ihr Unwesen es dürften anscheinend 4 bis 6 Mann sein, die sämmtlich mit Fahrrädern ausgestaltet sind. Es ist schon bald ein halbes Jahr, daß diese Bande ihr Unwesen treibt, ohne daß man ihrer habhaft wird. Zu Anfang war die Bande etwas bescheidener, denn sie stahl nur, nun geht es aber allem Anschein nach aus Rauben und Morden. Per Fahrrad tauchen die Kerle bald da, bald dort auf; neu lich wurde bei Ganghofen ein Bauer ermordet und aus-

scharf. Czilla erhielt 3 7a Jahr Zuchthaus, die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen von 4 Wochen biS zu 1 Jahr.

In Eck^rnförde ist ein 90 Jahre alter Vetter bei Generalfeldmarschalls Moltke, der Tischlermeister Moltke, gestorben. Er lebte in nur sehr bescheidenen Verhält­nissen.

Aus Danzig, 8. Dez., wird gemeldet: Infolge deS in der Nacht von Mittwoch am Donnerstag erfolgten Durchbruches der Haffstaudeiche ist der Danziger Nehrung meilenweit überschwemmt. Besonders betroffen sind viele blühende Ortschaften um Skutthos und Steeger. Das Wasser überflutet ein und einhalb Meter hoch das Land. Das Vieh ist meist geborgen. Der Schaden an der Wintersaat und den Deichen ist sehr bedeutend. Von der Halbinsel Hela wird gemeldet, daß dieselbe an ihrer schmalen Stelle vollständig überflutet ist.

Laurahütte. Vom elektrischen Strom getödtet. Ein Gehilfe des Klempnermeister Stein berührte beim Auf^ setzen von Blechspitzen auf Masten der elektrischen Licht­anlage einen LeituugSdraht, welcher mit einer Strom­stärke oon 3000 Volt gespeist war. Die Leiche wurde, am Draht hängend, völlig verkohlt aufgefnnden.

Ausland.

In Trieft traf ein Schiff aus Brasilien ein mit einer Kaffeeladung, bei dessen Entladung vier Personen plötzlich erkrankten und binnen wenigen Stunden unter pestartigen Erscheinungen fiarbtn. Es wird nun ge­meldet, daß zwischen den Kaffccsäcken eine todte Ratte gefunden wurde, die an der Pest krepirt sein muß. Es sind noch 34,000 Säcke Kaffee im Schiff. Die Aus­ladung wurde so ort sistirt, bis die Untersuchung der todten Ratte beendigt ist. Der Schiffsarzt sprach »an Anfang an die Meinung aus, die Pest sei durch infizirte Ratten in Santos auf das Schiff verschleppt worden.

Vou maßgebender Seite wird die Vernichtung ganzen Kaffees, dessen Werth eine Million Gulden trägt, verlangt.

London, 8. Dezember. Bei der Beschießung Ladysmith am 2. Dezember Nachmittags schössen

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geraubt und zwischen Burghaufen und Markt! scheinen nun die räuberischen Ueberfälle immer häufiger zu werden; dieser Tage wurde wieder ein Mann überfallen, der glücklicherweise so kräftig war, sich wehren und dann mit seinem Rad flüchten zu können. Da und dort wird eingebrochen und geraubt; daß unter diesen Um­ständen die Leute in steter Angst leben, darf wohl nicht wundern.

Esse«. Geh.-Rath Krupp hat für den Bau einer evangelischen Kirche in Altendorf lOuoOO Mark, für den Bau einer katholischen Kirche 20000 Mk. gestiftet. Auf welche Weise manche biedere Polen, die in unserem Jndustriebezirk so zahlreich vertreten sind, sich Arbeit verschaffen, das zeigte eine Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer. Angeklagt waren der Bergmann

Czilly und 9 Genossen wegen Herstellung falicher Abkehr-

ist wenn an de« benutzten Theilen keine Abänderung scheine und Beihil e hierzu. Schon seit längerer Zeit »araenimmen wird " Bon dieser Bestimmung würden! hatten auf zahlreichen Zechen Hauer und Lehrhauer um b^Z'E^ hart betroffen werden, weil ihre Her-> Arbeit nachgesucht unter Vorlegung von Abkehrscheinen SÄffÄZ ** Ä der 8* .»ull--. mi-rd-m (alt w M *. S t»V/Ä ?S Är« M traten ist. Me unsere f*imgungen °°,«-l-«,. d-b ,,- euren B-rWchw»,°n «üLSj « SurdrtntftanSen, M im Mgc- gegen die Stnoepfd)«fl«Mfe ngetgelonemen seien. «0e SinTÄ^^ **"*"" *"* D-r Zw-ck dich.

' Fälschungen war, ungeeigneten und mmderwerthigen

größere «banderm gen o s Verständnisses j Arbeitern, namentlich Schleppern, Gelegenheit zu bieten.

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Buren aus einem pneumatischen Geschütz, welches sie auf den Umbulwand-Hill gebracht hatten. Alle groß» sprecherischen Meldungen über die brillante Situation der Belagerten in Ladysmith werden durch denTime-"« Korrespondenten dementirt, der die Lage als voller Angst und Sorge, die jeden Tag wächst, schildert und meldet, daß die Rationen stark verkürzt sind. Dieser Zustand hat den General Buller bisher nicht bestimmen könne», loszuschlagen. Er scheint unter keinen Umständen gewillt zu sein, anzugreifen, bis er nicht seiner Sache ganz sicher ist. General Methuen scheinen die in Syptfontein

einlangenden Verstärkungen deS Feindes ebenfalls betreffs seines Vorgehens bedenklich zu machen. Er hat sein Lager am Modder verlegen müssen, da Fieberanfälle unter seinen Truppen vorgekommen sind. Sehr be« merkenswcrth aber ist, daß die Buren Reads Drift, sieben Meilen stromabwärts stark besetzt halten und von bort Patrouillen gegen den Feind jenseits des Flusses senden. Die Engländer haben gegen diese Burenmacht jede Nacht anderthalb Bataillon auf Vorposten. ES bestätigt sich, daß die Hülfsquellen der Engländer an Truppen vollständig erschöpft sind. Es sind keine regu­lären Truppen mehr vorhanden, welche nach Südafrika gesandt werden könnten. Gerüchtweise verlautet, daS Kriegsamt werde nunmehr eine Brigade aus Miliztruppe» bilden, um dem General Buller, falls er wieder Hülfs- truppen verlangt, diese zusenden zu können. Das wider­spricht aber den gesetzlichen Bestimmungen, wonach Miliz außer Landes nicht verwandt werden darf. Es wird versichert, daß die Regierung zu diesem Mittel nur im äußersten Nothfall schreiten werde. Die Mobilistrung einer Milizbrigade würde als ein nationales Unglück angesehen werden.

London, 13. Dez. Aus dem Lager am Modderriver wird vom Dienstag früh berichtet: Lord Methuen befahl Loiliiübtiid Nacht gegen die - SOng der Bmm im