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wie anders sein Weib; ans Liebe zu ihm hatte es die Kunst! ergriffen und sich dadurch erhöht!

Reinhold vermochte nur mit zitternder Stimme Doras Namen zu rufen und das WoptVerzeihung!" zu flüstern. Dann schloß er sie schluchzend in seine Arme ...

Ein Jahr später las man in einer der größeren Zeitungen der Welt folgende Feuilletonnotiz:

Die unvergleichliche Elmy, das so plötzlich am Theaterhimmel aufgetauchte glänzendste Phänomen, ist ebenso ra^ch nud unerwartet wieder verschwunden. Erst kürzlich hat sich der Schleier gelüstet, der sich um ihre Persönlichkeit breitete, Sie war eine geborene von H . . . und die Gattin des jetzt vielgenannten Malers Reinhold. Als dieser von zeitweiliger Erblindung heimgesucht wurde, verwerthete sie, ohne sein Wissen, ihre bereits in höheren Kreisen erprobte Begabung für die Bühne, um die nagende Sorge von dem Leidenden fernzuhalten. Auf Ruhm und Lorbeer freiwillig verzichtend, hat sie sich seit der Wiedergenesung des Gatten ins Privatleben zu rückgezogen. Mit der Wiederaufnahme seiner künstlerischen Thätigkeit hat der Maler in seinem vielbewunderten BildeFidello" seiner Gattin ein sinniges Denkmal ge­setzt, denn glücklicher ließ sich die opferwillige Thatkraft eines liebenden Weibes wohl kaum versinnbildlichen, als in der Heldengestalt Leonores, welche, um zu dem in Gefangenschaft schmachtenden Gatten zu gelangen, sich in männlicher Verkleidung in den Dienst eines Kerker­meisters begiebt und den Geliebten aus der Nacht des unterirdischen Kerkers rettet. Das meisterhaft ausge­führte Bild, welches diese ergreifende Szene bar stellt, ist soeben für die königliche Gemäldegalerie angefauft worden, und die herrliche Gestalt Leonores, in welcher der Maler seine Gattin mit überraschender Porträttreue wiederge­geben hat, wird allen Theaterfreunden eine bleibende Erinnerung an ihren unvergeßlichen Liebling Elmy sein."

Aufforderung zum allgemeine» Kampf gegen die Fusicladium- oder sog. Schorfkrankheit des Kernobstes.

Don Profcfsor Dr. Fran t-Verltn.

Eine allbekannte Erscheinung sind die sog. Rost- oder Schorfflecke auf den Aep'eln und Birnen, bei deren starkem Auftreten die Frucht unansehnlich wird und klein bleibt und der Baum im Ertrage nachläßt. Sie werden ver­ursacht durch Schmarotzerpilze; derjenige des Apfelbaumes ist unter dem Namen Fusicladium deudriticum, der­jenige des Birnbaumes unter beut Namen Fusicladium pinrium schon seit längerer Zeit bekannt. Neuerdings haben sich aber diese Pilze auf den Obstbäumen wie in anderen Ländern, so auch in Deutschland, von Jahr zu Jahr immer stärker entwickelt und sich zu Obstfeindcu ersten Ranges emporgearbeitet, so daß es im Interesse des heimischen Obstbaues liegt, mit energischen Mitteln dein weiteren Anwachsen der Kalamität allgemein ent­gegen zu treten. Wie hohe Zeit es dazu geworden ist, das mögen folgende Mittheilungen beweisen.

In vielen Obstkulturen ist erst in den letzten Jahren, besonders im Jahre 1898 die daselbst früher nicht ge­kannte Mißernte der Aepsel, durch die in bett sehr charakteristischen und auffälligen Kennzeichen auftrctendc Fusicladium Sranfljcit veranlaßt, ein getreten Die Wipfel« bäume, die in dieser Weise hochgradig von dem b'nsiaiuckium be­fallen sind, zeigen im Sommer ihre Blätter von rauchbraunen Pilzflecken bedeckt, unter deren Einfluß die Blätter leiden und meist vorzeitig abfallen. Diese Blattkrankheit beeinträchtigt natürlich die Fruchtbildung, die Bäume setzen weniger und kleinbleibende Früchte an, die nun aber überdies noch direkt beschädigt werden, weil auch auf ihnen der Pilz in den bekannten schwärzt chcn runden Schorfflecken in ungewöhnlich großer Menge sich ansicdelt, wodurch sie sehr unansehnlich werden, manchmal sogar verkrüppeln, vielfach auch vor der Reife absalleu, sodaß solches Obst unverkäuflich wird.

Nach den jetzt vorliegenden Meldungen aus dem Jahre 1898 hat sich drö' Krankheit in dieser Form mehr oder weniger heftig in folgenden Theilen Deutschlands gezeigt: Schlesien, Posen, Brandenburg, Pommern, Mecklenburg, Hamburg. Hannover, Oldenburg, Provinz Sachsen, Thüringen, Großherzogthum Hessen, Franken, Württemberg, Hohenzollern, Baden, Elsaß-Lothringen, außerdem in Tirol. Freilich kennt man in Deutschland schon seit den 70er Jahren Beschädigungen durch diese Pilze: aber es fällt auf, daß gerade bei den Meldungen des Jahres 1898 aus vielen der genannten Landestheile öfters versichert wird, daß das Uebel erst in den letzten Jahren fühlbar geworden ist und sich weiter auSgebreitet, zum Theil die empfindlichsten Mißernten bewirkt hat.

Gewiß ist allerdings, daß gegenwärtig nur manche Sorten sehr stark, andere weit weniger für den Pilz an­fällig sind; ersteres gilt besonders für Gravensteiner. Goldparmäne und Pepping. Man kann indessen nicht wissen, ob das in Zukunft so bleiben wird, b. h. ob man etwa durch andere Sorten, die jetzt noch weniger an­fällig sind, dem Pilz für immer aus dem Wege gehen ' kann. Jedenfalls gehören gerade die genannten Sorten zu unseren besten und verbreitcstcn Apfelsorten.

Der direkte Kampf gegen diese Schädlinge ist uns aber nicht schwer gemacht. Wir besitzen in dem Be­spritzen der Bäume mit Bordelaiser Brühe ein Mittel, welches schon vielfach seine vortreffliche Wirkung bewährt

noch weiter, Du schrittest zu Trug und Treuebruch. Nein, nein, ich habe nicht geträumt, als ich Dich heute früh im Nebenzimmer sprechen hörte. Ich frage nicht, wer dieser frühe Besuch war, denn ich habe mit Dir abge^ schlössen, aber ich kann Dir die verrätherischen Worte wiederholen, wenn Du sie hören willst."

Nein, Du hast nicht geträumt, als Du mich sprechen hörtest," bekannte Dora,aber komm herab," unter­brach sie sich, ihn mit sanfter Gewalt vom Stuhle her- abziehend,und wenn Du mich angehört hast, besteht Du dann noch auf Deinem entsetzlichen Vorhaben, so will ich Dein Schicksal theilen. Wohl habe ich Dich über unsere Existenzmitiel in einer Täuschung erhalten, wohl sah ich Verarmung und Hunger bereits vor unserer Thüre stehen, da griff ich zur Selbsthülfe. Du hast für mich ge­sorgt, durfte ich denn nicht auch einmal für Dich sorgen ?"

Aber auf welchem Wege! Durch welche Mittel! rief Reinhold mit bitterem Vorwurf.Indem Du mich und Dich wegwarfst!"

Ich verzeihe Dir das harte, entsetzliche Wort, denn in dem Leiden, welches Dich heimgesucht hat, schlummert der Keim des Mißtrauens und geringfügige Zufälle ge­nügten, es in Dir zu wecken und zur Riesenhöhe an- wachsen zu lassen. Arthur, erinnerst Du Dich des Namens Elmy?"

Ein junges schauspielerisches Talent heißt so, welches seit kurzem au einer der hiesigen Bühnen aufgetaucht ist," entgegnete der Maler.Die Professorin sprach heute davon, auch mein Arzt erging sich gelegentlich in enthusiastischen Ausdrücken über ihr Spiel und ihre Er­scheinung. Doch wozu das?"

Erinnerst Du Dich nicht auch, daß Dein Arzt be­hauptete, ich hätte eine frappante Achulichkeit mit dieser Elmy?" frug Dora.

Nun?"

Nun, Arthur, diese Elmy bin ich selbst," erklärte Dora.

Du?!" rief der Gatte,Du wärst"

Sie gönnte ihm einen Augenblick Zeit, sich von seinem Erstaunen zu erholen. Dann fuhr sie fort:Als ich die Nothwendigkeit einsah, daß etwas geschehen müsse, um kommender Noth vorzubeugen, versuchte ich es erst, mir mit feinen Handarbeiten etwas zu verdienen. Aber davon hätte ich nicht einmal die WohnungSmiethe auf­bringen können. Da erinnerte ich mich meiner Triumphe, die ich früher an dem Fürstenhofe, an welchem mein Vater die Kammerherrnwürde bekleidete, bei theatralischen Dilletantenvorstellnugen gefeiert hatte. Von allen Seiten sprach man mir eine bedeutende schauspielerische Begabung zu. Damals legte ich natürlich keinen Werth auf ein Talent, das ich nicht gebrauchen konnte, jetzt aber hoffte ich, daß es vielleicht unsere Rettung werden könne. Ich trug mich mehreren hiesigen Bühnen an. Bei einer der­selben fand ich Aufnahme. In einem vielgegebenen Stücke wurde mir versuchsweise die Hauptrolle anver­traut an Stelle der schwererkrankten Darstellerin, die sie bisher gegeben hatte. Ich spielt va banque und ich gewann! Mit einem Schlage war ich eine gefeierte Künstlerin. Getragen von dem Enthusiasmus der Menge, welche, so oft ich auftrete, das Theater bis auf den letzten Platz, füllt beziehe ich eine bedeutende Gage, die uns vor Sorgen fdjü^t und Dir gestattet, mit Ruhe Deine Genesung abzuwarten. Mein Schritt mußte Dir Geheimniß bleiben, Du hättest Dich ihin widersetzt, ich kannte Dein Borurtheil gegen das Theater, denn Deine erste Braut, weniger fest, als Dein Weib, erlag den Versuchungen dieses gefährlichen Bodens, den sie gegen Deinen Willen betrat. Freilich mußte ich immer darauf gefaßt sein, daß Du mein Geheimniß entdecken würdest. Ich wußte nicht, wie lange ich die Vormittagsproben für Marktgänge, die Abendvorstellungen für Besuche bei der Professorin ausgeben könne. Daß aber meine Heim­lichkeiten zu unheilvollen Folgen führen, daß ein Boukett und einige von Dir aufgefangene Worte Dich an der Liebe und Treue Deines Weibes irre machen würden, konnte ich nicht ahnen. Freilich, Arthur, stammt jenes Rosenboukett mit dem Atlasbande von einem meiner Verehrer, wie viele andere gleich duftige Trophäen meiner Kunst, die ich mit nach Hause btinge, aber ich kenne diese Verehrer nicht, freilich hörtest Du mich heute früh Worte sprechen, die Dir vielleicht verdächtig er­scheinen mochten, aber ich wiederholte nur meine Rolle, wie ich es jeden Morgen thue, wenn Du noch schläist. Tadle mich, daß ich zu Nothlügen griff, aber zweifle nicht an meiner Liebe zu Dir; sie gehört Dir noch so rein, so innig, wie in jener Stunde, wo ich sie Dir gestand. Ich stehe fleckenlos vor Dir, Arthur, so wahr ein Gott über uns ist!"

Es war fast zu viel auf einmal für den Maler. Er hätte laut ausjubeln mögen, wenn ihn nicht ein inneres Grauen vor dem selbstmörderischen Schritte, den er vor­hin zu thun im Begriff gestanden, daran verhindert hätte. Das Kind des adelstolzen Hauses war zu einem Stande herabgestiegen, auf welchem noch heute der Fluch alten Vorurthcils lastet, wie auf keinem anderen, sie hatte es gethan, um den kranken Gatten vor Sorge und Armuth zu schützen, und er hatte ihr dafür mit einen un­würdigen Verdacht gedankt, über welchen sie erhaben war, wie die Engel des Himmels! Eine Braut hatte ihn aus Liebe zur Kunst au gegeben und war gesunken,

hat. Das Bespritzen mit Bordelaiser Brühe ist auch dasjenige Mittel, welches wir gegen die mehr den Kirsch­bäumen gefährliche jetzige NonUiu-Krankheit unwenden müssen, nur ist die Zeit der Bespritzungen wegen der verschiedenen Entwicklung beider Pilze ungleich. Während gegen Monilia, wie die früher von mir gegebenen An­weisungen besagen, die wichtigste Bespritzung die zur Zeit des Aulbrechens der Blütenknospe ist, handelt es sich bei Fusicladium darum, den Pilz durch Bespritzung bis jungen Laubes am Befall des letzteren zu hindern; denn auch der spätere Uebergang des Pilzes von den Blättern und Zweigen auf die Früchte wird dadurch unmöglich. Es kommt eben auch bei Fusicladium darauf an, daß die Bespritzung zur richtigen Zeit gemacht wird. Der Grund, warum man bisweilen keinen befriedigenden Er­folg von dem Bespritzen gegen Fusicladium gehabt hat, liegt gewiß oft darin, daß zu spät gespritzt worden ist. Es dürften allerdings die wechselnden Verhältnisse der Witterung und anderer Faktoren betreffs des richtigen Zeitpunktes in Betracht kommen. Im allgemeinen darf vorerst das Bespritzen des jungen Laubes bald nach der Blüthe, sowie eine zweite Bespritzung einige Wochen später als zweckmäßig betrachtet werden, obgleich auch, wie der obige Fall zeigt, schon eine einmalige Bespritzung völlig ausreichen kann. Man hat auch vorgeschlagen, außerdem schon einmal unmittelbar vor der Blüthe zu bespritzen; das ist deshalb rationell, will die Sporen des Pilzes schon auf den Zweigen sitzen und von hier aus erst auf die Blätter gehen.

Die Brühe muß auch richtig zubereitet sein. Eine fehlerhafte Brühe kann ätzende Wirkung n auf die Blätter hervorbringen, die dann wie verbrannt aussehen. Bei der Selbstbereitung der Brühe muß frisch gebrannter Kalk angewendet werden. Auch müssen die im Handel vorrätigen Mischungen von Kup ervitriol und Aetzkalk frisch verwendet werden. Unzersetzt, also brauchbar sind solche Mischungen nur dann, wenn die daraus herge- stellte Brühe blau aussieht; sie darf nicht eine grünliche Farbe haben.

Herstellung der selbst bereiteten Bordelaiser Brühe: In einem hölzernen Bottich oder einer Tonne wird 2 kg rohes Kup ervitriol in 50 Liter Wasser aufgelöst (heißes Wasser beschleunigt die Auflösung); in einem anderen Gefäß wird 2 kg gut gebrannter Kalk mit Wasser gelöscht und dann auf 50 Liter Wasser zu einer Kalkmilch ver­dünnt. Beide Flüssigkeiten werden unter Umrühren zu- fammengegoffen. Neuerdings ist int Handel auch ein Kupferzuckerkalkpulver und ein Kup erklebekalkmehl zu haeen; die daraus hergestellte Brühe scheint manchmal größere Haftbarkeit gegen Regen auf den Blättern ge­habt zu haben. Man kann etwas ähnliches selbst her­stellen, wenn man das angegebene Quantum Kalk mit 0,3 kg Krystallzucker oder einer entsprechenden Menge Melasse versetzt.

Man braucht zur Bespritzung eines mittelgroßen Obstdaumes etwa 13 Liter Bordelaiser Brühe, also etwa 260 g Kupfervitriol und ebenso viel Aetzkalk. Der Preis des Kupfervitriols ist 0,70 Mk. für 1 kg. Die Kosten an Kupfervitriol belaufen sich also durchschnittlich pro Baum auf ca. 18 P g.

Zum Bespritzen könnte schon eine gewöhnliche Garten­spritze dienen, oder man könnte sich selbst eine größere Spritze unter Verwendung einer Druckpumpe an ertigen. Praktisch sind die zum Bespritzen derPflanzen besonders kon­struierten Spritzen, wie sie z B. May.arth Frank urta.M. und Berlin, Allweiler-Radolszell, Platz-Deidesheim, Lambert-Trier, Smiheur-Antwerpen liefern, die theils trag-, theils fahrbar sind und bei denen je nach Stellung des Mundstückes die Spritzflüssigkeit nebelartig vertheilt oder in hochgeheudcm, feinem Strahl geleitet werden kann. Für den Obstbau sind vielleicht die tragbaren kleineren Spritzen vortheilhafter als die großen fahrbaren und allerdings auch theureren, die mehr für den Feldbau bestimmt sind.

Das Verfahren ist das nämliche, welches im Wein­bau schon die weiteste Verbreitung gelunden hat und welches in Südtirol ausnahmslos an den Reben und vielfach auch schon an den Obstbäumen freiwillig von den Wein- und Obstbauern angewandt wird, die nicht zum mindesten diesem Verfahren ihre edlen Produkte verdanken.

Auch in gesundheitlicher Beziehung li.gen keinerlei Bedenken gegen das Verfahren vor, beim Obst gewiß noch weniger als bei den Trauben, bei denen dies schon nachgewiesen worden ist. Muß sich ja doch bei den Obnbäumen die Bespritzung, um erfolgreich zu sein, aus das Laub zur Frühjahrszeit richten, wo die Früchte eben erst angesetzt werden; mit der reifenden Frucht kommt das Mittel nicht in Berühung.

Allen, welche die Interessen des Obstbaues wahrzu- zunehmen haben, sei es empfohlen, die nöthigen Schritte zur Einleitung des Kampfes schon im bevorstehenden Frühjahr zu thun.__________________________________

Vermischtes.

Eine Pfändung in Sachsen. Gerichtsvollzieher (bei einem Chambregarnisten):Liebes Herrche, haben L-eooch 'necchenen (eigenen) Kleederschrank?"Nee, mei Kutester, ich hab Sie blosnen kiefernen!"

-- Ein Beispiel.Nun, Moritz, kannst Du mir einen Gegenstand nennen, der kein Ende hat?"Ein Total-Ausverkauf."