SchlüchternerMung
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Mittwoch, den 1. März 1899
50. Jahrgang
würde, und die dankbaren Patienten waren aufgefordert worden, an diesem Tage in Repelen zu erscheinen, um ihrem geliebten Pastor zu helfen. Und das gelang über die Maßen, denn soviel man gehört, hat der Herr Assessor als begeisterter Anhänger der neuen Heilweise Repel verlassen." — Zur Geschichte des „Lehmpastors" berichtet der Arzt noch: „Bekannt wurde dieser Wunder- mann erst, als er mehrmals nach erfolgter Anzeige eines Später fand bei den Majestäten zu Ehren des Geburts- Arztes freigesprochen wurde, so daß jetzt von jedem tags des Königs von Württemberg eine größere Tafel Ankommenden Bahnzug eine Menge von Wagen, gefüllt statt. — Während des Ansinthaltes des Kaisers in ’! mit meist sehr lustigen Patienten, der Mehrzahl nach Wilhelmshaven in dieser Woche wird das Panzerschiff, dem schönen Geschlecht angehörend, gen Repelen raffelt. „Kurfürst Wilhelm", au? dem der Monarch Wohnung! Dort werden täglich über Hundert verarbeitet, so daß es nimmt, an im» fyctnmirujurg uugeschlvffen sein, oamit i bern Wundermann selbst zu viel wurde, und er eine der Kaiser jederzeit mit Berlin telephonisch verkehren Hilfskraft in Gestalt eines praktischen Arztes anstellte
Die Hauptsache der Falke'schen Heilmethode ist, nackt
NsK^MNaBN ^ bic .Schlüchterner Zeitung" werden noch fortwährend von allen e —!—!------— Postanstalten und Landbriesirägern
sowie von der Expedition entgegen genommen.
Deutsches Reich
Berlin. Unser Kaiser hörte am Sonnabend Vor mittag nach seinem Spaziergange militärische Vorträge
nimmt, an das Fernsprechnetz angcschlossen fein, damit
Die Wohlthätigkeitsvereine traten in Thätigkeit. Tausende von Schüsseln mit Suppe und Brot wurden vertheilt, aber Allen konnte nicht mehr geholfen werden, und die Todesfälle durch Hunger und Frost zählen nach Hunderten. Wohl an hunderttausend Menschen sind bitterem Mangel ausgesetzt. Milch ist nicht zu erhalten, da die Zufuhr abgeschnitten ist. Die Verbindung mit der Umgegend ist völl'g unterbrochen. Einige Züge sind eingetroffen, aber mit großer Verspätung; einen weiteren Versuch, mit der Provinz Fühlung zu unterhalten, gaben die Bahngesellschaften am. Mit Washington und dem Westen besteht seit vier Tagen nur noch Drahtverkehr. Jetzt ist das Wetter schön, noch sehr kalt, aber klar und in den Straßen wird mit Macht gearbeitet an der Fortschaffung der Schneemassen.
kann.
— Neue Kämpfe hat unsere Schutztruppe in Dentsch-
laufen und sich mit Lehm beschmieren."
Goch. Eine höchtt unangenehme Bescheerung ist der
Ostafrika zu bestehen gehabt. Der Schauplatz war _ . .
der Muanzabezirk, daS Süd- und Ostufer unserks hiesigen Bürgerschaft für das nächste Steuerjahr ange- Nyanzaseen Gebiets, wohin Hanptmann Schlobach nsit . kündigt. Es werden von der Real- und Einkommen- 3 Europäern. 73 Askaris und 40 Elefanten jägern eine steuer anstatt 120 bezw. 100 Procent wahrscheinlich Expedition unternommen hatte. Ein Maximgeschütz 200 bezw. 165 Procent erhoben werden müssen. Der und eine 37 Zentimeter Schnellfenerkanone wurden mit- Grund liegt daran, daß der h'esigen Margarinefabrik geführt. Auf ihrem nach der Marabucht gerichteten für die Dauer von drei Jahren 27 000 Mark zuviel — " ’ " ~ - - gezahlte Steuer zurückerstattet weiden mußten.
Expedition unternommen hatte.
Marsche machte die Expedition zunächst mit dem Stamme der Wakerpe unangenehme Bekanntschaft: Es stürmten plötzlich etwa 50 bis 60 Krieger mit Schild und Sperr heran. Schlobach ließ eine Salve geben. Als einige der Angreifer fielen, flohen die übrigen. Auk dem weiteren Marsche stieß die Expedition nur eine Negerfestung von überraschender Größe. Die Festung war dicht mit Kriegern besetzt Man sandte zweimal Boten aus und verlangte die Ablassung von Verpflegung für
die Expedition, was jedoch in beleidigender Weist uno
Der
Ausland.
Zürich. 26. Febr. Während der Arbeiten im Tunnel der Jungfraubahn ereignete sich in der letzten Nacht eine heftige Dyuamitexplosion, wobei der Aufseher Andie und fünf italienische Arbeiter gelobtet wurden.
Rußland. Die vor Kurzem aufgetauchten Gerüchte, wonach die Leichen Andrec's und seiner beiden Begleiter
Stirndberg und Fränkel von Tungusen in Sibirien aus
mit dem Bemerken beantwortet wurde, die jnnocn< gefunden worden seien, sind - nun als falsch erkannt
Krieger verlangten „sehr Krieg". Man ging uri. weilt zum Angriff über. Nach halbstündiger tapferer Gegenwehr der Besatzung wurde die Festung gestürmt. Der Rückmarsch ging friedlich von ftatten — Ueber die wirthschaftliche Bedeutung des Muanzagebiets wird berichtet: Infolge des gewaltigen Konsums in Uganda finden auch deutsche Firmen neben den englischen reichen Acsatz für ihre Waaren daselbst, sowie einen guten Verdienst durch Uebernahme deS Transportes englischer Lasten Auch der Export von Vieh in guter Jahreszeit nach Uganda bietet sehr günstige Aussichten, da für dasselbe in Uganda etwa der fünffache Werth des hier billigen Einkau'preites erzielt wird. — Am Kilimand- scharo macht der Wege- und Brückenbau große Fortschritte.
München. Der Raubmörder, der vor vier Wochen eine Pfandversetzerin und Händlerin mit alten Sachen Nachmittags in ihren Laden ermordete und beraubte, ist verhaftet worden. Auf seine Spur kam man, als er in einem Jnwelierladen einen aus einem Ring aus- gebrochenen Stein verkaufen wollte. Er ist ein l6- jähriger Metzgerlehrling, ein kleines, unansehnliches Bürschchen mit verschmitztem Gesicht. Er hat bereits gestanden.
Essen. Ein tüchtiger Arzt behandelte einen Lungenkranken, mürbe ebenfalls krank und starb nach wenigen Tagen; desgleichen starben mehrere Personen, darunter zwei städtische Beamte, die das Krankenhaus besucht hatten. Es stellte sich nun heraus, daß man es mit einer seltenen Erkrankungsart, mit Lungentyphus, zu thun hat; bis jetzt sind 7 Personen der Seuche erlegen.
Herne i W., 27. Febr. Gestern Abend sind auf der Zeche Mont Cenis beim Schichtwechsel durch Ausstößen der Förderkörbe ^Bergleute verunglückt. Quim wurden schwer und 17 leicht verletzt. Die Schuld trägt
u\ I IHIVLII ivvi um |tlVJl, |UIU HUll LUV [Ul|UJ llHUUib ! Das russische Ministerium des Aeußeren hat vom Gouverneur in Jeniffcisk folgende aus KraSnojarsk vom
Montag batirte Depesche erhalten: „Die Mittheilungen des Blattes „Jenissei" bezüglich der Expedition Andrce's haben sich, wie die von dem Inspektor der Minen vor- genommene Untersuchung an Ort und Stelle ergab, nicht bestätigt.“
Madrid, 25 Febr. General Rois hat telegraphisch aus Manila gemeldet, die Lage der Amerikaner sei bedenklich und ihre Verluste seien zahlreich. Die Regierung antwortete per Kabel, Rios solle die Heimschaffung der 1000 noch in Manila befindlichen spanischen Soldaten beschleunigen.
Washington, 25 Febr. Die Bitte des Admirals
Lokales und Provinzielles.
* Schlächtern, 28. Febr.
* — Nächsten Sonntag findet im Seminar dahier ein Concert statt. Näheres, siehe Inserat in heutiger Nummer.
* — Durch Beschluß des Landes-Ausschusses sind den nachbenannten Gemeinden Unterstützungen und Darlehen aus Mitteln der Brandversichcrungs-Anstalt gewährt worden: Der Gemeinde Wolfsanger 30000 M. Darlehen und 1500 M. Unterstützung zu den Kosten einer Hochdruckwasserleitung. Der Stadt Marburg eine Unterstützung von 700 M. zu den Anschaffungs- kosten einer sogen. Omnibus-Wagenspritze. Der Gemeinde Wehrde, Kreis Marburg, 5200 M. Darlehen zur Erweiterung ihrer Wasserleitung. Der Gemeinde Lüders- dorf, Kreis Rotenburg, eine Unterstützung von 200 M. und ein Darlehen von 700 Mk. zu den Kosten für eine l beschaffte neue Feuerspritze. Der Gemeinde BellingS, Kreis Schlüchtcrn, 500 M. Unterstützung zu der Erweiterung ihrer Wasserleitung. Der Stadt Groß- almerobe eine Unterstützung von 500 M. zur Beschaffung einer sogen. Stadtfeuerspritze und der Gemeinde Ottrau, Kreis Ziegenhaiu, ein Darlehen von 400 M. für die Beschaffung einer Feuerspritze.
Bad Orb, 19. Febr. Die Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbnuten zu Frankfurt a. M. wird demnächst auf dem von ihr erworbenen Gelände Bohrungen vornehmen lassen, um stärkere Quellen zu erschließen. Mit der Errichtung der nothwendigen Gebäude zur Umstellung der Bohrmaschine ist bereits begonnen worden.
Melsungen, 25. Febr. Der geflüchtete Svarkassen- renbant Ahrens wurde im Stadtwald bei Melsungen als Leiche gemuben. Wahrscheinlich hat er sich ver-
Dewey um Entsendung des Schlachtschiffes „Oregon hat in amtlichen Kreisen überrascht. Hier herrscht Bc. sorgniß, ob Dewey nicht nach Mitteln sucht, um möglicherweise einer bevorstehenden Intervention der europäischen Mächte auf den Philippinen zuvorzukommen. Man glaubt, daß bei den letzten Bränden viel fremdes Eigenthum zerstört wurde, und daß einige Kommandanten der in den dortigen Gewässern stationierten fremden Kriegsschiffe erklären könnten, daß sie für die Interessen ihrer Landleutc Schutz verlangen. General Otis verlangt in einer Woche 2500 Mann Verstärkung. —Eine Depesche des Generals Otis an die Kriegsverwaltung meldet, daß gestern ein energischer Versuch gemacht wurde, Manila in Brand zu necken. Das Feuer war in drei verschiedenen Stadtvierteln angelegt und wurde von den Truppen nach großer Annrengung bewältigt. Eine erhebliche Anzahl der Brandstifter wurde erschossen, einige Soldaten wurden verwundet. Der durch den Brand angerichtete Schaden dürfte eine halbe Million Dollars betragen. Aus Anlaß dieses Zwischenialls hat General Otis eine Verfügung erlassen, wonach sämmtliche Einwohner bis auf weiteres nach 7 Uhr Abends in den Häusern zu bleiben haben. Gleichzeitig wird eine strenge Bestrafung für Brandstiftungen angedroht. Gestern rüh machte eine große Abtheilung von Insurgenten einen Vorstoß in der Nähe von Caloocan, derselbe wurde
giftet. An Baarmitteln wurden nur 20 M. bei ihm , gefunden.
Gccbenstein, 20 Febr. Der Arbeiter H. auf dem Kressenbrunnen stach in seiner Wulh und Rohheit ein kleines Ponny, welches er unbcru ener Weise mit der Mistgabel in den Stall treiben wollte, zweimal mit derselben. Der letzte Stich war so stark, daß die Mistgabel in der Brust des Pferdchens stecken blieb und erst, nachdem dieses in den Stall gelaufen, entfernt werden konnte. Nach Verlauf mehrerer Stunden erlöste der Tod das arme Thierchen von seinen Ovalen,
Eschwege. 13. Febr. Am 6. Februar 1898 in der 6. Stunde entgleiste zwischen Waldkappel und Harmuth- sachsen der Personenzug und wurden außer dem Führer und Heizer auch eine Anzahl von Personen aus Eschwege leicht und schwer verletzt. Während nun die leichtverletzten bald ihrem Berufe nachgehen konnten, mußte der Schuhmachermeister H. aus Eschwege, welcher innere Verletzungen erlitten hatte, und längere Zeit ohne Besinnung lag. lange Zeit das Bett hüten und kann auch jetzt, nach einem Jahr, sich noch immer 'nicht seinem Geschäft mit voller Energie widmen. Die behandelnden Aerzte in Eschwege sowohl, als auch in Göttingen, haben als Grund des Leidens eine Quetschung der Leber konstatirt. Als Entschädigung für den Unfall und die dauernde Erwerbsunfähigkeit wurde dem Schuhmacher H. nun kürzlich die Summe von 25 000 Mark von Seiten der Eisenbahn - Verwaltung ausgezahlt. Die Eisenbahn-Verwaltung hatte dem schwergeprüften Mann chon eine Zeit vorher als Vorschuß auf die Entschädigung 1900 M. zur Deckung der laufenden Ausgaben in diesem jahrelangen Leiden ausgezahlt, einen weiteren
der Maschinist.
Creseld. Vom „Lehmpastor in Repelen", dem Pastor Falke, der Kranke mit Lehm behandelt, berichtet ein Arzt aus der Nachbarschaft von Repelen in der Dtsch. med. Wochcnschr. ein ergötzliches Stücklet»: „Ein Verwandter des Pastors, der Landschullehrer Müller, veröffentlichte eine Schrift, in der es u A. heißt: „Alles Uebel ist erst von den Aerzten auf die Welt, gebracht worden." Da die Staatsanwaltschaft das Buch nicht verbieten konnte, wirkte die Regierung auf das Konsistorium ein, daß es sich mit Falke befasse. Das Konsistorium sandte einen Assessor, natürsich einen »ifsr?'lc^ Es"var! Turnhallen, Asyle, die Börse wurden für die frierenden I kosten dagegen abgelegt und den Prozeßweg anheim-
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edoch zurückgeschlagen.
Ncwysrk. Der Schneesturm in Amerika, über dessen Verheerungen wir berichteten, hat ausgetodt Die angc» richtete Verwünung ist ungeheuer. Das Elend in der Stadt erreichte einen solchen Grad. daß endlich die Behörden ergriffen. Es wurden über 130000 Mk. an
Almosen vertheilt. Alle öffentlichen Anstalten, Schulen, I Antrag auf Vergütung der ärztlichen Hil e und Apolheker^
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