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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatl" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

12. Samstag, den 11. Februar 1899. 50. Jahrgang.

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man ihn einige Stunden später auf der Straße entseelt vor. Er hatte sich die Pulsader geöffnet und fit; so selbst gerichtet.

Ausland.

Manila, 5. Febr. Gestern Abend 10 Uhr griffen die Filipinos Manila an. Die Amerikaner antworteten mit einem heftigen Feuer und gingen schließlich ihrer­seits zum Angriff vor. Die Filipinos wurden aus ihren Stellungen vertrieben, mehrere wurden gefangen genommen. Ein Geschütz wurde erbeutet; die Zahl ihrer Todten und Verwundeten wird auf 4000 geschätzt. Der Verlust der Amerikaner wird auf 40 Todte und 300 Verwundete angenommen. Schon den ganzen Tag über war an verschiedenen Stellen mit Unterbrechungen Gcwehrfcuer unterhalten worden

Manila, 7. Febr. Aguinaldo veröffentlichte eine Proklamation, worin er den Amerikanern den Krieg erklärt. 97ad) einer Meldung des Newyork Herold erhielt General Otis den Befehl, den philippinischen Aufständischen die Mittheilung zu machen, daß der spanisch-amerikanische Friedensvertrag ratifizirt sei, die Operationen fortzusetzen und die Erhebung gegen die amerikanische Oberherrschaft niederzuwersen. Nach einer weiteren Meldung des Blattes gingen von Manila nach Jlo-Jlo Instruktionen an General MAI er ab, nach welchen dieser sofort mit oder ohne Zustimmung der Eingeborenen Jlo Jlo besetzen soll.

Cuba. Die Gräuel des spanisch - amerikanischen Krieges finden eine nachdrückliche Illustration in folgern dem Bericht aus Havana: Es werden jetzt allerhand Mittheilungen über Verbrechen, die während der pani chen Herrschaft begangen worden, verbreitet. So beschreibt La Diskussion die Aufhebung von mn zig menschlichen Skeletten in einem Brunner auf einer Plantage nahe Manguito. Der Schreiber der Geschichte behauptet, daß die betreffenden Personen noch lebend in den Brunnen gewogen worden sind. In den Der schicdenen Fällen sind die Fingerknochen abgerissen, was darauf schließen läßt, daß die Opfer die Finger bei dem Versuch, aus dem Brunnen emporzuklettern, gebrochen hätten. Die Leiche Pedro Alayons, eines bekannten Cubaners, der während des Aufslandes plötzlich au geheimnißvolle Weise verschwand, sei identifizirt worden. La Diskussion beschuldigt den Guerilla-Chef Antonio Rehes, bin Sergeanten Juan Percs und den Schul­meister Vicente Zulgo, das entsetzliche Ve i rechen ange­stiftet zu haben. Alle drei sollen sich augcnblickl ch in Havana aushalten. In einer anderen Sensotionsgeschichte erklärt La Discussion, daß in einem Brunnen in der Nähe des Hauptquartiers der Civil-Garde in Matanzas die Ueberreste von 200 bis 300 Personen aufgefunben worden seien.

Lokales und Provinzielles

* Schtnchieru, 12. Febr.

Die preußische Eisenbahnverwaltung erläßt folgende zeitgemäße, mit Dank zu begrüßende Ber ügung: Es ist vorgekommen, daß wwohl Zug- wie Stations- beamte, welche seitens der Reisenden au gefordert worden sind, sie gegen Belästigungen und Beleidigungen rc. durch Mitreisende zu schützen, ihre Mitwirkung zur Herbeiführung des Schutzes versagt und sich nicht ein­mal dazu bequemt haben, die Namen des Excendenten festzustcllen. Wir nehmen deshalb Veranlassung, baram hinzuweisen, daß in derartigen Fällen in höflicher, aber entschiedener Weise vorzugehen und dem Ansuchen zu entsprechen ist.

Bom Bogelsberge, 7. Febr. DerGieß. Anz.' schreibt: Die Industrie verschafft sich nach und nach auch in unserem oberen Gebirge Eingang Vor einigen Jahren wurde eine Papierwaarenfabrik in Herchenhain gegründet, sodann eine Cigarrenfabrik von einer Ham- burger Firma, die schon etwa 20 Personen beschä tigt und ihren Betrieb noch zu erweitern gedenkt. Ferner wurde im vorigen Jahre von einer Firma aus Fulda eine Molkerei in Jlbeshauscn gegründet, und nun soll noch eine Genossenschafts- Molkerei in Grebenhain Crainfeld oder Bermuthshain errichtet werden. Dem­nächst wird von einem Kaufmann aus Lichenroth eine Cigarrenfab tk in Bifftein errichtet, mit einer Niederlage in Lichenroth. _

Lanterbach, 31. Jan. Mit dem heutigen Tage ist der Generalbevollmächtigte der Freiherrlichen Familie Riedesel zu Eisenbach Herr Kammerdirektor Dr, fielet

Rt>Ht>ill1ir^S»ir °"f bie -Schlüchterner Zeitung" pitUUliyvwerden noch fortwährend von allen --------1 jl--------- Postanstalten und Landbriesträgern owie von der Expedition entgegen genommen.

Deutsches Reich.

Berlin. Am D.nnerstag Nachmittag begab der Kaiser sich nach Potsdam, um dort mit dem Offizierkorps des ersten Garderegiments zu Fuß den Tag zu verleben, an welchem der Kaiser vor 22 Jahren in vas Re­giment eintrat.

München. Das Armeeverordnungsblatt des baierischen Kriegsministcriums veröffentlicht zwei Erlasse des Prinz- regenten Dom 2. Februar, durch welche die jüngst in der preußischen Armee eingeiührten Bezeichnungen Fahnenjunker, Fähnrich, Lentenant, Oberleutenant usw. auch für die baicrische Armee eingesührt werden, des­gleichen die Bezeichnungen Sanitätsfeldwebel, Sanitäts- sergeant u. s. w.

Erfurt, 7. Febr. Eine Bierpaut'cherei, wie sie häufig in Restaurationen angetroffen wird, bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor dem hiesigen Schöffen­gericht, welche infolge der Denunziation eines Kellners zustande gekommen war. Fortgesetzt hatte der Büsfeticr Otto Ulke in einem hiesigen Restaurant ersten Ranges Bierncigcn unter frisches Bier gemischt und es den Gästen vorsetzen lassen. Das Urtheil lautete wegen Betruges auf 30 Mark Geldstrafe.

Krefeld. Eine Erfindung, die berufen zu sein scheint, eine bedeutende Umwälzung in der Textilindustrie her- beizuführen, ist z. Z. in der Königl. höheren Webeschule zu Krefeld vusgestellt und von Interessenten zn be­sichtigen. Es'ist ein von einem Amerikaner Namens Senton seinem Berufe nach Advokat erfundener Webstuhl, dessen Eigenthümlichkeit in einer ununterbrochenen Faden- zusuhr ohne Benutzung einer Schützenspule besteht. Bekanntlich ist letztere bei unseren modernen Webstühlen ein nothwendiges Requisit. In dem Schützen oder Schiffchen, das durch wechselseitige Schlage hin und hergcschleudert wird, befindet sich bisher auf einer kleinen Spule aufgerollt das als Schuß einzuwebende Material, d. h. Baumwoll-, Leinen-, Seiden-, Woll- oder andere Fäden; beim Hin- und Herflieg n des Schützen rollt sich das Fadenmaterial ab. Sobald die verhältnißmäßig kleine Spule leer gelaufen ist, muß der Stuhl ange­halten und eine neue volle Spule eingelegt werden. Da dies bei schnelllausenden Stühlen häufig vorkommt, unter Umständen 400boO Mal in 10 Stunden, so ist damit ein großer Zeitverlust verbunden. Außerdem ergiebt sich aber auch noch ein Verlust an Garn bei jeder neuen Spule; dieser Abfall beträgt z. B. bei Wollwaaren lo1 l pCt. Diese Mängel beseitigt die neue Erfindung Seaton's. Zu beiden Seiten seines Stuhles stehen große Garnspulen, von denen der F-den abgewickelt und dem Schiffchen zuge ührt wird. Dieses erfaßt ihn mittelst zweier Greifer, welche an jeder Seite angebracht sind, und legt ihn in die Kette ein. Die Konstruktion dieser Vorrichtung ist einfach und läßt sich leicht an vorhandenen Stühlen anbringen; dabei hat sie auf die Geschwindigkeit des Stuhles keinen Einfluß und ist auch für bunt gestreifte und karrirte Waaren ver­wendbar. Ein Arbeiter kann hierbei nicht nur 24, sondern 15-20 Stühle überwachen.

Aus der Pfalz. 7. Febr. Ein blutiges Ehedrama kam, wie bereits gestern telegraphisch gemeldet, in dem vorderpfälzischen Städtchen Oggersheim heute zum Ab­schlüsse. Der daselbst wohnende Metzgermeister Barth war seit langer Zeit dem Trunke ergeben, kam als jäh zorniger, allgemein gefürchteter Mensch mit dem Gerichte Oft in Konflikt und in seinen Vermögensverhältnissen sehr zurück. In letzter Zeit litt er häufig an Delirien, Und seine Frau, die einem angesehenen Lchrershause entstammt, wollte sich von ihm, der sie und ihr Kind stets roh behandelte, scheiden lassen. So besam oder vielmehr suchte er gestern wieder einmal häuslichen Zwist. Da erg.iss er plötzlich ein großes Fleischermesser, drang auf seine arme, wehrlose Frau, die noch das jüngste Kind aus dem Arme trug, ein und brächte ihr Mehrere Stiche, davon einen in die Lungengegend, bei, so daß sie kaum mit dem Leben davon kommen dürfte. Das kleine Kind erhielt von dem Wüterich einen Stich in die Schläfe und am Kopfe. Dann ging der Un­mensch flüchtig, verfolgt von mehreren Nachbarsleuten. 9m Dunkel der Nacht entkam er aber. Doch fand

aus dem freiherlicheu Dienste ausgetreten. Die Frei- herrliche Rentkammer wird nunmehr vertreten durch Herrn Forstmeister Eule eld als leitenden und durch Herrn Kammerrath Eckardt als zweiten Beamten; ersterer besitzt zugleich Generalvollmacht der sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach, letzterer Prokura für die Frei­herrliche Brauerei und Ziegelei.

Gersfeld, 8. Febr. Zur diesjährigen Fastnacht wurde in unserem Kreise für andere Tage als den Fasluachts-Montag und Dienstag die Erlaubniß zur Veranstaltung öffentlicher Tanzmusik nicht ertheilt und an keinem Tage die Dauer derselben über die Mitter­nachtsstunde hinaus gestattet.

Sonta, 7. Febr. Eine größere Anzahl Landwirthe hiesiger Gegend wurde in letzter Zeit das Opfer zweier Schwindler. Der eine der sauberen Patrone stammt aus dem nahen Heyerode, der andere aus dem Bezirk Bromberg. Beide haben ihren Dienst auf der Domäne Cronberg verlassen und sind von einem Orte zum andern gezogen, wo sie als Stellesuchende bei den Land­wirthen leicht Eingang fanden. Eine Verständigung wurde, da die beiden Betrüger nicht allzuhohe Lohn­forderungen stellten, in den meisten Fällen rasch erzielt. Nachdem sie den Mietsvertrag unterzeichnet, gut gegessen und getrunken hatten, steckten sie ihren Mietethaler ein und verschwanden, um an einem anderen Orte dasselbe Manöver auszuführen. Das Handwerk ist den beiden Se eilen jetzt durch die Polizei gelegt und die Unter­suchung gegegen sie eingeleitet worden, wobei sich her­ausgestellt hat, daß 28 Landwirthe auf die erwähnte Weise geprellt worden sind; außdem wurden die beiden des schweren und leichten Diebstahls in 4 Fällen aus- geführt in Mönchhosbach, Dens, Rentershausen und Weißenha'el überführt.

Kassel, 7. Febr. Der RcgicrungS-Präsident von Trott zu Solz zu Koblenz ist in gleicher Amtseigen­schaft an die Regierung in Kassel versetzt worden.

Kassel, 8. Febr. Nach amtlichen Mittheilungen sind im 2. Halbjahre 1898 im Regierungsbezirk Kassel von 18o2 amtlichen Fleischbeschauern 152660 Schweine untersucht worden. Davon waren 23 trichinös und 42 finnig. Von den in der Stadt Kassel untersuchten 11 902 Schweinen war 1 trichinös und 1 finnig. Die eingeführten amerikanischen Fleischwaaren erwiesen sich als trichincnfrei.

Grebenstein, 2. Febr. Dem Bericht über den hier am 31. v. M stattgehabten Brand ist nach Hinzuzufügen, daß man hierbei sich überzeugen konnte, was eine Wasserleitung, wie die unsrige seit kurzer Zeit functio- nirende, leisten kann. Trotzdem der Brand in der höchsten Lage der Stadt war, funktionirten die Hydran­ten in der neuen Leitung so vorzüglich daß hierbei nur eine Spritze aushilfsweise in Anspruch zu nehmen ge­braucht wurde. Die Bürger und Hausbesitzer, welche früher sehr gegen jede Wesserleitung waren, waren er- staurt über die Leistungsfähigkeit derselben und meinten, es wäre doch eine schöne Sache. Dieser Brandtag verlies überhaupt in solch' ruhiger, Dom Herrn Ober­brandmeister Williges geleisteten Führung, wie noch nicht dageweien

Frankfurt, 4. Febr. Ein Ausländer wohnte vor einiger Zeit in einem hiesigen Hotel ersten Ranges und hatte sich mit Hinterlassung einer ansehnlichen Zech- schuld, die er bei dem Kellner machte, heimlich in seine Heimath entfernt. Der Kellner hörte, daß der be­treffende Herr in der vorigen Woche hierher zurückge­kommen sei, um seine Hochzeit zu feiern. Der Gläu­biger erwirkte durch seinen Anwalt einen Arrest und ließ den jungen Ehemann gestern mittag, als er mit Braut und Gästen beim Hochzeitsmuhle sich befand, durch einen Gerichtsrichtsvollzieher Herausrufen, der ihm feine Verhaftung anzeigte. Die junge Frau fiel in Ohnmacht; die Schwiegereltern waren entrüstet. Es half gegenüber dem Arrest alles nichts. Nachdem man sich ausge-obt, wurde von den Schwiegereltern das Portemonnaie gezogen und Kapital sammt Kosten bezahlt.

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Erzählung aus dem kubanischen Aufstande »on Gustav Langen. (Forlsexung.) Nachdruck »erboten.

Dieser Art war das Unwohlsein der Donna Jsabella, aus dessen Grunde sie von den täglichen Gewohnheiten abwich und welches sie in ihre Gemächer bannte. Ernste?