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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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Samstag, den 4. Februar 1888

50. Jahrgang

R^^I»!intttr<»»l "^ bie »Schlüchterner Zeitung« werben nod) fortwährend von allen -'^- U L"''' ' ~ Poftanstalten und Landbriestrügern

sowie von der Expedition entgegen genommen.

Deutsches Reich.

Berlin. Der Kaiser unternahin am Donnerstag nach dem Besuch des königlichen Schauspiel hauseS einen Spaziergang im Thiergarten und nahm am Abend gelegentlich des Hofballes unter anderem die Meldungen des früheren Oberpräsidenten Grafen Udo Stollberg zum Generalmajor und des früheren Gesandten Grafen Dönhoss zum Major entgegen. Freitag Morgen unternahm das Kaiserpaar den ge wohnten Spaziergang im Thiergarten.

* Einer großen Anzahl Eisenbahn-Beamten steht demnächst eine unangenehme Thatsache bevor. Dadurch, daß in Zukunft das Personal aus den Lokomotiven nur noch auS angelernten Schlossern und Schmieden bestehen soll, wird die große Zahl der seit 20 und 25 Jahren auf den Maschinen beschäftigten Heizer und Hilssheizer überflüssig. Sie werden aus ihrem jetzigen Vcrbältniß entlassen und günstigen Falles als Streckenarbeiter angestellt.

Köl», 31. Jan Ein im Vorort Suelz wohnendes Ehepaar fand in der Nacht bei der Rückkehr vom Maskenball ihr kleines, ohne Aufsicht zurückgelaffencs Kind blutüberströmt im Bette vor. Während der Nachtstunden hatte ein im Käfig befindliches Frettchen sich herausgeschlichen und dem Kinde das Gesicht, beide Wanzen und die Nase stark angefressen, sowie einen Finger vollständig abgenagt. Es ist wenig Hoffnung auf Erhaltung des armen Wesens vorhanden.

antsages wegen der Beleidigung von Seiten des Vor­sitzenden des Amtsgerichts bemängelte. Der Herr Reichs anwalt konnte die Revision nicht für begründet ansehen. Die Schuld des Angeklagten sei in Beuchender Weise festgestellt. Der Vorsitzende des Anttsgerichts war zur Stellung des Strasantrages berechtigt und ein Rechts­irrthum sei nirgends in dem angefochtenen Urtheil zu erkennen. In Uebereinstimmung mit diesen Ausführungen hat der vierte Strafsenat des Reichsgerichts die Revision verworfen und dem Beschwerdeführer die Kosten auferlegt.

* Einem jungen Bergarbeiter in Elm Namens Philipp Drebert ist am Kaisergeburtstag das Unglück passirt, daß beim Absenern einer Pistole der Lauf zersprang und ihm die rechte Hand derartig zerschmetterte, daß dieselbe am anderen Morgen vom Arzt vollständig amputirt werden mußte. Nun ist er auf Lebenszeit ein Krüppel, dem nicht mal die Unfall­versicherung zu Gute kommt.

Von der hessisch - preußischen Grenze. Dem auf-

merksamen Beobachter kann es nicht entgehen, daß man anderwärts

Planes ist Eisenbahnen sind, glaubt solche tftra

ausdauernder in der Verfolgung eines als bei uns im Vogelsberg. Wenn auch oft noch so nahe und bequem zu erreichen doch jeder einigermaßen bedeutende Ort eine

tür sich Haien zu inüssen. Beweis dafür

find Dutzende von Projekten. Sehr häufig finden sich einflußreiche Personen als Fürsprecher, und man erreicht sein Ziel. Wir können von Steinau an der Frankfurt Bebraer Bahn quer über den Vogelsberg bis an die Station Mücke an der Oberhessischen Linie Gießen Fulda gehen, also einen Weg von 13 Stunden machen, ohne eine Bahn anzutreffen. Es kann hierdurch gewiß nichl von einem Ucberfluß von Bahnen die Rede sein, wohl aber wird man begreiflich finden, daß die interessierte Gegend auch dcu Wunsch hegt, eine Bahn zu besitzen. Vor Jahresfrist war man einmal eifrig

Ausland.

Wien. Mit- Johann Olth, dem seit 1890 ver­

schollenen österreichischen Erzherzog, galt die ganze - .. . m ., . , m . -

Besatzung seines Sch.sicsSanta Margherita« als "'m Bahnvcrbu.d^

untergegangkn. Jetzt traf jedoch nach einer Wiener > hcrchnzuiühr n. Aber der Mangel an OpferwGgkrlt Meldung in der Ortschaft Ostreua ein Brief des Ma-stgl-cher Unterstützung Einflußreicher Kreise ließ bie trafen Paicunch an seine Angehörigen ein, worin bietet' ®^ ^e verlausen Nunmehr

noch jahrelangem Schweigen meldet, daß er demnächst das Projekt Lauterbach-Grcbenhnin so ziemlich sicher aus Südamerika wohlbehalten heimzukehren hoffe. Man ^ fallen gelaffen apgeseheu wEn kann dagegen- eine glaubt, daß der zur Besatzung baMarghenm« ge We-^

St Ä hrSffi: tL°""^ W ^'" NLL^LS^L^ Pw-ektS-emmi

Sofia. Die Fürstin Marie Louise von Bulgarien, nehmen nach erbietet sich die deutsche Ei,enbahngesellichast die gestern einer Tochter das Leben geschenkt d'ese L-me ohne leben Zuschug anszu-uUu, verlangt

hat, ist heute Vormittag 11 Uhr an den Folgen der Entbindung gestorben. Das Kind ist am Leben.

nur Stellung des Geländes. Soweit es preußische Orte betrifft, ist dank der Antheilnahme des Laudrath-.s |

Scharlach und Lungenentzündung. In den Schulen fehlen täglich viele Kinder, besonders in der unteren Klasse.

Cassel. Die dieser Tage in Kassel ihre General­versammlung abhaltende Landwirthschastskammer für den Regierungsbezirk Cassel beschloß u. A. auch die Errichtung einer Maschinen-Verkau-sanftalt. In der

zweiten Sitzung wurde der Jahresbericht von Herrn Generalsekretär Gerland erstattet. Aus demselben geht hervor, daß der Vorstand und die verschiedenen Aus­schüsse der Laudwirthschaftskammer eine außerordentlich lebhafte Thätigkeit entfaltet haben. So wurde ver­handelt und beschlossen über: Lieferung an die Pro­viantämter; Bildung von Kuratorien für sämmtliche Anstalten des Bezirks: Ban von Arbeitshäusern für ländliche Genossenschaften; Verhütung der Geflügel- Cholera; Besserung des Hufbeschlages; Ermittelung der Rentabilität ländlicher Wirthschaften; Einführung ein­heitlicher Buchführung in den Lehrplänen der Winter- schulen; Gestattung der Erntearbeiten am Sonntage; Besserung des Flachsiöstens; Hebung der Geflügelzucht; Verlegung des Pomologischen Gartens; Unterstützung des Vereins zur Beförderung der Bienenzuchi; Unter­drückung der Maul- und Klauenseuche; Fcld-Düngungs- Versnchc; Präanrung von Ziegen- und Schweine; Kalk-Düngiings-Verfuche; Errichtung von Pferdc-Zuchc- stationen; Tariffragen; ArbeiterflMältnissc; Hebung der Zuckerindustrie rc. rc. Als Nachtrag der Tagesordnung kamen verschiedene Anträge zur Besprechung. So ein Antrag des Landwirthschaftlichen Vereins zu Schlüchteru dahingehend: Die erforderlichen Maßnahmen gegen das bedrohliche Umsichgreifen der Tuberculose unter dem Rindvieh zu erforschen und zur Ausführung zu bringen. Nach einer längeren Debatte, in welcher von ver- schieden:.. Rednern betont wurde, daß das Koch'sche Tuberkulin sich nicht in allen Fällen als zuverlässig erwiesen habe rc., wird beschlossen, die Diäteste zur weiteren Verfolgung und zur Heranziehung von Sach­verständigen rc. dem Vereinsausschusse zu überweisen. Dasselbe geschah mit einem Antrag des Kreises Schlüchteru betreffs Erlaß einer allgemeinen Hengst- Körordnung, wie sie in den übrigen Provinzen zur Pferdezucht bestehe. Ebenfalls wurde auch ein Antrag des Kreises Hanau dem Vereinsausschusse zur weiteren Erledigung überwiesen, welcher bei Ausdruck; der Maul- und Klauenseuche die Bethätigung der Gehöftssperre an­statt der Orts- und Gemarkungssperre angeorbnet wissen will, wenigstens versuchsweise für den Landkreis Hanau.

Cassel, 28. Jan. Die Feier der Fertigstellung der

von Schlächtern, die Bereitwilligkeit hierzu einstimmung ! 5000ften Lokomotive in der Fabrik von Haschet und

Lokales itttd Provinzielles.

* Schtuchlera, 3. Fcbr.

* Als Geschworene für die nächste Schwurge- richtsperiode wurden u. a. folgende Personen aus dem Kreise Schlüchtern auSgeloost: Ludwig Betz, Laudwirth ix Salmünsier, Paul Klug, Bauer in Ulmbach.

* Aus dem Reichsgericht. Leipzig, 31. Jan. Der Krämer Johannes Möller in Wallroth war am 31. Oktober vom Landgericht Hanau, wegen Beleidigung bei Amtsgerichts Schlüchtern, zu 2 Monate Geiänguiß und wegen Sachbeschädigung zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt, woraus eine Gesam.ntstrafe von 7 Monaten Gefängniß gebildet wurde. Möller lebte schon seit längerer Zeit in Feindschaft mit einem gewissen Lcipold, und im Januar 1898 fand vor dem Amtsgericht Schlüchtern ein Termin zwischen den Beiden statt. In dieum Termin benahm sich Möller ungebührlich und wurde deshalb ver­warnt. Nach dem Termin begab sich Möller in eine Wirthschaft, wo einer der dort Anwesenden ihn fragte, wie eS ihm (Möller) dort oben (damit war das Gericht gemeint) gefallen habe?Na", meinte Möller, er habe es denen ordentlich gesteckt! und im weiteren Verlauf seiner Auslassungen hat er die beleidigenden Aeußerungen gethan. In 'der Nacht zum 13. Juni v I. wurden dem vorerwähnten Leipold eine Anzahl Fruchtbäume ab- geschlagen; an den Verletzungen der Bäume wurde ent deckt, daß das Beil, womit die That ge chehen, zwei Scharten gehabt habe. Der Verdacht fiel auf Möller Und bei diesem wurde auch ein Beil gefunden, welches solche Scharten hatte, und deshalb der Angeklagte als Thäter festgestellt. Gegen das Urtheil hatte Möller Revision beim Reichsgericht eingelegt, welche unrichtige GesetztSanwendung rügte und die Stellung des Straf-

ausgesprochen. Es fehlen nun noch die hessischen Ge­meinden Wenn sich jetzt eine autoritative Person fände, die sich der Angelegenheit mit Leib und Seele annähme. Wäre diese da, so könnte in nicht allzu ferner Frist diese erste und einzige Bedingung erfüllt sein.

Bon der Rhön. Die Bergbaugesellschaft Theerkvhlen- grube Sieblos in der Rhön wählte in der Generalver­sammlung am 21. d. M. folgenden Vorstand: Gideon Haymann-Berlin, Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Kleist Berlin, Rechtsanwalt und Notar Dr. Spitta-Bremen, Rittergutsbesitzer Flemmig-Dippoldiswalde, Adolf Freund Berlin. Aus dem Bericht der Generalversammlung geht hervor, daß der Bau der Schweelerei unter D '.ch ist und die Kessel an Ort und Stelle eingemauert sind. Mit der fertig gestellten Anlage können in 6 Oefen in 24 Stunden etwa 50 000 Kilogramm Kohle verarbeitet werden welches einen täglichen voraussichtlichen Gewinn von 390 Mk. oder bei 300 Arbeitstagen einen Jahresgewinn von 117000 Mk ergeben würde. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß von den existirenden 1000 Antheilen 145 Antheile sich im Por escuille ber Gesellschaft befinden und der aus dies elben entfallende Gewinn den übrigen Antheilen wieder zufließt u^d auch ferner, daß stets eine Vergrößerung der Produktion durchs Anbau neuer Oefen ohne erhebliche Schwierigkeiten durchzuführen ist, zumal die Dampfkessel :c für eine größere Anlage vorgesehen. Eine weitere Einnahme dürste der Gesellschaft zufließen durch die Verwerthung der mitgewonnenen Cokes. Diese Nebenp oduktion be trägt täglich etwa 25000 Kilogramm. Der Betrieb soll am 1. April b. I. eröffnet werden.

Burghaun, 30. Jan. Schon seit längerer Zeit herrschen hier unter den Kindern Diphthcritis, Masern,

Sohn fand heute in einfacher Weise in dem Verwaltungs- Gebäude der Fabrik statt. Die Firma hat aus Anlaß

des Festes folgende Zuwendungen und Stiftungen zum Wohle der Angestellten und Arbeiter beschlossen: 200,000 Mk. werden der bestehenden Invaliden- und Wittwenkassc der Arbeiterschaft überwiesen, 100,000 M. dem bestehenden Unterstützungsfonds für aktive Arbeiter (Henschelfonds), 100,000 Mk. der neu gegründeten Beamteu-Pcnsions-, Wittwen- und Waisenkasse. Sodann wird ein Freibett im Krankenpflege-Institut vomRothen Kreuz" für die Frauen und Kinder der Mitglieder der Fabrik-Krankenkasse gestiftet. An die Beamten, Werkmeister und Arbeiter wurden Gratifikationen gegeben.

Schwarze Listen über kreditunwürdige Personen führen die Amtsgerichte in Preußen seit dem 1. Januar und ist deren Einsichtnahme auf Verlangen Jedermann zu gestatten. In diese Listen sind eingetragen einmal alle Diejenigen, die i nfolge fruchtloser Pfändung den Offenbarungseid entweder geleistet oder dessen Leistung ohne genügende Gründe verweigert haben, ferner Die­jenigen, bei denen seitens des Amtsgerichts ein Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens aus Mangel einer den Kosten entsprechenden Konkursmasse abgewiesen ist. Die Namen der Eingetragenen dürfen erst yach 5 Jahren wieder gelöscht werden.

Asm 3mw, krzählung aus d-m eubanifem Aufslande von Gustiv Lange», tFortsetzung.) Nachoruck »erbeten.

Als er unter das Schloßportal trat, da stand auch schon die hoheitsvolle Gestalt Jsabellas, die es aller­dings nicht über sich gewann, bis an den Kutschenschlag .ntgegenzugehen, und so mußte auch er sich entschließen,