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Samstag den 24. December 1898.
49. Jahrgang.
»«,„« | n + nuhnnnhimn 111 oer ZustcUnug tut er er Rettung durch die Pon beim vevorpeycndcn Quartalswechsel vermeiden will, der
U111U I I U |’|| wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Post-
I | I I Hhabonnenten, welche bis spätestens 28. Dezember unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, daß . ut w uu jhien unsere ZeitMtg vom 1. Oktober ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach
den amtlichen Bestimmungen für Nachlie-erung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. — Jede Postanstalt und jeder LanÄnesträger ist verpflichtet, Abonncmeuts-Bestellungen anzunehmen.'
Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit 1. Januar 1899 beginnende neue Vieiteljahr ladet rundlichst ein
: - Die Expedition der „Schlüchterner Zeitung."
Weihnachten,
-dids holde holde Fest voll Licht und Glanz, voll Liebe nnd Freude für Jung und Alt, für Reich und Arm ist wieder da! Giebt es doch wohl ! mm ein Haus,
soweit Christen auf Erden wohnen, wo dieses größte I ./Freudenfest der Christenheit nicht gefeiert würde. Es i ,;iit auch wahrlich etwas Schönes um diese Wcihnackits- ^frcud.e. Mag ein Mensch noch so alt fern, die Weih
• » Mchtrrende wird ihm nie etwas Altes, am lieben Weih- I . nachtsflste wird er wiederZung, und freut sich mit den i ■ Fröhlichen. - Es ist auch wohl kein Fest in dem Sinne I. ein deutsches Volksfest geworden, wie das Weihnachtsfest.
. ,Mqy hat in anderen Ländern wohl vielfach gelächelt über die Liebe und Begeisterung, mit welcher gerade
Finanzministers v. Miquel. Später hatte er eine Be-
sprechung mit dem Admiral Hollmann.
* — Am 5. d. Mts. hat sich dahier in einer zahl-
_ • reich besuchten Versammlung von Pfarrern und Lehrern
Polödam, 21. Dez. Der Kronprinz, Prinz Eitel der Kreise Gelnhausen und Schlüchtern ein Zweigverein Friedrich und Prinz Adalbelt trafen heute Abend 9'/- der deutschen Lutherstiftung für die Diözese Gelnhausen- Schlüchtern konstituiert. Damit ist das Schlußglied in die Kette von Lutherstistungsvereinen eingefügt, die nach dem Vorgang der anderen Landestheile endlich auch unseren Regierungsbezirk umspannt.
* — In Kreisen der Geschäftsleute wird jetzt vielfach die Klage laut, daß in der Kund .^aft immer mehr bte Unsitte sich ernbürgert, an Stelle baaren Geldes Koupons in Zahlung zu geben. Die Unsitte wird für Geschäftsleute, welche die Koupons nicht zurückweisen, • um eS mit dem betreffenden Kunden nicht zu verderben, um so drückender, als ihnen auch vielfach Zinsabschnitte zugebracht werden, die noch gar nicht gültig sind. Koupons sind gar keine gesetzlichen Zahlungsmittel und man sollte meinen, daß die Besitzer zinstragender Werthpapieren sich — neben den Kouponabschneiden — wohl auch noch der Mühe unterziehen könnten, die Einlösung an den betreffenden Zahlstellen oder bei den Bankiers zu bewirken, welche hierzu zumeist ohne Entgcld bereit sind.
* — Aus der Strafkammer-Sitzung vom 19. Dez.
Uhr aus Plön hier ein.
— Das Schwurgericht in Nürnberg verurtheilte nach zweitägiger Verhandlung wegen eines Ucberfalls auf einen Radfahrer und zwei Rad-ahrerinnen, wobei ersterer derartige Verletzungen erlitt, daß er binnen einer halben Stunde starb, zwei Angeklagte zu je 10 Jahren, zwei zn je 8 Jahren Gefängniß und alle vier zn zehn Jahren Ehrverlust. Eine Angeklagte erhielt vier Jahre Gefängniß.
Mors, 18. Dez. Die Lehm Heilmethode des Pastors Felke in Repelen hat in der ärztlichen Welt viel Unwillen erregt. Die Regierung hat jetzt dem Lehrer A. Müller und einem Geuosfen desselben verboten, für Fclkes weiter literarisch und rednerisch zu agitiren und sich an der praktischen Ausübung der Lehmerei zu be- theiligen. Gegen Felke soll die Regierung bei dem Konsistorium ein Einschreiten beantragt haben.
Weißen, 18. Dez. Vier Steinbrecher wurden dadurch getödtet, daß sie statt Schnaps verschentlich
b. wir.Deutschen zu unserem Weihnachtsfeste halten. — k In F antreich hat man sonst die .deutsche Christfeier gar etw .s „Kindliches genannt. . Doch wo damals anno t-W,'Franzosen es mit angesehen haben, wie unsere tapferen Krieger auch im Feindeslaude, wo sie nur . ; sonnten, ihr. Weihnachtsfest feierten, so kindlich, frisch und fröhlich, da haben sie auch dem wundersamen, ge- Zhesinnißvollen Zauber dieser Feier sich nicht entziehen x .köniren.und seitdem hat man auch dort angfangen, es . -.ähnlich zu feiern. — Ja, es mag auch etwas Kindliches .: sein, unsere Weihnachtsfeier; es soll auch ein f ^Hll^^äU heilige Christfest, das Geburtsfest des Friedens- . kmdes voU Bethlehem. Die Kinder freuen sich a am
meiste st, und aus ihrer Freude hören auch die Alten | > heraus: So ihr nicht werdet wie die Kinder, könnet ihr . nicht, recht Weihnachten feiern. Denn dazu ist eben > Christus Mensch und selbst, ein Kind geworden, daß
Sprengöl tranken
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VinLr I Holzhauseu (b. Heldburg). Ueber recht schlechten ^. .0" I Geschätsgang klagen die Hebamme und der Todten-
- auch wir rechte Kinder würden, nämlich gute, fromme, ; .selige Gotteskinder. Die Menschheit soll durch Christum i eine große Gottesfamille werden; wir sollen Gott als £ unseren gemeinsamen Vater, und uns selbst unter ein-
gräber. In dem ctwi 250 Einwohner zählenden Dorfe ist seit Jahresfrist kein einziger Geburts all zu verzeichnen gewesen; noch übler als die Hebamme i aber der Todtengräber daran, da seit 3 '/z Jahren bot kein Todesfall vorgekommen ist.
Auslands"
Lissabon Eine Dame, deren Schicksal einst die ganze Welt beschü'tigte. liegt z. Z. im Schlosse bei Lissabon im Sterben: die zweite Gemahlin des Königs
w i Silber als Brüder ansehen „Sehet, welch eine Liebe - Hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen," — in diesem kurzen Apostelwort liegt hin , das ganze große Weihnachtsevangelium, auch für uns f .- und, unser Volk. Es steht ja heute leider in mancher L Beziehung nicht gut mit un erem Volke, und die es wohl .mit ihm meinen, zerbrechen sich den, Kopf, wie die . tausendfachen Schäden, daran es leidet, geheilt werden -Zöllen. Was aber auch immer zu diesem Zwecke gethan versucht werden mag, es kann alles nichts helfen, tvenu unserem Volke nicht das eine wiedergegeben und erhalten wird: die Religion, das Gefühl der Gottes- - kindschaft, der kindliche Glaube an die Vaterliebe Gottes /-das Witwen zu seiner Leitung und Regierung, die -gliche Ehrfurcht vor seiner Majestät, und der aus ver Liebe geborene Gehorsam gegen seine Gebote. Da liegen die starken Wurzeln seiner Kraft, da iprudelt die undrschöpflliche- 'Quelle seines Glückes, seiner äußeren tllch inneren Wohlfahrt Da muß sich denn auch ganz M selbst das Verhältniß der einzelnen Glieder und Stände zw 'einander gar schön und lieblich gestalten!
sich alZ Kinder eines Vaters fühlen, können sich hassen und verfolgen, sondern werden einander lieben ^ .Mid helfen und friedlich und einträglich wie B>über ihre
. Wraße ziehen. — Wird es jemals dahin kommen? dvtt weiß es ! Laßt uns aber nicht danach fragen, viel- mkhr, auch wenn die Sache uns schier unmöglich scheint in fröhlichem Gottvertrauen ein jeder an seinem Theile .helfen, daß jenes herrliche Ziel, erreicht werde. So erden wir auch zur Erfüllung jener uralten Weihnachts- M- 0'fchaft beitragen: „Ehre sei.Gott in der Höhe, Friede
. auf Erden und an den Men chen ein "Wohlgefallen!'
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Ä . Deutsches Reich.
Berlin. Der Kaiser hörte heute früh in Potsdam -^ortrag des Polizeipräsidenten von Berlin und Branddirektors von Berlin, welcher einen Offizier . "nige Mannschaften der Berliner Feuerwehr in mcr neuen Uniform vorführte, weiter den Bortrag des
Ferdinand von Portugal, die Sängerin Elise Hensler, 1836 als Kind schlichter Leute in Boston geboren. Die Ehe, 1862 geschlossen, war ein untrübtes Glück, das erst mit dem 1885 er olgten Tode Ferdinand's. eines mehr für alle Künste, denn für Staatsgeschäfte begeisterten Mannes, endete. Seit den 13 Jahren lebt die „Gräfin Edla" in stiller Abgeschiedenheit.
Madrid, 15. Dez. In Granada steht bekanntlich die Statue des Amerika-Entdeckers Columbus. Diese Statue ist, wie dem Pariser „Herald berichtet, wird, voi den Weibern Granadas förmlich gesteinigt worden, wei sie der Ansicht sind, daß das ganze Unglück Spaniens von der Entdeckung Amerikas herrühre. Da sie den Entdecker nicht mehr haben, rächen sie sich an seinem Denkmal. Echt spanisch!
China. Mehr als tausend chinesische Soldaten, viele Offiziere und ein kommandirender General wurden — wie ein Telegramm des Büreau Dulzicl meldet — durch eine Pulverexplosion im Lager von Hantschau getödtet. Europäer sind nicht ums Leben gekommen. Die Gebäude der französichen und der amerikanischen Mission wurden stark beschädigt.
Brisbane, 20. Dez. Von Neu-Guinea trifft die Meldung ein, daß an den dortigen Küsten ein verheerender Sturm gewüthet hat. Viele Schiffe seien zu Grunde gegangen nnd viele Menschen umgekommen. Von den Tonga-Inseln in der Südsee kommt die Nachricht, daß die ziemlich anfangreiche, bis zu einer Höhe von 150 Fuß sich erhebende Insel Metis über Nacht mit allem, was darauf war, versunken ist; nur ein Riff. das ;
In einem Brieie an die Kgl. Meldestelle in Geenhaufen beschuldigte der Bahnarbeiter Nicolaus W. von Kressen- bach einen dortigen Einwohner Namens Schm. unwahrer Schilderung seiner Familienverhältnisse, die letzterer zwecks Bc'reiung von einer Rfferveüt»»ng der Militärbehörde einreichte, indem W. gleichzeitig den Bürgermeister verdächtigte die Schm'schen Angaben im Bewußtsein von deren Unrichtigkeit ans Verwandtschaftsrück- sichten unterstützt zu haben und en lich seine Dennnzia. tion mit einem falschen Namen unterzeichnete. Letzterer Punkt steht vorläufig allein unter Anklage; W. wird überführt und erhält wegen schwerer Urkundenfälschung einen Monat Gefängniß. - In der Nachmittagssitzung wurde gegen den 10jährigen verheirateten Maurer Adam Rehbein von MottgerS wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt. R., welcher an einem-Neubau in Altengronau arbeitete, befand sich nebst mehreren Arbeitern am Abend des 7. November er. in der dortigen Ziegler'schen Wirthschaft, sprach dem Alkohol fleißig zu und gerieth so allgemach in eine gewisse „WurschtigkeitS- stimmung unter deren Einfluß er sich unnütz aufführte, u A. auch aus Zorn mit der Faust derart auf einen Tisch schlug, daß die Glä er in die Höhe sprangen. In ruhiger Weise wurde R. von dem an der betreffenden Tafel sitzenden 36jährigen Maurer Jacob Lösch auS Erbstadt auf das Ungehörige seines Betragens aufmerk- sam gemacht, worauf der Zurechtgewiesene sein Treiben einstellte und bald darauf die Wirthschaft verließ, an- 'cheinend, um sich nach Hause zu begeben. Als kurze Zeit darauf Lösch Bedürsinßhalber hinaus ging, wurde er von dem mit gezücktem Messer auf der Lauer stehenden Rehbein Überfällen und ihm der rechte Oberarm durch und durch gestochen. L. trat den Angreifer zusammen, dieser richtete sich wieder auf und brächte ihm erneut 5 Wunden bei, von welchen eine 6'/, Ctm. langer, über dem linken Auge das Schläfenbein treffender Stich der gefährlichste war. Obgleich nach dem ärztlichen Be- itiib L. in Lebensgefahr schwebte, gelang es dennoch, ;n in 14 Tagen wieder auf die Beine zu bringen. Der Beschuldigte schützt einerseits Trunkenheit vor und Dill außerdem von dem Verletzten zuerst angefallen sein. Zur Unterstützung dieser Behauptung ergiebt dir Be- weisaufnahme kein besonderes Moment. Rehbein wurde
die Schiffer bedroht, ist übrig geblieben. Vor einiget Körperverletzung zu 1 Jahr
o»u in S,r m«k, rhrtifnftä he rkalkeniniel. "ksyalv wegen gquy uu^ r v u o y
Zeit verschwand in der Nähe ebenfalls die Falkeninsel.
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* Lokales und Provinzielles
* Schlüchteru, 23. Dez.
* — Wer im Jahre 1899 70 Jahre alt wird und den Genuß der Altersrente treten will, muß 355
Marken in seinen Karten haben, sonst ist er nicht renten- bezugSb.rechtigt.
6 Monaten Ge'ängniß verurtheilt und auf Einziehung des Messers erkannt. Beantragt waren 2 Jahre 6 Monate. Ein vorschriftsmäßig geladener und nicht erschienener Zeuge F. erhielt 15 Mk. Geldstrafe.
Fulda, 19. Dez. Am 16. d. M. wurde von der hiesigen Strafkanur der Wagner Hermann Fröhlich von Mittellalbach, der am 27, Mai d. J. in Niederkalbach