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Und logiren sich darum bei den Bürgern ein. Da nun auch die Märkte sämmtlich am Dienstag abgehalten werden, so steht das Bich schon 4—5 Tage vor dem eigentlichen Markttage hier in den Ställen und dann liefern selbstverständlich die Hausbesitzer die nöthigen Rationen an Fntter rc. zu guten Preisen. Dem Stadt­säckel erwächst ebenfalls durch die Märkte eine gute Ein­nahme, denn für jedes zugetriebene Stück Rindvieh muß 1b Pfg. und für jedes Schweinchen 10P-g. Stand­geld entrichtet werden. Auf hiesiger Station sollen durchschnittlich an jedem Markttage für Fahrkarten und Viehbeförderung gegen 2000 Mk. vereinnahmt werden. Mit den Rindviehmärkten fanden auch gleichzeitig Schweinemürkte statt. Hauptsächlich waren es Ferkel und Läufer, welche in den Handel gebracht wurden. Die Preise waren im ganzen Jahre durchweg befriedigend, zum Theil sogar sehr hoch und schwankten bei 6-9 Wochen alten Ferkeln, je nach Qualität und Jahreszeit, zwischen 16—40 Mk. pro Paar. Wie wir hören, finden auch im nächsten Jahre wieder wie bisher hier 15 Vieh- und Schweinemärkte statt.

Wiesbaden. Die Bildung neuer Regimenter wird namentlich in den Garnisonen am Rhein Verschiebungen und Verstärkungen bringen. Das Nassauische Feld- artillerie-Regiment Nr. 27, von dem die eine Hälfte in Mainz, die andere in Wiesbaden liegt, wird ganz nach Frankfurt kommen. Es werden jedoch nur die beiden Mainzer Abtheilungen nach Frankfurt übersiedeln. Die Wiesbadener Abtheilung wird zu einem neuen ganzen Regiment ansgcbildct, welches nur zwei Abtheilungen vorläufig hat; auch der Stab kommt nach Wiesbaden. Das 27. Feldartillerie-Regiment wird ebenfalls in Frank­furt Anfangs nur zwei Abtheiluugen haben (die von Mainz nach Frankfurt übergesiedelten). Um die Mainzer Garnison zu entschädigen, werden zwei Schwadronen des 13. Husarenregiments und das hessische Artillerie­regiment Nummer 25 nach Mainz verlegt, so daß das gefammte 13. Husarenregiment in Mainz stehen wird. In militärischen Kreisen ist die Rede von der Neu­bildung noch eines zweiten Artillerieregimentes, welches wohl nach Darmstadt kommen dürfte. Innerhalb der nächsten Monate wird die bestimmte Festlegung dieses Verschiebungs- und Neubildungsplancs erfolgen — Neuerdings wird es auch für möglich gehalten, daß im Herbst nächsten Jahres das ganze 27er Feldartillerie- regiment nach Wiesbaden und das neu zu bildende nach Frankfurt kommen wird.

Waldcck, 28. Nov. In dem Orte M. hat ein 13 Jahre altes Mädchen infolge des bei Mädchen be­sonders beliebten Seilspringens das Leben verloren. Kurz nachdem das Kind anhaltend gesprungen hatte, empfand es plötzlich Schmerzen im Leibe, der Arzt stellte Blinddarmentzündung fest, und nach wenigen Tagen war das Kind unter heftigen Schmerzen verschieden.

Don Juan. Erzählung au- dem kubanischen Aufstande von Gustav Lange.

(Fortsetzung.) Nachdruck verboten.

Nachdem die Befehle des Hauptmannes vollzogen waren, welcher deren Ausführung selbst überwacht hatte, trat die Jnsurgentenschar den Rückmarsch in ihr ver­stecktes Lager durch den Wald an, die gefangenen Spanier in ihre Mitte nehmend. Je weiter sie vor- drangen, umso undurchdringlicher wurde das Dickicht des Waldes und nur mit Mühe konnten sich die Männer durch die Schlingpflanzen und vielfach dornigen Sträucher einen Weg hindurchbahnen; zudem versanken sie zu­weilen bis über die Knöchel in den Morast des Bodens. Ein dumpfer Modergeruch verschlechterte ungemein die schwüle, drückende Lnft, welche kaum einzuathmen war; dichte Schwärme Insekten schwirrten umher und belästigten die in diese Wildnis Eindringenden in recht unange­nehmer Weise. Kein Luftzug erfrischte die mit giftigen Gasen geschwängerte Atmosphäre. Diese urwaldähnlichen Theile der Insel sind die Herde, von denen aus der Gifthauch sich verbreitet und Tod und Verderben durch verheerende Krankheiten über die Bewohner der Insel bringt, deren schlimmste eine das gelbe Fiebe ist. Die Einwohner sind widerstandsfähiger in dieser Beziehung, aber Fremde fallen nur zu leicht dem Klima der Insel Euba zum Opfer, woraus sich auch die ungeheuere Zahl von Kranken unter den spanischen Truppen auf der Antilleninsel erklärt.

Don Juan fühlte sich so schwach, daß er meinte, jeden Augenblick umsinken zu müssen; Gesicht und Hände waren ihm blutig geworden von all dem stacheligen Ge­strüpp, durch welches hindurchzukriechen er gezwungen war; auch schmerzte ihn die im Kampfe erhaltene Wunde furchtbar und doch war es sicher erst der Anfang von seiner Leidenszeit. Ein Entrinnen war unmöglich, daran brauchte er gar nicht erst zu denken; vor ihm, hinter ihm und neben ihm Insurgenten, denen natürlich das Passieren dieses Dickichts viel leichter war, ja aus ihren lebhaften Gesprächen und den Scherzworten, die darin laut wurden, war zu entnehmen, daß sie sich nicht ge­rade beschwert fühlten. Wo ein größeres Hindernis sich ihnen entgegenstellte, da wurde flugs mit den Machetcs dasselbe beseitigt und meist schon in wenigen Minuten war der Weg wieder frei und ohne Aufenthalt ging es weiter. Eine fast an Dunkelheit grenzende Dämmerung lag über dem Waldesgrund ausgebreitet, denn nur spär­

lich konnte hier und da ein belebender Sonnenstrahl sich durch das Laubdickicht hindurchstehlen.

Mit einem Male wurde es lichter und der Weg gangbarer, auch drang in einiger Entfernung ein eigen­thümliches Geräusch an das Ohr des jungen Offiziers; er horchte aufmerksam aus dieses Geräusch, soweit es ihm im Vorwärtsschreiten möglich war, konnte aber nicht unterscheiden, woher dasselbe rühren mochte. Es war ein Brausen und Tosen, wie wenn brandende Meereswogen sich an felsigen Ufern brachen. Ein er­frischender Luftzug schlug ihnen entgegen und das that Don Juan unendlich wohl, denn wie hitzige Fieber fühlte er es schon in allen Gliedern, die Schmerzen waren schier unerträglich.

Die wilde, unvaldähnliche Szenerie schwand mit jedem Schritt vorwärts; der morastige Boden wurde fester und die Männer traten auf steinigen Grund. Don Juan sah noch, wie er mit den ihn eskortierenden Insurgenten auf einen freien Platz heranstrat, der nach vorne von hohen zackigen Felsenriffen begrenzt wurde; unterschied noch ein halbzerfallenes turmähnliches Gc mäuer, welches zwischen den Felsen sich erhob, unb sah tiefer liegend eine weite, unbegrenzte Wasserfläche sich ausdehnen — dann war es mit seiner Kraft vorbei, er vermochte nicht länger, wie bisher, sich mühsam auf­recht zu erhalten — zu allem Unglück strauchelte er noch mit dem Fuß an einem der zahlreich umherliegenden Felsstücke, verwickelte sich mit den Sporen in dem niedrigen Gestrüpp und stürzte zu Boden.

Die Jnsurgentenschar mit ihren Gefangenen waren an der Stelle angekommen, wo sie seit dem Ausbruch des Ausstandes ihr Lager aufgeschlagen hatten. Nicht vereinigt zu einem oder mehreren größeren Korps be­gannen die Aufständischen den Widerstand gegen die Spanier zu organisieren, sondern in viele kleinere Ab­theilungen getheilt, unter je einem Anführer, waren sie über einen großen Theil der Insel zerstreut und ver­einigten sich nur, wenn es galt, hier und da einen Hauptschlag zu führen, zu welchem Zwecke sie in Ver­bindung unter einander standen, darin lag ihre Stärke, nicht in ihrer Kopizahl, denn darin waren ihnen die Spanier ganz bedeutend überlegen. Aus diesem Grunde war es den Spaniern auch nicht möglich, sie zu besiegen, und wenn sie wirklich einmal auf einen größeren Trupp Aufständischer stießen, so zogen sich die letzteren meist in ihre Schlupfwinkel zurück; dahin zu folgen war den Spaniern nicht möglich. Daher ist es erklärlich, daß selbst jetzt nach über drei Jahren und trotzdem die Spanier bereits über 200 000 Soldaten vom Mutter­lande auf die Insel gebracht haben, von denen aller- dings gegen 80 000 durch Krankheit und in den Kämpfen gefallen sind, der Aufstand noch immer nicht unterdrückt ist und der zwischen Spanien und Amerika ausgebrochene Krieg läßt zur Zeit das Ende erst recht nicht voraus­sehen.

Die Abtheilung Aufständischer, welche den Ueberfall auf das kleine Häuflein spanischer Reiter ausgeführt, hatte ihr Lager an einem ganz besonders geschützten Orte. Hinter sich den stundenlangen, fast undurchdringlichen Wald, nach vorne durch das Meer geschützt, dessen U er fast senkrecht abfiel und eine Landung mit Schiffen unmög­lich machte, konnten ihnen die Spanier hier nicht leicht beikommen. Das alte verfallene Mauerwerk mit dem noch einigermaßen erhaltenen Turm rührte aus einer Zeit, wo die Insel noch häufig von Seeräubern hcim- gesucht wurde. Dasselbe mochte damals gute Dienste als Beobachtungsposten und auch zur Vertheidigung ge­leistet haben, war aber schon längst nicht mehr bewohnt, zum größten Theil zerfallen und nur der Turm diente noch als Wahrzeichen aus der Blüthezeit des Seeräuber­wesens. Aber auch an ihm hatte der Zahn der Zeit seine Kraft schon erprobt und der Tag war nicht mehr ferne, wo der letzte Stein aus dem Gefüge bröckelte und unter den zahllosen im Chaos umherliegenden Qua­dern seinen Platz fand. Einstmals war das Kastell von spanischen Truppen besetzt gewesen, jetzt hatte der Jn- surgentenhauptmann sein Quartier hier aufgeschlagen und seine Schar hatte ringsum Lagerhütten gebaut und führte ein lustiges Lagerleben, wenn sie sich nicht auf Streifzügen befand, die häufig unternommen wurden.

(Fortsetzung folgt )

Vermischtes.

— Gutes Mittel gegen die Maul- und Klauensenche. Wenn bei einer Kuh diese Seuche ausgebrochen ist, nehme man zwei Schoppen Essig, eine Handvoll Kochsalz, löse es gut auf und wasche das Maul und die Klauen jeden Tag 1 — 2 Mal aus. Binnen sechs Tagen wird die Kuh davon befreit sein. Man muß auch immer sorgen, daß die Streu trocken ist. Wenn die Seuche noch nicht ausgebrochen ist und der Landwirth hat Angst, weil sie bei seinem Nachbar im Stalle ist, so möge er den Stall gut ausmisten, auf den Boden Salz streuen, dann trockene, gute Streu darauf thun und sein Vieh wird befreit bleiben.

— Wenn man sich zu helfen weiß. Wohnt da in Xstadt ein braves kleines Bäuerlein, das auch eine Geis sein eigen nennt. Da geschieht es einmal, daß die Bäuerin, die sonst das Geislein besorgt, das Bett hüten muß. Wer soll nun die Geis melken? Der Bauer probirt's, aber rs will nicht gehen, das Thier ist störrig

und läßt sich von Niemanden melken, als von der Haus­frau. Da alle Mühe umsonst ist, kommt dem guten Mann ein rettender Gedanke. Er geht in die Stube, zieht seiner getreuen Ehehälfte Rock und Jacke an, ebenso deren Haube und geht mit dem Melkkübel in den Stall zurück. Irren ist menschlich; darum kann man es auch einer Geis nicht verdenken, daß sie den Bauer für die Bäuerin hält und sich während des Melkgeschäftes lammfromm oder vielmehr geisfromm verhält. ' Doch auf einmal wird das Thier stutzig. Es hat den Kopf

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gedreht und den großen Schnurrbart bemerkt, der ganz | unvorschriftsmäßig aus der Hanbe hervorlugt. Sie denkt' Halt, der Schnurrbart ist so schnell der Frau gewachsen gä

und läßt es gelten. Des anderen Tages kommt der t Bauer wieder, diesmal im Kostüm seines eigenen Ge- i schlechtes. Vielleicht denkt er, das Thier werde jetzt j * vernünftig sein und Raison annehmen und sich beim Melken ruhig verhalten. Weit gefehlt? Die Geis ist i

noch flörriger, als das erste Mal. Was nun thun?

Kurz entschlossen packt er die Geis in seine kräftigen

Arme und trägt sie hinauf aufs Bett der kranken Frau, ix

die nun das Thier melkt, so gut eS eben geht. Jetzt ist allen geholfen. Das Geislein ist seine Milch los, die Bäuerin ist der rettende Engel und der Bauer freut sich, daß er sich so geschickt zu helfen gewußt. , K

— Auch ein Zustand. A.: „Mensch, Du siehst ja hundsgemein aus, was fehlt Dir denn?" — B.: „Ach mir ut noch ganz Menagerie, gestern Abend Schaskopfs gespielt — Schwein gehabt — Bock getrunken — Spitz - _

G

erwischt — Affen nach Hause gebracht — heute scheuß­licher Kater — brr!"

Sie sind I

— Abgelaufen. Richter:

damals außerdem mit 10 Jahren Ehrverlust bestraft S worden?!" — Angeklagter: „Ja, augenblicklich bin ich. L

wieder bei Ehre!"

— Boshaft. Aeltliche Kokette:.....Ich habe noch nie gelogen!" — Herr: „So sind Sie noch nie nach Ihrem Alter gefragt worden?"

— Anders gemeint. Hausfrau (in die Küche hinein­sehend, wo eben der Schatz der Köchin zu Abend ißt): „Ich bin sprachlos, Jette!" — Köchin (geschmeichelt):

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„Nicht wahr, das ist ein ganz anderer Kerl, wie Ihr;

Mann!" , L

— So kommt es noch. Hausfrau, Besuch durch > a ihre Wohnung führend: „Hier ist unser Musikzimmer, j d dort die Billardstube, drüben das Rauch- und hier unser | h Ansichtspostkarten-Zimmer." |

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treffenden Titel mit auf den Weg gegeben hat. „SttgnWL bilden" sind er in der That, die und hier in adtpech-lun-""