SchlüchternerMtung
Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Psg.
Jg 80
Mittwoch, den 5. Oktober 1898
49. Jahrgaiig
^^IhtMrt^ auf die .Schlüchterner Zeitung" werben noch fortwährend von allen - Postanstalten nnb Sanbbriei trägem owie von der Expedition entgegen genommen.
Deutsches Reich.
. . Berlin. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kai- : serin treffen, wie die „Danziger Zeitung" meldet, am Montag zu einem mehrstündigen Besuche in Danzig . ein. Die Kaiserin gedenkt den Artnshdf und das Dia- konisscuhaus zu besichtigen, während der Kaiser bei dem Leibhusaren-Regiment in Lang uhr das Diner entnehmen wird. Die Abreise ist für 10 Uhr Abends in Aussicht genommen.
— Das kaiserliche Paar wird am 17. Oktober in . Konstantinopel eintreffen und am PalasteDolma Bagdsche ‘ an's Land steigen, empfangen vom Sultan. Von dort wird die Fahrt nach dem Iildiz-Palaste, wo das kaiserliche Paar wohnen wird, zu Wagen gemacht werden. Am 19. Oktober wird der Kaiser eine Fahrt nach Jedikule zur Besichtigung der Festungsmauern machen, die Kaiserin inzwischen dem Harem einen Besuch abstatten. Am Tage danach wird eine gemeinsame Jacht-Fahrt im Bosporus bis Kavak veranstaltet. am 22. Oktober wird die Abfahrt nach Konstautinopel erfolgen. Auf den dringenden Wunsch des Sultans werden der Vizekönig von Aepyptcu und sein Bruder Mehmed Ali Pascha während der Anwesenheit des kaiserlichen Paares in . Konstantinopel ebenfalls dort sich au halten. Der Rei e- marschall der Königin von England, Herr Dosse, wird dem Kaiser auf dessen Fahrt nach Jerusalem vorauf- gehen, und zwar mit ausdrücklicher Einwilligung der Königin Viktoria. Vier Kunstmaler werden sich im Gefolge des Kaisers befinden, die Herren Professor Knackfuß und Marinemaler Saltzmann, der Orientmaler
der ersten Sohle und eine dritte bei der zweiten Sohle, im Schacht hängend, vorgefunden. Durch den Bruch der Königsstange wurde der Korb zusammengedrückt, woraus sich zum Theil die gräßlichen Verstümmelungen, die selbst die Bergleute, die an Vieles gewöhnt sind, mit Schauder erfüllen, erklären. Der Maschinist, der den Förderkorb zu bedienen hatte, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da die Untersuchung bisher^erheb- lich Belastendes nicht ergeben hat. Von den 17 tödt- lichen Verunglückten sind 7 verheirathet gewesen.
Essen a. d. Ruhr, 29. Sept. Nach einer Mittheilung der Zechenverwaltung sind bei dem gestrigen Grubenunglück auf der Zeche „General Blumenthal" 17 Personen gelödtet, 3 schwer und 6 leicht verletzt worden.
* — Im Manöverterrain des Gardekorps wollte, wie erst nachträglich bekannt wird, bei Gollmütz bei Prenzlau ein Ulan Dom 2. Gardeulanenregiment sein Pferd auf einer sumpfigen Wiese tränken. Das stark erhitzte Pferd ging immer tiefer in das Wasser und zog den Ulan mit. Der Unglückliche verlor den Boden unter den Füßen und sank in den weichen Morast, bis ihn dieser völlig erstickte.
Memel, 29. Sept. Der älteste „Krug" in Ostpreußen, vielleicht auch in ganz Preußen, ist vermuthlich das Gasthaus von Gröger in Alt-Juse, da es, wie das „Memeler Dampfboot" schreibt, nachweislich sein Privileg im Jahre 1503 durch den vorletzten Hochmeister des deutschen Ritterordens, Herzog Friedrich von Sachsen erhalten hat. Die betreffende Urkunde ist von den jeweiligen Besitzern sorgfältig altbewährt worden.
Weimar, 29. Sept. Eine hiesige Firma muß 15,000 Mk. Schadenersatz leisten, weil ihr das Unglück passirt war, beim Einfahren junger Pferde eine Frau so zu überfahren, daß die Aermste zeitlebens daran zu leiden haben wird.
In Lörrach erregt ein von Italienern verübter Mord großes Aufsehen. Am Rasen des Kanals wurde
Max Rabes und Jsmael Gentz.
— Prinz Heinrich ist in Wladiwostock wieder ein getroffen. Bei seinem Jagdausflug von Chabarowka aus. kamen dem Prinzen an einem Tage über 300 Hirsche, die Leiche des 20 Jahre alten Dienstmädchens Franziska zum Schuß. Der Prinz erlegte nur drei davon, stellte | ®oü von Oppenau gelandet. Dieselbe hatte mehrere sodann das Schießen ein und erfreute sich den ganzen. tiefe Kopfwunden. Das Mädchen ist zuletzt in Be- । gleitung von Italienern gesehen worden und man ver-
Tag am Anblick der zutraulichen Thiere.
— Prinzessin Heinrich von Preußen ist bei dem muthet, daß diese das Mädchen aus irgend einer Ur= russischen Kaiserpaar in dessen Sommer-Residenz Livadia sache ermordet haben.
in der Krim zu einem kurzen Besuche eingetroffen. Eine politische Bedeutung wohnt letzterem natürlich nicht inne.
Ausland.
New-Dork, 29. Sept. Bon Klondyke nach Van-
Die Hochzeit der einzigen Achter dev Königs c uocr ^rückgekehrte Goldsucher schildern in grellen
von Württemberg, Prinzessin Pauline, mit dem Erb-
Farben die Schrecken der durch britisches Gebiet gchendeu
Prinzen zu Wied, findet am lH Oktober in Stuttgart Athcro't-Route. Nur Wenige, welche diese Route wählen,
statt. Das junge Paar wird in Potsdam, der Garnison
des Prinzen, Wohnung nehmen.
sollen ihren Bestimmungsort erreichen. Bon Haselton
S ch w e n g e r s, wegen Führung eines ihm nicht zukommenden Titels und Wappens. Die Strafkammer bestätigte damals das gegen Schwengers ergangen schöffenge- richtliche Urtheil, das auf 200 Mk. Geldbuße lautete. Nunmehr hat das Schöffengericht in Gelnhausen den Schwengers nochmals wegen Führung eines falschen Titels auf Grund des Paragraphen 360 des Strafgesetzbuches zu 100 Mk.Geldstrafe oder 10 Tagen Haft verurtheilt.
* — Ueber die in der vorigen Nummer erwähnte Schlägerei in Hohenzell sendet uns der betr. Wirth folgende Richtigstellung: Es ist zwar Schlägerei vor- gekommen, daß dieselbe jedoch solchen Umfange angenommen hätte, wie eine solche noch nie in hiesiger Gegend vorgekommen sei, ist unwahr. Einige auswärtigen Burschen haben Scandal gemacht, sind aber durch das Dazwischentreten des Gendarmen sofort wieder zur Ruhe gebracht worden. Mit Stöcken, Schirmen nnb Stuhlbeinen ist nicht geschlagen worden, auch sind dem Gastwirth keine Sachen beschädigt. Der Streit ist nicht von unseren friedliebenden Hohenzcll'crn Einwohnern, sondern von Auswärtigen in Scene gesetzt worden und seitens des Gastwirths ist alles geschehen, um die Scandalmacher zur Ruhe zu bringen. Wie man sich erzählt soll zwischen Elmer und Niederzeller Burschen noch ein Conflikt von der letzten Frühjahrs Controlle her zum Auslrage gekommen sein. Dieser Zusammenstoß der sich feindlich gesinnten Burschen hätte sich eben so gut anderwärts abspielen können und kann daher nicht den Wirth zu Hohenzell noch die Bevölkerung Hohenzells hierfür verantwortlich gemacht werden. Folglich würde es auch unbillig sein, wollte man dem Gastwirth und der Bevölkerung Hohenzells wegen diesem Vorkommnisses auf Jahre hinaus die Erlaubniß zur Abhaltung von Musik entziehen.
* — Die Königliche Regierung zu Cassel giebt bekannt: Zum Zwecke der Wahlen der Abgeordneten des Steuerausschusses der Gewerbesteuerklasse II, welche den ganzen Regierungsbezirk umfaßt, haben wir letzteren in 3 Wahlbezirke: Hanau, Eschwege und Cassel, eingetheilt. In dem Wahlbezirke Hanau, der aus den Kreisen Hanau Stadt und Land, Gelnhausen, Schlüchtern und Fulda mit dem Wahlorte Hanau besteht, sind drei Abgeordnete und eben so viele Stellvertreter, in dem Wahlbezirke Eschwege, Schmalkalden und Witzenhausen mit dem Wahlorte Eschwege besteht, ist ein Abgeordneter und ein Stellvertreter und in dem Wahlbezirke Cassel, welcher aus den übrigen Kreisen des Regierungsbezirks mit dem Wahlorte Cassel besteht sind drei Abgeordnete und ebenso- viele Stellvertreter von der Steuergesellschaft aus ihrer
bis Glenora sei der Weg mit Menschen- und Pferdeleichcu
Mitte zu wählen. .
* — Die Frage, wer als „Handwerker" und wer als „Fabrikant" zu betrachten ist, eine Frage, die namentlich seit der.Einführung des llusallversicherungs- gesetzes bisher sowohl den Berufsgenossenschaften und sonstigen betheiligten Kreisen, wie auch selbst den Gerichten viel Kopfzerbrechen bereitet hat, ist nunmehr in einem Streit alle entgiltig vom Reichsgericht beantwortet worden. Bis jetzt wurde gewöhnlich eine Arbeitsstätte, in der zehn und mehr Arbeiter beschäftigt sind als
— Der Papst beabsichtigt, wie aus Rom gemeldet unb Ausrüstungs - Gegenwänden bestreut. An den wird, diesmal die goldene Ro.e der Prinzessin Gisela Bäumen auf dem Wege sehe man zahlreiche Inschriften, von Baiern zu übersenden. j ©hie heißt z. B.: „I"
— Im Laufe der nächsten Woche tritt in Berlin @ltd)/ Ihr Mitpilger, helfen." In den Wäldern hätten eine Commission zusammen, die über den Mittelland- bie J„diancr viele Skelette von Menschen gefunden, die kanalisirung der Weser von Minden bis Hameln einge= ^mtger3 gestorben sind.
t fügt worden. Dadurch erhöhen sich die Gesammtkosten ° Prätoria, 2. Oktober. Hier eingegangene Nachrichten Hur den Kanal auf 211 600 UOO Mk. Das neue Projekt ^Z Kapstadt melden, daß die Eingeborenen von Deutsch- Nst deshalb von besonderer Bedeutung, weil d-idurch der Damaraland einen Aufstand planen und daß
| we Wmrt* d-m WilMtaiMMl wfürt »irt. sauptling WiM mit Stricgtotlärung droh,. --« ^M“' und darum auch -I-«PMMMM
Ich
sterbe,
Gott möge
Aus Rostock wird gemeldet: Ein erst vor einigen Tagen von seinem Truppentheil zur Reserve entlassener junger Mann, Namens Nabe, brächte in der Fritz Neuter-Straßc eine Platzpatrone, die er sich zum All
Lokales und Provinzielles.
* Schlüchtern, 4. Okt.
* — Am Sonntag Mittag konnte man einen Zug
denken an die Militärzeit wider Verbot mitgenommen Kraniche beobachten, der hoch über die Stadt in hatte, mit einem Nagel zur Explosion. Ein Theil der keilförmiger Ordnung nach Süden zog. C..
Messinghülse flog ihm an den Hals und durchschlug die | zeitiger Abzug dieser Bogelart läßt auf frühen Eintritt Schlagader. Beim Eintreffen eines Arztes war der junge' Mann bereits infolge Verblutens gestorben.
des Winters schließen.
* — Der Metzger Carl Freund schlachtete heute
des Unfallversicherungsgesetzes zur Anwendung gebracht. Das Reichsgericht hat jetzt einen andern Grundsatz fest- gestellt, den der Arbeitstheilung. Arbeitet der produ- zirende Arbeiter allein an der Fertigstellung des Werkes, so liegt „Handwerk" vor; arbeiten jedoch verschiedene
, Bochum, 2. Okt. Die Leichen der auf Zeche „General Blumenthal^ abgestürzten Bergleute sind ausnahmslos so gräßlich zugerichtct, daß die Beisetzung ohne Unterschied der Konfession nur auf einem Friedhof erfolgen kann. Die Bergung der siebzehn Todten ist jetzt beendet und am Montag wird die Massenbccrdignng stattfinden. Bei den Bergungsarbeiten ergab sich, daß während der grausigen Fahrt in die Tiefe außer dem Hauer Gräwe, der im Augenblick der Katastrophe aus dem Korb herausgeschleudert wurde, wobei der Kopf und beide Beine Dom Körper abgetrennt worden sind, twch drei andere Insassen aus dem Korb stürzten- Eine Eriche wurde bei ca. 70 Meter Tiefe, ein zweite bei
ein Schwein im Alter von 1'/«Jahr, welches das schöne Gewicht von 500 Pfund hatte. Züchter deS Schweines ist Gutsinspektor Preis zu Vollmerz.
* — Der aus Elm gebürtige Postgehülfe Eich- Mann, welcher seither auf dem Postamte in Sachsenberg in Waldeck in Stellung war, ist von dort nach Unterschlagung von erheblichen Summen Postanweisungs- geldern flüchtig geworden. Das Gericht hat sofort einen Steckbrief erlassen. Die Spur des Flüchtigen ist bis Kassel verfolgt, von da ab fehlt dieselbe.
* — Bekanntlich stand kürzlich vor der Hanauer Strafkammer als Berufungsinstanz der bekannte Camera!' Direktor des entmündigten Prinzen Reuß, Paul
^ zur Fertigstellung, jeder nur on einem Theile ifh^h^ Fabrikats, so ist dies eine Fabrckthattgkett.
Aufenau, 1. Oktober. Kurz nach Eröffnung der - Kleinbahn Wächtersbach-Birstein^ wurden von hier auS einige Entgleisungen einzelner Wagen in den auf dieser Bahnstrecke laufenden Zügen berichtet. Demgegenüber kann jetzt zur Freude aller umliegenden Oltichaften von gleicher Stelle mitgetheilt werden, dap sich die neue Kleinbahn ganz gut rentirt. Läuft doch während des Tages kein Zug, der nicht eine gehörige Anzahl von Personen und Güter befördert.
Grcbtnhain, 28. Sept. Am vergangenen Samstag auf Sonntag logirten im „Gasthaus zur Krone" hier der Oberst vom Enenbahn-Regiment und Herr Re» gierungsrath Stündeck, welche die projectirte Eisenbahn- strecke von Lauterbach bis hierher eingesehen hatten; genannte Herrxn begehen sich am Sonntag von hier nach