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SchWernerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

M 76. Mittwoch, den 21. September 1898. 49. Jahrgang.

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Die Expedition derSchlüchterner Zeitung.""

Deutsches Reich.

Berlin. Der Kaiser wird auf seinem Jagdausfluge nach Rominten von der Kaiserin begleitet werden. Die Ankunft im Jagdschlösse Rominten erfolgt am Sonn­abend, den 24. d. M. Es ist daselbst ein Aufenthalt von etwa sieben Tagen vorgesehen. Prinz Heinrich von Preußen ist, wie ein Telegramm aus Petersburg meldet, mit einem Sonderzug der Ussuribahn in Cha- barowka eingetroffen.

Der Reiseplan des Kaiserpaares für den Aufent­halt in Palästina soll in einigen Punkten geändert werden. Da der von Haifa über Cäsarca nach Jaffa führende Weg sehr schlecht ist und sich die Ausbesser­ungsarbeiten infolge der Verwehungen als unzulänglich erwiesen haben, wird voraussichtlich eine andere Straße gewählt werden, falls überhaupt mit Rücksicht auf die Kaiserin gänzlich andere Dispositionen getroffen werden. Das Reiten' oder Fahren auf den immer schlechten Straßen des Gebirgslandes ist bei dem großen Um ang der zurückzulegenden Strecken ganz außerordentlich stra­paziös. Es ist daher nicht unmöglich, daß der Kaiser die größeren Landreisen, namentlich nach dem Kloster

| poftirt, die mit Revolver bewaffnet sind. Die Polizei- , Organe sind jetzt angewiesen,' gegen die auf den Straßen und am Bahnhof umherstehenden Streikposten, die ledig­lich den Zweck verfolgen, Arbeitswillige fernzuhalten, in schärfster Weise vorzugehen. Die Streikenden haben den Italienern bedeutende Geldsummen geboten, um sie zum Verlassen der Stadt zu bewegen.

Uelzen (Hannover), 13. Sept. Ein Revolveiatten tat unter eigenthümlichen Umständen ist auf ein in Eimke bei Ebstorf bedienstetcs junges Mädchen in der Nacht zum Montag ausgeführt worden. Das Mädchen schlief in ihrer Kammer, als sich zwei Knechte heran- schlichen und leise die Scheiben der Schlaskammer ein- drückten. Sodann leuchtete einer der Männer mit einem Streichholz hinein, während der andere den Revolver auf die Schlummernde richtete. In diesem Moment richtete sich die Schlä erin in die Höhe, als auch schon zwei Schüsse krachten. Das Mädchen, schwer in Kopf und Hals getroffen, sank in die Kissen zurück; die Un­holde ergriffen die Flucht, wurden, aber von einigen Ortsbewohnern und einem Rad ahrer verfolgt und schließlich verhaftet. Das Mädchen ist schwer verletzt;

Markgba wth n«.^ rtu>»vi*». o"^" ^«^rüHren wird, während seine Gemahlin während dieser Zeur-u» ^e- rusalem bezw. in Haifa oder Nazareth verbleibt.

- Zur Palästinafahrt des Kaisers. Ueber die Be­theiligung an der Fahrt nach Palästina seitens der eingeladenen Persönlichkeiten und Behörden wird Folgen­des gemeldet: Wenn auch heute noch nicht alle An­meldungen für die Fahrt zur Einweihung Rr Erlöser- kirche in Jerusalem eingetroffen sind, so läßt fch doch schon ziemlich genau übersehen, wie viele Personen auf dem dazu gemietheten DampferMitternachtssome" die^ Reise mitmachen werden. Fm Ganzen werden es etwa i 130 Vertreter von Kirchenregierungen, kirchlichen Anstalten I und Vereinen sein. Von Johanniterrittern beteiligen sich etwa 50. Die Eingeladenen haben das !echt, je einen Familienangehörigen entweder die Fru oder ein erwachsenes Kind, sei es Sohn oder Tochter mit- zunehmen. Davon machen viele der Säfte Ebrauch, daher kommt es, daß außer der obigen Zahl ich auch noch allein 40 bis 50'Samen an Bord befinde,werden. Die Gesammtzahl der Passagiere wird ungeshr 200 betragen; dazu kommen noch Diener u. s.. Die ,.,..._. ......... vtVH4lw iUu|llti ^tv

deutschen Kirchenregierungen haben nicht duhgängig Monat 30 Mk. Pension und noch 2830 Mk. Pension Geistliche oder Mitglieder der kirchlichen Behden zu j nachbezahlt.^ ihren Vertretern ernannt, sondern zum Tßl auch Staatsbeamte mit dieser Aufgabe betraut so ird das

' Herzogthum Sachsen Altenburg durch den Staaminister v. Helldorff vertreten. Auch Oberinnen von tchlichen Anstalten nehmen an der Fahrt und Feier the!

i Wann finden die Wahlen zum Abgedneten- ' hause statt? - Nach Meldung des Reichsanzeers sind für die Landtagswahleu als Termime der 27Oktober

' für die Wahl der Wahlmänner und der 3. Söembcr für die Wahl der Abgeordneten festgesetzt Word,

In Spaudau halten streikende Sauarbeit einen, Schuppen in Brand gesteckt, in welchem italieche Ar­beiter übernachteten. Darauf hat der Vemd der Spandaucr Arbeitgeber auf die Ermittelung d-Thäter tine Belohnung- von 300 Mk. ausgesetzt. Tch die Brandlegung .sind -drei Italiener so in Furchversetzt [

man zweifelt an ihrem Aufkommen.

iviuyiil, 1^ Olpumui.1. <!xrn vtmifovMcrsbrUftft wurde gestern unsere Stadt heimgesucht. Auf einem Platze, an welchem eine Dreschmaschine ausgestellt war, geriet!) auf noch unaufgeklärte Weise ein Haufen Stroh in Flammen. Das Feuer ergriff mit großer Schnellig­keit bald alle auf dem Platze aufgchäu te Frucht. Der Schaden soll sich auf 150 000 bis 200 000 Mk. be-

lausen. Fast die ganze Ernte der ackerbautreibenden Bevölkerung unserer Stadt, der reiche Segen ihrer Arbeit des ganzen Jahres, ist vernichtet.

Kaiserslautern. Drei Knaben im Alter von 3 bis

Ausland.

Oesterreich. Am Samstag fand die feierliche Bei­setzung der so traurig aus dein Leben geschiedenen Kaiserin Elisabeth in der Jahrhunderte alten Kaisergruft bei den Kapuzinern statt. Nachdem am Donnerstag Abend um 10 Uhr der Hof-Sonderzug mit der Leiche von Genf eingetroffen war, fand die feierliche Ueber- führung zur Kapelle in der Hofburg statt. In allen Städten und Dörfern, an die der Hofzug vorbeifuhr, waren sämmtliche Glocken geläutet worden. Freitag Morgen wurden die Würdenträger aus Oesterreich und aus Ungarn zur letzten Cour in die Kirche gelassen, und vom Mittag ab das größere Publikum das zil vielen Tausenden an der Leiche vorüberzog um Abschied von der todten Kaiserin zu nehmem Die Leiche ruhte in einem einfachen braunen Metallsarg ohne jeden Zier­rath, dessen einzigen Schmuck ein goldenes Kreuz bildet. Eine golddurchwirkte Brokatdecke bedeckte den Sarg, auf welchem nur vier Kränze der Kinder und Enkel lagen. Zu Häupten des Sarges lagen die Kaiserkrone, die Königskrone, ein Erzherzogshut, die Jnsignien des Sternkreuzordens mit Brillanten und andere Ehren­zeichen in Brillanten, welche die Kaiserin besaß. An den vier Ecken des Katafalks hielten österreichische und ungarische Leibgardisten Ehrenwache. An drei Altären wurden unausgesetzt von halber zu halber Stunde Seelenmessen gelesen. Das erste Requiem celbrirte Kardinal Gruscha, das zweite der Fürst Primas Bas- zary und das dritte Kardinal Schönborn-Prag. Am Samstag waren außer dem deutschen Kaiser noch viele aLtwrL-^i'n-stlickiteiten entweder in Person eingetroffen oder durch Specialge andte vertreten. Die aus dem ganzen Reich herbeigeeilten Deputationen in ihren ver­schiedensten Trachten, die vielen Uniformen und Liveren, alle in feierlichster Gala, gaben ein farbenprächtiges Bild. Die Volksmassen, welche seit frühem Morgen dichtgedrängt die Straßen füllten, waren auf gut 300,000 Köpfe zu schätzen. Die sämmtlichen in Wien einlaufenden Eisenbahnzüge waren schon gestern überfüllt gewesen, und die Morgen- und Vormittagsstunden

brachten immer neue Massen nach der Metropole. Noch

8 Jahren haben die Reise aus Südamerika (aus Lima düsterer, als die Tage vorher, erschien der Traner- " ' schmuck Wiens. Von fast allen Gebäuden wehten lange

in Peru) nach Deutschland ganz allein unternommen und sind dieser Tage bei ihren Großeltern in Kaisers­lautern eingetroffen.

Ein bayrischer Veteran, der Gcmeindedicncr von

Deckersberg bei Hapburg trügt seit 1870/71 eine bis jetzt nicht an findbare Gewehrkugel mit sich herum. Durch die Röntgenstrahlen ist nunmehr in der Klinik zu Er­langen der Sitz der allerdings nicht entfern baren Kuge festgeftellt worden. Der Mann erhält nun künftig pro

I Lautersheim, 14. Sept. Der Wirth Friedrich Mann hat in seinem Hof einen etwa 15 Meter tiefen Brunnen. Da derselbe in der letzten Zeit wenig Wasser mehr gab und Mann deshalb übel daran war, sollte der Brunnen tiefer gelegt und die unten befindlichen Kammern mit Steinen ausgefüllt werden. Mit letzterer Arbeit war der 20jährige Maurer Johann Kerker be- schä tigt; Kerker bestieg gestern den gut ausgemauerten Brunnen und machte sich an seine Arbeit, mittelst eines Eimers wurde das Material dem Kerker hmunterge- lassen. Gegen 7 Uhr Abends klopfte Kerker mit seinem Hammer an der Mauerwand, jedenfalls um ein Zeichen zu geben, daß er Material bedürfe. In dem Augen­blick hörte man einen Ruf aus der Tiefees rutscht" und sah zugleich, daß der ganze Brunnen in sich zn- fammengestürzt war, ! "

: Trauerfahnen, Fenster und Balkons waren mit schwar­zem Tuch umhüllt; auch die Bevölkerung hatte in der Mehrzahl Trauer angelegt.

In den ersten Nachmittagsstunden wurden die Straßenlaternen angezündet und breite mächtige Flam- beaus flammten zum Himmel empor. Hinter den fpa- lierbildenden Truppen harrte lautlos die dichtgedrängte Menge.

Glockengeläute verkündete den Harrenden mit dem Schlage der vierten Stunde, daß die Spitze des Trauer- zuges sich in der Hofburg in Bewegung setzte.

Der Leichenzng wurde von einer Abtheilung Kavallerie eröffnet. Den Reitern schloß sich eine Anzahl sechs­spänniger Hofwagen an mit den Obersthofmeistern, den beiden Patastdamen und dem Obersthofmeister der Kaiserin. Hinter die en Wagen schritten paarweise die Leivlakaien, dann folgten Abtheilungen der Leibgarde- Infanterie und der Leibgarderciter. Nun kam der von acht Rappen gezogene, schwarz drapirte Leichenwagen heran; der Sarg verschwand fast unter der Fülle der prachtvollen Blumenspenden. Zu beiden Seiten des Wagens schritten Leiblakaien und Edelknaben mit

Wmysfackeln. freieren- und Trabantenleibgarden leisteten rechts, ungarische Leibgarden und Leibgarderciter links

Die Nebenbegleitung. Dem Sarge folgten Abtheilungen

____v____________ . _ ; den Unglücklichen unter seinen I der Arcieren und der ungari chen Leibgarden zu Pferde, worden, daß sie gleich abgercist sind. Wie diVoss. Trümmern begrabend. Selbstverständlich wurden so ort Den Schluß bildeten eine Kompagnie Infanterie und Ztg." mittheilt, ist der Thäter ein Hauarbeiter, chneims die größten Anstrengungen gemacht, um den Verschütteten eine Eskadron Kavallerie. Bon der Augustinerkirche an wennmöglich noch zu retten, trotzdem man als sicher an- traten dem Trauerzuge die Bruderschaften, die Geist- nehmen mußte, daß er ertrunken oder erdrückt worden lichkeit, der Magistrat, der Landesausschnß, die Räthe sein müsse. Dank dem energischen Arbeiten gelang es der Ministerien und die Hofbeamten voran. Nach dem aber, heute Vormittag so weit vorwärts zu kommen. Zeremoniell löste sich der in den Straßen eingepferchte daß man die deutlichen Rufe des Kerker um Hilfe ver- Menfchenknäucl langsam anst während die Truppen in nehmen konnte; Kerker gab hierbei zu verstehen, daß er die Kasernen «drückten. Bereits vor 4 Uhr fanden sich bald ertrinken müsse. Weiter wurde dann gearbeitet die österreichischen und fremden Fürstlichkeiten, der ge- und die Kra t verdoppelt und verdreifacht und von Er- sammte Hofstaat, ferner Reichskanzler Fürst zu Hohen-

Maurers. Er gesteht die' That ein und gibils Be­weggrund an, er habe die Italiener, die er alStreik- btechcr hasse und die den Einheimischen Das 3b weg nähmen, verteiben wollen. Wenn sie umgckomn wären in dem Feuer, so wäre ihm das auch gleichig ge­wesen. Dieses Geständniß hat selbst unter N Ge­nossen des Thäters peinlich berührt. Der tzeiliche Schutz der Italiener wird fortan auch NachtSwährt,, .. . , ---------, ,...... .. v

An den Stellen, wo sie wohnen, werden Poibcamte.folg gekrönt, indem man heute Nachmittag gegen 5 Uhr lohe, Staatssekretär Staatsminister v. Bülow, zahl«