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.M 49. Samstag, den 18. Juni 1898. 49. Jahrgang.

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ladet freundlichst ein

Die Expedition derSchlüchterner Zeitung."

Dentsches Reich.

Berlin, 15. Juni. Beide Majestäten wohnten Mittwoch Vormittag dem Gottesdienst in der Potsdamer Friedenskirche anläßlich des Todestages Kaiser Friedrichs bei. Das Mausoleum neben der Friedenskirche bildete am Gedenktage den Wallfahrtsort des Kaiserpaares, vieler der Getreuen des Verewigten, von Generalen und Offizieren, sowie zahlreichen anderen Personen in bürger­lichem Rock. Der Vorhof des Mausoleums, der Ein­gang und das Innere waren mit einer herrlichen Oran­gerie dekorirt, das Marmormonument, welches den Ent­schlafenen in der Paradeuniform des Kürassierregiments Königin darstellt, rings um den Sockel herum mit einer auserlesenen Pracht von Blumen umgeben.

* Die Uebernahme des Heilverfahrens durch die Alters- und Jnvaliditätsverficherungs-Anstalten kommt von Jahr zu Jahr mehr in Gebrauch. Im Jahre 1894 betrug die Zahl der solchermaßen unterstützten Versicherten 2286, im Jahre 1895 schon 4037 und im folgenden Jahre 6950. Die Kosten des Heilverfahrens find von über Mk. 255,000 im Jahre 1894 auf über Mk. 1,253,000 im Jahre 1896 gestiegen. Das

wurden. Zweifellos ist, daß eine planmäßige Hetze vor-

liegt. Unter den Worten: befiehlt es." plündert.

den Bauern werden Zettel Schlagt die Juden todt, Zahlreiche jüdische Häuser

Bulgarien. Die geriebenen Russen.

vertheilt mit die Obrigkeit wurden ge-

Zur Erin

Heilverfahren ist nicht ohne bedeutenden Erfolg geblieben. Bon den 6950 Personen, die im Jahre 1896 in B - Handlung genommen wurden, sind 1359 geheilt und 2355 an ihrem Gesundheitszustände soweit gebessert, daß sie den im § 9 des Alters- und Jnvaltsitätsoer- fichcrungs-Gesetzes festgesetzten Mindestverdienst erreichen können. WaS speciell die an Lungenschwindsucht leidenden Kranken betrifft, so wurden im Jahre 1896 von 2136 solcher Kranken 513 geheilt und 596 wurden soweit gebessert, daß sie die gesetzliche Mindefterwerbsfähigkeit erlangt haben. Die Invalidität- und Altersver- sicherungs - Anstalten haben bis Schluß des vorigen JahreS von ihrem Vermögen insgesammt rund 49 Mill. Mark verliehen oder zum Verleihen bereit gestellt und zwar 21,4 Millionen für den Bau von Arbeiter­wohnungen, 17,3 Millionen zur Befriedigung des land- wirthschaftlichen Kreditbedürfnisses (Hypotheken, Klein­bahnen, Land- und Wegeverbesserungen, Hebung der Viehzucht rc.) 7,8 Millionen an Stadtgemeinden und 2,4 Millionen an Landgemeinden für den Bau von Kranken- und Genesungshäusern, Herbergen zur Heimat, Volksbädern, Kleinkinderschulen, ferner für Kranken­pflege-, Spar- und Konsumvereine rc.

Weizen, dessen höchster Preis etwa 170 C. in New-Aork betragen hat, ist mit der Zeit auf durch­schnittlich ca. 85 C., also um ca. 100 pCt. gefallen. Am Berliner Markt hat der Weizenpreis seinen höchsten Stand am 10. Mai mit ca. 268 Mk. eingenommen; jetzt steht er auf etwa 185 Mk.

Durch Selbstmord endeten in Preußen im Jahre 1896 6497 Personen, 5073 Männer und ^24 Frauen. In dem Zeitraume von 1893 bis 1896 schwankte die Zahl der jährlichen Selbstmordfälle, auf 100000 Lebende berechnet, zwischen 19 und 21, wobei das Berichtsjahr gegen das Vorjahr wieder ein Ansteigen dieser Sterbeziffer zeigt.

Die Landeshauptmannschaft von Deutsch Süd­westafrika veröffentlicht, daß Landwirthe zur Ansiedelung mindestens 10 000 Mark brauchen, dann aber noch praktisch thätig sein müssen und vor keiner Arbeit zurück­schrecken dürfen. Tüchtige Haudwerker, besonders Bau­handwerker, haben immer Aussicht auf Arbeit und Ver­dienst. Kaufleute sollten nur kommen, wenn sie ein festes Engagement haben.

nerung an die im russisch-türkischen Kriege bei der Er­stürmung des Schipkapasses gefallenen russischen Sol­daten hatte die russische Regierung beschlossen, auf dem Gipfel des Balkangebirges an der Grenze zwischen Bul­garien und Ostrumelien ein großes Kloster zu erbauen. Nun soll es mit diesem Denkmal der Pietät eine eigene Bewandtniß haben. Anfangs nur schüchtern, später aber immer bestimmter trat das Gerücht auf, daß es sich eigentlich nicht um ein Kloster handele, sondern daß hier eine Festung gebaut wurde, die bestimmt sei, das Centrum eines Vertheidigungswesens im Balkangebirge zu bilden. Zu dieser überraschenden Wahrnehmung soll man durch die Thatsache gelangt sein, daß in der jüngsten Zeit große Artillerietransporte von Kezanlik nach dem Schipkapasse bemerkt worden seien. Das wäre wieder ein Beweis dafür, daß die Ruffen es faustdick hinter den Ohren haben.

Amerika. In Mc. Henrey am Misfistppi ist das gelbe Fieber aufgetreten. Die Behörden haben eiligst alle möglichen Maßregeln ergriffen, um bte Verbreitung der Seuche zu verhindern. Eine Anzahl südstaatlicher Bundessenatoren hat sofort den Präsidenten Mc. Kinley ersucht, die großen Lager im Süden aufzuheben und die Truppen in die höher gelegenen Gegenden zu ver- theilen. Die Folgen davon, wenn das gelbe Fieber unter den Truppen aufträte, wären furchtbar. Die Krankheit würde sich blitzschnell verbreiten und ohne Zweifel zeitweilig die Kriegsoperationen zum Stocken bringen. Santiago hat den Ruf, die ungesundeste Stadt auf Kuba zu sein. In früheren Jahren wurden alle während der gelben Fieberzeit von Kuba kommenden Personen ärztlich untersucht und einer Quarantäne unterworfen. Dieses Jahr treffen so viele von der Insel in den Vereinigten Staaten ein, daß die Sanitätsbe­hörden keine strenge Aufsicht führen können. Die Be­fehlshaber der amerikanischen Kriegsschiffe haben jetzt strengen Befehl erhalten, die Blockade Kubas auf alle Flüchtlinge, die in kleinen Booten zu entkommen suchen, auszudehnen. Die Truppentransportschiffe sollen auch nicht einen Flüchtling an Bord nehmen, wenn sie nach den Vereinigten Staaten zurückkehren. Ein Telegramm von dem Depeschenboot derAociated Preß"Dauntleß" auf der Höhe von Guantanamo meldet: Die amerikanischen Truppen haben von Sonnabend Nachmittag bis Sonn- i tag Abend eine Reihe von scharfen Angriffen der Spanier ' bestanden. Die amerikanischen Marinesoldaten machten nach drei Seiten Front und umschlossen ihr Lager. Die :

gendes sagen: Während Leiter die Waare aufgestapelt hatte, um sie zu einem unnatürlich über den Einkaufs­werth getriebenen Preise zu verkaufen, hat er schließlich unter dem Selbstkostenpreis losschlagen müssen. Allein in Chicago wurden gestern 10 Millionen Bushels Weizen für ihn verkauft, das sind ca. 270 000 Mispel. Leiter, der es mit unerhörter Dreistigkeit unternommen hatte, der Welt Hungerpreise zu diküren, bettelt schließ­lich elenderweise bei seinem Vater um Hilfe. Der Vater, der, wie beiläufig bemerkt sei, das erste Modewaaren- geschäft in Amerika mit großem Erfolge betreibt, hat es angemessenerweise abgelehnt, seinem Sohne in der von ihm frivol heraufbeschworenen Situation beizustehen. Während die Zeitgeschäfte Leiters durch Differenzzahlung liquidirt wurden, ist der effektive Weizen von sogen. Trustees übernommen worden, gerichtlichen Verwaltern, die ihn vermuthlich allmählig zum Verkauf bringen werden.

Lokales «ni Provinzielles.

* Schlüchtern, 14. Juni.

* Diejenigen Turner, welche das deutsche Turnfest in Hamburg besuchen wollen, haben Gelegenheit, einen Regie-Sonderzug von Koburg nach Hamburg auf der direkten Route Eisenach-Bebra-Göttingen Hannover mit zu benutzen. Derselbe wird am 22. und 23. Juli von Koburg abgehen und bis Hamburg geführt. Zu diesem Zuge werden Rückfahrtkarten mit 50 Proz. Ermäßigung und mit 30tägiger Gültigkeit ausgegeben. Der Sonder- zug von Koburg fährt am 22. Juli Abends 10 Uhr 15 Min. von Koburg ab. Aufenthalt in Eisenach von 2 Uhr 5 Min. bis 2 Uhr 20 Min. früh. In Bebr a von 3 Uhr 20 Min. bis 3 Uhr 30 Min. früh, in Han­nover von 8 Uhr 30 Min. bis 11 Uhr Vormittags. An^nst in Hamburg um 3 Uhr 19 Min. Nachmittags.

* Auf den Preußischen StaatSbahnen besteht die Einrichtung, daß diejenigen Reisenden, welche mit einer nur zu Personenzügen giltigen Fahrkarte einen Schnell­zug benutzen wollen, oder bei Benutzung eines Schnell­zuges unterwegs in eine höhere Wagenklaffe übergehen wollen, die erforderlichen Zuschlagkarten außer bet den Fahrkartenausgabestellen auch bei dem Zugführer der Schnellzüge lösen können. Die Zugführer find mit ge­eigneten Fahrkarten ausgerüstet und verabfolgen diese Karten auf Anforderung der Reisenden gegen Entrichtung

Ausland

Wien. Die galizischen Judencxcesse nehmen einen bedenklichen Umfang an. In Jaslo versuchten 400 Bauern in zwei Dörfer der Umgebung einzudringen und

Spanier nahmen für einige Zeit Deckung im Walbe, von wo aus sie die Amerikaner beschossen. Ein sehr starker Angriff der Spanier erfolgte kurz nach Mitter­nacht auf den Südwestabhang, jedoch wurden die Spanier durch Gewehrsaloen zurückgeworfen. Die Spanier erneuerten die Angriffe noch mehrere Male während der Nacht, jedoch ohne Erfolg. Die Amerikaner rühmen die von den Spaniern bewiesene Tapferkeit. Von derMarblehead" wurden Verstärkungen gelandet.

Aus Chicago meldet der Telegraph: Der große Ge- treidespekulant Joseph Leiter ist genöthigt, große Ver­käufe weit unter dem Selbstkostenpreise zu machen. Wie gemeldet wird, sind mehr als 10 Millonen Bushels Weizen allein in Chicago auf seine Rechnung liquidirt worden. Sein Vater hat abgelehnt, ihm zu helfen.

Leiter erklärt, seine Zeitkäufe seien liquidirt und er werde den Locoweizen an Trustees übergeben. Das heißt mit einem Worte: Die Weizenspekulation Leiters ist zusam-

mußten von Militär und Gendarmie gewaltsam zurück-) mengebrochen. Die einzelnen Sätze des Telegramms gedrängt werden, wobei mehrere Personen erschossen wollen, in eine verständlichere Sprache übersetzt, Fol-

des tarifmäßigen Zuschlagpreises.

* Vorsicht bei geaichten Fässern! Das Frank­furter Aichamt giebt bekannt: Für Käufer von Flüssig­keiten in geaichten Fässern empfiehlt es sich, auf die dem Fasse aufgebrannte Jahreszahl der letzten Aichung zu achten und sich zu überzeugen, daß die letzte Aichung nicht zu weit, in der Regel höchstens zwei Jahre zurück- liegt. Eine Frankfurter Firma, die von einem Likör­fabrikanten seit mehr als zehn Jahren Branntwein und Liköre bezog und die Zahlung nach der Faß-Aiche leistete, ließ im letzten Jahre eine Anzahl der ihr gelieferten Fässer beim Aichamt nachaichen, wobei sich für sieben Fässer ein Manko von 19 Liter ergab. Die den Fässern aufgebrannten Aichzahlen thaten dar, daß die Fässer letztmals in den Jahren 1878, 1882 und 1885 geaicht waren. Die Firma wandte sich um Aufklärung an die Normal-Aichungs-Kommission in Berlin und erhielt folgenden Bescheid: Erfahrungsgemäß verkleinerten sich Fässer vielfach im Laufe der Jahre infolge des An- treibend der Reife; es sei daher die bei der Aichung ermittelte Inhaltsangabe nur für eine beschränkte Zeit- muer, die zwei Jahre nicht überschreite, als maßgebend zu betrachten. Da eine Pflicht zur Nachaichung nicht bestehe, so könne nur empfohlen werden, daß die Empfänger sich gegen Benachtheiligung dadurch schützten, daß sie die Waare nur in solchen Fässern annähmen, deren letzte Aichung höchstens zwei Jahre zurückliege.

* Volksheilstätte in Bad Orb. Am 15. Juli b. J. soll in Bad Orb die durch die Conferenz der wangelischen Pfarrer des Hanauer Bezirks begründete Volksheilstätte" eröffnet werden, welche den Zweck hat, minderbemittelten Kranken die Wohlthat einer Badekur

zugänglich zu machen. Aufnahme finden erwachsene Kranke, die an Scrophulose, allgemeiner Schwäche, Blut- armuth, Bleichsucht, Herzfehler, Lungenkrankheit, Rheu­matismus u. s. w. leiden, sowie auch Reconvalescenten. Mit Beginn des nächsten Monats werden vorläufig 8 Betten bereit stehen, um Kranken für eine Kur von 4 Wochen Aufnahme, liebevolle Pflege und unter Sottt-