Einzelbild herunterladen
 

SchlüchternerMtung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pf.

Tur-rr-rrwn-wwrrrawiuimi u. etchtrrntmr^~a^mr'^^~-<w»wg,'»l,M>yB*^ »«»5» M 32,

°"k dieSchlÜchterner Zeitung" H werden noch fortwährend von allen -....... - " Postanstalten und Landbriefträgern sowie von der Expedition entgegen genommen.

Amtliches.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche noch mit der Erledigung der diesseitigen Ver­fügung vom 2. d. Mts. J.-Nr. 242 J. Krcisblatt Nr. 14 betreffend Erstattnng des Berichts über die Zahl der Hallekinder rc. im Rückstände sind, haben die­selbe binnen 24 Stunden bei 3 Mark Strafe zu erledigen.

Schlüchtern, den 19. April 1898.

Der Königliche Landrath: i. V. Goerz.

Mittwoch, den 20. April 1898.

mehren sich von Tag zu Tag. Der nordamerikanische Turnerbund wird durch zahlreiche Mitglieder vertreten sein, die Belgier und Italiener werden gleichfalls zahl­reich erscheinen, namentlich aber werden die Schweizer Turner mit mehreren Riegen theilnehmen. Der Mos­kauer Turnverein will eine Barrenriege stellen, die Turn­vereine zu Mediasch in Siebenbürgen und zu Blumenau in Südbrasilien haben auch Vertreter angemeldet. Von Berliner Turnern werden etwa 1000 an dem Fest theil­nehmen. Soweit bisher bekannt, werden auf der Durch­fahrt nach Hamburg die Oesterreicher, Sachsen, Bayern und Schlesier Berlin berühren und dort festlich begrüßt werden.

Aus der Lüneburger Haide, 13. April. Zur besseren Erschließung der Kieselguhrlager (Infusorienerde) in den Kreisen Celle und Uelzen hat jetzt die GrubeWiecheD eine Kleinbahn durch die Haide bis an die Landstraße Hermannsburg-Unterlüß legen lassen und wird nun die Infusorienerde, die früher in einfachen Handkarren auf den sandigen Haidewegen gefördert werden mußte, mittelst Dampfkraft herausgeholt und in Kipplowrien fortgeschafft. Die Kieselguhrlager steigen fortwährend im Preise, man fordert jetzt 7000 Mark pro Morgen und da einer der Hofbesitzer dieses Striches 200 Morgen abbaufähiger Kieselguhr besitzt, so hat diese kostbare Haideerde für ihn einen Werth von 1400 000 Mark. In Auermühle, Kreis Uelzen, ist kürzlich ein neues Kieselguhrlager aufgefunden.

Heiligenstadt, 14. April. Ein hiesiger Kaufmann, welcher keine Branntwein Konzession hatte, wurde von zwei Leuten, welche bei ihm für 5 bezw. 7 Pfennig Branntwein gekauft hatten, denunziert. Wegen Ueber- tretung des § 44 der Gewerbeordnung wurde der An­geklagte zu 60 Mk. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurtheilt.

Bom Rhein. Eine bewegte Vergangenheit hatte der Feldhüter Philipp Neuhardt, der im Alter von 64 Jahren in Mülheim a. RH. gestorben ist. Im französischen Elsaß geboren, trat er als junger Mensch in ein franzö fisches Kürassierregiment ein und diente länger als zwö Jahre. Unter Napoleon III. hat er in den Wüsten Algiers, bei der Belagerung Scbastopols, bei dem Unternehmen in Mexiko sowie in dem fernen China mitge- kämpft. Als Auszeichnung brächte er eine Anzahl Orden heim, die in Preußen anzulegen ihm später ge­stattet wurde. Als Abkömmling einer alten biederen deutschen Familie fühlte er sich nach Preußen gezogen, und so kam es, daß er 1870/71 in den Reihen der deutschen Krieger gegen seine ehemaligen Kamerad« kämpfte. Nach Beendigung des Krieges kam er nach Mülheim, wo des kräftige Mann als städtischer Feld Hüter mit seinem Eisenstock in der Hand in den Fluren für gewisse Leute eine sehr gefürchtete Erscheinung wurde.

Würzburg, 13. April. In Oehringen, einem armen Rhöndorf bei Kiffingen, sind in vergangener Woche 9 Wohnhäuser, 4 Scheunen und 14 kleinere Nebengebäude total niedergebrannt. Gerettet wurde fast nichts. Auch sind die Abgebrannten nur theilweise ver- ichcrt. Von den 87 Einwohnern des Ortes sind 56 obdachlos. Prinzregent Luitpold von Bayern hat für die Abgebrannten 600 Mk. gespendet.

Schweinfurt, 15. April. Vom hiesigen Landgerichte wurde der im 50. Lebensjahre stehende Oekonom Egidius Wirsing von Heustreu zu 6 Monaten Gefäng niß verurtheilt, weil er vor einiger Zeit 47 Obstbäumc an der Distriktsstraße umgeknickt hatte.

Kissingcn, 15. April. Der Kaiser von Oesterreich, der sich am 19. April nach München zur silbernen Hochzeit seiner Tochter, der Prinzessin Gisela, begibt und von dort zum 70. Geburtstage des Königs nach Dresden reist, trifft von dort zum Besuche der Kaiserin, die am 25. April zum Kurgebrauche hierherkommt, hier ein.

Brückcuau, 16. April. Der Hauptantheil von den 500,000 Mk. die von der bayerischen Regierung im Landtag für das Bad Brückenau verlangt werden, nämlich 467,000 Mk., trifft auf die Ersetzung des ruinösen Langbaues, dessen Erdgeschoß Veckaufsläden und Gottesdiensträume, dessen erster Stock mangelhafte Fremdenwohnungen enthält. Das Bad ist an Bayern aus dem Besitze der Fürstbischöfe von Fulda auf Grund der Beschlüsse des Wiener Kongresses 1816 übergegangen. Als Beweis, wie sehr es sich inzwischen gehoben bot, gibt der Begründung der Borlage an, daß es 1897

KreisViehverftcherungs-Attstalt.

Für das 2. Halbjahr 1897/98 (1. Oktober 1897 31. März 1898) ist die Erhebung einer Prämie von 70 Pfg. pro 100 Mk. VersicherungSkapital festgesetzt werden und werden die Erhebelisten hierüber den Herren OrtSvirtretern alsbald zugehen.

Wegen des Rechnungs- und Jahresabschlusses am 30. April sind die Prämien bis spätestens den 29. April an die Kreis-Kommunalkasse abzuliefern.

Die Herren Bürgermeister wollen diese Bekannt­machung den Ortsvertretern vorlegen und dieselben bei Erhebung der Beiträge, Aufnahme neuer Versicherungen u. s. w. thunlichst unterstützen.

Schlüchtern, den 6. April 1898.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.

Deutsches Reich

Berlin. Am Dienstag gedenkt sich der Kaiser zur Auerhahnjagd nach Kaltenbronn zu begeben. Die Kai­serin verbleibt bis Anfang Mai in Homburg v. d. Höhe, dagegen haben der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich bereits wieder die Rückreise nach Plön angetreten. Ihre Einsegnung soll in der Pfingstwoche in Potsdam bezw. in Berlin erfolgen. Am 18. Juni wird der Kaiser in Hamburg eintreffen, um der Tags darauf auf der Unterelbe bet Cuxhaven stattfindenden Segelregatta um den Großen Preis beizuwohnen.

Die Krankheit König Ottos von Bayern soll nach einer Mittheilung desBayerischen Kurier" aus gut informierter Quelle in Blasenkrebs bestehen, wodurch sich auch die zeitweise auftretenden Blutungen erklärten. Das Schmerzgefühl soll sich in den letzten Tagen bedeu­tend gesteigert haben.

Die Verlobung der holländischen Königin Wil- helmine mit dem Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar soll, wie aus dem Haag berichtet wird, derAmsterdam- Harlemer Zeitung" zufolge am Tage der Volljährigkeit der jugendlichen Königin amtlich bekannt gegeben werden.

Hamburg. Mit dem Verkauf der beiden Schnell­dampferNormannia" undColumbia" durch die Ham­burg-Amerikanische Packetfahrt-Aktiengesellschaft an die Londoner Firma H. E. Moß u. Co., welche sie nach Spanien weiter verkauft hat, scheiden, denH. N." zufolge, zwei für den Kriegsfall bestimmte Hilfskreuzer unserer Flotte aus den Liften, so daß nach den neuen Schiffslisten zur Zeit nur noch zehn große Schnell­dampfer für den Dienst als Anxiliarkreuzer bestimmt sind. Beide Schiffe sind zu Anfang dieses Jahrzehnts vom Stapel gelaufen und haben eine mittlere Geschwin­digkeit von 20 Seemeilen in der Stunde. DieNor­mannia" war bereits im Sommer 1895 einmal zu einer Probeindienststellung unter der Kriegsflagge, indem das Schiff unter dem Befehl des Korvettenkapitäns Truppe! kriegsschiffmäßig ausgerüstet und armirt worden war. Nunmehr sind von den Schiffen der Hamburg-Amerika- Linie nur noch die beiden SchnelldampferFürst Bis- marck" undAuguste Viktoria" für den Hüsskreuzer- dienst bestimmt, während der Bremer Lloyd im Kriegs­fall zehn seiner Schnelldampfer der Marineverwaltung zur Verfügung zu stellen hat. Durch die weiteren Neu­bauten der beiden großen Gesellschaften wird indessen demnächst die Zahl der Hilfskreuzer vergrößert werden, so daß der Verkauf der beiden Dampfer nach dem Aus­lande für die Zwecke unserer Kriegsflotte nicht von wesentlicher Bedeutung ist.

Hamburg. Zu dem Deutschen Turnfest in Hamburg wird berichtet, daß die Gesammtzahl der dort erwarteten Turner auf 30000 geschätzt wird. Die Anmeldungen

49. Jahrgang.

2011 Kurgäste hatte (1896: 1497). Der Versandt des Wassers der Wernatzer Quelle ist von 4000 Flaschen im Jahre 1885 auf 120,000 im Jahre 1897 gestiegen. Die Quelle soll nun ein Schutzdach erhalten. Ferner soll eine 41 Meter lange und 5 Meter breite Wandel­bahn von der Wernatzer Quelle bis zum Sinnfluß gebaut werden. Die Kosten hierfür sind auf 33,000 Mk. veranschlagt.

Ausland.

Spanien. Man glaubt auch in Madrid jetzt, daß keine Aussicht mehr auf Erhaltung des Friedens sei. Angesichts der Jnterventionsdrohung der Vereinigten Staaten müsse Spanien fortfahren, sich auf seine Ver­theidigung vorzubereiten. Ein Beschluß, zur Verstärkung der Flotte eine nationale Subskription zu eröffnen, soll unverzüglich der Königin-Regentin zur Vollziehung unterbreitet werden. Ein Gerücht besagt, Spanien werde schließlich 250 Millionen Dollars für den Verzicht auf Kuba annehmen. Die Slimmung ist kriegerisch, aber man befürchtet republikanische Anschläge gegen die Dynastie.

London, 18. April. Der Geist, aus welchem in gewissen Theilen Amerikas ein eventueller Krieg geboren werden wird, ist am besten aus der Thatsache zu er­kennen, daß die Stadt Chicago beabsichtigt, die Kriegs­erklärung durch ein Freudengeläut sämmtlicher Kirchen- glocken und durch das Pfeifen sämmtlicher Dampfpfeifen zu begrüßen. Verschiedene westliche und südliche Städte planen hierfür Straßenaufzüge, Feuerwerk und Dank­gottesdienst. Die Newyorker Presse wird die Kriegser­klärung durch Scheinwerfer und andere sensationelle Mittel kundgeben.

Lokales und Provinzielles. * Schlüchtern, 20. April.

* Dem endgiltigen Sommerfahrplan-Entwurf für den kgl. Eisenbahn-Direktionsbezirk Frankfurt a. M. entnehmen wir das Folgende: Für die Hauptstrecke Frankfurt-Bebra ist zu bemerken, daß der letzte Zug von Fulda nach Frankfurt a. M. (Personenzug mit 1.4. Kl.) täglich verkehren, Abends 8 Uhr 49 Min. abgehen und Nacht 12 Uhr 13 Min. in Frankfurt eintreffen wird. Weiter bleibt hervorzuheben, daß der Mittags 11 Uhr 27 Min. in Fulda aus Leipzig ein« treffende Schnellzug in Hünfeld ständig (nicht mehr nur im Bedarfsfälle) anhalten soll, sowie daß der Nachmittag 3 Uhr 48 Min. von Frankfurt in Fulda eintreffende Schnellzug nach Leipzig, der bisher Hünfeld stets durch- fahren, daselbst fakultativen Aufenthalt erhält. Auf der Gersfelder Linie tritt gegen den vorigen Sommer die Aenderung ein daß der letzte Zug von Gersfeld nach Fulda eine halbe Stunde früher verkehrt. Auf der Linie Fulda-Tann wird der letzte Zug nach Fulda etwa eine halbe Stunde, der letzte dahin aber eine Viertel­stunde früher gelegt. Auch der erste Zug von Fulda nach Tann soll eine etwas frühere Lage erhalten.

* Aus der Strafkammer-Sitzung vom 14. April. Berufungssache des Schneidermeisters Joh. Nic. St. und Spenglers S. von Slerbfritz wegen Hausfriedens­bruchs und groben Unfugs, durch schöffengerichtliches Urtheil in Schwarzenfels am 10 Februar er. zu je 1 Monat Gesängniß und 14 Tagen Haft verurtheilt, sowie der Amtsanwaltschaft dortselbst gegen bezüglich des damaligen Mitangeklagten Adam St. gleichzeitig er« gangenes freisprechen^es Urtheil: M>t einem vierten Angeklagten, der sich mit seiner Strafe beruhigte, halten ich die Genannten am 31. Oktober o. J. ]pat Abends n die A.'sche Wirtschaft in Sterbsritz begeben. Der Wirth, erst neu zugezogen, wollte es mit den Leuten nicht verderben und schänkte ihnen, obgleich die Feier­abendstunde vorbei war, Bier aus, weigerte sich jedoch zu neuer Abgabe, als die Betreffenden noch mehr Stoff verlangten. Hierauf geriethen diese in Wuth, umsomehr als in einem Nebenzimmer noch verschiedene Gäste, Förster rc. saßen, denen unbeanstandet weitere Getränke verabreicht wurden. Der Wirth forderte die Randaliren- den auf, sein Lokal zu verlassen, was jedoch erst nach mehrfacher und eindringlicher Wiederholung unter außer­ordentlichem Lärmen und Schimpfen geschah. VordemHause vollführten sie dann weiteren Spectakel, klopften mitFäusten und Füßen wider Fenster und Thür undmachten sich damit groben Unfugs schuldig. Durch Urtheil der Strafkammer, wird das erstinstanzliche Urtheil folgendermaßen geändert: Joh,