Steinen, die ein Vergißmeinnicht bildeten, ihn ihm.
„Das kannst Du thun!" rief er empört.
„Ich habe nachgedacht, wie ich nur konnte," gab sie zur Antwort. „Ich weiß mir keinen anderen Ausweg." (Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
Neustadt a. S., 26. Januar. Der gestrige Rindviehmarkt war trotz der schlechten Witterung mit 300 Stück betrieben. Der Handel ging mittelmäßig. — Der Schweinemarkt war im Allgemeinen ziemlich gut befahren, jedoch machte sich ein kleiner Rückgang der Fleischpreise bemerkbar. Die Nachfrage nach fetten Schweinen war groß und wurden die sehr wenig Zuge- triebenen alle umgesetzt zu 56—58 Pfg. pro Pfund Fleischgewicht. Ebenso rege war der Umsatz an Läuferschweinen (Zufuhr 65-70 Stück) und schwankten die Preise zwischen 32—70 Mk. pro Paar. Der Saug- schwetnemarkt war mit 34 Körben bestellt. Preise per Paar 20—35 Mk. Umsatz hierin schleppelnd.
— Verhütet bei den Stubenvögeln die Erkältung! Wie oft kann man sehen, daß am Morgen beim Reinigen der Zimmer die Fenster und Thüren geöffnet werden, um tüchtig durchziehen zu lassen, aber man macht sich Nicht die Mühe, den Vogelkäfig, der am Fenster seinen Platz hat, auf kurze Zeit wegzustellen. Oft geschieht dies aus Bequemlichkeit, obwohl man bei einiger Beobachtung klar werden muß, daß diese Behandlung den Stubenvögel nicht gerade angenehm sein kann, wenn sie plötzlich der kalten Zugluft ausgesetzt werden. Durch daS Aufstellen der Federn und Ruhigsitzen bekunden sie ihr Unbehagen. Erkältungen, die sich durch Heiserkeit bei Singvögeln oder Rheumatismus der Füße kennzeichnen, find die Folge und dann wundert man sich noch, daß der Vogel nicht mehr singt und krank werden kann.
— Eine Massenküudigung kleinerer Geschäftslokale zum 1. April hat in verschiedenen Stadtgegenden Berlins stattgefunden. Wegen des schlechten Geschäftsganges in den Detailgeschästen, soweit sie nicht der Lebensmittel- branche angehören, dem gegenüber die theueren Mieths- Preise für offene Läden nahezu unerschwinglich sind, haben sich viele Geschäftsleute entschlossen, auf ihre Ladengeschäfte zu verzichten. Sie werden, da sie der Konkurrenz der großen Waarenbazare und Versandtgeschäfte, sowie dem von vielen Fabriken betriebenen direkten Verkauf ihrer Erzeugnisse an das Publikum nicht Stand halten können, theils sich vom Geschäft zurückzieheu, theils als Agenten, Kommissionäre, Reisende ihren Erwerb suchen. Namentlich sind es die Papier- und Galanteriewaaren-Geschäfte kleineren Umfanges, die in ihren Einnahmen immer mehr zurückgehen.,)
— Die Geschwindigkeit der Sonne im Weltenraume.
und reicht I Der berühmte Astronom Struve ermittelte diese Geschwindigkeit in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts auf 6,6 Kilometer in der Sekunde. Diese an sich bereits außerordentliche Geschwindigkeit ist nach den neuesten Berechnungen viel zu gering veranschlagt. Der
Astronom Monck in Dublin fand durch Vergleichung der Sonnenbew-gung mit dem Standorte von 2000 ver- schi denen Fixsternen, daß die Bewegung der Sonne nicht weniger als zwischen 16 und 24 Kilometer in der Sekunde betragen muß. Auf diesem rasenden Laufe zieht unser Muttergestirn die Erde und alle anderen Planeten mit ihren Trabanten und auch die periodisch wiederkehrenden Kometen mit sich. Gegenwärtig führt uns diese Reise durch den Weltenraum in der Richtung auf das Sternbild des Herkules hin. Ueber die Bahn, in der sich die Sonne mit ihrem System in späteren Jahrtausenden bewegen wird, wissen wir noch nichts.
— Wie die Chinesen ihre Geschichte schreiben. Das chinesische Reich besitzt gerade so gut seine Hofhistorio- graphen wie das deutsche Reich, nur mit einem sehr bemerkenswerthen Unterschiede. Diese Geschichtsschreibung wird nümlid) nicht früher veröffentlicht, als bis ein Kaisergeschlecht ausgestorben oder auf eine andere Weise durch ein neues ersetzt ist. Dadurch wird den Geschichts- schreibern die Möglichkeit gegeben, ungestraft und unparteiisch die Tugenden und Laster der verschiedenen Herrscher und die guten und schlimmen Ereignisse während ihrer Regierung aufzuzeichnen. Diese weise Einrichtung ist schon über 2000 Jahre alt, denn die ersten solcher Geschichtsschreiber wurden von dem Kaiserhause der Han ernannt, welches von 206 v. Chr. bis 25 n. Chr. regierte. Die Geschichtsschreiber haben alle Ereignisse von Bedeutung, die sich während ihrer Thätigkeit ereignen, aufzuzeichnen. Jedes ihrer Schriftstücke kommt gleich nach der Niederschrift in eine eisenbeschlagene Truhe, die stets geschlossen ist.. Erst bei der Thronbesteigung eines neuen Kaiserhauses wird die Kiste geöffnet, und die angehäuften Dokumente werden dem dann lebenden Geschichtsschreiber ausgeliefert, der danach die Geschichte des vergangen Kaiserhauses niederschi eibt. Da die jetzige Dynastie seit dem Jahre 1644 herrscht, so sind seit dieser Zeit die Aufzeichnungen der Staatsgeschichtsschreiber noch nicht veröffentlicht.
— Ein 2000 Jahre altes Telephon. Die „Elektrotechnische Zeitschrift" bringt nach „The Electrician“ die Nachricht, daß ein englischer Offizier in Indien in Panj ein Telephon entdeckt habe, welches zwei mehr als 1,5 Kilometer von einander entfernte Hindutempel verbindet und nach seinen Nachforschungen über 2000 Jahre in Benutzung gewesen sein soll. Leider werden keine näheren Ausgaben gemacht. Zunächst dürfte wohl diese Nachricht mit Mißtrauen aufzunehmen sein, wenn auch kein zwingender Grund für die direkte Unmöglichkeit
vorliegt, daß die Gelehrten- und Priesterkaste eines der ältesten Kulturvölker vor so langer Zeit schon eine solche Erfindung gemacht und sie unter sorgfältiger Wahrung des Geheimnisses gegen nicht ihrer Kaste Angehörige besonders zu religiösen Zwecken benutzt habe. Nach obiger Quelle sind schon früher von Aegyptologen unzweideutige Spuren von Drahtverbindungen zwischen Tempeln aus der Zeit der älteren egyptischen Dynastien gefunden worden, ohne daß es nachweisbar ist, ob dieselben für telegraphische, telephonische oder andere Zwecke gedient haben. Hierbei wird an die Thatsache erinnert, daß mehrere ägyptische Tempel mit regelrechten Blitz- ableitern versehen waren, so der Tempel zu Deutra, der mehrere, 30 bis 40 Meter hohe, mit Kupfer beschlagene Holzstangen hatte, deren Bestimmung als Blitzableiter aus einer Inschrift hervorgeht. Der Tempel zu Medinet Abu trug nach urkundlichen Zeugniffen Blitzableiter mit vergoldeten Spitzen, welche um 1300 v. Chr. von Ramses IIL errichtet wurden.
Henneberg-Seide ä S'Ä zogen — schwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Meter — in den msdcrnsienGewrben, Farbe«, und Dessins. An Private porto- und steuerfrei ins Haus Muster umgehend.
Henneberg’s Seiden-Fabriken <k.«. k. Hon., Zürich.
Poröses Pflaster.
Das beste, schnellste und sicherste aller äußerlichen Mittel gege« Rheumatismus, Gicht, Rückenschmerze«, Seitenstechen, Hüftenweh, Brustschmerzen, Husten, Hexenschuß, Stauchungen, Verrenkungen, Gelenk- uud Muskel-Entzündungen, im allgemeinen als Unübertroffener Schmerz- stiller.
Anwendung sehr reinlich und bequem und nicht wie lästige Einreibungen, Oele, Salben etc. Preis M. 1.—. Zu beziehen von Engel-Apotheke Salmünster, Engel-Apotheke Frankfurt a. St* Zur Beachtung. Oft wird versucht, beim Einkauf von William'« porösem Pflaster andere Pflaster, die gänzlich werthlos sind, dem Publikum aufzu drängen, mit der Vorspiegelung, daß dieselbe« ebenso gut seien. Man sei deshalb auf der Hut und weise alle Pflaster zurück, welche nicht, wie die echten Willtam's poröse Pflaster, obige Schutzmarke (3 Figuren) tragen.
Bestandtheile jeden Pflasters: Laoutchauc-Pflaster 1,000 Arnica-Ertract 0,05, HamameliS-Ertract 0.1. Capsicum-Ertract l.O
Königliche Oberförstcrei Salmünster.
Donnerstag, den 3. Februar d. J. von Vormittags 9 Uhr ab, werden im Gasthaus „Zum Löwen" hierselbst aus dem District 24, Schutzbezirk Mernes, District 103 und 106, Schutzbezirk Alsberg, District 124, Schutzbezirk Hausen versteigert, etwa:
200 Raummeter Eichen-Scheit u. Scheit- Anbruch,
50 Raummeter Eichen-Astknüppel,
50 „ „ Reiserknüppel,
260 „ Buchen-Scheitu. Scheit Anbruch,
110 Raummeter Buchen-Stamm- und 11 Astknüppel,
L 120 Raummeter Buchen-Reiserknüppel, Königliche Oberförsterei
Salmünster.
r Donnerstag, den 1v. Februar d.J. werden von Vormittags 9 Uhr ab, in dem Gasthaus „Zum Löwen" hier- selbst aus den Districten 4, 11, 105, 110, 122, 129, 147, 151, 152 und dem TotalitätS-Einschlag, Schutzbezirk Mernes, Salmünster, «lsberg, Hausen und Ahl
versteigert etwa:
20 Raummeter
Eichen-Scheit
20
w
„ Knüppel
170
N
„ Reiserknüppel
600
N
Buchen-Scheit
300
N
„ Knüppel
270
tf
„ Reiserknüppel
50
V
Fichten-Stammknüppel,
1,5 Meter l
ang
50
Raummeter
Fichten - Reiserknüppel,
1,5 Meter lang, zu Umzäumungen 100 Raummeter Kiefern-Stammknüppel.
Jauchefiissrr
in jeder Größe, billig bei
Küfer Blmii, Schlüchtern.
Holzverkauf.
Dienstag, den 8. Februar 1898 von Vormittags 9 Uhr an
soll im Gasthaus „Zum Löwen" in Schlüchtern das im Stadtwald Eichholz District 9, 10 und 16a lagernde Nutz uud Brennholz öffentlich meistbietend versteigert werden, nämlich:
1. 8 Eichen-Bauholz-Abschnitte von 3 bis 10 Meter Länge und 18 bis 29 Centimeter Durchmesser, zusammen 3 Festmeter.
2. 3 Kiefern-Bauholz-Abschnitte von 3 bis 13 Meter Länge und 19 bis 43 Centimeter Durchmesser, zusammen 2 Festmeter.
3. 101 Stück Fichten-Stangen von
L bis IV. Klasse.
4. 55 *|a Raummeter Eichen-Schicht-
nutzholz Rollen.
in
3 Meter langen
5.
25 Rmtr. Eichen-Scheit.
6.
47
n
„ -Knüppel.
7.
70
•f
„ -Reis.
8.
191
ff
Buchen-Scheit.
9.
410’12
„ -Knüppel.
10.
955
ff
„ -Reis.
11.
8
ff
Andres Laubholz-
Scheit.
12.
ff
„ Laubholz- Knüppel.
13.
10
M
„ Laubholz-
Reis.
14.
21’h
,/
Kiefern-Scheit.
15.
3
//
„ -Knüppel.
16.
15
ff
„ -Reis.
31. Januar 1898.
Schlüchtern,
den
Der Bürgermeister, S a l o m o n.
Zuchteber
hat zu verkaufen.
Johannes Möller, Hinter stetnau.
Holzverkauf.
Am
Donnerstag, den 10. Februar er.
von 11 Uhr Vormittags ab, sollen in der Gastwirthschaft „zur Krone" in Altenhaßlau ca. 100 Stück in dem Gerichtswalde Altenhaßlau nahe bei Gelnhausen lagernde Eichen Abschnitte des diesjährigen Hiebes mit 'ca. 85 Festmeter Inhalt (Längen von 2,7—12 Meter mit Durchmesser von 30—67 Centimeter) brauchbar zu Nutz-, Bau- und Schwellenholz öffentlich meistbietend verkauft werden. Die Bedingungen werden vor dem Verkauf bekannt gegeben.
Kaufliebhaber wollen sich mit dem Waldschütz Hofmann von hier in Verbindung setzen, welcher die Hölzer auf Wunsch vorzeigen wird.
Altenhaßlau, am 26. Jan. 1898.
Der Gerichtsvorstand.
Bekanntmachung.
Neuwakiken zur ^andefs^ammer.
Unter Bezugnahme auf die in diesem Blatte erlassene Bekanntmachung der Handelskammern vom 8. Januar ds. Js. bringe ich hierdurch zur Kenntniß, daß auf Grund des Gesetzes über die Handelskammer vom 24. Februar 1870 — 19. August 1897 eine Neuwahl sämmtlicher Mitglieder der Handelskammer vor dem 1. April ds. Js. vorzunehmen ist.
In der Sitzung der Handelskammer am 1. Dezember v. Js. zum Wahlkommissar ernannt, lade ich die wahlberechtigten Firmen des Wahlbezirkes zur Vornahme der Wahl auf
Dienstag, den 15. Februar ds. Is.
Nachmittags 3 Uhr
in den Sitzungssaal des hiesigen Rathhauses ein.
Schlüchtern, den 8. Februar 1898.
Der Wahlkommissar:
Ferd, Fenner.
Jagd-Verpachtung.
Die hiesige Gemeindejagd soll vom 1. April d. Js. ab auf weitere 3 Jahre verpachtet werden. Es wird deshalb Termin auf den 14. Februar d. Js. Mittags 12 Uhr, in der Schüßler- schen Gastwirthschaft hierselbst anberaumt, wozu Pachtliebhaber ergebenst eingeladeu werden.
Die Bedingungen werden vor Beginn des Termins bekannt gemacht.
Marjoß, den 26. Januar 1898.
Der Bürgermeister:
Zehner.
Den Bestellern zur Nachricht:
Melasse-Mler
ist wieder vorräthig.
Ferd. Fenner.
Schlüchtern.