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will den Verwandten meines verstorbenen Gemahls nicht Grund zur Unzufriedenheit geben," hielt sie ihm vor.

Noch sechs Monate, welche Ewigkeit für mich; be- denke doch, Geliebte, was Alles sich in dieser Zeit er- eignen kann!"

Bertram, dünkt Dich das Glück, das unser wartet, so gering, daß es auf ein paar armselige Wochen längeren oder kürzeren Wartens ankommt? Du weißt doch, daß ich unter allen Umständen die Deine bleibe."

Und er war besiegt. Inbrünstig drückte er die Lippen auf die weiße schmale Hand, und sagte zärtlich: Ich will warten, verzeihe mir mein Ungestüm, Valentine."

Im Herbste, wenn die Blätter lautlos von den Bäumen auf die weißen, kiesbesäten Gänge des Parkes wirbeln, wollten sie ihrem Herzensbunde die Weihe des Priesters folgen lassen. Lange genug hatten sie nun gewartet und daS Leben ist so kurz, weshalb so viele Stunden und Tage, die einen das Schicksal in die Lage setzt,glücklich zu verbringen, unbenutzt verstreichenzulassen?

Mitten in ihrem spät erkämpften, bräutlichen Glück traf sie ein Telegramm aus Nizza wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ihr einziger Bruder, welcher schon längere Zeit den weltberühmten, klimatischen Kurort zur Linderung eines langwierigen Leidens aufgesucht, dieselbe bis dahin aber noch nicht gefunden, hatte unverhofft eine Wendung zum Schlimmeren erhalten und bat nun die Schwester, als die nächste Verwandte, unverzüglich nach dorten zu reisen und seinem einzigen Kinde, falls das Schlimmste eintreten sollte, zur Seite zu stehen. Nach ihrer Ankunft dortselbst umarmte sie eine ungefähr sech­zehnjährige vater- und mutterlose Waise. Sie fand den Bruder schon hinübergeschlummert in jenes Land, von woher keine Wiederkehr mehr folgt.

In tiefer Trauer, blaß und müde, kam sie wieder in der Heimath an und nicht sonderlich erfreut war der Bräutigambei der Aussicht, die langersehnte Vereinigung mit der Geliebten auf unbestimmte Zeit verschoben zu sehen. (Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Erfurt, 15. Mai. Ein hiesiger Bürger fand jüngst in der Jackettasche seines 9 Jahre alten Söhnchens Richard einen Brief folgenden Inhalts vor:Lieber Richard! Begleite mich morgen auf dem Wege zur Schule. Deine Dich liebende Olga!"

Amerika. Der größte Silberklumpen, welcher je in einem Bergwerk gewonnen wurde, ist, wie derProme­theus" mittheilt, im vorigen Jaare in den sogenannten Smugglergruben" zu Aspen in den Vereinigten Staaten gefunden worden. Die Bergleute stießen daselbst bei ihrer Arbeit auf einen gewaltigen Erzklumpen, der sich bei näherer Besichtigung und Prüfung als ein Block des reinsten Silbers darstellte. Erst nach beträchtlicher Mühe und Arbeit gelang es endlich, diesen riesigen Nugget" (wie der Fachausdruck für die gediegen vorkommenden Edelmetallmassen lautet), der ein Gewicht von 1650 Kilogramm und einen Werth von etwa 144 000 Mk. hatte, zu Tage zu fördern. Es ist dies das größte Stück reines Silber, von dem man jemals gehört hat, und stellt den vor einigen Jahren in den Gibson-Gruben" gefundenen Silberklumpen von 150 Kilogramm, der bisher als der größte galt, vollständig in den Schatten.

Die um sich greifende Unsitte des Tätowierens auf Arm und Brust hat im Orte Geich bei Düreu ein Opfer gefordert. Ein 12jähriger Junge hatte sich von einem Mitschüler die Anfangsbuchstaben seines Namens auf den linken Oberarm stechen lassen. Nach einigen Tagen schwoll der Arm bedenklich an und der Junge starb nach wenigen Tagen an Blutvergiftung.

Selbst das Herz kann von einem tüchtigen Chirurgen wieder zusammengenäht werden. Auf dem Chirurgenkongresse erregte der Bortrag des Herrn Dr. Rehn aus Frankfurt a. M.'über Herzwunden große Sen­sation. Man nahm früher an, daß von diesen Ver­letzungen nur 10 Procent zur Heilung kommen. Sehr häufig ereignet es sich, daß nach ganz kleinen Verletz­ungen, z. B. einen Nadelstich, sofort der Tod in Folge Herzstillstandes eintritt. Das läßt sich nur als Reflex­wirkung erklären. Die Blutung ist naturgemäß eine sehr heftige; jedoch zeigen Thierexperimente, daß bei kleinen Herzwunden die Blutung oft von selbst zum Stillstand kommt; daher die Möglichkeit einer spontanen Heilung. Die Blutung ist es jedenfalls, die das Schicksal des Patienten entscheidet. Bisher haben die Chirurgen sich stets gescheut, die allgemeinen Grundsätze der Blut­stillung auch auf das verletzte Herz anzuwenden d. h. die Verwundung frei zu legen und zu nähen. Für gewisse Fälle empfiehlt Redner dieses Verfahren entschieden. Er stellte einen Patienten vor, der einen Stich ins Herz bekommen hatte und fast sterbend in Krankenhaus gebracht wurde. Zwar erholte er sich wieder etwas; doch sprachen alle Anzeigen dafür, daß das Herz wieder blutete und das Ableben sicher beoorstand. Rehn legte das Herz frei, er fand die Stichwunde in der rechten Herzkammer, und es gelang ihm, trotz der stürmischen Bewegungen des Herzens die Wunde zu nähen. Der Patient ist vollkommen geheilt.

In einem hannoverschen Blatte steht folgendes Inserat:Laut Kontrakt habe ich bei meinem Wohn­ungswechsel mein Logis im selben Zustand zu übergeben, in dem ich es vor drei Jahren übernommen habe. Um diese Bestimmung erfüllen zu können, suche ich ca. 50 Mäuse, 200 Motten und 500 Wanzen lebend zu kaufen.

Wozu ist eine Fahne da? Vor einigen Tagen hat in Freienwalde unter großen Feierlichkeiten (Festzug durch die Stadt, Festessen u, s. w.) und unter Theil­nahme der Behörden die Einweihung der Fahne statt- gefunden, welche der dortigen Schützengilde kürzlich vom Kaiser verliehen worden ist. In einem Toast bei dem Festmahle sagte Herr Stadtrath Bräutigam unter an­derem Folgendes:Nun die Bedeutung der Fahne! Das Fahnentuch ist das Band und das Sinnbild der Einigkeit. Wenn die Schützen darauf nicht achten, so enthält die Fahne noch einen zweiten Gegenstand, der sie darauf hinweisen wird, das ist der Stock der Fahne. Er ist das beste Heilmittel im Falle eines Unfriedens." Nun weiß man doch endlich, zu welchem Zwecke Fahnen eigentlich da sind.

Ein Praktikus. Bankier:Meine Töchter haben Sie nun gesehen, jede bekommt 50,000 Gulden mit." Freier:Nun, Herr Kommerzienrath, wenn ich die Aelteste nehme, müßten Sie schon 10 pCt. zuzahlen.

Aha! Köchin:So! Und nun bist Du mir doch untreu geworden, trotzdem" Soldat:Deine Schuld! Ich habe vier volle Wochen gewartet, ohne von Dir ein Lebensmittelzeichen zu erhalten."

Ortsvorsteher:Jetzt hast Du schon drei Bub^n d' Eh' versprochen und hast sie alle drei fahren lassen, ja hast Du den gar kein Gewissen." Bauernmädel: Jo, jo, Herr Vorsteher, ich hab' schon eu gewisse, des ist der Hosbauernsepp, den nehm' ich auch zum Mann."

Ein sehr geduldiger Mann, dem seine Frau immer widersprach, sagte einst, als dies wieder geschah, zu ihr:Nun, laß es nur gut sein, mein Kind, ich weiß doch, daß ich ein gutes Weib habe."Den Teufel hast Du!" rief die Frau in der Hitze.

Gedankensplitter. Auch edle Naturen hadern mit dem Geschicke, aber nur mit dem der anderen.

Markt- und Handelsttüchri-chteu.

Frankfurt, 17. Mai. Der heutige Viehmarkt war mit 467 Ochsen, 44 Bullen, 502 Kühen, Stieren und Rindern, 256 Kälber»,. 220 Hämmeln u. 410 Schweine» befahren. Die Preise stellten sich wie folgt; Ochsen 1. Qual. Mark 62- 66, 2. Qual. 51-57, Bullen 1. Qual. 49-51, 2. Qual. 4547, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 5254, 2. Qual. 4248 Alles per 100 Pfund Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 6570, ZPfg 2. Qual. 55 60 Pf., Hammel 1. Qual. 56-58 Yfg., 2. Qual. 48-54 Pfg., Schweine 1. Qual. 52 -53 Pfg., 2. Qual. 5051 Pfg. Alles per 1 Pfund Schlachtgewicht.

Frankfurt a. M., 17. Mai. Hiesiger Weizen 16,25 16,50 Hiesiger Roggen 12,75-13,00 Russischer 12,75 13,00 Hiesige Gerste 15,00 -15,50, Pfälzer 15,00 15.50 Hafer je nach Qualität hiesiger 12,75 -13.75 Mark Alles per 100 Kilo.

Fulda, 15. Mai. Der heutige Schweinemarkt war mit 25 Läufern und 20 Ferkeln betrieben. Läufer 41 bis Mark Ferkel 31 bis Mark per Stück.

Seiden-Damaste Mk 135 ^^p-r U^. farbige Henneberg-Seide von 60 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Met. glatt, gestreift, karrirt, gemustert, Damaste etc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins etc.) porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. Durchschnittl. Lager: ca. 2 Millionen Meter.

Seiden-Fabriken G Henneberg, (k. u. k. hoa.» Zürich.

Belege

sind oft sehr zufriedenstellende Sachen, wenn man sie zur Ver­fügung hat, und Geschäftsleute kennen ihren Werth. Fremde sind zuweilen abgeneigt, den wörtlichen Angaben von Leuten Glauben zu schenken, mit denen sie nicht persönlich bekannt sind; aber ge- schriebene Angaben von unbetheiligien Parteien in Angelegenheiten, in denen sie keinen Grund zu einer Täuschung haben, sind für alle klar dxnkenden Leute überzeugend. Die folgenden Zeugnisse, welche nur ein paar unter den vielen Tausenden sind, die freiwillig an die Eigenthümer von WarnerS Safe Cure gesandt wurden, zeugen für die so häufig gemachte Angabe, daß Warner's Safe Eure das erfolgreichste von allen dem Publikum angeboienen Mitteln gegen alle Arien von Nieren- und Leberkrankheiten ist.

Aus Köln a. RH

Domhof 14. Auch ich fühle mich verpflichtet, meinen Dank auszusprechen. Seit 1886 litt ich an Gallen- und Leberleiden und fand durch nichts Linderung meiner Leiden. Bei einem schweren Anfall meiner Leiden im Jahre 1892 wurde ich durch Herrn Lokomotivführer Schmidt in Wetzlar gebeten, Warner's Safe Eure zu gebrauchen. Nach Gebrauch von 2 Flaschen nebst Pillen bin ich so gesund und munter geworden, daß ich bis jetzt nicht mehr das geringste verspürt habe und mein gewöhnliches Körpergewicht von 80 Kilogramm auf 107/z Kilogramm stieg.

Allen meinen leidenden Mitmenschen kann ich Warner's Safe Cure auf das beste empfehlen (Gez.) Gustav Schade, Lokomotiv­führer.

Aus der Schweiz.

Adelfingen (Zürich). 4 Flaschen Warner's Safe Cure haben mir ausgezeichnete Dienste geleistet in der Reconvalescenz. Nach den Folgen der Brustfellentzündung, wo Appetit und Ver­dauung darniederliegen, leistete mir dieses Mittel gute Dienste, was ich aus freien Stücken zu erklären mich verpflichtet fühle. (Gez) Gustav Akeret, Buchdrucker.

Zu beziehen von der Engel-Apotheke in Salmünster und Engel-Apotheke in Frankfurt a. M.

y Nachdruck unserer Inserate ist nicht gestattet und wird gerichtlich verfolgt. "HW

Königliche Obersörstcrci Salmünster.

Dienstag, den 25. Mai d. Js., werden von Vormittags 8'/, Uhr ab, im GasthausZum Löwen hierselbst aus dem diesjährigen Einschlag versteigert:

66 Eichen-Abschnitte mit 34 Fest­meter Inhalt, meist Bauholz, 150 Eichen-Abschnitte mit 15 Fest­meter Inhalt, Wagnerholz,

540 Eichen-Derbholzstangen,

150 Raummeter Eichen - Reisig- knüppel, 1,10 Meter lang, zu Grubenholz geeignet,

4 Buchen-Abschnitte mit 5 Festmeter Inhalt,

80 Raummeter Birken-Nutzscheit in 1 Meter langen Rollen,

16 Raummeter Erlen-Schichtnutz- Holz in 2 Meter langen Rollen, 120 Abschnitte Kiefern- und Lärchen- Bauholz mit rot. 48 Fest­meter Inhalt,

300 Lärchen-Derbholzstangen,

80 Abschnitte Fichten-Bauholz mit rot. 17 Festmeter Inhalt,

2250 Fichten-Derbholzstangen (160 I., 540 II. und 1550 III. Classe),

42 Raummeter Fichtcn-Nutzknüppel, meist in 2 Meter langen Rollen, zu Papierholz geeignet.

Wanx pro 1896.

Aktiva Mark 48 853,90

Passiva ,, 48816.94

Gewinn Mark 36,96

Stiftungsfonds Mark 792,63

Reservefonds Mark 61,91

Mitgliederzahl Ende 1895: 72 Zugang 1896: 1

Abgang 1896: Ende 1896: 73

Clmer Darlehnskassen-Verein e. G. m. u. H.

Der Vorstand: Seyb. Gerlach. Stoppel.

freiwilliger Verkauf.

Sonnabend, den 22. Mai, Nach­mittags 4 Uhr, kommen im Hause der verstorbenen Wittwe Orth folgende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung zum Verkauf:

1. ein Wagen,

2. ein Pflug,

3. eine Egge,

4. eine Jauchepumpe,

5. ein Jauchefaß,

6. ein Paar Wagenleitern und sonstige Gegenstände.

Schlächtern, den 17. Mai 1897.

Katharina Schäfer.

Uerding.

Die Arbeiten und Lieferungen zur Umänderung der Abortanlage im Krankenhause zu Stein au sollen aus freier Hand vergeben werden. Etwaige Reflektanten wollen sich an den Unter­zeichneten wenden.

Schlüchtern, den 15. Mai 1897.

Der Vorsitzende der Kreisarmencommission: Orth.

Fenerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha. Auf Gegenseitigkeit errichtet im Jahre 1821.

Nachdem der bisherige Vertreter obiger Anstalt, Herr Heinrich Schäfer in Schlüchtern, verstorben, ist an dessen Stelle sein Sohn, Herr Philipp Schäfer daselbst, zum Agenten für Schlüchtern und Umgegend ernannt worden, was wir hier­durch zur öffentlichen Kenntniß bringen.

Frankfurt a M., im Mai 1897.

Generalagenkir der Feuerversilhemngslmnk f. A. zu Gotha.

Knauer.

Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung, halte ich mich den im hiesigen Agenturbezirk wohnenden Theilnehmern der Feuerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha zur Vermittelung ihrer Versicherungsangelegenheiten hier­durch empfohlen und lade zur weiteren Betheiligung an dieser auf Gegenseitigkeit be­ruhenden Anstalt ein, indem ich mich zugleich zu jeder wünschenswerthen Auskunft über dieselbe bereit erkläre.

Schlüchtern, im Mai 1897.

Philipp Schäfer, wohnhaft im Hause des Herrn Lehrer König,

Kchwimmkursus.

Mit der Eröffnung der Badeanstalt beginnt der diesjährige Schwimmkursus. Anmeldungen nimmt entgegen

J. Seihest, Schwimmlehrer.

9 Stück sehr schöne Ferkel (sämmtlich Bergel) hat zu verkaufen . N. Beck, Maurermeister, Schlüchtern.

Rechnnngsformulare

zu haben in der Druckerei d. Bl.