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Nein, nein, bleiben Sie. Geben Sie mir Ihre Befehle!"

Er wandle sich einem etwas abseits stehenden Unterkellner zu, wies auf den Fremden, und flüsterte ihm rasch mit leiser Stimme zu:Nehmen Sie die Befehle des Mannes entgegen, aber lassen Sie ihn nicht aus den Augen, damit er sich ja nicht aus dem Staube macht." Und schnell eilte er davon.

Fünf Minuten später kehrte er in Begleitung eines Polizeibeamten zurück.

Sämmtliche Gäste des vornehmen Restaurants hatten die Augen weit aufgeriffen, als der Vagabund sich so ohne Weiteres in ihre Mitte hineinpflanzte, und ziemlich F deutlich sprachen die ihn fortwährend beobachtenden Blicke rings umher von dem Mißvergnügen, welches seine Nähe hervorrief. Kein einziger bezweifelte auch nur einen Augenblick, daß er es wäre, den der Polizist suchte, und Alle waren gespannt, wie sich die Sache nun entwickeln würde.

Der Beamte schritt geraden Weges auf den Armen zu, der sich mit augenscheinlichem Vergnügen dem Genuß eines saftigen Filets hingab und gar nichts von dem Aussehen, das er erregte, zu bemerken schien. Wie aus einem Traum erwachte, fuhr er in die Höhe, als der Polizist seine Schulter berührte.

Was ist vorgefallen?" Er schien die Situation gar nicht zu begreifen.

Man erklärte sie ihm. Banknoten im Werthe von tausend Franks werden gewöhnlich nicht in solchen Taschen gefunden, und wenn, dann sind sie in den meisten Fällen gestohlen.

Er vertheidigte sich auf das Entschiedenste, jedoch ganz vergeblich.

Ich bin fest überzeugt, das Sie uns nicht die geringste Legitimation Ihrer Persönlichkeit vorzeigen können," sagte der Polizist.

Das ist wahr, ich kann es nicht. Aber wahrschein- wird Ihnen auch kein Einziger der anwesenden Leute ein derartiges Schriftstück vorlegen können."

Nun denn, also keine Legitimation; indessen einen Namen werden Sie doch besitzen; also wer sind Sie?

Ich bin Fürst Edmond de Carninval."

Warum nicht der König von England?" höhnte der Mann des Gesetzes.

England wird von einer Königin regiert," belehrte ihn der Verspottete.

Genug, genug! Wir brauchen Ihre weiteren Erklärungen nicht. Folgen Sie mir!"

Und damit packte der Polizist mit seiner breiten Hand den vermeintlichen Verbrecher am Kragen, zwang ihn solcher Art, seinen Platz zu verlassen, und führte ihn ab. Die Wette war gewonnen; denn von einem der entfernteren Tische erhob sich jetzt der fette Herzog von Moroella, der lebhafte Castambide und mehrere andere Herren, riefen den Beamten zurück und unterrichteten ihn von dem Sachverhalt.

Er war so überwältigt von Erstaunen, so voller Eifer sich zu entschuldigen, und so verwirrt, daß er in der Hitze seiner unterwürfigen Verbeugungen mit seinem Hut durch eine Fensterscheibe fuhr, während er vor sich hinmurmelte:Fürst! Fürst Edmond de Carninval!"

Vermischtes.

Unerwartete Antwort. Sepp:Herr Pfarrer- wollen Sie mir nicht mit ein oder zwei Mark aus der Noth helfen?" Pfarrer:Da hast Du zwei Mark, sage mir aber, was würdest Du gethan haben, Sepp, wenn ich Dir nicht geholten hätte?" Sepp:Arbeiten hätt' i müssen, so mach' i aber heut' blau, Herr Pfarrer!"

Eine Geburtstagsfeier.Frau Pflanz, warum sind denn Sie und die Kinder heute gar so nobel an­gezogen?"Ja, wissen Sie, heute ist der Geburts­tag meines Mannes, und den wollen wir doch würdig feiern! Wir machen eine Landparthie!"So! Und da lassen Sie Ihr Haus ganz ohne Aufsicht?"O nein, mein Mann ist ein guter Kerl der bleibt daheim und Paßt auf!"

Gekränkte Unschuld. Vater:Warum weinst Du denn, Karlchen?" Karlchen:Der Herr Lehrer hat mich geschlagen, weil ich der Einzige war, der eine Frage beantworten konnte." Vater:Das ist ja ent­setzlich! Was hat er denn gefragt?" Karlchen (heulend): Wer die Stecknadel in seinen Stuhl gesteckt hat?!"

Für mein Leben hätte keiner einen Pfennig gegeben.

Berlin, Linienstraße 130, 25. September 1895. Im Jahre 1893 erkrankte ich an einer schweren Leber-, Magen- und Nieren-

krankheit, nachdem ich hier drei Aerzte konfultirt und alle nicht helfen konnten, er sei denn nur durch eine Operation, bekam ich durch Zufall WarnerS Broschüre zur Hand, und habe vom 1. November 1894 bis Ende Mai d. I. ununterbrochen die Kur nett WaenerS Safe Cure nebst Pillen gebraucht. 14 Wochen war ich bettlägerig, Schlaf und Appetit kannte ich nicht, da« bischen Milch, das ich getrun'en, brach ich alles wieder heraus. Wir glaubten alle, den neuen Tag würde ich nicht mehr erleben, aber nächst Gottes Hilfe Alanden Sie, geehrter Herr, mit Ihrer wunderbaren Medizin zur Seite. Ich bin Ihnen zum größte» Dank verpflichtet, denn ich hatte Ausdauer und Zutranen zu Ihrer Medizin gehabt. Ich bin ja kein Arp, aber aus der Erfahrung meiner langjährigen Krankheit habe ich die felsenfeste Ueberzeugung gewonnen, daß gegen diese inneren Krankheiten als bestes Heilmittel Warner« Safe Cure aufs Wärmste zu empfehlen ist. Als meine Krankheit auf dem Höhepunkt war, hätte keiner einen Pfennig gesetzt, daß ich noch von einem zum andern Tage leben würde. Was mein Aussehen anbetraf, so sah ich aschfahl aus, was sich nach und nach in eine ganz gelbe Farbe änderte. Mein Urin floß während meiner schwcrec Kranthelt abwechselnd bald dunkelbraun, aber wenig, bald hellfarbig, dann recht reichlich. Ich habe monatelang ununterbrochen WarnerS Safe Cure und ca. 20 Flaschen Pillen gebraucht. Es thut mir heute nicht leid, denn meine Gesundheit ist vollständig wieder hergestellt. Eine Badereise kostet in der Regel mehr und bleibt die Frage, ob'dieselbe, die erwünschte Wirkung, befriedigend ist.

Fra» M. Passow, Glasermeister-gattin.

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Kirchlicher Anzeiger für Schlächtern. Sonntag, den 20. September 1896. Morgengottesdienst: Herr Superintendent Heck. Nachmittagsgottcsdicnst: Herr Pfarrer Hat tendo rff. Wochendienst: Herr Superintendent Heck.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag Vorm. 10*/s Uhr, Herr Pfarrer Orth, Hcrolz

Verzeichnis

der am 10. September 1896 in Gundhelm der Körungs-Kommission vorgeführten und angekörten Zuchtstiere.

Standort.

Besitzer.

Abstammung.

Alter.

Farbe.

Haar.

Haut.

Kopf.

Horn.

Hals.

Bug.

Rumpf

Rücken- läge.

Schwanz­lage.

SAim^

Beine.

«Steffung

Haltung

Lkmerinngen

Schwarzenfel-

Kohlhepp

Simmenth.Krz.

15 Mon.

Weißgelb schack

fein

normal

gut

gut

gut

etwas scharf

gestreckt

gut

gut

fein

gut

gut

z- gut

Erhielt Nr. II aW zur Zucht gut.

Sparhof

Aland

Simmenth.Krz.

15 Mon.

Gelbschack m weißen Kopf

normal

dick

etwas stark

stark

sgut

gut

gestreckt

gut

gut

normal

gut

etwa»

Mistig

L- gut

Erhielt Nr. II als zur Zucht gut.

Ein

von Heubach vorgefuhrtes Thier wurde wegen zu großer Jugend zuruckgestellt.

Die Körungskommission:

Schnitz,

com.

Krels-Thierarzt. H

Köhler.

J°h

Gg.

Kohlhepp.

Bekanntmachung.

In den nächsten Tagen gelangt der am 1. Oktober d. Jahres in Kraft tretende Winter Fahrplan des diesseitigen Direktionsbezirkes zur Ausgabe. Derselbe liegt in der Zeit Dom 18. d. Mts. bis 1. Oktober d. J. in den Bürcaus der diesseitigen Stationen zur Einsichtnahme offen. Die wichtigeren Abweichungen gegen den seitherigen Fahrplan sind darauf in einer Zusammenstellung angegeben.

Frankfurt a. M. im Sept. 1896.

Küttigl. Eisenbahn Direktion.

Von der Stadt Schlüchtern sollen

50 Maaß Bucheckern angekauft werden und sind Anmeldungen auf Lieferung unter Angabe des Preises auf dem Bürgermeisteramt dahier binnen 14 Tagen abzugeben.

Schlüchtern, den 16. September 1896.

Der Bürgermeister: Salomon.

Dienstag und Mittwoch, den 22. u. 23. d. Mts. u.

Dienstag und Mittwoch, den 29. und 30. d. Mts. bleibt mein Geschäft Feier­tage halber geschloffen.

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Einkommen //.

Herren (speziell in der Provinz), welche auS- gebreltete Bekannischaften besitzen, erhalten kostenlos den Nachweis einer lucrativen Ver­tretung, die ohne Kapital u. Risiko zu führen ist. Gest Off uns.Einkommen;»« btc$nn-. Erp v. G. L. Daube & Co., Frankfurt a. M.

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Mein diesjähriger Lehrkursus beginnt Freitag, den 25. September 1896 im SaaleZum deutschen Kaiser" von Abends 8 Uhr ab. In diesem Curse werden die hier üblichen Rund- und Contre-Tänze sowie alle Neuheiten, wie Mignon, Reigen-Walzer und Menuett- Mazurka einstudirt. Liste circulirt durch Herrn Friedrich Müller.

Einem zahlreichen Besuche entgegensetzend

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