Vermischtes.
Friedrichsroda, 24, April. In unmittelbarer Nähe von Bad Thal ist eine Tropfsteinhöhle entdeckt worden. Diese Höhle soll in ihrer Eigenart die bekannten übrigen Höhlen im Thüringer Walde an Wundergestalten von Stalaktiten und Stalagmiten, grotesken Höhlen, Grotten, Gängen und Schluchten, deren Tiefe und Ausdehnung noch nicht feftgeftcQt werden konnte, weit übertressen. Der Zugang zu jenem Höhlenlabyrinth war bisher nur durch einen fast senkrechten Schacht von über 4U Meter Tiefe möglich, seit kurzem aber wurde durch einen Bergsachverständigen die Herstellung eines bequemeren Abstieges aus Treppen in Angriff genommen, und man ist jetzt eifrig damit beschäftigt, diesen Zngang baldigst fertig zu stellen, um dem besuchenden Publikum den Eingang und die Besichtigung der Tropfsteinhöhle bei Bad Thal zu ermöglichen. Von der Tounstenstraße Wutha-Ruhla liegt der demnächstige Höhleneingang nur etwa fünf Minuten entfernt und kann auswärts von Weißenborn unterhalb Bad Thal aus und thalabwärts von Bad Thal ab mit Leichtigkeit erreicht werden. Bon Eifenach in 1 ’/t Stunden erreichbar.
— Ein leistungsfähiger Kegelklub ist ein Berliner, der unter dem Namen „Guter Schub" dort besteht. Seine zehn Mitglieder haben in noch nicht sechs Monaten 3000 „Neune" geschoben. Die größte Leistung konnte der Expeduions-Vorsteher einer Berliner Zeitung aufweisen, der bei nur wöchentlich einmaligem Schieben 599 „Neune" geworfen hat. Ein anderes Mitglied derselben Zeitung brächte es auf 440, ein dritter Herr auf 380 „Neune", während die übrig! n Mitglieder über 300 nicht hinauskamen.
— Wie Münchener Bier eigentlich getrunken werden muß, erfahren wir aus einem Buche „Unter den vier Königen Bayerns" von Luise von Kobell. Da heißt es in einer Schilderung der Zustände um die Wende dieses Jahrhunderts: „Der raffinierte Biertrinker huldigte damals in München einem seltsamen Brauche; er stetste eine gefangene Blindschleiche in seinen Maßkrug, damit das Bier recht kalt bleibe." Prosit! Diese Unsitte wird auch heute noch geübt, in den Städten wohl nicht mehr, dagegen auf dem Lande noch ab und zu, und sehr häufig von den Handwerksburschen, die nicht selten eine Blindschleiche auf bloßer Brust gegen die Sommerhitze tragen und die Echse bei Gelegenheit auch in den Maßkrug st-cken.
— Die längste Eisenbahnlinie der Erde wird die sibirische Eisenbahn nach ihrer Vollendung sein. Sie wird von ihrem westlichen Ausgangspunkt, Tscheljabinsk, bis Wladiwostock am Japanischen Meere 7906 Kilometer umfassen, während die bisher längste Eisenbahnlinie, die transkanadische Bahn Montreal-Vaucouver, blos 4419 Kilometer lang ist,
— Ein pflichttreuer Journalist. Der „Editor" eines Blattes in Kansas litt schon lange an schwerer Krankheit. An dem Tage, an welchem nun das Blatt in letzter Woche erscheinen sollte, gab er in sicherer Voraussicht seiner jeden Augenblick zu erwartenden Auflösung dem Meleur die Weisung, mit dem Schließen der Form zu warten, so daß die Zeitung mit der Nachricht vom Ableben ihres Herausgebers den Konkurrenzorganen zuvorkommen sollte. Indeß der vermeintliche Todeskandidat erholte sich wieder. Er soll darüber sehr wüthend gewesen sein, weil sein Blatt dadurch eine interessante Nachricht verlor.
— In Wien machte nach der „Elektrotechnischen Rundschau" Dr. Spieß aus Berlin interessante Versuche j mit den der Röntgen'schen Entdeckung zu Grunde
liegenden Geißler'schen Röhren. Er näherte solche mit bestimmtem Gas gefüllte Röhren den im Saale nusge- spannten elektrischen Lcitungsdrähtcn und brächte dadurch die Röhren zum leuchten. Herr Spieß wies mit Nachdruck darauf hin, daß in der Anwendung der Geißler'schen Röhren wahrscheinlich das Licht der Zukunft liege, das Licht ohne Wärme. Die parasidären Wärmestrahlen, welche sonst die Nutzwirkung unserer elektrischen Beleuchtungsanlagen bis auf 2 — 4 Proz. der aufgewendeten elektrischen Kraft heruntergehen lassen, sind daher auf ein Mindestmaß beschränkt, so daß hier zum erstenmal in der Technik ein kalter Körper als Lichtquelle zur Verwendung kommen würde.
— Das letzte Putschen. Aus Linz wird berichtet: Vor einiger Zeit erkrankte in einem Orte des oberen Ennsthales ein altes Bäuerlein. Da sich sein Zustand bedenklich verschlimmerte, wurde ein Priester gerufen, der dem todtkranken Manne die letzte Wegzehrung reichte. Nachdem die Zeremonie beendet war, winkte der Kranke seinem Weibe mit der Hand und sprach ihr heimlich etwas ins Ohr. Zum Erstaunen aller erfuhr man alsbald, daß der Sterbende noch ein Pfeifchen Tabak zu rauchen wünschte. Sein Wunsch wurde erfüllt, und bald blies das Bäuerlein die blauen Rauchwolken seciern vergnügt von sich. Nachdem er eine Weile geraucht, sagte er: „J'tzt ist mir leichter!" — sprach's und entschlummerte sanft.
— Eine seither für unmöglich gehaltene Meercstiefe ist von dem britischen Vermessungsschiff Pengnin nordöstlich von Neuseeland zwischen den Freundschafts- und Karmadcc-Juseln ermittelt worden, nämlich eine Tiefe von 5155 Faden = 30,930 Fuß — 9427 Meter, oder über 900 Meter mehr, als die bisher ermittelte größte Meerestiefe.
— Ein Ohrfcigenprozeß. Ueber eine Gerichtsver- Hautlung in Großenhain (Königreich Sachsen) berichtet das dortige „Tagcbl." Folgendes: Kommt da im Dorfe T. — Name thut nichts zur Sache — Richard, seines Zeichens Oberknecht, in den Stall; er ist in schlechter Laune, denn der Montag Morgen ist bekanntlich auch aus dem Lande ein kritischer Tag. Aus irgend welchem Grund geräth er über den Mittelknecht in Zorn und fragt ihn unwirsch: „Soll ich Dir die Mistgabel durch und durch rennen?" — „Ach nee," sagte Karl, der Mittelknecht, „das wachste lieber nich!" — „Da geb' ich Dir eene Ohrfeige, daß Du gleich an der Stalllhür kleben bleibst!" — „Na, da gib nur eene her!" sagte Karl kleinlaut, ahnend, daß er ihr auch im Weigerungsfälle nicht entgehen werde. Und er bekam sie, daß er acht Tage auf beiden Ohren taub, auf einem Auge halb blind und im Kopfe noch dümmer wie früher war. Das hinderte ihn jedoch nicht, eine Privatklage gegen den starken Richard anzustrengen, die aber für Karl nichts cinbrachte, da er ja mit der Verabreichung der Ohrfeige einverstanden gewesen war. „Na, da kriegt er sie üben wieder," sagte Karl mit einem bezeichnenden Blick auf den höhnisch lächelnden starken Richard und verließ stolz den Gerichtssaal.
— Kindlicher Vergleich. Peperl: „Horch' nur, Mutter, wie der Vater wieder schnarcht! . . Wie n’ Schacht'! voll Maikäfer!"
Prodakten-Marttbericht Frankfurt a. M
Weizen Roggen Hafer
16,25 - Mk. Gerste
13,25 Mk. Kartoffeln
13,25 14 , Mk. Mais
16,--17,50 Mk
2,50 - 3, - Mk 9,_5 Mk.
alles per 200 Pfund. Heu 2,50-3,10 Mk., Roggenstroh 1,90-2,50 Mk. per 100 Pfd.
Schlachthofverwaltung.
Ochsen 1. Qual. 63-65 Mk. Kühe 2. Qual. 42—46 Mk. „ 2. Oual. 50-54 Mk. „ 3. Qual. ---Mk.
Bullen 1. Oual. 50 52 Mk „ 2. Qual. 47-49 Mk..
Kühe 1. Qual. 52-54 Mk
Schweine 1. Oual. 46—47 Mk. „ 2. Oual. 41-45 Mk. per 50 Kilo Schlachtgewicht.
Kälber je nach Qualität 55—70 Pfg., Hämmel je nach Qualität 50-62 Pfg. per 1 Pfund Schlachtgewicht.
Fulda, 25. April. Der heutige Schweinemarkt war mit 18 Läufern und 300 Ferkeln betrieben. Läufer 22 bis — Mark Ferkel 9 bis -- Mark per Stück.__________________________________
Das Urtheil der Welt.
Die öffentliche Meinung ist veischieren in verschiedenen Ländern. Sitten werden zu Gesehen; was in einem Lande erlaubt ist, ist oft in einem anderen Lande verboten. Ueber viele wichtige Fragen existiren verschiedene Meinungen; aber über eine Frage scheint keine Meinungsverschiedenheit zu existiren und diese ist über den Werth und die Heilkraft von Warner's Sa'e Cure, als ein Mittel gegen Nieren- und Leberleiden. Frau M. Paffow, Glasermcistersgattin, wohnhaft in Berlin, Linienstraße 130, giebt ihre Meinung, durch Erfahrung begründet, wie folgt kund: „Im Jahr 1893 erkrankte ich an einer schweren Leber-, Magen- und Nierenkrankheit. Nachdem ich hier drei Aerzte consuiirt hatte und alle nicht helfen konnten, es sei denn nur durch eine Operation, bekam ich durch Zufall eine Brochure in die Hand, worin Warner's Safe Cure angepriesen wurde. Ich gebrauchte diese Medizin nebst Pillcnvom 1. November 1894 bis Ende Mai 1895, ununterbrochen. Bierzehn Wochen war ich bettlägerig, Schlaf uud Appetit kannte ich nicht; da» bischen Milch, das ich trank, brach ich wieder aus. Wir glauben immer, den neuen Tag würd- ich^nicht mehr erleben, aber nächst Gottes Hilfe stand mir Warner's Safe Cure zur toette, wofür ich sehr dankbar bin. Ich habe Zutrauen in diese Medizin gehabt und Ausdauer, und ich habe die felsenfeste Ueberzeugung gewonnen, daß gegen innere Krankheit als bestes Heilmittel Warner's Safe Cure aufs Wärmste zu empfehlen ist. Als die Krankheit auf ihren Höhepunkt war, hätte ich keiner einen Pfennig gegeben, daß ich noch von einem zum anderen Tage leben würde. Jetzt ist meine Gesundheit vollständig hergestellt."
Bestandtheile: Birginischcs Wolfsfußkraut 20.0; Edrl- leberkraut 15 0; Gaultheria-Extrakt 0,5; Kalisalpeter 2,5; Weingeist 40,0; Glpcerine 8 ,0; Distilliert. Wasser 375,0.
Zu beziehen von: Engel-Apotheke in Salmünster und Engel-Apotheke in Frankfurt a. M.
Mit großer Ungeduld erwartet jede Hausfrau den Frühling, welcher ihr nebst andern Annehmlichkeiten auch diejenige bringt, ihre Suppen wieder mit frischen Suppenkräutern krustigen zu können. Die neuerdings unerwarlet eingetretene kalte Witterung hat aber die gehegte Hoffnung wieder zerstört und glauben wir unseren liebenswürdigen Leserinnen einen Gefallen zu erweisen, wenn wir sie auf ein ausgezeichnetes Ersatzmittel aufmerksam machen, auf „Maggi's Suppenwürze". — Nur einige Tropfen von dieser Würze genügen, um eine jede noch so schwache Suppe augenblicklich gut und kräftig zu machen. — Insbesondere ist bei der jetzigen Jahreszeit die Qualität „aur fineS herbes" zu empfehlen, weil sie durch ihren Geschmack die zum Theil noch fehlenden Suppenkräuter in ausgezeichneter Weise ersetzt.
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Bekanntmachung.
Die Herstellung eines Schieferdaches auf den südlichen Flügelbau des Oberförsterdienstgehöstes zu Mottgers, soll in öffentlicher Verdingung vergeben werden.
Versiegelte postsreie Angebote, welche den von den Bewerbern ausgefüllten Ver- dingungsanschlag enthalten müssen, sind bis am
Samstag, den 9. Mai 1896, Vormittags 10 Uhr an den Unterzeichneten einzureichen.
Verdingsanschlag, Bedingungen rc. rc. liegen in meinem Geschäftszimmer zur Einsicht aus. Der Verdingungsanschlag sowie die speziellen Bedingungen werden gegen je 0,50 Mark (auch in Briefmarken) Abschreibegebühr zugefertigt. Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Gelnhausen, den 25. April 1896.
Der Königliche Baurath: __F. Bornmüll e r.
Verzinkte Drahtgeflechte, billigste Umzäunung für Gärten rc. pro qm. von 17 Pfge. an, bei
___Leonh. Schaefer.
Bettfcderu und Daunen in schöner staubfreier weißer Waare.
Nathan May,
Bruffs Concurs.
Zweiter Termin zum öffentlich Meistbietenden Verkaufe der Ziegelei, belegen beim Bahnhof Schlächtern, wird Mittwoch, ten 13. Mai 1896,
Nachmittags 5 Uhr, im Gasthaus „Zum deutschen Kaiser" (Bierhalle) abgehalten. Schlächtern, den 27. April 1896.
lirell, Coucursverwalter.
Holz-Verkauf.
Montag, den 4. Mai er. Vormittags 10 Uhr, soll bet dem Wirth Fr. Kreß dahier, folgendes Bauholz, Distrikt 12, Weinberg, Gemeindewald, meistbietend verkauft werden.
Eichen: 5 Stämme von 6 Meter Länge 78 cmtr. dick 7,73 Inhalt.
Ferner werden von der Gemeinde Bellings 4 bis 5 Tausend eingeschlagene Eschenpflanzen, per 100 Stück 20 Pfennig, abgegeben.
Bellings, den 28. April 1896.
Der Bürgermeister: _____Löfiert.________
Ultimi Schafwolle billigst bei Abr. Sichel.
Ich mache hierdurch die Mittheilung, daß die Landesereditkasse zu Cassel ihre sämmtlichen noch im Umlauf befindlichen
3*2 hüt. weißen
Landescreditkassen-Obligationen Serie 16 zur Rückzahlung auf den 1. September d. J. gekündigt hat.
Den Besitzern dieser Obligationen wird die Abstempelung auf 3'/« pCt. Obligationen freigestellt und genießen dieselben noch 3'/, pCt. Zinsen bis zum 1. September d. J.
Diejenigen Besitzer, welche auf die Abstempelung in 3'/i pCt. eingehen, erhalten eine Vergütung von einem halben Prozent.
Die Abstempelung findet in der Zeit vom 28. April bis 16. Mai d. I. statt und erkläre mich zur Besorgung derselben, sowie zur Einziehung der Beträge bereit.
J. M. Walter.
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