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schon jetzt dahin geändert würden, daß die Forderung eines Vorschusses für unstatthaft erklärt, und ferner § 3 der Schlußbestimmungen, wonach der Betrag der Vergütung für den Rechtsbeistand durch Vertrag ab­weichend von den Vorschriften des Gesetzes festgesetzt werden kann, ganz beseitigt wird. Denn was kann eine gesetzliche Festsetzung der Anwaltsgebühren noch bedeuten, so lange es jedem Anwalt frei steht, sich darüber wenn auch nur in der Form eines schriftlichen Ver­trages hinwegzusetzen? r.

fällig, wie er unterdeß geworden, ist er der Erste, der seiner Frau zurcdet, auSzugehen, sich zu zerstreuen.

Mach' Dir Vergnügen, mein Herz," sagt er oft zu ihr. Und wenn Annette sich weigert und betheuert, es sei ihr nirgends so wohl als daheim, bei ihrem Mann, entgegnete er:Nein, Du sollst ausgeh'n und in den Zerstreuungen außer dem Haus die Kraft suchen die Du brauchtst, um daheim die Langeweile zu ertragen." Er besteht darauf, daß sie mit anderen Menschen zusammenkommt, schicke sie unter Anderem oft mit der Frau des Bürgermeisters nach Elboeuf, den Theatervor­stellungen der Wandertruppe beizuwohnen. Einmal hat er sie sogar dazu überredet, bei einer seiner Ver­wandten in Paris vierzehn Tage zu verbringen.

Schließlich fügt Annette sich immer seinem Willen (im Grund ist den Frauen eine kleine Abwechselung selten unangenehm), aber sie weiß sehr zu schätzen, welche Mühe ihr Mann sich giebt, sie zu erfreuen. Sie ge­winnt ihn immer lieber und gelobt sich, ihm allezeit treu zu bleiben. Selbstverständlich wird ihrer Schönheit von allen Seiten gehuldigt. Wie wohl die jungen Leute im Dorf auch wissen, daß Annette durchaus tugendhaft ist, so können sie doch nicht umhin, sie immer wieder sehr hübsch und ihren Mann sehr alt zu finden. Annette wird mit all' den Liebeserklärungen vortrefflich fertig. Die harmlosen, scherzhaften beantwortet sie in gleichem Ton; aber jede Kühnheit versteht sie sofort mit ruhiger Würde in ihre Schranken zurückzuweisen.

Wollt Ihr denn sterben, ohne je geliebt zu haben?" fragt sie eines Tages Einer.

Ich liebe meinen Mann!"

Natürlich; wie ich meine Mutter. Wartet nur Ihr werdet's schon noch erfahren!"

Und sie sollte es wirklich noch erfahren.

5.

Bautet, der Steuereinnehmer des benachbarten Dorfes Neuburg, seit seiner Kindheit mit Tourel befreundet, war wöchentlich einmal dessen Gast. Seit Frau Boutcts frühem Tode gehörte des verwittweten Mannes ganze Liebe seinem einzigen Sohn. Peter so hieß dieser war ein schöner, junger Mensch von sechsundzwanzig Jahren, und Bautet hatte sich's ein kleines Kapital asten lassen, um ihn nach Paris in die Lehre zu bringen. Von Zeit zu Zeit besuchte Peter feinen Vater und be­gleitete ihn auch zuweilen zu Tourel. Annette und Peter verkehrten in der strengsten Ehrbarkeit zusammen, wenngleich Peter sich nicht verhehlen konnte, daß Annette reizend sei, und Annette wohl bemerken mußte, wie weit überlegen Peter in jeder Beziehung den anderen Burschen war. Gegenseitiges Wohlgefallen fanden die Zwei naturgemäßer Weise an einander, sonst nichts.

(Schluß folgt.)

Uapa ToureLs gute Einfälle.

Bon Julien de £ u r t q u t. (Fortsetzung.)

3.

Nach einigen,Tagen kam Annette, um sich bei Tourel zu bedanken.

Und was gedenkst Du nun zu thun, liebes Kind?" Weiter zu arbeiten für die guten Leute, die mir Arbeit geben wollen."

Und Du fürchtest Dich nicht, so ganz allein zu bleiben?"

Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen."

Aber es ist gefährlich, Annette, für so ein hübsches junges Mädchen, wie Du bist. Ein Gedanke! Wenn Du bei mir bliebest? Mein Haus ist groß. Katharine wird alt, könnte Hilfe gut gebrauchen. Du fändest Arbeit in Fülle. Nun, was hältst Du von meinem Vorschlag? Jst's abgemacht? Es soll Dir hier an gar nichts fehlen."

*

Es scheint, Ihr habt Annette Bourdeau in Euer Haus ausgenommen, Papa Tourel?"Ja." Ein braves, fleißiges, tüchtiges Mädchen. Ein guter Einfall wieder einmal!"Ja, ein guter Einfall und besser noch, als man glaubt."

Tourel verfolgte stillschweigend seinen Plan. Während eines ganzen Jahres beobachtete er Annette, studirte ihren Charakter, ihre Neigungen, ihr ganzes Wesen auf's Genaueste. Und als er sie dann durch und durch kannte, als er die feste Ueberzeugung gewonnen hatte, daß sie das treueste, beste, zuverlässigste Geschöpf sei, da trug er ihr eines schönen Tages seine Hand an.

Mir, Herr Tourel, Herr Tourel!"

Und Annette fiel ihm in die Arme.

Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die Nachricht: Annette heirathet den Papa Tourel."Sie ist ein wenig jung für den alten Mann," sagten Einige. Ja," meinten Andere,aber sie ist das bravste Mädchen von der Welt und der Alte war immer so gut gegen sie. Sie wird ihn glücklich machen. Papa Tourel hat einmal wieder einen guten Einfall gehabt!"

4.

Tourel und Annette sind nun schon fünf Jahre verheirathet und der Alte hat seinen Einfall wahrlich nicht zu bereuen. Annette ist die beste, hingehendste Frau und hat nur den einen Wunsch, ihren Mann glücklich zu sehen. Sie umgiebt ihn mit zärtlicher Sorg­falt und scheint durch die liebevollste Aufmerksamkeit fortgesetzt beweisen zu wollen, wie dankbar sie seine Güte empfindet. Und Tourel giebt sich ganz dem Wohlgefühle hin, dankt Gott für das Glück, das er ihm verliehen und versäumt seinerseits keine Gelegenheit, der ange- betelen Frau seinemletzten guten Einfall," wie er sie scherzweise nennt - - das Dasein zu verschönen. Sie genießt sein unbedingtes Vertrauen. Er weiß, daß sie's nur immer mehr und mehr verdient und alt und schwer­

Vermischtes.

In Tunis ist eine neuartige Kinderkrankheit ausge­brochen, über deren Ursprung und Natur die Aerzte noch vollständig im Dunkeln tappen; die Epidemie hat binnen zwei Monaten 221 Kinder, meistens europäischer Abstammung, im Alter bis zu fünf Jahren dahingeraffi, und von den neueingewanderten Familien ist kaum eine einzige, die nicht ein Opfer zu beklagen hätte.

Man schreibt aus Münchener Athletenkreisen: Durch unermüdliches Schaffen und hingehende Thätig­keit hat es unser Meister Hans Beck dahin gebracht, auf den Titel eines Meisterschafsstemmers der Welt Anspruch machen zu können. Gelegentlich der am 25. Dezember v. I. stattgehabten Weihnachtsfeier des ersten

Männer-Stemm-Klubs München-Au hat er folgende Leistungen vollbracht: 230, 253, 274, 285, 291, 300 und 303'/, reelle deutsche Pfund auf zwei Tempi zur Brust genommen und von da je einmal über den Kopf zur Hochstreckhalte gestoßen und einige Sekunden ge- halten. Hierauf nahm Herr Beck noch ein Bierfaß von 70 Liter Inhalt mit 229 reellen Pfund zur Brust und drückte es zur Hochstreckhalte. Mit erwähntem Rekord von 303 Va Pfund hat Herr Beck den Welt- reforb von 301 Pfund des Herrn W. Türk in Wien geschlagen."

Auch eine Wette. Am 2. Juni v. Js. wettete in München ein Metzgermcister mit einem Weinwirth um 500 Mark, daß er ein Jahr hindurch täglich eine Taube zu verzehren im Stande sei. Die Wette wurde angenommen und dem Metzgermeister freigcstcllt, die Taube zu beliebiger Tageszeit, aber auf einmal zu ver­zehren; auch die Art der Zubereitung blieb ihm über­lassen. Bolle 166 Tage der Metzgermeister seine Taube. Dann aber mußte er sich als besiegt erklären; denn er war nicht mehr im Stande, auch nur das kleinste Stück einer Taube zu essen, da ihn ein unbc- zwinglicher Widerwillen gegen das Gericht erfaßt hatte. Der Weinwirth hätte im Falle des Verlierens der Wette auch die verspeisten Tauben bezahlen müssen. Der Metzgermeister schwor, in seinem Leben keine so einfältige Wette mehr einzugchen.

Unbegreiflich.Meine Tochter liebt das Klavier über Alles".Dann möcht' ich aber wissen, warum sie so d'rauf 'rumhaut?"

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Das neue Stempelsteuer-Gesetz vom 31. Juli 1895, welches am 1. April 1896, in Kraft tritt, ruft große Veränderungen in der Stempelpflichtigkeit hervor. Es wird im ganz besonderen Interesse der Kaufleute, Ge- toerbetreibenben, Auktionatoren, Agenten, Verwaltungs­beamten , ja auch im Interesse anderer Privatpersonen liegen, sich mit den neuen Bestimmungen rechtzeitig bekannt zu machen, um sich nicht der Gefahr hoher Stempelstrafen auszusetzen.

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