Parmäne 14 Mk. Borsdorfer 17 Mk. Rother Herbst- Calville 15 Mk. Weißer Winter-Calville 32.50 Mk. Gravensteiner 17 Mk. Meklenburger Königsäpfel 16 Mk. Herbarts Reinette 14 Mk. Parkers Pepping 15 Mk. Gelber Belle-Fleur 20 Mk. Orleans-Reinetten 19 Mk. Kaiser Alexander 13 Mk., Luisen-Apfel 12 Mk., Schafsnasen 9.50 Mk., Matapfel 10 Mk., Kohlapfel 10 Mk., Rother Eiferapfel 10.25 Mk., Gemischtes Wirthschaftsobst 10,25 Mk.
b. Birnen.
Wintcr-Dechantsbirnen 22 Mk., Dicls Butterbirnen 16 Mk., Hardenpond 18 Mk., Pastorenbirnen 10 Mk, Winter-Butterbirnen 10 Mk., Weißbirnen 9,50 Mk., Gute Louise 12 Mk., General Totleben 12,50 Mk., Schweizerhose 10,50 Mk., St. Germain 13 Mk, Mollebusch 13 Mk., Citronen-Birnen 10 Mk., Bergamotte Crasame 14 Mk., Kochbirnen 6 Mk., Mostbirnen 3,75 Mk. alles per 50 Kilo.
Auch der Umsatz in Tafelobst war trotz der verhält- nißmäßig hohen Preise ein äußerst lebhafter.
Bemerkt sei noch, daß sich verschiedene Obstverkaufsgenossenschaften aus den Kreisen der Obstproduzenten gebildet haben, welche durch Vermittelung der Centralstelle die Obsterträge ihrer Mitglieder rasch und kostenlos unterbringen konnten.
Die Kosten der Stelle werden durch Beiträge des Staats, der Stadt und des landwirthschaftlichen Vereins in Frankfurt a. M. gedeckt, so daß von den Benutzeren Gebühren nicht erhoben werden.
Die betheiligten Kreise werden aus dem Gesagten entnehmen, von wie großem Vortheile es für sie ist, von dieser Einrichtung möglichst weitgehenden Gebrauch zu machen. Sie auf ihre Benutzung hinzuweisen, ist der Zweck dieser Zeilen.
Aufruf!
Eine schwere Noth hat sich in neuerer Zeit vielen Ernst- und Wohlmeinenden drückend auf die Seele gelegt, empfunden und mit Besorgniß wahrgenommen wie seitens der Kirche, so auch von den Kreisen der Rechtspflege, der Staats- und Kommunalverwaltung. Es istd ie in erschreckendem Maaße von Jahr zu Jahr steigende Zahl gerichtlicher Verurtheilungen unter der erwachsenen Jugend: gegen 50000 veruriheilte Jugendliche in Einem Jahre! Das bedeutet eine so furchtbare Gemeingefahr für die Wohlfahrt und Zukunft unseres Volkes und redet eine so eindringliche Sprache, daß es keiner weiteren Worte zu bedürfen scheint, um Herzen und Hände zur Abhilfe bereit zu machen.
Es gilt ein dringendes und hochnöthiges Rettungswerk im großen! Dieses schließt sich am naturgemäßesten an die Arbeiten an, welche seither schon in ähnlicher Weise an der schulpflichtigen Jugend geschahen, als ein weiteres Stück der staatlich überwachten Erziehung. Die evangel. Rettungshäuser und Erziehungsvereine und verwandte Anstalten und Vereine in dem Großherzogthum Hessen und der Provinz Hessen-Nassau haben sich darum zu diesem Zwecke zu einem Verbände vereinigt. Von weiten Kreisen von Behörden, Vereinen und Privaten begrüßt und ermuntert hat dieser das Werk der erziehlichen und bewahrenden Fürsorge für die verwahrloste und sittlich gefährdete nicht mehr schulpflichtige Jugend in Angriff genommen.
Bei und nach den stattgehabten Vorverhandlungen von jenen Seiten ermuthigt durch den Zuruf: „Fangt an!" und in der eigenen Ueberzeugung, daß nicht, solange bloß die Absicht gehegt wurde, sondern nur nach thatsächlichem Beginn der Ausführung auf wirksame Mithilfe zu rechnen sei, haben wir im Verfolge der Beschlüsse unserer ersten Hauptversammlung vom 1. April d. Js. an ein ausgedehntes Anwesen in Dillenburg (Bezirk Wiesbaden) zunächst gemiethet, um am 1. Mai die Anstalt zu eröffnen, — als Erstlingsunternehmen, welchem nach Bedürfniß andere in den sonstigen Theilen des Verbandsgebietes folgen sollen.
Diese Anstalt ist gedacht einerseits als Handwerkerbildungsanstalt, andererseits als Lehrlingsheim unter der Leitung einer dafür ausgebildeten Persönlichkeit, und es sollen die betreffenden Knaben je nach Umständen im Hause oder außerhalb Beschäftigung und Ausbildung im Berufe und im übrigen überhaupt Pflege und Erziehung durch das Haus finden.
Wir müssen dabei aus die lebhafte und thatkräftige Unterstützung aller Kreise rechnen. Den vielbegangenen Weg der Collecten möchten wir, soweit es möglich ist, vermeiden und glauben damit dem allgemeinen Empfinden entgegenzukommen. Zu vermeiden aber wird er nur sein, wenn uns in anderer Weise ausreichende Hilfe zukommt. Wir wendenuns darum an dieStaats-,Kirchen-,Kommunal- und Kreisbehörden, Civil- und Kirchengemeinden, Vereine und Privaten mit der dringenden Bitte um Zuwendungen, deren wir, bis jetzt noch ohve alle bereiten Mittel, insonderheit am Anfang für die Einrichtung und den ersten Betrieb in der Höhe von mehreren Tausend Mark bedürfen.
Wie die Gefahr, der wir im Interesse des Volkes und aller Verwaltungen begegnen wollen, eine allgemeine ist, so wird auch die Pflicht der Hilfe als eine allgemeine empfunden werden müssen.
Wir stellen die Anstalt und ihre Arbeit Allen im Verbandsgebiete zur Verfügung und bitten eintretenden Falls um Benutzung und Meldungen.
Die Kosten sollen zwar bezüglich des Unterhalts der Zöglinge, wenn das Werk einmal im Gange ist, hauptsächlich durch die zu vereinbarenden Erziehungsgelder aufgebracht werden, werden aber bezüglich der Allgemeinkosten (Miethe, Hausvater, Meister, Werkstätten usw.) wie auf die Dauer, so besonders am Anfänge nur durch sonstige außerordentliche (einmalige) und regelmäßige Beihilfen bestritten werden können.
Wie wir gedrungen von dem offenbaren Nothstände und dem uns entgegengekommenen Rufe „Fangt an!", im Vertrauen auf die nachfolgende helfende That, zur Ausführung geschritten sind, so möge nun auch unsere Bitte: „Helfet uns!" ein williges Gehör und die jetzt nothwendige Erfüllung durch Gaben finden.
Zur Empfangnahme sind sämmtliche unterzeichnete Vorstandsmitglieder ermächtigt und bereit.
Frankfurt a. M., den 15. Januar 1896.
Der Vorstand des Verbandes: Jäger, Pfr. in Bierstadt bei Wiesbaden, Vorsitzender, Armbröster, Pfr. in Wehlheiden (Kassel), Kayser, Pfr. in Frankfurt, Köhler, Erster Beigeordneter in Darmstadt, Küster, Hausvater im Rettungshaus bei Wiesbaden, Dr. Ponfick, Rechtsanwalt in Frankfurt, Reuß, Gefängnisgeistlicher in Preungesheim, Schriftführer, Weber, Pfr. in Lich bei Gießen, Widmann, Pfr. in Darmstadt.
Druck und Verlag eon L. Hohmeister in Schlächtern.