Seine liebste Zerstreuung bildete das Spielen mit kleinen Kindern.
— Auf nach Malta! Wahre Sehnsuchtsseufzer müssen unsere Hausfrauen und wohl auch die das Haushaltungsgeld liefernden Hausherren ausstoßen, wenn sie die Lebensmittel-Preisliste lesen, die in diesen Tagen von einer englischen Agentur auf Malta veröffentlicht worden ist. Dem kleinen Büchlein, das überhaupt vom billigen Leben uns Malta handelt, entnehmen wir die folgenden Ziffern: Ein guter Hase kostet (in deutsches Geld umgerechnet) 32 Pfennig, ein halbes Pfund Beefsteakfleisch erster Qualität 24 Pfennige, 6 frische Eier 24 Pfennig, ein tüchtiges Stück Schweinebraten 40 Pfg., feinste Butter 28 Pfg., Gemüse, Brod, Thee u. s. w. sind ebenfalls entsprechend billig. Für einen „fahrting“ (etwa 2 Pfennige) kann man sich je Folgendes kaufen: ein halbes Dutzend Zwiebeln, ein Pfund Tomaten, eine Portion Salat, verschiedene Saison-Gemüse, Milch für zwei Tassen Thee u. s. w. Den Durchschnittspreis von 8 P ennigen kosten: ein großer Blumenkohl, vier Bündel Spinat, zwei Pfund neue Kartoffeln u. s. W. Also: Auf nach Malta!
— Eine Aussätzige befindet sich gegenwärtig in Berlin in ärztlicher Behandlung. Die Lepra, der Aussatz, ist in Deutschland außerordentlich selten; etwas häufiger tritt die Krankheit in den nordischen Ländern, namentlich in Norwegen aus, ihr Hauptsitz aber ist Kleinasien. Sie ist sehr ansteckend und stets chronisch und unheilbar. Die Kranke ist eine Russin, die 24« jährige Feodora G., die sich seit längerer Zeit in Berlin aufhält. Die Erkrankte befindet sich seit einiger Zeit in Baracke 1 des Koch'schen Instituts für Infektionskrankheiten. Die Krankheit geht mit der Entwickelung entzündlicher Neubildungen der Haut und des Bindegewebes der äußeren Nerven einher. Die Lepra wird auf einen Bazillus zurückgeführt, der mit dem Tuberkeibazillus große Achnlichkeit hat. Die Krankheit kann schließlich so weit fortschreiten, daß den Erkrankten die Glieder in den Gelenken abfallen. Bei der Russin ist sie noch im Anfangsstadium.
— „Fort mit den Zuchthäusern!" — Unter diesem Titel führt sich eine bet W. Köbner in Breslau erschienene Schrift von dem Breslauer Rechtslehrer Professor Dr. F. F. Bruck ein. Er verlangt eine Aenderung des Strafvollzuges durch Abschaffung der Zuchthäuser. Die Verbrecher sollen nach einem überseeischen Platze zum Zwecke der Abbüßung der Strafe geschafft und gezwungen werden, sich dort die ihnen
zudiktirte Strafzeit hindurch aufzuhalten. Englischerseits sei, so meint er, dieses Strafmittel bereits erprobt. In unseren deutschen Kolonien gebe es freilich nur einen verhältnißmäßig kleinen Theil des Landes, der sich in klimatischer Beziehung für unsere Volksgenossen eigne, aber dieses Areal reiche völlig aus, um diejenigen auf- zunehmen, welche durch ihr antisoziales Verhalten dauernd unsere Kulturgemeinschaft stören und deshalb des Rechtes, dieser Gemeinscha t anzugehören, verlustig gegangen sind. An die Spitze der Strafkolonie will der Verfasser einen Gouverneur mit unumschränkten Machtbefugnissen stellen. Weit entfernt, sich die Bedenken gegen seinen Vorschlag zu verhehlen, zählt er sie alle auf und sucht sie alle zu widerlegen. Auch an der schwierigsten Frage, wie nämlich die Frauen hierbei zu behandeln sind, glaubt er, brauche das Unternehmen nicht zu scheitern. Ebensowenig könne die Möglichkeit von Fluchtversuchen von der Deportation abschrecken. Zur besonderen Empfehlung fügt er hinzu, daß das Reich ungezählte Millionen, deren es jetzt in einem vergeblichen Kampfe gegen das Verbrecherthum zur Errichtung neuer und zur Umbauung alter Strafanstalten gebraucht und zur Ernährung ihrer Insassen benöthigt, sparen würde. Aehnliche Vorschläge sind oft gemacht und oft bekämpft worden.
— Sicherlich keine Ehefreunde waren es, die folgende Aussprüche verbrochen haben: „Heirathen heißt, seine Verpflichtungen verdoppeln und seine Rechte halbirey." „Selbst eine gute Ehe ist eine Bußzeit", sagen die Russen. „Jede Ehe ist ein Kreuzzug, bei dem leider die Wenigsten in das gelobte Land kommen."
„Die Ehe ist ein Mandelkern,
D'rum kann man es nicht wissen Ob süß er oder bitter ist, Eh' man nicht angebissen."
Ebenso hübsch und boshaft schildert auch Rudolf Baumbach den „bittern Mandelkern", in den sein „Freudiger Haas" gebissen:
„Der freute sich als er ein Mädchen fand Sie heimzuführen als Gatte, Und freute sich auf den Wittwerstand Als er den Drachen hatte."
— Ein geplagtes Weib Schriftsteller: „ . . Bitte, sei endlich einmal still — ich kann bei dem ewigen Geplapper keinen vernünftigen Gedanken fassen!" — Seine Frau: „Natürlich! Was du doch alles von mir verlangst! Jetzt soll ich dir wieder durch mein Stillschweigen zu einem vernünftigen Gedanken verhelfen!"
— Theorie und Praxis. Herr Prahlmeyer (sich in seinem Heim eine Rede für eine Massenversammlung einstudirend): „Gebt uns Arbeit! Ja! Arbeit müssen wir haben, und Arbeit werden wir haben, und falls sie uns nicht gutwillig zu Theil wird, werden wir uns Arbeit erzwingen!" — Frau Prahlmeyer (zur Thür hereinrutend): „Du, Wilhelm, im Keller sind so viel alte Kisten und Fässer. Willst Du nicht 'runtergehen und mir für die nächsten Tage ein bischen Holz klein machen?" — Er: „I, fällt mir ja gar nicht ein, laß doch andere sich schinden! Ich will meine Ruh'haben!"
— Anzüglich. Käufer: „Ich möchte gern eine fette Gans sehen." — Kommis: „Einen Augenblick, die Frau kommt gleich!"
— Boshaftes Mißverständnis.......Ich sage Ihnen, Herr Professor, der junge Mensch hatte in meinen Hause viel Gutes erfahren!" „Ueber wen denn, Frau Räthin?"
— Zeitgemäß. „Sie haben gute Zeugnisse, und so will ich Ihnen die Kassirerstelle in meinem Geschäft verleihen — wenn Sie eine Sicherstellung von 1200 Mark erlegen können!" — „Und welche Sicherstellnng geben Sie mir, daß die 1200 Mark sicher sind bei Ihnen?"
Sparst’ und Handels nach richten.
üranffurt, 7. Oktober. Der heuttze Vlehmarkt wir m't 47g Ochsen, 42 Bullen, 597 stützen, Stieren und Rindern, 24 6 itarver«, 502 Hämmeln u. 1195 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. Mark 70—71, 2. Qual. 62,—66 Bullen 1. Qual. 56-58, 2. Qual. 53—55, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 61—63, 2. Qual. 52-,58 Alles per 100 Pfund Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 73-78 Pfg« 2. Qual. ß3-68 Pf., Hämmel 1. Qual. 60—62 Pfg., 2. Qual. 50-56 Pfg., Schweine 1. Qual. 53 54 Pfg., 2. Qual. 51—52 Pfg. Alles per 1 P'und Schlachtgewicht.
Frankfurts. M., 7. Oktober. Hiesiger Weizen 15,--- —,— Hiesiger Roggen 12,75-13,— Russischer —,---,— Hiesige Gerste 15,52-16 50, Pfälzer —,----,— Hafer je nach Qualität hiesiger 12,25 —13 25 Mark Alles per 100 Kilo
Fulda, 5. Oktober. Dem heutigen Schweinemarkt waren 30, Säufer und 125 Ferkel zugetrieben; Läufer 30 bis 65 Mark Ferkel 5 bis 12 Mark per Stück.
Seiden-Damaste Mk. 1.35
bis 18.65 per Meter — sowie schwarze, weiße und farbige Henneberg-Sci-c von 60 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, karrirt, gemustert, Damaste ic. fca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins k.) porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend.
Seiden-Fabriken 6. Henneberg c. u. k. Hon., Zürich
■uBUHmaBOMaBaHaHBaMa,
Bekanntmachung.
Die Molkerei-Genossenschaft zu Schlüchtern beabsichtigt zum Betriebe der Molkerei einen Dampfkessel auf der Parzelle Kartenblatt N. Nr. 458/313 der Gemarkung Schlüchtern aufzustellen.
Ich bringe dieses Vorhaben zur öffentlichen Kenntniß mit der Aufforderung, etwaige Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieses Blattes bei mir schriftlich in 2 Exemplaren anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in diesem Verfahren nrcht mehr angebracht werden.
Zeichnung und Beschreibung der Anlage können während der Dienststunden im Büreau des Kreis-Ausschusses eingesehen werden.
Termin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht in demselben Büreau
Donnerstag, den 24. Okt. 1895 Vormittags 10 Uhr,
vor dem Unterzeichneten an und wird hierbei bemerkt, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden wird.
Schlüchiern, den 7. Oktober 1895.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.
Jagdvcrpllchtuug.
Mittwoch, den 16. Oktober 1895,
Nachmittags 3 Uhr, wird die. Jagd der Gemeinde Wallroth in der F e h l'schen Wirthschaft zu Wall- roth öffentlich verpachtet. Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Der Bürgermeister:
Herzog.
Für die Herren Bürgermeister!
für die Gemeindewaage sind vorräthig und zu haben in der Druckerei d. Bl.
Für die Herren Bürgermeister!
(Brlielielilfe für die Hreissteuer ist vorräthig und zu haben in der Druckerei d. Bl.
Friedrich Kaul,
Stein- u. Bildhauerei,
Steinau, Kreis Schlächtern, (Niederlage des Schönberger Syenitwerks Hartmann & vau der Heyden), empfiehlt sein Lager in
Grabdenkmäler n
in Syenit, Marmor. Granit und Sandstein
Muster und Preise franko.
Handarbeits-Unterricht!
Vom 15. Oktober d. Js. an eröffnen wir einen WÄlS-CMS
für Mädchen.
Anmeldungen hierzu nehmen wir in unserer Wohnung Fuldaerstrahe 290 entgegen.
M. & A. Wiegand.
Das Weiteste
Jagdverpachtnug.
Montag, den 21. Oktober 1893
Nachmittags 3 Uhr, soll die Jagd der Gemeinde Hinter steinau in der Wohnung des Unter« zeignelen öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht.
Hintersteinau, den 5. Oktober 1895. q Der Bürgermeister: Koch.
Flügge’s Patent
Myrdiolin-Seife
empfiehlt
empfehle ich zu billigen Preisen:
Ü^ Damen - Kleiderstoffe 7« als: Cheviots, Diagonals, Cachemirs, Crepes, Lamas in den neuesten Dessins und Farben.
^ Herrenanrugsstoffen 3g| als: Cheviots, Loden, Kammgarn, Trikots, Eskimos von den billigsten bis zu den feinsten Sorten.
J. ML WALTER.
Gute gebrochene Achsel
gibt ab
iPh. Orth, Schuhmacher.
Apotheker ernst Raettig’s „Dentila44 zuverlässiges Mittel gegen
„Zahnschmerz.“
hilft, wenn kein Mittel gewirkt, Geo Dötzer's Zahntinktur „Oentila" sicher. Per Fl. 50 P.g. in Freien steinau in der Apotheke.
Stecht zu haben per Fl. 5 O Pfg.
In Salmünstcr bei Apotheker
1Ö. Greitwieser, in Dcttclbach bei
Ferd. Feillier. j Apotheker E. Baumann
Inearnat-Mkee
empfiehlt billigst Abr. Sichel
in Jaquetts, Capes, Paletots, Haveloks, Radmänteln und Kindermänteln
ist in reichhaltiger Auswahl bet mir ein- getroffen. J. M. Walter.
la. Weisskraut
in Köpfen
treffen erster Tage mehrere Waggon ein und kann ich noch zu verhältnißmäßig sehr billigem Preis bei umgehender Bestellung abgeben.
frisch eingemachtes Sauerkraut ist bereits vvrräihig. Preis ausgewogen ä Pfund 12 P'g. a Centner 6'/, bis 8 Mk. je nach Quantum.
Ferd. Kenner.
Neuheiten in
Tapeten u. Herden
in großer Auswahl billigst bei
Abraham Sichel.