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hier der Kiliansbrunnen enthüllt. Bischof Reichsrath Dummheit, doch ein Gotteskind war? Auch in ihrem Dr. Stein nahm den Weiheakt vor. Bei dem folgenden ' ~

Stadtbanket toastete der Prinzregent aus seine liebe Vaterstadt. Der Regent besuchte hierauf das Volksfest und unterhielt sich in leutseligster Weise mit den Bürgern.

Karlsruhe, 11. Juli. Die Landwirthe des Kreises Eppingen gründen unter fördernder Mitwirkung der Regierung eine erste badische Gctreidcabsatzgenosseuschast.

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchtern, 12. Juli.

* Aus der Straskammer-Sitzung vom 8. Juli. Als einziger Fall steht die Strafsache gegen den Tag- löhncr Weber, den Handelsmann Gundersheim, den Maurer Stumpf und den Metzger Most, sämmtlich von Romsthal, auf der Terminsrolle. Die Angeklagten waren an einem Novemberabend 1893 in Steinau, woselbst sie mit dem Ortsdiener in Conflict geriethen. Als sich dann noch zwei Steinauer, der Tagelöhner Hch. Müller und Wilh. Amend hinzugesellt hatten, entstand als­bald eine Schlägerei, bei welcher die Steinauer den Kürzeren zogen und namentlich Müller fürchterlich zu- gerichtet wurde. Die Romsthaler Burschen erhoben zuerst Anklage gegen die Steinauer. In der Vorunter­suchung stellte sich aber die Sache zu Gunsten der Steinauer und so wurde der Spieß herumgedreht. Die Romsthaler wurden wegen Körperverletzung und falscher Anschuldigung zur Anzeige gebracht und Most zu 6 Monat, Weber und Gundersheim zu je 8 Monat und Stumpf zu 10 Monat Gefängniß verurtheilt, ferner dem schwer mißhandelten Müller 200 Mark Schmerzens­geld zuerkannt. Die Angeklagten wurden alsbald verhaftet.

Steinau, 11. Juli. In der Katharinenkirche dahicr fand am 10. Juli das alljährliche Missionsfest der Diöcese Schlüchtern statt. Die Feier in dem vom hiesigen Jungfrauenverein einfach und schön geschmückten Gotteshause, ebenso die Nachversammlung im Freien verlief den gehegten Erwartungen gemäß. Die Be­theiligung aus der Stadt und Gemeinde war eine er­freuliche, auf den Straßen lagerte Feiertagsruhe, und aus den Nachbargemeinden waren die Freunde der Mission zahlreich gekommen, um die Festpredigt mit- anzuhören. Pfarrer Dr. Naumann aus Gießen zeigte an dem Beispiel der Christengemeinde zu Antiochien, Apostelgesch. Kap. 13 u. 14, wie Missionsgemeinde und Missionare zusammengehören. Was wäre eine evangelische Kirche in der Heimath, wenn sich kein Missionar mehr fände, wie seiner Zeit ein Paulus in der Christenheit, um ausgerüstet von seiner Gemeinde das Wort Christi auszurichten, das Heil des wahren Lebens den Völkern zu bringen; oder was wäre- ein Missionar draußen, wenn er die christliche Heimath- gemeinde nicht hinter sich hätte, von deren Liebe und Opfer er getragen wird! Die Gemeinsamkeit des Wirkens zwischen Missionsgemeinde und Missionar be­zeichnen wir aus den Namen Mission. Jede Gemeinde soll auch eine Missionsgemeinde sein, wenn sie sich ihren christlichen Carakter bewahren will. Denn ein missions- loses Christenthum ist überhaupt keines, und ein missions- armes Christenthum ist ein armes Christenthum. Dieses Zusammenwirken an der Mission zeigt sich schon in der Aussendung des Missionares von der heimischen Kirche und in dem Gehen des Missionares zu den Heiden, in dem beiderseitigen Wirken für das Reich Gottes und endlich in dem Erfolg. Die evangelische Kirche hat nicht gleich im Anfang, weil durch innere Kämpfe und Sorgen gehindert, den Missionsberus unter den Heiden ausgeübt. Erst in kleinen Kreisen erwachte der Eifer- für die Mission, von der damaligen Welt aber sehr abfällig beurtheilt; aber jene Kreise fühlten wie der Apostel: Gerettet sein durch Christus heißt selbst Retter sein und werden für andere. Jetzt ist die Mission hochgeehrt bei Hoch und Niedrig, aber man hat in die Mission etwas hineineingetragen, von dessen Vermischung die Mission sich frei halten muß. Man sieht die Haupt­aufgabe in der Kultur allein, die man den Heiden bringt, und sieht doch mit Verachtung auf dieseMenschen- klasse, und eine reiselustige Welt ergeht sich bei Er­zählung ihrer Reiseerlebnisse voll Lachens über diese Negerknaben und Mädchen. Wo bleibt da das Evan­gelium, welches den Werth einer einzigen Menschenseele so unendlich hoch anschlägt, oder die christliche Persönlich­keit eines Apostels, welchem ein gelehrter Heide in all reiner Weisheit, wie ein armer Neger in all seiner

Wirken gehören Gemeinde und Missionar zusammen. Wie schwierig gestaltet sich das Werk der Mission draußen, und wie leicht machen es sich manche christ­liche Kreise zu Hause! Wir haben selbst Armuth und Verwirrung genug daheim, wozu da draußen sich cngagiren! Das sind dieselben Reden, wie derjenigen, die nicht in die Kirche gehen, weil sie zu Hause Gottes Wort treiben können, und es sind doch die, welche es am Wenigsten zu Hause lesen. Denn wenn ein Mensch es ernstlich nur acht Tage zn Hanse thäte, am nächsten Sonntag schon müßte ihn der Gedanke, was er seinem Nebenmenschen als Mensch und Christ schuldig ist, mit Liebe zu seiner Gemeinschaft erfüllen. Und diejenigen Kreise, welche hinausziehen in fremde Länder, ohne selbst Missionar zu sein, was nehmen sie nicht all mit hinaus, ihre Habsucht und Laster, und bringen sie den Heiden! Das macht die Mission schwierig, sodaß man wohl jenem gelehrten Heide Recht geben muß: Ich kenne euch Christen, ihr seid nicht wie euer Buch; wäret ihr wie euer Buch, in fünf Jahren hättet ihr ganz Indien dem Evangelium unterworfen. Bon dem Erfolg seines Wirkens, davon einst der Heim- kehrende Paulus seiner Gemeinde in der Apostelgeschichte erzählte, berichtet noch heute jeder Missionar, aber es handelt sich hier nicht um großartige äußere Erfolge, sondern um gerettete Menschenseelen. Und davon soll ein jedes Missionsfest, wie dort in Antiochien, Zeugniß geben. Mit der Mahnung: Rette deine eigene Seele, um ein Retter anderer zn werden, schloß die inhaltreiche Predigt und daran reihte sich der Bericht des Missionars Thumm aus Frankfurt über die Erfolge und Kämpfe der Basler Mission, die in Hessen besonders unterstützt wird. Derselbe erinnert daran, daß gerade heute der Tag sei, wo in Basel von den 65 Meldungen zu dem Missionarberufe die 25 Jünglinge ausgewühlt würden, welche die Kirche aussendet, und wie es auch hier die rechte Wahl, aber auch auf Gottes Gnade und Segen ankomme. Von dem Fest, welches durch Liedervorträge des Jungfrauen - Vereins und des Gesangvereins Amicitia belebt war, nahmen die Theilnehmer den Ein­druck mit hinweg, daß es eine Ehrensache und noch mehr eine christliche Pflicht sei eines jeden in der christ­lichen Gemeinde, an dem Werk der Mission mitzuwirken.

Fulda. Nach dem vorläufigen Ergebniß der Be­rufs- und Gewerbezählung am 14. Juni hatte unsere Stadt 6694 männliche und 7606 weibliche Personen, im Ganzen also 14,300 Einwohner. Die Bevölkerung Fuldas betrug am 1. Dezember 1890 6088 männ liche und 7037 weibliche Personen 13,125. Dem­nach hat die Stadt Fulda sich seit dem 1. Dezember 1890 um 1175 Personen vermehrt.

Schmalkalden, 10. Juli. Unser Nachbarort Brotte- rode (2000 Einwohner) ist binnen 4 Stunden gänzlich niedergebrannt. Die Kirche, die Post, das Amtsgericht sind u. A. eingeäschert. Es sind 320 Häuser und die sämmtlichen öffentlichen Gebäude ein) Raub der Flammen geworden. Zwei 80jährige Frauen sind ver­brannt, vier Kinder werden bis jetzt noch vermißt. 2000 Menschen sind obdachlos, ebenso fehlt es an Stallung für zahlreiches Vieh. Es hat sich ein Hilfskomitee ge­bildet, an dessen Spitze der Landruth steht. (Brotterode, ein Flecken im Kreise Schmalkalden an der oberen Trust, klimatischer Kurort, zählte nach den neuesten Angaben 2828 Einwohner, die sich mit der Fabrikation von Eisen- und Stahlwaaren, Cigarren, Horn- und Holzdrechsler­waaren sowie Viehzucht ernähren.

Rosenthal, 3. Juli. Ein erschütternder Unglücksfall hat sich vorgestern Abend auf der zwischen Rosenthal und Langendorf gelegenen Holzschneidemühle, dem Hammer," ereignet. Der 20jährige Sohn des Besitzers B. schnitt Latten auf der Kreissäge. Auf eine bis dahin hier noch nicht genau bekannte Art und Weise schnellte eine Latte mit riesiger Gewalt dem jungen Menschen wider den Leib, daß derselbe unter den gräßlichsten Schmerzen anfing, auizuschwellen. Der so schnell als möglich herbeigeeilte Arzt rieth sofort zur Ueberführung in die Klinik nach Marburg, was am anderen Morgen auch geschah. Heute Morgen traf leider schon die Nach­richt von dem noch am Tage der Ueberführung erfolgten Hinscheiden des Unglücklichen hier ein.

Niedermarsberg, 8. Juli. In unserer Stadt scheint ein Brandstifter oder gar eine Bande solcher Unholde ihr Unwesen zu treiben. In den letzten acht Tagen ist

hier dreimal Feuer ausgebrochen, wobei insgesammt 18 Gebäude eingeäschert wurden.

Frankfurt, a. M. 6. Juli. Durch die Genehmigung des Ankaufs der Häuser am Römer hat sich die städtische Vertretung dafür entschieden, daß der Mittelpunkt der Stadtverwaltung im Römer verbleibt und in dessen Nach­barschaft für die einzelnen städtischen Aemter getrennte Gebänlichkeiten errichtet werden, die dann durch Ueber« gänge mit dem Römer verbunden werden sollen.

Vermischtes.

Wirkung des Erdbebens auf die Tierwelt. Ein Weidmann und eifriger Beobachter der Tierwelt in Laibach berichtet: Ein Wächter, der in der schrcckens- vollen Osternacht seinen Dienst versah, hörte einige Minuten vor dem Beben seinen Kauz, den er großge- zogen und gefesselt in einer Holzlege hielt, ängstlich und wild herumflattern. Da er den Angriff eines Raub­thieres aus seinen Vogel vermuthete, trat er in den Verschlag, worauf sich der Kauz einigermaßen beruhigte. Bald jedoch begann das ängstliche Herumflattern, das sichtliche Bestreben, sich der Fessel zu entledigen, von neuem. Kurz darauf begann das unterirdische Getöse, dem das furchtbare Beben folgte. Der Jäger und Waldhüter eines nächst Laibach gelegenen Ortes sah, als er in der Schreckensnacht auf die neben Feldern hinziehende Straße flüchtete, mehrere Feldhasen in voller Flucht dem nahe gelegenen Berg znrennen, auch hörte er Rebhühner schwirren und kurz darauf die Hähne ängstlich rufen. Ein anderer Beobachter hörte während der schwächcrn Stöße am Ostermontag vor dem Morgen­grauen in dem an seinen Besitz grenzenden Wald ganz deutlich das Klagen der Hasen. Ein Herr, der sich nach der Katastrophe auf einen freien Platz geflüchtet hatte und die Nacht in einem Wagen sitzend zubrachte, hatte Gelegenheit zu beobachten, daß kurz vor jedem mehr oder weniger heftigen Erdstoß die Tauben und Turmfalken ihre Schlafstellen verließen und ängstlich in der Lust kreisten. Finken und Spatzen flatterten während der ganzen kritischen Nacht von Baum zu Baum und ließen ängstliche Rufe hören. Besonders erregt zeigten sich in den meisten Fällen die Pferde. Schon vor dem Beben bemerkten deren Wärter eine große Unruhe an denselben, welche Unruhe sich durch Schnauben und Stampfen des Bodens äußerte und während des Bebens so steigerte, daß manche dieser Thiere zu Boden stürzten, andere wieder mit ihren Vorderfüßen die Krippen schlugen. In den dem großen Erdbeben folgenden Nächten hörte man in Dörfern der nächsten Umgebung Laibachs Pferde und Rinder, die vielfach im Freien angebunden waren, sich äußerst unruhig geberden. Erstere hörte man schnauben und stampfen, letztere in kurzen ^IwffchenrSllmen brüllen. Die Hunde zeigten sich schon vor dem Beben beunruhigt; sie zerrten an ihren Ketten, und ein unausgesetztes, eigenthümliches Bellen war in den Straßen vernehmbar. Die Haus­hühner dagegen waren vor und nach der Katastrophe ziemlich theilnahmslos, man fand sie bei Tagesanbruch ruhig auf ihren hochgelegenen Schlafstellen.

Mißverstanden. Arzt:Also, falls die Kopf­schmerzen sich wieder einstellen sollten, so lassen Sie sich von Ihrer Frau ein nasses Handtuch um den Kopf schlagen. Patient (entrüstet):Herr Doktor, das sollte meine Alte aber 'mal probiren!"

Boshaft. Frau (wohlgenährt aussehend):Nicht wahr, Herr Müller, mir sieht man es nicht au, daß ich acht Kinder groß gezogen habe?" Müller:Nein, dem Herrn Gemahl aber um so mehr!"

Gleich geholfen. Alte Schachtel:Ach, wenn es doch gelänge, Adalbert zu umstricken!" Freundin: Mach ihm halt a Paar Socken!

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Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern..

Sonntag, den 14. Jili 1895. Morgengottesdienst: Herr Pfarre- Hattendorsf. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfa-rer Hattendorsf. Wochendienst: Herr Superintenden Heck.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, Vorm. 10 */« Uhr, Herr P, Orth, Herolz.

Mittwoch, den 17» Juli er., Vormittags 9 Uhr, wird in Schwar­zenfels bei Gastwirth Kohlhepp ein junger Zuchtbulle öffentlich meistbietend zum Schlachten ver­kauft. Die Ortsvertretung. lÄgtr filisc

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