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1 durch Lohnarbeit wechselnder Art, 1 int Staats- rc. Dienste, 3 im Gesindedienste. Nachdem 8 Jnvaliden- renttn durch Tod der Empfänger in Abzug gekommen w^ i, blieben Ende März 1895 noch 18 Invaliden- re a im Gefammtbelrage von jährlich 2128,20 Mk. 51 zahlen.

* Mit Rücksicht auf die beginnende Reise-Saison sei auf Folgendes aufmerksam gemacht: Eisenbahn- Fahrpreisermäßigungen werden jetzt auf den preußischen Eisenbahnen in weiterem Umfange gewährt als sonst; für Schulfahrten schon bei zehn Personen mit Ein­schluß des Lehrers oder der Führerin in der dritten Klasse für den Militärpreis (pro km 1/b Pfg.) bei Benutzung der 2. Klasse für den Preis der 3. Klasse.

Der Zimmermann Fcrd. Freund von Orb, welcher wegen fahrlässiger Tödtung des 5jährigen Wilhelm Kaufholz zu 14tägiger Gefängnißstrafe vom Landgericht verurtheilt worden war, hatte gegen dieses Urtheil Rvision beim Reichsgericht eingelegt. Wie derHan. Anz." meldet, wurde die Revision vom vierten Straf­senat des Reichsgerichts kostenpflichtig verworfen.

Hanau, 7. Mai. Die Maikäferplage macht sich auf dem Lande in so erschreckender Weise geltend, daß in den verschiedenen Ortschaften seitens der Gemeinde­behörden eine Unschädlichmachung dieses Insekts un­geordnet worden ist. So tritt z. B. in Eichen die Plage derart auf, daß gegen Abend dichte Schwärme den Aufenthalt auf dem Felde, besonders in der Nähe des Waldes, rein unmöglich (?) machen. Hier zahlt auch die Gemeinde für eine Metze gesammelter Käfer! 80 Pfg. Gewiß ein einträgliches Geschäft, das Sammeln derselben; hat's doch einem Jungen im benachbarten Erbstadt an einem Tage 7 Mark eingebracht. In Hof­heim im Taunus drohen Maikäfer die ganze Eichen- waldung zu verzehren. Alt und Jung ist deshalb aus­gerückt, um das Jnsektenheer zu vernichten. Am Samstag Abend wurden 20 Centner abgeliefert, für welche 5 Pfg. per Pfd. vergütet wurden. Nur durch gemeinsames Vorgehen ist es möglich, den Schaden, den dieser Käfer anrichtet, einigermaßen zu mindern.

Frankfurt a. M., 7. Mai. Heute früh halb 9 Uhr fuhr auf dem Bahnhöfe in Soden eine von Höchst kom­mende Maschine in einen vollbesetzten Arbeiterzug. Ein Packwagen wurde aus dem Geleise geworfen und acht Personen leicht verletzt. Schuld an dem Unfälle soll der Führer der Maschine tragen, welcher die vorge­schriebene Fahrgeschwindigkeit überschritt.

Cassel, 7. Mai. Die diesjährigen Manöver des 11. Armeekorps werden in der Gegend von Hersfeld, Hünfeld und Fulda stattfinden.

Cassel. Einen schwarzen Tertianer beherbergt seit Anfang dieses Monats das Realgymnasium in Cassel. Es ist ein Neger aus der deutschen Kolonie Togoland mit Namen Accu Atopie. Seine an anderer Stelle erworbenen Vorkenntnisse reichten in deutscher Sprache, Latein und den anderen Fächern soweit, daß er in Cassel nach bestandener Prüfung in die Unter­tertia als Schüler ausgenommen wurde. Accu Atopie beabsichtigt den Unterricht mehrere Jahre zu genießen.

Speele, 6. Mai. Bor etlichen Tagen hatte der Fischer Ehrich hierselbst das Glück, in einem Stellgarn einen Lachs von 20 Pfd. zu sangen. Der Mann löste für den Fisch 25 Mark. Die Obstbäume blühen hier und in der Umgegend spärlich. Am wenigsten ist auf eine gute Zwetschen- und Pflaumenernte zu rechnen.

Wclda, 5. Mai. In unserm Nachbarorte Kahlcn- berg wurde vorigen Sonntag während der Nachmittags­kirche einem Einwohner ein recht empfindlicher Streich gespielt. Derselbe hatte 1850 Mk., eine Ersparniß, welche von seiner kurz vorher verstorbenen Frau so unter der Hand und hinter seinem Rücken in der Sparkasse zu Marburg angesammelt worden war, an sich genommen und im Keller seines Hauses geborgen. Nun war am Sonntag Abend plötzlich das Geld ver­schwunden. Wie es heißt, wäre man dem Diebe auf der Spur und die Wiedererlangung des Geldes sicher.

Wiesbaden, 5. Mai. Vor dem hiesigen Landgericht kam gestern ein merkwürdiger Forderungsprodeß zur Entscheidung. Der Metzger Diefenbach in Jgstadt hatte geklagt gegen den Handelsmann Weiß daselbst und die Ursache war folgende: Im November v. Js. kam Weiß zu Diefenbach und bat denselben um leihweise Ucberlassung seines Metzgerwagens, einer Art Jagd- wagen, angeblich um Verwandte damit zu fahren. That­sächlich aber benutzte Weiß, nachdem seinem Ersuchen von Diefenbach bereitwillig entsprochen worden war, das Vehikel zum Transport der Leiche seiner an einer an­steckenden Krankheit gestorbenen Tochter nach dem zwei Stunden von Jgstadt entfernten Friedho^c. Der Metzger erhielt Kenntniß von diesem schändlichen Ver­trauensmißbrauch, verweigerte die Zurücknahme des Wagens und verlangte Ersatzleistung. Der Handels­mann gelaubte diese ablehnen zu dürfen und so kam es zum Prozeß. Die Entscheidung wurde gestern gefällt und lautete dahin, daß der Handelsmann gegen Aus­lieferung des von ihm benutzten Wagens dem Kläger einen leichten vicrräderigen Metzgerwagen derselben Art zu liefern, bis zur Er'üllung des Anspruches täglich 4L 1,50 vom 22. November 1894 ab zu zahlen und die Kosten zu tragen habe. (F. G. A.)

Braubach. In den letzten Wochen wurde, begünstigt durch das herrliche Wetter, die Reichslimesforschung auf der ganzen Linie zwischen Rhein und Donau wieder aufgenommen. Die interessanten Entdeckungen, welche bisher gemacht, wurden in den letzten Tagen durch eine neue vermehrt. Auf der Höhe bei Braubach dem sogenannten Königstiel fand Oberstlieutenant Dahm ein ausgedehntes Hüttenwerk, das im 2. und 3. Jahr­hundert n. Chr. von den Römern betrieben wurde. Es bestand aus zwei großen Fabrikgebäuden, einer Villa mit Hintergebäude, einem Stall und anderen Baulichkeiten. Gefunden wurde eine -ganze Anzahl berg- und hüttenmännischer Geräthe und Werkzeuge: eine Haue, Schmelztiegel, Feuerzangen, Feuer­haken, eine Fabrikglocke u. s. w. Die j Entdeckung ist insofern von besonderer Wichtigkeit, als die­selbe in Beziehung steht zu der bekannten Erzählung des Tacitus, daß bereits unter dem Kaiser Claudius (4154 n. Chr.) im Lande der Mattiaker auf Silber gebaut worden sei, daß man aber später den Betrieb als nicht lohnend aufgegeben habe. Keine andere Gegend, als das Lahngcbiet kann jetzt hierbei in Betracht kommen, und der Fund von Braubach beweist, daß man unter den späteren Kaisern den Bergbau daselbst wieder ausgenommen und ausgedehnter weiter betrieben hat.

Vermischtes.

Ueber die Verwendung des Waldmeisters giebt ein Sachkundiger folgenden Ausschluß. Waldmeister- Essenz bereitet man sich, indem man frisch gepflückten Waldmeister wäscht und die eine Hälfte mit rektifiziertem Weingeist, die andere mit Weißwein übergießt. Nach­dem man den Waldmeister 1520 Minuten hat ziehen lassen, gießt man die Flüssigkeit durch ein Theesieb zu­sammen, füllt sie in eine saubere Flasche, verkorkt diese mit neuem Korke luftdicht und kann man zu jeder beliebigen Zeit unter Benutzung der Essenz sichMai- weiu" bereiten. Auch als Theepflanzen läßt sich der Waldmeister, nach derKöln. Bolksztg.", in folgender Weise zubereiten. Zur Blütezeit gesammelt, pflückt man seine Blätter sorgfältig ab und trocknet sie in der Mittagssonne auf reinem Papier, bis sie sich rollen und schwarz werden. Wenn sie dann in sauberem Glase luftdicht verschlossen wurden, gleicht die Abkochung von ihnen bei goldgelber Farbe mit würzigem Dufte dem des besten asiatischen Thees. So würden also be­deutende Summen, welches für dieses ausländische, häufig verfälschte Fabrikat herkömmlich verausgabt werden, zu ersparen sein, wenn es gelänge, Wald­meister im Großen zu pflanzen, was sicherlich eine lohnende Aufgabe für Gärtnerei, Land- und Forstwirth­schaft wäre.

Wie alt dieInstitution" des Frühschoppens ist, erhellt u. A. daraus, daß schon der um das Jahr 205 n. Chr. lebende Kirchenvater Novatian gegen die traurigen Folgen des Frühschoppens geeifert hat. In seiner SchriftUeber die Speisen der Juden" Kap. 6 schreibt Novatian: Es gibt Christen, welche das Bei­spiel der Unenthaltsamkeit geben und in ihrer Lasterhaf­tigkeit so weit gekommen sind, daß sie gleich früh Morgens noch nüchtern trinken. In die leeren Adern gießen sie, nachdem sie sich eben vom Schlaf erhoben haben, Wein;ungegessen" sind sie bereits trunken; sie laufen nicht nur in die Kneipen, sondern sie tragen eine Kneipe mit sich herum, und ihr Gruß besteht im Zutrinken. Was werden diese Menschen am Nach­mittag anfangen, wenn sie schon berauscht zur Mahlzeit kommen? oder in welcher Verfassung wird sie die unter­gehende Sonne schauen, wenn sie die ausgehende bereits schlaff von Weingenuß erblickt!"

Uebertroffen.Ich versichere Sie, lieber Haber­kern, in diesem Jahre warfen meine Kirschbäume so viel Blüthenschnee auf die Erde, daß ich mit meiner Familie darauf Schlitten fahren konnte " Haberkern:Das glaub ich wohl, lieber Hammerstiel! Apropos, gestern ist mir auch etwas noch nie Dagewesencs passiert. Ich gehe auf der Straße und stolpere plötzlich. Was meinen Sie wohl, über was?" Hammerstiel: Na?" Haberkern:Ueber den Wind, der sich eben gelegt hatte."____________________________________________

Aufruf

für die Diaeouisseu Auftakt zu Duisburg.

Die Rhein.-Westfäl. Pastoralgehülieu- oder Dia- konen-Anstalt zu Duisburg ist im Jahre 1844 von dem sel. Pastor D. Thcod. Fliedner, dem Neubegründer des Diakonissen-Amtes in der evangelischen Kirche, gegründet worden. Die Pastoralgehülfen oder Hülfs-Diakonen sind auf demselben Gebiet thätig, wie die Diakonissen, nämlich dem Gebiet der Kranken-, Armen-, Kinder- unb Gefangenenpflege.

In dieser Arbeit steht die Anstalt nun schon 50 Jahre, ihre Diakonen haben nicht blos in Rheinland und Westfalen, sondern in ganz Deutschland und darüber hinaus ihre Kräfte dem Dienst der Liebe gewidmet. Tausende von Kranken erfahren jährlich den Segen ihrer hülsreichen Hand. Wenn die verheerenden Typhus-, Pocken- und Cholera-Epidemieen ihre Opfer forderten, standen unsere Diakonen überall in der vordersten Reihe der Helfer, wie 1892 noch in Hamburg. Wenn der König zu den Waffen rief und unseres Volkes Söhne aus vielen Wunden bluteten, waren unsre Brüder als Felddiakonen hinter dem Heere bereit, ihre Wunden zu verbinden und in den Lazaretten sie zu pflegen. Gegen 350 Berufs- und freiwillige Diakonen sind in den drei letzten Kriegen thätig gewesen. Die Diakonen-Anstalt befindet sich gegenwärtig in einer Not­lage. Durch die große Ausdehnung unsrer Arbeit in den letzten Jahren, besonders durch den nothwendigen Neubau unseres Krankenhauses, ist die ohnehin nicht unerhebliche Schuldenlast um ein bedeutendes gewachsen.

Der Herr Minister des Innern hat aus diesen Gründen unsrer Anstalt in ihrem Jubeljahr eine ein­malige außerordentliche Hauskollekte für das Jahr 1894,95 in den Provinzen Preußens bewilligt, welchen wir unsre Dienste gewidmet haben.

Wenn nun unser Bote kommt und Euch um eine Liebes­gabe anspricht, so gedenket, daß es einem Dienst au unserm Herrn gilt, so helft unsrer Anstalt in ihrer Be- drängniß, daß es auch von ihr immer heißen könne: sie hat gethan, was sie konnte."

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchteru. Sonntag, den 12. Mai 1895.

Morgengottesdienst: Herr Pfarrer Hattendorff. Nachmitlagsgottesdienst: Herr Superintendent Heck. Wochendienst: Herr Pfarrer Hattendorff.

Katholischer Gottesdienst.

s Sonntag, Vorm. 10/« Uhr, Herr Pf. Orth, Herolz.

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General-Versammlung.

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Seffletaner Kalle-Moatt-Verein. gW~ Sonntag Mittag 1 Uhr: General - Versammlung.

Der Vorstand.

Belohnung.

An meinen Liegenschaften an der Bahnhofstraße, bin ich schon einige Mal geschädigt worden. Ich zahle 20 Mark Belohnung dem, der mir den Thäter so namhaft macht, daU ich denselben mit Erfolg gerichtlich belangen kann.

W. Thaler.

Theater in Schlüchteru.

(Im Saale zumDeutschen Kaiser".

Sonntag, den 12. Mai:

Lebensbild mit Gesang in 6 Abtheilungen von Jakobson.

Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8'/, Uhr.

Nachmittags halb 5 Uhr Kindervorstellung: Frau Holle oder Goldröslein und Pechhanne. Hierauf: Der lebendige Mehlsack. Komische Pantomine in 1 Akt.

billigst bei

für Herrn und Knaben

Abr Sichel.