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Mittwoch, den 3. April

anzuschauen. Unser Berichterstatter hatte eine Hand

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pf.

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^ bteSchlüchterner Zeitung" werden noch fortwährend von allen ^±_!^!!^-»-'!^- Postanstalten uudLandbriefträgern sowie von der Expedition entgegen genommen.

Entwurf an den Bundesrath und von diesem eventuell s voll loSgcriffener Schrauben au gelesen, aber die mit- " ' 1 reisenden Damen nahmen sie ihm fast alle unter dem

Deutsches Reich.

Berlin. Das Gesuch des Verbandes deutscher Kriegs Veteranen, dessen Sitz in Leipzig ist, an den Kaiser, den Veteranen zum Besuch der Schlachtfelder von 1870; 71 im August dieses Jahres die Bahnfahrt von allen Stationen der deutschen Eisenbahnen nach den Reichslanden im Preise von Militär-Billets zu ge­währen, ist sicherem Vernehmen nach" vom Kaiser genehmigt worden.

28. März. Die Tabaksteuer-Kommission hat auch den Absatz 2 des § 1 der Vorlage betr. den Zoll auf fabrizierten Tabak und damit die ganze Borlage abgelehnt. Die zweite Lesung ist bis nach Ostern vertagt worden.

Die SicdlungsgeuosseuschaftFreiland", ein­getragene Geuossenschast mit beschränkter Haftpflicht, ist ins Leben getreten. Der Gcschäflsanthcil beträgt 100 Mark. Er ist in Raten von mindestens 25 Pfg. pro Woche zu entrichten. Dadurch wird der Beitritt zur Genossenschaft sehr erleichtert. Die Ziele derselben sind in dem Buche von Dr. ^rans Oppenheimer.Freiland in Deutschland" (Berlin, Fontäne u. Co.) des Näheren auseinandergesetzt worden. Das Geschä'tsbürcau der Genossenschaft (Berlin, Friedrichsstraße 102, ^210 bis 11, *,25 bis 6) hat Cirkulare und Satzungen drucken lassen und versendet dieselben gratis. Die Satzungen sind mit juristischer Schärfe ausgearbeitet worden. Ihr Verfasser ist der Vorsitzende des deutschen Freilandbundes, Landgerichtsrath Krecke.

Wie dieBcrl. Pol. Nachr." hören, werden die

Arbeiten zur Fertigstellung des Gesetzentwurfes über die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, dessen erste Redaktion im Jvnuar d. I. im Reichsanzeiger veröffentlicht wurde, eifrig gefördert, damit der Entwurf möglich noch in der laufenden Tagung beiden gesetz­gebenden Körperschaften des Reiches unterbreitet werden kann. Gegenwärtig unterliegt die Vorlage einer Berathung im preußischen Staatsministerium, jedoch sollen die einzelnen Voten darüber bereits eingegangen sein, so daß eine baldige Beschlußfassung im Staats­ministerium zu erwarten wäre. Dann würde der

noch in der laufenden Tagung an den Reichstag gelangen.

Einen BismarckThaler hat neuerdings die Reichs-Münze Herausgegebeu. Die eine Seite desselben zeigt dem Fürsten Bismarck im Profil, das Haupt mit einem Schlapphut bedeckt und die Juschri t:Fürst Bismarck, Altreichskanzler". Die andere Seite zeigt die Germania, die Geburts- und Wohnstätte des Fürsten und die Inschrift:1815, 1. April 1895. 80 jähriger Geburtstag".

Gern, 24. März. Durch den Verkauf polnischer Landschweine ist hier binnen 14 Tagen der Preis des Schweinefleisches von 75 Pfg. auf 60, sogar auf 50 P g. gefallen. Die Fleischer-Innung selbst hat den Beschluß gefaßt, die Preise hcrabzusctzcn.

Leipzig. Eine Anzahl angesehener Katholiken Leipzigs läßt imLeipziger Tageblatt" die Aufforderung an die deutschen Katholiken ergehen, durch Versammlungen und Resolutionen aller Orten gegen'bie Nichtehrung des Fürsten Bismarck Seitens des Reichstags nach­drücklich Widerspruch zu erheben und sich von dem Verdacht zu reinigen, als wollten sie Deutschlands größten Sohn keine Ehre erweisen und seien selbst keine Deutsche. Selbst der Papst habe den Fürsten Bismarck wiederholt zu seinem Geburtstag beglückwünscht und auch Windthorst würde ihm diese Ehre nicht ver­weigert haben.

Ausland.

Japan. Der chinesische Friedensunterhändler Li- Hung-Tschang ist in Simonoseki, wo die Verhandlungen geführt werden, der Gegenstand eines Attentats gewesen. Als er mit dem japanischen Bevollmächtigten von der Konferenz nach seiner Wohnung zurückkehrte, schoß ein junger Japaner mit einer Pistole auf ihn und ver­wundete ihn im Gesicht. Der betreffende Japaner, dessen Verbrechen auf irregeleiteten Patriotismus zurück

geführt wird, ist unter großer Erregung der Bevölkerung ' verhaftet worden.

Süd-Asien. Petrolenmqncllcu auf Sumatra. Der nordamerikanischen und russischen Petroleum-Industrie ist gegenwärtig ein gewaltiger Konkurrent im östlichen Asien entstanden. Schon vor mehreren Jahren hat man in der Landschaft Lankat auf der Insel Sumatra Petroleum entdeckt, und zwar ganz unmittelbar an der Meeresküste. Die Lager scheinen ungeheuer reich zu sein Hub die niederländische Regierung hat nunmehr verschiedenen Gesellschaften Konzessionen zur Ausbeutung dieser Petrolcumschätze ertheilt. Zunächst wird ein Gebiet von etwa 318 Quadratmeilen Fläche unmittelbar an der Küste in der Malakkastraße in Angriff genommen. Das daselbst erbohrte Petroleum ist den Angaben gemäß, von sehr guter Beschaffenheit und seine Verschiffung bietet keine nenneNsiverthcn Schwierigkeiten, so daß Ostindien demnächst seinen Bedarf an Petroleum aus­schließlich von Sumatra aus decken wird.

Lokales und Provinzielles.

* Schlächtern, 2. April.

* Seitens des Herrn Bürgermeisters Salomon wurde' im Namen sämmtlicher patriotisch Gesinnten der Stadt Schlüchtern gestern ein Glückwunsch- Telegramm an den Altreichskanzler nach Friedrichsruh abgesandt.

* 1. April. Selbstverständlich haben auch wir unsern eigenen Original - Correspondeuten nach Friedrichsruh gesandt, um die Glückwünsche der Schlüchterner Zeitung und ihrer reichstreuen Leser dem Altkanzler zu Füßen zu legen. Nachdem der bewährte Berichterstatter neu besohlt bei uns erschienen war, um in ben- Redaktion sräumen unsere Instruktionen nebst den nöthigen Reisegeldern in Empfang zu nehmen, dampfte er mit einer eigens dazu angefertigten Habanna (Marke Denhard via Orb) ab und seiner Bestimmung zu. So einfach aber, wie unsere Leser wohl glauben, war bte Sache nicht. Bereits vor Flieden sprang die Schnellzugslokomotive aus den Schienen und riß die Geleisunterlagen rechts und links etwa zweihundert Meter weit auseinander. Da hieß es schnell undraus aus die Kartoffeln" und Kinder und Bauern kamen von den nahe gelegenen Fuldaer Höfen angelaufen, um von unten aus das Schauspiel oben auf dem Damme

1895.

wendete, die er sich Kicher einmal für eine andere Fest­rede gekauft hatte, die aber leider ungehalten geblieben war, bemerkte der Jubilar, so viel er wüßte, sei Schlüch- tern eine der berühmtesten Städte, die mit S anfingen. Als ihm nun erwidert wurde, ein anderer großer Mann, der aber kein Eingeborner, sondern nur einZu­gelaufener" sei, habe so was auch schon einmal gesagt, erkundigte er sich nach diesem, der ja, so viel er wüßte, schon anno 1848 die heldischen Freischaarm beim Train mit habe aus dem Schwarzwald treiben helfen, später aber beim Tunnelbau mit Wahlzetteln die Ritzen ver­kleistert habe. Da fiel ihm auch ein, daß ja dort noch ein dicker Wirth, einer von der alten, guten Appelwein- sorte, leben müsse, der einst Moltke über die Fehler der Hanauer Eisenbahnbrücke belehrt hätte. Er trug nun am, die beiden größten Scharfschützen und Jagdjägcr, die eben erwähnt, ganz besonders von ihm zu grüßen und ihnen zu bedeuten, daß sie in ihrer Aufopferung für das Waljl Schlüchtcrns noch lange weiter wirken möchten. Zum Beweis der Wahrheit dieses haben wir eine der losgegangenen Schrauben in unseren Redaktions­zimmer zur Ansicht aufgelegt. Da aber unser Bericht­erstatter noch nicht zurück, so haben wir einstweilen eine der Schrauben, die hierorts los sind, genommen. Wer sie als die erkennt, die ihm losgegangen, der kann sie gegen Erstattung der Jnscrtionsgebührcn bei uns in Empfang nehmen.

* lieber das Vermögen der Aktien-Zuckerfabrit zu Hünfeld ist am 22. März, Vormittags 8 Uhr das Konkursverfahren eröffnet worden. Konkursforderungen sind bis zum 15. Mai 1895 bei dem Königlichen Amtsgericht zu Hünfeld anzumelden. Der Rechtsanwalt Dahlmann zu Hersfeld ist zum Konkursverwalter ernannt worden.

* Versetztwerden oder Sitzenbleiben, das ist die Fraae in so vielen Familien, deren Lösung nun immer näher heranrückt, und bereit günstige Lösung manch' ernstes Wort herbeizuführen sucht. In diesen letzten Wochen wird noch fieberhaft gearbeitet, um das etwa ungleichmäßige Konto bis zu Ostern zum glatten Ab­schluß zu bringen. Das Sitzenbleiben ist ja nun frei­lich keine Auszeichnung, aber es ist doch auch gerade nicht immer eine Schande. Das Versetztwerden um jeden Preis, wie es die Eltern so oft fordern, ist ein Unding, es rächt sich in der Zukunft bider^ Körperlich schwache Kinder leiden durch Ucbrranstreugnng Schaden an ihrer Gesundheit, geistig minder Veranlagte werden nicht gebessert, wenn sie im Fluge die Klassen durch­rasen sollen. In der Fernhaltung aller Oberflächlichkeit sollen die Eltern die Schule unrerstützen, nicht aber nach dem äußeren Schein urtheilen und nach einer glatten Zunge. Unter solchem Gesichtspunkt kann auch einmal ein Sitzenbleiben viel Glück sein.

Fulda. Das Präsidium der Handelskammer in Hanau hat kürzlich hier eine Sitzung abgehalten, in welcher Verhandlungen über die Errichtung einer Reichsbanknebenstelle in Fulda und über die für die Rhöngegend hochwichtige Herstellung einer Schienen- verbiuduug zwischen Gers'eld und Vischofsheim gepflogen wurden. Wie sehr sich der Verkehr auf den Rhön-

triftigen Hinweise ab, es seien in seinem Heimathsorte bereits so viel Schrauben los, daß es hieße Wasser in die Kinzig tragen, wenn er dahin noch welche mit- nehmen wollte. Während einige mitreisende Beamte sich die Zeit damit vertrieben, bei den Eisenbähnern gegen eine solche unaktenmäßige, alle büreaukratischen Vorschriften widersprechende Wartezeit ohne gleichzenige Auszahlung von Wartegeldern wiederholt zu protestieren und auf Ausnahme ins Protokoll bestanden, war endlich ein Hilfszug von Elm herbeigeholt worden, der die stehen gebliebenen Wagen zurückholte und an den Berliner Blitzzug ankoppelte. Ein in Fulda rasch einspringender Herr jammerte, daß er um 9 Uhr Abends eine Bismarck festrede zu halten habe und durch unser Säumen erst um 1 Uhr in Kassel ankomme. Er wurde damit ver­tröstet, daß die Kasseläner, was das Wortemachen be­träfe, so groß dastäuden, daß sie selbst dem Teufel ein Ohr abschwätzten. Er legte dagegen Protest ein; Kassel, so meinte er, sei eine Haupt- und Resioenzstadt; so was zu sagen, hieße despektirlich handeln; nur mit den dummen Teufeln da draußen im Lande ließe sich mit dem Beschwätzen was anfangen, um das zu thun, dazu seien sie ja da. Als nun endlich der Doppelzug in Bebra glücklich einlief, wurden die hinten angehängten Leipziger Schnellzugwagen schleunigst losgekoppelt und wieder eine Strecke weit hiuausgcschobcn. Hier fing nun unser Berichterstatter, der bei reichlichem Bier (ein­heimisches wie fremdes gleich willkommen), feinsten Orber Zigarren rc. rc. die Sanftmuth selbst ist, durch das böse Beispiel verführt gleich alls an zu protestieren, und zwar mit Erfolg, denn der dienstthuende Beamte war ein humaner Mann, der für die unverschuldet durstenden Kehlen Bier in Fülle durch Bahnarbeiter hcrbeiholen

bahnen bereits gehoben hat, geht u. a. daraus hervor, daß die bisher zum Fortschaffen der Züge verwandten sechsrädrigen Lokomotiven zu diesem Zwecke nicht mehr genügen, und man dazu schon vielfach achträdrige schwere Gebiraslokomotiveu in Anwendung bringt.

Fulda, 28. März. Aus privatem Wege erfährt dieFuld. Zlg.", daß Se. Maj der Kaiser auch in diesem Jahre wieder und zwar am 22. April zum Be­such des Herrn Grafen Görtz nach Schlitz zur Auerhahn- jagd kommen werde.

Bebra, 18. März. Wie vorsichtig man beim Aus­blasen von brennenden Petroleumlampen sein muß, lehrt wieder iolgcnder Fall. Eine Frau K. inWeitcrode wollte vor dem Zubettgehen eine brennende Lampe von oben ausblasen. Dabei schlug die Flamme nach unten und entzündete das Del in dem Glasbehälter. Dieser zerbrach, die Glasstücke und das brennende Del flogen umher und ergossen sich auch über die nur mit einem Hemd bekleidete Frau. Bald stand sie in hellen Flammen und erlitt die schrecklichsten Brandwunden, an denen sie vergangenen Donnerstag starb. Sie war erst 34 Jahre alt und hinterläßt fünf unmündige Kinder.

Holzhausc» (Kr. Karchhain), 19. März. Ein Akt

ließ. Und nun ging es weiter durch die Walde'-, durch die Auen dem Ziele zu. Zu der Anrede unseres . -

Berichterstatters, der dazu die weißen Handschuhe ver- der brutalsten Rohheit wurde hier verübt. Heute