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DWernerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pf.

Samstag, den 2. März

2.

Deutsches Reich.

«in, 28. Febr. Der Kaiser beabsichtigt, in veicyasie^h.^. m|t derHohenzollern" der Königin uegenoe. ^^ ejnen B^H abzustatten und sich als-

England zu begeben.

-rReichsanzeiger" veröffentlicht einen Aller ln$ vom 15. Dezember 1894, betreffend die Derga der Eisenbahnbehörden, wonach die zur der bisherigen Organisation eingesetzten , . ^^"reftionen und Eisenbahnbctricbsämler aui- s Eisenbahndirektionen in Altona, Berlin, Zeichnenden Vmberg. Casscl, Köln, Danzig, Elberfeld, Zeichnung ha .,, Frankfurt a- M., Halle, Hannover, in Preußen, Magdeburg, Kraft, we 1 ftf., Posen, Saarbrücken, Stettin mit ^rr dessen S t t ^richtet werden. Das Eisenbahn- 2 Belfttzern einigt. yctijn wird aufgelöst. Die Ver- £ wird am 1. April 1895 eingeführt. Darlehen so vi > preußischen Staatsbahnen wird a®^»mJr m 0as einfachere amerikanische Gepäck- absertignngsverfahren einzuführen und wird mit dem­

selben vom 1. März ab auf der Strecke Berlin-Hamburg probirt werden. Freigepäck wird nicht mehr wie bisher auf Gepäckschein, sondern lediglich unter Verwendung von Checks (Gepäckmarken) abgefertigt. Diese Checks bestehen aus zwei an einem Lederriemen hängenden Messingmarken, wovon die größere mittelst des Riemens an dem Gepäckstück befestigt, die kleinere dagegen dem Reisenden ausgehändigt wird. Die Wiederaushändigung des Gepäcks an den Reisevden erfolgt nur gegen Rück­gabe der eingehändigten uH Abnahme der an dem Gepäck selbst befestigtem Marke.

Bückeburg, 26. Febr. Der Fürst hat der Stadt 30000 Mk. überwiesen mit der Bestimmung, daß hierfür in erster Linie eine Anzahl der jetzt bestehenden öffentlichen Brunnen an die neue Leitung angeschlossen wird, um hauptsächlich der ärmeren Bevölkerung der Stadt Gelegenheit zur unentgeltlichen Wasser-Entnahme zu geben und dadurch die verhältnißmäßrg hohen Kosten einer Leitung in ihre eigenen Wohnungen zu ersparen.Bravo!"

Schleswig. Die Liliputanerfabrik in Holstein. Sensation erregt die von demPardubitzer Lokalblatte" gemeldete Entdeckung eines nichtswürdigen Kinder- Handels. Auf Grund des Inhaltes einer knapp vor dem Zugsabgang aufgegebenen Postkarte erfolgte auf dem Pardubitzer Bahnhöfe die Verhaftung eines Mannes Namens Johann Prochazka aus Zizkov bei _ Prag, welcher bei dem Polizeiverhör gestand, er besässe sich seit längerer Zeit mit der Lieferung kleiner Kinder für die Firma Rttter von Münster in Holstein, welche diese Kinder durch die Anwendung einer eigenen Ernährungs­Methode in Liliputaner verwandle und sodann in der Welt herumzeige. Die Firma bezahle für ein solches Kind zweihundert Gulden und wenn es zwei Jahre hält, noch zweihundert Gulden an die Eltern. Prochazka gab ferner an, er habe noch ein Kind für die genannte Firma zu Hause und erhalte als Vermittelungshonorar für jedes Kind fündig Gulden.

Trier, 26. Febr. Der inzwischen verstorbene, wegen KindesmordeS zum Tode verurteilte Ackerer Thielen wurde heute beim Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Mainz, 21. Fcbr. Die hiesigenN. Nachr." berichten einen Fall von Soldatenmißhandlung. Der Unteroffizier Schneeberger vom Husarenregiment Nr. 13 soll einem Rekruten aus Hofheim (Taunus) eine Pferdedecke, an der sich eine Schnalle befand, in daS Gesicht geschlagen haben, wodurch ein Auge so'ort üuslief und das andere derart verletzt wurde, daß man Such den Verlust dieses Auges befürchten muß. Strenge Untersuchung ist eingeleitet und der Unteroffizier in $a;t genommen.

Dieser Tage wurde in Baden-Baden die Brief­markensammlung eines Privatmanns um die ansehnliche Summe von 70 000 Mk. verkauft.

Ausland.

London, 26, Febr. Große Sorge herrscht in den Distrikten Whitwood, Haiggh, Moor, Colliery, Nor- inanton in Uorkshiere, wo fünfhundert Gruberarbeiler in Folge des Zusammenstoßes von Fahrstühlen, der den Schacht stark beschädigte, nicht heraus können. Ein Arbeiter, der mit der Reparatur des Schachtes be-

schäftigt war ist abgestürzt. Eine Menge von jam- meinen, daß sich diese Zahlen noch bedeutend vergrößern merndcn Verwandten umstehen den Schacht. Um werden.

Mitternacht entschloß man sich, den Versuch zu machen,! Rotenbnrg, 24. Febr. Die Instandhaltung der von einem anderen Schacht aus bis zu den gefährdeten; Wege unseres Kreises ist vom Kreisverband über-

Leuten vorzudringen.

London, 23. Febr. DerStandard" meldet aus' und hält die Wege in fahrbarem Zustande. Doch Odessa, daß in der Nähe vou Astrabad ein schreckliches' haben trotzdem an manchen Stellen die Nächstliegende Erdbeben stattgefunden habe. Die Stadt Kutchat soll Dörfer zu Hilfe kommen und Mannschaften zuu

theilweise zerstört und mehr als tausend Personen sollen umgekommen sein.

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchtern, 1. März.

* Wir verweisen nochmals auf den im Jnscraten- theil für Sonntag, den 3. d. Mts. angekündigten christlichen Familienabend, welcher ein recht anregender zu werden verspricht. Es wäre wünschenswerth, wenn derartige christliche Unterhaltungsabende, welche an anderen Orten großen Anklang gefunden haben, auch von allen Kreisen unserer Stadtbewohner unterstützt und befördert werden.

Eine prinzipiell wichtige Entscheidung über die Krankenkassenzugehörigkeit solcher Personen, welche aw einer von dem Gewerbebesitze ihres Arbeitgebers entfernt gelegenen Arbeitsstätte beschäftigt werden, hat das Reichsgericht soeben in einer Seitens Berliner Bau- geschäste gegen die Ortskrankenkasse zu Lichtenberg schwebende Streitsache gefällt. Danach sind sämmtliche von einem Arbeitgeber im Baubetrieb beschäftigten Personen, gleichviel wo deren zufällige Arbeitsstätte belegen ist, bei der für des Arbeitgebers Gewerbesitz örtlich und sachlich zuständigen Krankenkasse versicherungs- pflichtiz. 9htr dann, wenn aus den zutreffenden Umständen auf das Vorhandensein einer gewerblichen Zweigniederlassung geschlossen werden darf, kann eine Versicherungspflicht bei der für die Arbeitsstätte zu­ständigen Krankenkasse entstehen.

* In den ersten sieben Wochen des neuen Jahres haben sich der Mutterstelle Raiffeisen'scher Genossenschaften iu Neuwied 100 neue Vereine au- geschlossen, eine Zahl, wie sie in der Geschichte der Raiffeisen'schen Organisation beispiellos dastcht.

8. Romsthal.Ehre dem Ehre gebühret.

Am

H

verflossenen Sonntag, den 24, Febr. beging man in der Gemeinde Romsthal die Feier des 30jährigen Jubiläums des Gemeinderathes und Dicebürgermeisters Peter Flach. Am Vorabend hatte die Auspflanzung des Maien stattgefunden und wurde von Künstler-Hand an der Wohnung des Jubeliars eine Gedenktafel in recht sinnreicher Weise angebracht. Die Gemeinde schaur mit Stolz auf einen Mann, der es verstanden hat, 30 Jahre an ihrer Spitze zu stehen und für das Wohl in väterlicher Weise zu sorgen. 30 Jahre lang hat ihm die Gemeinde ihr Vertrauen geschenkt und ihm die ganze Verwaltung ihrer Angelegenheiten in seine erprobten und treuen Hände gelegt. Der Abend ver­sammelte die Festgäste in dem Carl NoU'schen Restaurant und ließ es der Gesangverein unter Leitung seines vorzüglichen Dirigenten Herrn Lehrer Runkel an Gesangsvorträgen nicht mangeln. Erst in später Stunde trennte man sich ungern in dem Bewußtsein, einer herrlichen und sinnigen Feier angewohnt zu haben. Allerseits wird dem Jubelar, der sich noch recht rüstigen Wohlseins erfreut, gewünscht, das 50jährige Jubiläum seiner Dienstthätigkeit noch zu feiern.

Aus der Rhön, 22. Febr. Im Laufe der letzten Tage hat es schon mehrfach geschienen, als wolle Thau­wetter eintreten, aber der schneidige Wind beeinträchtigte leider immer wieder die Wirkung der milderen Temperatur. Die Verkehrsverbindung zwischen den einzelnen Ortschaften konnte seither nur durch fort­währendes Schneegraben aufrecht erhalten werden. An manchen Stellen iührt der Weg durch meterhohe Schnee- mauern. In Den Waldungen werden vielfach erfrorene Vögel und dem Hunger und der Kälte zum Opfer gefallene Rehe gefunden.

Elgershausen, 22. Febr. Wie hoch die Zahl der in Folge der neulich herrschenden großen Kälte und des Mangels an Nahrung verendeten Rehe sein wird, läßt sich jetzt schon allmählich erkennen. Von den hier eingefaugenen 68 Rehen ist nur noch eines am Leben. Leute, welche in diesen Tagen auf ihrem Wege durch die angrenzenden Felder und Wälder gekommen sind, erzählen von einer gleichen Zahl. Forstmänner

nommen. Der Schneepflug ist fortwährend in Thätigkeit

Dörfer zu Hilfe kommen und Mannschaften zuu

Schneeschippen stellen müssen, so in der Nähe Dr Solz und auch in der Nähe von Hönebach, dessen Bewohner sämmtlich zu dieser Arbeit ausrücken mußten.

Schwarzenborn, 21. Febr. In einem benachbarten Orte des Kreises H. wollte ein Bauer aus übergroßer Besorgniß seine Kartoffeln dadurch vor dem Erfrieren schützen, daß er dieselben mit Tüchern, Stroh u. s. w. bedeckte. ZumUeberfluß setzte er auch noch einen Topf mit glühenden Kohlen in den Keller. Die feuer­gefährlichen Gegenstände entzündeten sich und nur dem guten Verschluß der Kellerthüre ist es zuzuschreiben, daß ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhütet wurde. Außer dem Verlust der kostspieligen Tücher hat der Beschädigte auch noch den Spott zu tragen, Kartoffeln in großem Maßstabe gebraten zu haben.

Homberg, 21. Febr. Wie sehr beliebt die Horn- berger Fleisch- und Wurstwaaren seit Jahren geworden sind, beweist der Umstand, daß die hiesigen Fleischer- geschäfte nicht mehr in der Lage sind, alle Bestellungen, welche von außerhalb eingehen, ausführen zu können. Vor einigen Jahren wurde von der Firma F. Tigges hierselbst eine der Neuzeit entsprechende Wurstfabrik mit Dampfbetrieb gegründet, welche sich wirklich großartig entwickelt hat und ihre Wurstprodukte in alle Welt versendet.

Kassel, 23. Febr. Sämmtliche zu der deutschen Armee kommandirten japanischen Offiziere sind jetzt abberufen worden, um in dem Feldzuge gegen China verwendet zu werden. So reiste demLeipz. Tagebl." zufolge auch der seit Anfang Mai vorigen Jahres dem hiesigen Train-Bataillon als Rittmeister attachirte Offi­zier Kairo Asawa gestern Nachmittag von hier zunächst nach Berlin ob. Dns gesammte Offizierkorps deS Train-Bataillons gab dem Scheidenden in kamerad­schaftlicher Weise das Geleite zum Bahnhof. Aus Koblenz sind zwei Offiziere, von denen einer der Artillerie, der andere der Infanterie zugetheilt war, abgereist.

Erklärung.

Ein Eingesandt in Nr. 17 dieses Blattes nöthigt mich als Unterverbandsdirector der Raiffeisen'schen Genossen­schaften im Kreis Schlüchtern zu folgender Erklärung:

Was die Auslassungen über die Absicht des Herrn Verfassers derBetrachtungen rc." angeht, so sei nur gesagt, daß dem betr. Herrn, soweit ich ihn kenne, nichts ferner gelegen hat als eine Bekämpfung der Genossen- schafts-Molkerei in Schlüchtern. Wäre der Herr Ein­sender der berufene Vertreter dieser Genossenschaft, als welchen er sich zu geben sucht, so hätte ihm doch klar sein müssen, daß die in jenenBetrachtungen" auS- gc ührten Gedanken für den Fall, daß sie zur Wahrheit werden, für die genannte Molkerei nur von Vortheil sind. Wie? Das wird er vielleicht nicht gleich einsehen können. Er kann sich aber bei dem Vorstand der Genossenschaft leicht darüber informiren.

Bezüglich der Exclamationen gegen Neuwied bemerke ich, daß dieselben sehr wenig Vertrautheit mit der ganzen Einrichtung bekunden. Ich bin aber gern bereit dem betreffenden Herrn jeden Einblick in die Einrichtung, den Geschäftsgang, die Gehälter, den Umsatz rc. der Neuwieder Zentrale zu gewähren. Uebrigens kann ihm diesen Dienst wohl auch jeder Vcrcinsvorsteher der 17 Darlehnskassen des Kreises leisten. Außerdem darf er aber versichert sein, daß die Darlehnskassen über Redens­arten wiefürstlich bezahlen" undbessere Tagegelder" nur lächeln. Voriges Jahr krebste man mit der Be­hauptung, ich bezöge für jeden Darlehnskassen-Verein 100 Mark. Da diese Erfindung gar zu kurze Beine hatte, so probiert mau's einmal mit Verdächtigungen gegen Neuwied. DaS ist weiter. Aber helfen wird's nichts. (NB. Ich glaube nicht, daß der Herr Anonymus solche Dinge colportiert um zu täuschen. Er hat wohl aus einer gewissen Quelle, allerdings einer sehr trüb- fließenden, geschöpft)

Wie gesagt, helfen wird's nichts. Eine Trennung