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Besuchen und sonstigen Gängen bedienen. Schon seit Wochen wird daselbst ein schwunghafter Handel mit Schneeschuhen betrieben.

Breslau, 5. Dez. Die Grippe ist in der Grafschaft Glatz, den Kreisen Oels, Ohlau und Brieg epidemisch bösarlig aufgetreten, vielfach mit Lungenentzündung ver­bunden. In manchen Gehöften ist das gesammte Gesinde erkrankt. Zahlreiche Dorfschulen sind geschlossen.

Aus Militsch in Schlesien schreibt man: Die Gattin eines Majors sollte hier am 30. v. M. begraben werden. Die Leiche war in einem besonderen Zimmer auf dem Paradebette aufgebahrt. Da die Herstellung der Gruft sich verzögerte, so blieb die Leiche länger, als anfänglich beabsichtigt war, im Zimmer. Als am Vormittage des vierten Tages nach dem Hinscheiden ein Dienstmädchen des Hauses das im Blumen - und Kränzeschmuck prangende Trauerzimmer betrat, gewahrte es, starr vor Schrecken, daß die als todt betrauerte Herrin sich aus dem Sarge erhob. Die Dame war, trotz vorheriger Untersuchung des Regimentsarztes und zweier anderer Aerzte nicht toot, sondern nur in einen Starrkrampf verfallen und wäre, wenn nicht zufällig die Beisetzung eine Verzögerung erfahren hätte, in der Gruft erwacht und dort wahrscheinlich elendiglich vor Schreck oder vor Hunger umgekommen.

Hannover. Der Hannoversche Männergesangverein ist vom Kaiser telegraphisch zu Dienstag den 12. d. M. nach dem neuen Palais eingeladen worden, um dort dem Kaiserpaar die niederländischen Lieder vorzutragen. Das Hofmarschallamt hat dem Verein einen Sonderzug zur Hinfahrt und Rückfahrt zur Verfügung gestellt. Der Verein hat die Einladung angenommen.

In Witte» erschoß sich am 5. Dezember in einem Anfall von Geistesumnachtung der Oberlehrer am dortigen Realgymnasium und Hauptmann der Landwehr- Jäger Viktor Abee, ein Nachkomme des früheren hessischen Ministers Abee. A. hinterläßt eine Frau und fünf unmündige Kinder.

Aus dem Kreis Saalfeld. Daß die zu unserem Kreis gehörige Grafschaft Camburg gegen andere Theile des Kreises eine reich gesegnete. Gegend ist, kann man aus der Beilage zu der für das Jahr 1892 von der Sparkasse in der Stadt Camburg gelegten Rechnung unschwer ersehen. Die Spareinlagen haben bis zu Ende des Jahres 1523 094 Mark betragen, wozu noch 163 631 Mark zugeschriebene Zinsen treten. Der Be-

stand an Spareinlagen überhaupt, einschließlich der Höhe zu ergänzen. Die sich hieran knüpfende kapitalistrten Zinsen beziffert sich auf die hohe Summe! Vorlage, den Landesausschuß zu beauftragen, den Bau von 6 218 856 Mark. In der Uebersicht über 9000

Stück Sparkassebücher wimmelt es nur so von Tausenden, die sich bei einzelnen Einlegern auf 30, 50, ja 84 Tausend Mark belaufen! Da braucht wohl mancher der Camburgischen Landwirthe jetzt um einen Noth- pfennig keine Sorge zu tragen!

Ausland.

Paris, 9. Dez. Heute fand ein Bombenattentat in der Kammer statt. Die Explosion erfolgte um 4 Uhr Nachmittags in dem Augenblick, wo der Dcputirte Mirman die Trübine verließ. Die Bombe wurde von der zweiten Trübine des ersten Ranges geworfen und explodirte mit einem furchtbaren Knall. Bombensplitter nnd Glastrümmer flogen im Saale umher, der mit Rauch ungefüllt war. Die Bombe wurde oberhalb der Rechten geschleudert. Der Präsivent blieb in seinem Fauteuil sitzen und rief, die Sitzung dauere fort. Sofort wurden die Thore der Kammer geschlossen, Niemand durfte heraus oder hinein; alle Zuschauer wurden durchsucht. Der Polizei-Präfekt und der General- Staatsanwalt sind angekommen. Wagen mit Sänften zur Fortschaffung der Verwundeten wurden herbci- geschafft, auch die Feuerwehr kam angerückt. Der Thäter, der angegeben hatte, Marchal zu heißen, hat nunmehr ein umfassendes Geständniß abgelegt. Danach ist sein wahrer Name Auguste Vaillant. Er ist am 29. Dezember 1861 in Mczieres, Ardenncs, geboren und wohnte in Montmartre, wo er dem sozialistisch- revolutionären Komitee des 18. Arrondissements auge- hörte. Er erklärte, daß er den Kammerpräsidenten treffen wollte, damit seine That eine größere Wirkung habe. Vaillant ist am rechten Bein und an der Nase verwundet und wird im Hotel Dieu so lange in Be­handlung und unter Aufsicht mehrerer Polizeibeamten bleiben, bis anderweitige Anordnungen getroffen worden sind.

Lokales und Provinzielles

* Schlüchtern, 12. Dez.

* Vom 15. Dezember ab ist Pfarrkuratus Gutberlet in Züntersbach zum Pfarrverweser in Bieber, Kaplan K i e s l e r in Fritzlar zum Pfarrkuratus in Züntersbach bestellt worden.

* In,Louisville, Ky., starb Wilhelm Denhard, 72 Jahre alt, aus Schlüchtern.

* Briefmarken, unsaubere, obgleich ungebrauchte, dürfen zu Frankaturen nicht verwendet werden. Die Frau eines in Berlin wohnenden' Tischlermeisters hatte eine 10-Pf.-Marke, welche durch längeres Tragen im Portemonnaie unsauber geworden war, zur Frankatur eines Schreibens verwandt. Sie erhielt nach etwa 4 Wochen eine Vorladung vor die kaiserliche Oberpost-

direktion, wo ihr eröffnet wurde, daß sie bei Vermeidung des ferneren Verfahrens zu 3 Mark Geldbuße durch die Postbehörde verurtheilt sei. Die Verurtheilung er­folgte auf Grund des §. 27 des Gesetzes über das deutsche Reichs-Postwesen vom 28. Okt. 1871.

* Interessante Gerichts-Entscheidung. Gelegent­lich eines Eisenbahnunfalles war einem Reisenden eine Brieftasche mit 700 Mk. in Papiergeld, welche er auf der Fahrt in der inneren Rocktasche bei sich getragen hatte, abhanden gekommen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat entschieden, daß die Eisenbahn zum Ersatz des Schadens verpflichtet sei. Die Ersatzpflicht folge aus dem Transportvertrage, den der Reisende mit der Bahnverwaltung durch Lösung der Fahrkarte ab­geschlossen habe.

* Auf die Beilage der Firma G. E. L e h r Söhne in Frankfurt zu der heutigen Nummer machen wir unsere Leser hiermit aufmerksam.

T. Cassel, 9. Dez. Die heutige vierte öffentliche Sitzung des hessischen Communallandtags war eine der bedeu­tungsvollsten insofern, als der im vorigen Jahre durch den Rechnungsprüfungs-Ausschuß gestellte Antrag, die Reservefonds der Leihanstalten Cassel, Fulda und Hanau zu Gunsten des Bezirksverbandes Verwendung finden zu lassen, zur Berathung stand. Nach langer Erörterung der Rechtsfrage, inwieweit die Abtrennung dieser Fonds die eine Höhe von annähernd zwei Millionen erreicht haben von diesen Anstalten zu Gunsten des Com- munalverbandes zulässig sei, gelangte man zum Be­schlusse: 1. die jetzigen Reservefonds des Leih- und Pfandhauses zu Fulda und der Leihbank zu Hanau sind, soweit sie sowohl den am 1. Juli des Jahres 1872 vorhandenen Vermögensbestand ohne den Werth des Grundbesitzes als auch den Betrag von 5 Procent der in Umlauf befindlichen Schuldverschreibungen der betreffenden Anstalt übersteigen, zu den allgemeinen Aus­gaben des Bezirks-Verbandes zu verwenden. 2. Die sonach verbleibenden, ausschließlich in den" in dem §. 6 des Gesetzes vom 10. April 1872, betreffend die Psand- leihanstalten zu Cassel rc., vorgeschriebenen Werth- papieren zu belegenden Reservefonds der genannten An­stalten sind aus der Höhe von mindestens 5 Procent der Verbindlichkeiten derselben zu erhalten und erforder­lichenfalls durch die ihnen alsdann zuwachsenden eigenen Zinsen, sowie durch die Ucberschüsse und etwaige außer­ordentliche Einnahmen mindestens bis zur vorgeschriebenen

Höhe zu ergänzen. Die sich hieran knüpfende

eines den Bedürfnissen entsprechenden Landkrankenhauses in Hanau vorzubereiten, wurde nicht zum Abschlüsse gebracht und es hat den Anschein, als ob wenig Neigung vorhanden sei angesichts der augenblicklich recht un­günstigen Finanzverhältnisse des Communalbezirks, die eine Bezirkssteuer, wenn auch nicht in diesem Jahre so doch im nächsten Jahre höchstwahrscheinlich nothwendig machen, die bedeutenden Mittel zu diesem Bau, die sich auf etwa 700 000 Mark belaufen, zu bewilligen. Sodann begründete der Abgeordnete Berta seinen selbst- stündigen Antrag auf Gewährung einer Unterstützung von vorläufig 5000 Mark jährlich zum Betrieb der Kreis- Krankenhäuser Schlüchtern. Der Antragsteller legte den Schwerpunkt auf die Entlastung der großen Bezirks- kranken-Anstalten durch die kleinen Krankenhäuser und die hiermit verknüpfte Ersparniß für den Communal- verband, wodurch sich die beantragte Unterstützung recht­fertige, ganz abgesehen davon, daß es sich hier um Kreiseinrichtungen handle, deren weitere Entwickelung das allgemeine Interesse herausfordere. Die Begründung wurde einstimmig anerkannt und der Antrag dem Großen Ausschuß" überwiesen, wird also demnächst zur definitiven Beschlußfassung dem Communallandtage vorlicgen. In Beziehung auf die Wahl des Landes- direktors, die in den nächsten Tagen stattfindet, ist eine Klärung noch nicht erfolgt. Die beiden Wühler-Gruppen, welche sich gebildet haben und nummerisch ziemlich von gleicher Stärke zu sein scheinen, halten an ihren resp. Candidaten Westerburg und v. Riedesel fest und es ist bis jetzt nicht zu übersehen, nach welcher Seite hin die Entscheidung fallen wird.

Eschwege, 5. Dez. Gestern ist in Bischhausen der fast 92 Jahre alte Briefträger a. D. Wilhelm Banhardt gestorben. Er hatte bis zu seinem 88. Jahre den Ortsbriesträgerdienst in Bischhausen versehen und hat s. Z. den Dienst nur sehr ungern aufgegeben.

Bebra, 8. Dez. Zu einer schönen Feier rüstet man sich in unserem Orte, zur Feier eines dreifachen 25jährigen Dienst-Jubiläums. Erst vor nicht langer Zeit beging Herr Zugführer Fehling hier den Tag seiner 25jährigen Thätigkeit, und in wenigen Tagen blicken drei im Eisenbahndienst erprobte und bewährte Beamte, die Herren Lokomotivführer C. Langlotz, W. Wetzel und W. Remhof, auf fünfundzwanzig Dienstjahre zurück. Zur Feier des für die Genannten äußerst ehrenvollen Tages verunstaltet der hiesige Lokomotivführer-Verein am Freitag den 15. Dezember in den Räumen des Gast­hauses zumDeutschen Haus" einen gemüthlichen Abend, zu welchem zahlreiche Einladungen ergangen sind.

Frankcnbcrg, 4. ©er Dem Vernehmen nach soll es in der Absicht der Militärbehörde liegen, in unserer Gegend einen Schießstand für die Artillerie des elften Armeecorps anzulegen. Als geeigneter Ort sollen drei

Schutzbezirke der Oberförsterei Bracht, zwischen Ro sen thal und Bracht gelegen, vorgesehen sein. Die Truppen würden während der Uebungszeit in Baracken Unterkunft finden. Höhere Officiere in Begleitung eines Regie- rungsforstbeamten haben bereits an Ort und Stelle Einsicht von den Terrainverhältnissen genommen. Sollte sich diese Nachricht bestätigen unb der Ausführung keine unüberwindlichen Schwierigkeiten entgegentreten, so würden dadurch für unsere Gegend ganz neue Verhält­nisse geschaffen werden, welche ihren Einfluß auf das Verkehrsleben in erster Linie zeigen würden.

Usseln, 6. Dez. Die hiesige Schule ist auf An­ordnung der Behörde geschlossen worden. Unter der Jugend grassirt in geradezu entsetzlicher Weise die fürch- terltche Dyphthcritis. So nicht weniger als 5 todte Kinder stehen heute zur Beerdigung und das ist erst der Anfang! In manchen Häusern liegen sämmtliche Kinder an dieser tückischen Krankheit darnieder! Gerade­zu grauenerregende Zustände hat, wie man derKaff. Post" von hier schreibt, der visitirende Arzt vorgefunden, als derselbe seinem menschlichen Gefühle folgend, in die Hütten der Armen eintrat. Da liegt alles, groß und klein, alt und jung! Freilich kann den Leuten der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie selbst Schuld tragen an der weiten Verbreitung von Dyphtheritis und Influenza. Krankenbesuche sollte man jetzt nur in den allerdringendsten Fällen machen. Weil aber gerade hierin unsere Upländer nicht vorsichtig genug sind, so hat die Behörde bei Strafe das Betreten verseuchter Häuser untersagt. Betrübte Weihnachten sind es, denen wir Upländer entgegenschen: In Willingen hat die Dyphtheritis Opfer über Opfer gefordert, in Ruttlar Herrschte der Typhus und nun ist Usseln ein einziges, großes Krankenhaus geworden!

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Ueber Land und Meer'^ schrieb in Nummer 11 des Jahrgangs 1892/93 bei einer Besprechung von Weih­nachtsgeschenken über Richters Anker-Stcinbaukasten fol­gendes:In erster Linie haben wir die Anker- Sleinbaukasten von F. Ad. Richter & Cie. in Rudol- stadt (Thüringen) auf unsere Geschenksliste gesetzt. Diese sind in der That eine wirklich gediegene, prächtige Weihnachtsgabe, deren innerer Gehalt in der Familie erst nach Gebrauch so recht sich kundgiebt. Bald wird da, wir sprechen aus eigner Erfahrung, die Mutter wie der Vater, sich den Häuser und Schlöyer bauenden Kindern zugesellen, und mit deren Theilnahme wächst auch in den Augen der Kleinen die Lust und Freude, wie das Interesse an der zum Denken anregenden, das Schönheitsgefühl in hohem Maße weckenden, wechsel- vollen Beschäftigung. Wir wüßten in der That kein Spiel, das so anziehend ist, wie diese Steinbaukasten mit ihren bunten, soliden, reichen, korrekt geformten Material und an den hübschen Vorlagen, wonach in überraschender Naturtreue die wunderbarsten Bauten aufgeführt werden können. Es ist eine geradezu uner­schöpfliche Quelle unterhaltendster Belehrung, ein Spiel, dem an erzieherischen Werth kein zweites an die Seile gestellt werden kann Ungemein fesselnd, neu und eigenartig sind auch die erstaunlich billigenGeduld­spiele" von der gleichen Firma: interessant und unter­haltend auch für denjenigen, der an ernstere Beschäftigung gewöhnt ist; auch sie verdienen warme Empfehlung."

Wir schließen uns dem Urtheil vonUeber Land und Meer" gern und vollständig an: Richters Anker- Stcinbaukasten sind in der That das beste Festgeschenk für Kinder.

Berichte von Aerzten, welche die Apo­theker Richard Brandts Schweizerpillen in ihren eigenen Familien verwenden.

Petersdorf a. Kynast in Schlesien. Indem ich für gütige Zusendung ihrer schätzenswerthen Pillen hiermit bestens danke, zeige ich Ihnen zugleich an, daß dieselben von meiner Frau uno mir vielfach erprobt und empfohlen worden sind, wobei ich Sie versichere, daß ich es auch an weiteren Empfehlungen nicht fehlen lassen werde. Blech, pract. Arzt.

Siroppen Kreis Trebnitz in Schlesien. Ew. LLohlgedoren benachrichtige ich hierdurch, daß ich die mir sreundl. überlassene Quantität Ihrer Pillen in meiner eigenen Familie behufs sichrer Contivle habe verbrauchen lassen und zwar bei einem an hartnäcklxer chronischer Obstipation leidenden Milgliede, das schon vielerlei diesbezügliche Mittel mit mehr oder weniger Erfolg hat gebrauchen müssen. Ich muß der Wahrheit die Ehre geben, indem ich 3H>"« mitiheile, daß Ihre Pillen allerdings in größeren Dosen (2 mal 2 Stück) mit sehr gutem Erfolge (ergiebiger schmerzloser Stuhl­gang nach 12Slunden nach der zweiten Dosis) verbraucht worden sind Dr. Pfitziier, Arzt.

Weilburg (Lahn). Die mir gefl. übe,sandten P'»-» habe ich in meiner eigenen Familie verwendet und bin mit der Wirkung sehr zufrieden. Dr. Bässe1, .

Habelsch werbt (in Schlesien). Der Erfolg Ihrer, »n Mitgliedern meiner Familie angewendeten Schweizerpillen war ein sicherer und guter. Dr, Kuschel, KreisphysikuS ». *