SchlWernerMung
Erscheint Mittwoch u. Samstag — Preis mit „Kreisblatt" u. „Jllustrirtem Familienfreund" vierteljährl. 1 Mk. ----- Anzeigen kosten die kleine Zeile ober deren Raum 10 Pfg
SamtoTitn “ 1893.
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Einfuhr von Brodkoru. ; die Jufantcricregimeuter den Befehl erhalten, die Zahl gab sich mit der etwas über 500 Mk. betragenden
Die Einfuhr von Brodkorn in Deutschland ist im der Unteroffiziere um je zwei für jede Kompagnie zu ~ " ~ "
Monat Januar d. Js. erheblich hinter der Einfuhr . erhöhen.
desselben Monats im Vorjahr zurückgeblieben. Die neuesten Handelsausweise geben darüber nachstehende
Zahlen an: im Monat
Januar 1893 1892
Einfuhr in Doppelzentner
Weizen 567499 1582 259
Roggen 117406 287679
Während demnach im vorigen Jahr an Weizen und Roggen zusammen' 1869 938 Doppelzentner eingeführt wurden, betrug die Einfuhr im folgenden Jahr nur 694 905 Doppelzentner oder wenig mehr als ein Drittel der vorjährigen Einfuhr. Die starke Abnahme der Einfuhr von Brodkoru hält aber bereits seit Beginn des laufenden Etatsjahres 1892/93 an. Rechnet man mit der amtlichen Statistik das Erntejahr von Anfang August bis Ende Jnli, so liegen jetzt die Handels-
ausweise für die erste Hälfte des Etatsjahrs bereits vor. Eine Vergleichung dieser Zahlen entsprechenden der drei Vorjahre ergibt Zusammenstellung:
1892/93 mit den folgende
August-Januar 1892,93 _ 1891/92 H 1890,91 1889/90
Weizen 3190177 6627104 3289986 3008081 '
Einfuhr in Doppelzentner
Roggen
719993 4052057 2527946 5143295
Die Einfuhr an Brodkorn hat darnach
Zusammen 3910080 10679161 6817932 8151376 in der ersten
Hälfte der früheren Erntejahre durchweg das Doppelte bis nahezu , das Dreifache der Einfuhr in der ersten Hälfte des laufenden Jahres betragen. Bemerkenswerth ist dabei, daß die Einfuhr von Weizen sich, abg.Mn von dem Ausnahmejahr 1891,92, ungefähr auf gleicher Höhe erhalten hat, während der Rückgang vornehmlich auf Roggen entfällt. Das in den letzten Jahren eingetretene Steigen des Weizenkousums hat mithin, unterstützt von dem auch in diesem Jahr billigen Preisstand des Weizens, im laufenden Erntejahr fortgedauert. Im Ganzen lassen alle diese Zahlen erkennen, wie der Getreidehandel sich in seinen Bezügen von ausländischem Getreide dem Bedarf anpaßt. Die einheimische Getreideproduktion beherrscht in diesem Jahr den inländischen Markt in einem Umfang, wie seit Jahren nicht. Speziell in Roggen ist die Einfuhr ausländischer Haare geradezu geringfügig geworden denn der Einfuhr von 700000 Doppelzentnern steht eine überaus günstige inländische Ernte. gegenüber, deren Ertrag auf etwa 60 Millionen Doppelzentner zu schätzen ist.
— 7. März. Es ist Untersuchung eingclcitet gegen 4,» „Kavaliere" in Berlin und Hannover wegen falschen Spiels, Wuchers und Schlepperei. Ein schlesischer Magnat, welcher gerupft worden war, dennnzirte die „Kavaliere".
— 7. März. Bei den Abbrnchsärbeiten des Doms hat sich die überraschende Thatsache ergeben, daß der Thurm überhaupt nicht abtragbar ist. Er ist nämlich aus so großen Sandsteinblöcken zusammengesetzt, daß diese auf dem gewöhnlichen Wege nicht gelöst werden können. Der Kaiser hat nun gestern die Bestimmung getroffen, daß der Thurm im Wege der Sprengung durch Angehörige eines Eisenbahnregiments niedergelegr werden soll.
— Die Reform des Unterstützungswohnsitzgesetzes. Nach dem bisherigen Unterstützungswohnsitzgesetz erwirbt der in die Stadt gezogene Landbewohner erst wenn er nach zurückgelegtem 24. Lebensjahr zwei Jahre daselbst zugebracht hat, den Unterstützungswohnsitz in der Stadt. Unter allen Umständen muß also die ländliche Gemeinde ihren in die Stadt gezogenen Angehörigen, falls er vor Vollendung des 24. Lebensjahres hilfsbedürftig wird, unterstützen. Sie muß es sogar in dem Falle, daß der betr. Angehörige erst kurz vor Vollendung des 24. Lebensjahres die ländliche Gemeinde verlassen hat, um nach der Stadt zu ziehen, bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres desselben thun. Das ist eine Bestimmung, die so lange nicht drückend wirkte, als die Städte nicht die Bewohner des platten Landes allzusehr an sich zogen Gegenwärtig wirkt sie in ihren Folgen ungerecht. Das platte Land hat neben dem Schaden, der ihm in Folge des Zuges nach den Städten in der Verfügung über seine Arbeitskräfte erwächst, auch noch die Kosten dieser Unterstützungen zu tragen. Es ist deshalb in der vom Bundesrath angenommenen Novelle das Lebensjahr, von welchem ab durch Aufenthalt, von 2 Jahren der Unterstützungswohnsitz erworben werden kann, herabgesetzt auf das 18. Jahr.
Summe nach Hause. Wenige Stunden später wurde der Unglückliche ermordet auf der Landstraße liegend gefunden, ein Büschel dunkelbrauner Haare in der Hand. Die Geldtasche war fort.
Vom Hundsrück, 28. Februar. Vor einigen Tagen beging in dem etwa 240 Einwohner zählenden Dorfe Horbruch im Kreise Bernkastel ein beiderseitig wohl- begütertes Brautpaar sein Hochzeitsfest. Zu diesem drei volle Tage dauernden Feste waren nicht weniger als 300 Gäste von nah und fern erschienen, welche in zwei geräumigen Häusern bewirthet und unterhalten wurden. Um die leiblichen Bedürfnisse zu befriedigen, waren aus dem Viehstande der beiden Hochzeitsleute nicht weniger als ein Mastochse, zwei Mastkühe, sechs Kälber und fünf Mastschweine geschlachtet, nenn Zentner Weißmehl waren zu Kuchen verbacken worden. Zur Stillung des Durstes wurden zwei Fuder Wein verzapft. Die Tafel- und Tanzmusik stellte die Kapelle des 9. Husaren- Regiments zu Trier. — Eine nächtliche Briefbestellung mit Hindernissen, welche der Findigkeit und Gewissenhaftigkeit der Stephansjünger alle Ehre machk und viel belacht wird, erzählt die „Hundsrücker Zeitung". Für einen bekannten Kreisbeamten traf dieser Tage ein Eilbotenbrief ein, der einem Boten zu sofortiger Bestellung übergehen wurde. Der Bote fand das Haus verschlossen uns alles Pochen und Rufen konnte die schon längst in Morpheus Armen liegenden Bewohner nicht wach machen. Der Bote brächte nun den Brief ■ auf's Amt zurück, erhielt aber die gemessene Weisung, den Brief „mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln an seine Adresse zu befördernGesagt, gethan. Er holte sich in der Nachbarschaft eine Leiter und kletterte auf derselben bis zu dem in dem oberen Stockwerke liegenden Schlafzimmer des Adressaten empor, den er durch schüchternes Klopfen an's Fenster zu wecken suchte. Mann und Frau fuhren jäh aus dem L>chlummer, glaubend, daß Diebe angekommen seien. Mit einer Waffe in der Hand öffnete der Mann das Fenster. „Was wollen Sie?“
schnauzte er den auf der Leiter Stehenden an, der ihm freundlich grinsend den Eilbotenbrief überreichte. Tableau! Der also gewissenhaft beförderte Brief enthielt
* — Das kaiserl. statist. Amt veröffentlicht unter,—.....«IMM^||Uiyil|l einer Reihe von Waareupreisen auch die „Preise von thatsächlich wichtige Nachrichten. Roggenbrod, Noggenmehl und Roggen in Berlin in den MärS, 5. März. G einzelnen Monaten der Jahre 1888 bis 1892". D-> '-"'<*»-"" >—^
( „ Eine recht unangenehme Ueber«
. Die, raschnng wurde einem Händler aus Eppinghofen zu Uebersichten entsprechen den alljährlich von Dr. E.! Theil. Derselbe war Abends mit einem Wagen junger
Hirschbcrg mitgetheilten Zahlen, welche das statistische Schweine hier angekommen, um dieselben auf dem Markte Amt der Stadt Berlin regelmäßig ermittelt. Es ist zu verkaufen. Als er am anderen Morgen den Wagen
eefreulich, daß nun auch die amtliche Reichsstatistik diese öffnete, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß nicht weniger
Deutsches Reich.
Berlin, 9. März. Ueber die Sommerreisen des Kaisers sind, wie aus Berliner Hofkreisen verlautet, nähere Bestimmungen noch vorbehalten. Geplant ist auch in diesem Jahre eine Nordlandfahrt. Außer
der Theilnahme an den ungarischen Herbst-Manövern und einem längeren Aufenthalt am Hofe Kaiser Franz Josephs, wird der Kaiser nach den großen Manövern in den westlichen Provinzen einen Ausflug nach Elsaß- Lothringen unternehmen und einige Zeit auf Schloß Koville verweilen. Auch von einem Besuche in den östlichen Provinzen im Spätherbst ist die Rede.
— 8. März. Das Kaiserpaar beim Papst. Einem Römischen Telegramme der „Köln. Volkztg." zu Folgen erhielt der Papst vom Deutschen Kaiser die Mittheilung, daß er und die Kaiserin ihm am 20. April einen Besuch abftattcn würden. Der Besuch wird officiell mit großem Pomp stattfinden.
— 7. März. Am kommenden Donnerstag, dem Todestage unseres hochseligen Kaisers Wilhelm, findet in der Garnisonkirche eine religiöse Gcdächtnißseier statt, welcher zahlreiche
wohnen werden.
— 6. März. Preußen besuche Korvette „Irene"
— 7. März, aus Rom zufolge
hohe Herrschaften und Militärs bei«
Es verlautet, Prinz Heinrich von die Chicagoer Weltausstellung; die bringe den Prinzen nach Amerika.
Einer Meldung der „Voss. Ztg."
spendete der Papst in seinem Briefe an den Kaiser dem sozialpolitischen Wirken Sr. Majestät
wichtigen Tabellen aufnimmt. Vom höchsten Stande ist darnach im Laufe des Jahres der Roggenpreis um 9,37 M. und der Brodpreis um 12,1)8 M. gefallen. In derselben Zeit in welcher Korn einen außerordentlichen Preisdnrchfall gemacht, hat auch der Brodpreis eine außerordentliche Herabsetzung erfahren. Das Schlußergebniß ist, daß in Berlin 5 Pfund Roggenbrod, welche im Anfänge des Jahres den hohen Preis von 86 Pfg. kosteten, im Monat Dezember für 56 Pfg. zu haben waren, mithin im Laufe des Jahres um 30 Pfg. billiger geworden sind. Der für die ganze Roggenbrod konsumirende Bevölkerung sehr ins Gewicht fallende bedeutende Preisfall des Brodes ist in erster Linie der überaus günstigen Ernte zuzuschreiben.
Karlsruhe, 6. März. Nach der „N. Bad. Landesztg." wird hier die Entführung der Tochter eines angesehenen Wirthes durch den Sohn eines Metzgermeisters viel besprochen. Ein Verhältniß zwischen Beiden bestand seit einiger Zeit, wurde aber von den Eltern des Mädchens aufs Entschiedenste bekämpft, weil Er Jsraelit, Sie dagegen Christin ist.
Folgender in Ludwigshafen vorgekommene Fall zeigt, wie vorsichtig man bei den Ortskrankenkassen sein muß.. Ein dortiger Kanfmann wechselte seinen Hausdiener und unterließ es, den Neueingetretenen abzumelden, er zahlte einfach für den Ausgetretenen weiter. Da nun der erstere erkrankte, strengte die Ortskrankenkasse gegen den Kaufmann Klage an auf Rückersatz der Verpflegungskosten und wurde derselbe incl. Prozeßkoften zu 400 Mk. verurtheilt.
öffnete, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß nicht weniger wie 31 dieser Borstenthierc verendet waren, jedenfalls weil man dieselben zu fest eingepfercht hatte. Nur 3 Schweinchen lebten noch.
Barmen, 7. März. Ein schrecklicher Anblick bot sich gestern Abend gegen 7 Uhr den auf dem Bahnhöfe Mittel-Barmen anwesenden Passagieren und dem Publikum. Der 7 Uhr 22 Minuten nach Hagen abfahrende Personenzug hatte sich bereits in Bewegung gesetzt, als aus dem Wartesaale noch ein Mann heransstürzte und in einen^Wagen hineinzuspringen versuchte. Der dienstthuende Stationsbeamte wollte ihn noch im letzten Augenblicke zurückhalten, allein der Mann that einen Satz, um auf das Trittbrett zu springen, sprang aber zu kurz und fiel zwischen die Wagen. Der Stationsassistent packte ihn nun an den Beinen, um ihn hervorzuziehen; dieser Rettungsversuch mißlang aber, der Oberkörper des Mannes wurde von dem Trittbrett des folgenden Wagens erfaßt, und nun wurde der Unglückliche zwischen demselben und den Steinfließen des Perrons fortgerollt, wie in einer Mangel, bis der Zug wieder zum Halten kam. Fünf Minten später war er eine Leiche.
Gera. Eine höchst alterthümliche Schankstätte, eine der ältesten Wein- und Bier-Kneipen Deutschlands, ist der hiesige Rathskeller, dessen Urkunden bis in's 12. Jahrhundert zurückgehen. Seine prachtvollen Tonnengewölbe erstrecken sich über und unter der Erde. Die Stammgäste führen ein Album mit Photographiern aus alter und neuer Zeit und sehr interessanten Autogrammen.
Wahlershause», 6. März. Die Kuh der Frau T. , am „Bache" hierselbst hat vor einigen Tagen ein Kalb
. . _ ■ « ... ■ . , , t Kosel (Pfalz), 24. Februar. Zwischen St. Wendel „—,. .............^ ^.< tu. «um
höchste Lob und druckte den Wunich aus, stets mit und Werschweiler ist am Donnerstag ein Verbrechen geworfen, welches fast auSsieht wie ein Hund und nicht
dem Kaiser zusammen für Deutschlands Wohl thätig' verübt worden. Im Aufträge eines Handelsmanns aus größer ist als ein kleines Ziegenlämmchen. Was wohl
sein zu können. j Gonnesweiler kassirte ein Bekannter desselben den Preis die Ursache dieses Naturspieles ist, kann nicht gesagt
— Durch das preußische KriegSmimstermm haben ‘ für ein verkauftes Pferd in Werschweiler ein und be- werden. Nahrungsmangel ist die Ursache dieser Miß-
Was wohl