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M-lt und Gott.

Bald raubt das Leben wieder, Was es uns täuschend gab; Die Welt, nach der wir streben, Zerfällt in Staub und Grab.

Doch mag sie, Gott, verschwinden, . Uns schwindet nicht die Ruh', Darf dich das Herz empfinden, Denn seine Welt bist du!

Aarleßnskassen.

Vor nunmehr 44 Jahren wurde auf dem Wester- walde durch den volksfreundlichen Bürgermeister F. W. Raiffeisen der erste ländliche Darlehnskassen- Verein ins Leben gerufen. Der Verein bezweckte, die Verhältnisse der Mitglieder in jeder Beziehung zu verbessern; jedoch wurde ausdrücklich im Statut betont, daß die sittliche Einwirkung als Hauptauf­gabe betrachtet werden solle. Um diesen höchsten Zweck in praktischer Weise zu erreichen, namentlich aber, um die gute Verwendung der Darlehen, dann aber auch die Sicherstellung derselben besser beur­theilen zu können, wurde festgesetzt, daß die Vereine grundsätzlich einen kleinen, unbeschadet der Lebens­fähigkeit möglichst eng abgegrenzten Bezirk umfassen sollten, am besten den Bezirk eines Pfarrdorfes, in welcher Kirche und Schule den Mittelpunkt bilden, und wo fortwährend Veranlassung zu näherer Be­rührung der Mitglieder untereinander gegeben ist.

Die Vereine fanden anfangs langsam, dann aber durch die eintretenden günstigen Erfolge und bei Einsicht in die Vortrefflichkeit ihrer Absichten raschere Verbreitung. Heutzutage ist man allseitig im Reiche und mehrfach auch außerhalb desselben bemüht, diese Darlehnskassen-Vereine einzuführen. Denn sie haben sich überall bewährt, wo sie bestehen. Sie gewähren dem kleinen Manne den so wünschens- werthen Schutz vor wucherischer Ausbeutung; sie sind für den größeren Landwirth eine Stätte, da er seiner Wirthschaft in sicherer Weise und ohne jede Weit­läufigkeiten oder Unkosten Vortheile verschaffen kann. Sie pflegen den Geist der Gemeinschaft und des einheitlich n Handelns im Dorfe und dienen in höchst erfreulicher Weise zum guten Einvernehmen der wirthschaftlich oft so weit auseinandergehenden Glieder eines Dorfes untereinander.

Die Darlehnskassen sind vor allem eine be­queme Sparkasse im Orte. Man kann ja auch in anderen Sparkassen Geld anlegen, aber da muß man einen Weg machen, muß zehren und Arbeitszeit ver­säumen. Ist die Sparkasse in: Ort, so reizt dieser Umstand, daß man auch kleinere Beiträge einlegt. Alte Leute legen da ihr Geld bequem und sicher an und können es bei Bedarf entnehmen. Kinder und Eheleute kann man zum Sparen anleiten und, wenn sie dazu Sinn bekommen, von mancher Gefahr ab­halten. Die Darlehnskassen bieten die größte Sicher­heit der Anlage und haben den Vortheil, daß man das angelegte Geld stets wieder holen kann, wenn man es braucht. Hier kann der Landmann,. welcher Vieh kaufen oder bauen oder Heirathsgut geben muß, hier kann der Dienstbote, wenn er sich ver- heirathen will, jeder-eit sein Geld wieder haben.

Die Darlehnskassen sind für die Mitglieder so­zusagen die Börse und ein sicherer Zufluchtsort vor­dem schädlichen Wucherer und Halsabschneider. Hier

leiht man offen Geld, zahlt wenig Zinsen und zahlt es ab, sobald man Geld hat. Kommt man plötzlich in Geldverlegenheit, braucht man Ersatz für ge­fallenes Vieh oder Anschaffung von Maschinen und Saatgut, so hat man nicht nöthig dem Wucherer sich zu vertrauen, sondern man vertraut sich der Dar- lehnskasse an.

Auch zu billiger Beschaffung von Futter und Dungmitttel haben sich die Darlehnskassen vorzüg­lich bewährt, namentlich in diesem Heu-armen Jahre. Die Darlehnskassen besitzen Maschinen und andere Dinge, welche sie auch denen abgeben, die gerade kein Geld haben. Eine solche Kasse lieferte z. B. dies Jahr den Zentner Stroh eine Mark wohlfeiler, als es andere vorher einzeln gekauft hatten, und lieferte gutes Stroh. Ja, man kann sagen, daß die Darlehnskassen das Vermögen der Dörfer er­halten. Denn sie vermitteln die Güterkäufe so, daß die Verkäufer mehr erhalten und die Käufer wohl­feiler kaufen, weil der Profit wegfällt, den die Güter­schlächter machen. Mit alledem heben sie den Wohl­stand der Dorfbewohner. Am meisten sind diese Kassen im Westen und Süden Deutschlands ver­breitet. Man kann nur wünschen, daß sie auch in den östlichen Provinzen größere Verbreitung finden. D.

Bekämpfung der Lutternoth.

Wo die Strohernten sehr knapp waren, wird oft genug auch die gesamte Strohmenge, welche man für Futter­zwecke frei gemacht hat, zur vollen Sättigung der Thiere mit so geräumigem Verdauungsapparat wie die Wieder­käuer ihn b.sitzen, nicht hinreichen. Als Ersatz des Strohes für Futterzwecke sind nach vielfachen Erfahrungen die Sägespäne, nachdem man sie durch Sieben von gröberen Holzstücken befreit hat, sehr beachtenswerth, namentlich wenn dieselben von Nadelhölzern oder anderen Weichhölzern herrühren. Aber auch solche von harten Hölzern sind für Futterzwecke verwerthbar. Man kann den täglichen schon an Stroh und Streu reichen Futter­mengen für ein Rind von 10 Centner Lebendgewicht bis 7 Pfund und mehr Sägemehl mit dem erforderlichen Kraftfutter oder mit geschnittenen Rüben gemischt oder mit einer Schlempe mit Vortheil verabreichen. Nament­lich ist die Verwerthung der Schlempe wie aller sehr saftigen Futtermassen dann eine erheblich bessere. Das Sägemehl der Nadelhölzer ist wegen seiner diätetisch günstigen Wirkung zu bevorzugen.

Bnumkrankhett.

Die Schütte, jene Krankheit der Nadelhölzer, die jüngst namentlich im Osten der Provinz Brandenburg, so in der Umgegend von Landsberg a. W., aufgetreten ist, richtet jetzt auch im Grunewald Schaden an. Die Kennzeichen der Krankheit sind, daß die Nadeln trocknen und abfallen, dem Baum die Lebensbedingungen entzogen werden, die Borke brüchig wird und sich vom Stamme scheidet und das Holz, dadurch minderwerthig wird. Die Ursache ist eine kleine Made, die in ungezählten Millionen auftritt und ihr Zerstörungswerk an den Nadeln ausübt. Im Grunewald ist besonders das Waldgelände heimgesucht, das, vom Bahnhof Charlottenburg aus gesehen, rechtsseitig vom Bahnkörper liegt. Traurig ist der Anblick dieser Bäume. Die Kronen sind vollständig der Nadeln be­raubt, so daß diese statt des frischen Grüns ein dunkles Trauergewand angelegt haben. Theilweise haben die Bäume schon die Borke verloren und stehen ganz nackt da. Leider hat man bis jetzt noch kein geeignetes Mittel zur Beseingung dieses gefährlichen Feindes unserer Kiefern­wälder aufgefunden.