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Krrbsteinzng.

Braun wird die rothe Heide, Es weht der Wind schon kalt, Wie steht im fahlen Kleide So traurig still der Wald.

Es schweben welke Blatter Dahin im weiten Raum; Doch muthig trotzt dem Wetter Der grüne Tannenbanm.

Leb wohl, du Sommerleben, Matt glänzt der Sonne Strahl, Und feuchte Nebel schweben Der Herbst zieht nun ins Thall F. St.

Was Lesen wir?

Die langen Winterabende nahen wieder. Sie bieten uns erwünschte Zeit, den Trieb nach geistiger Fortbildung zu befriedigen. Sonderlich wenn man, wie der Landmann von Mitte März an bis hinein in den herbstlichen November Tag für Tag auf bem Felde zu arbeiten hat, freut man sich doppelt auf den Winter als auf die Zeit,. in welcher man dem Geiste diejenige Nahrung zuführen kann, lvelche er braucht, um mit der Zeit und ihren mancherlei Neuigkeiten fortzuschreiten, das Wissen zu bereichern und dem Gemüthe allerlei neue Schätze zuzuführen, welche das vortheilhafte Gegengewicht zur eigentlichen Berufsarbeit herstellen.

Freilich and) in Bezug auf den Lesestoff, der uns angeboten wird, gilt das Sprichwort: es ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Zeiten sind längst vorüber, wo man aus dem Lande vor den Mach­werken einer leichtfertigen und sittlich verderbten Volksschriftstellerei ziemlich gesichert war. Es giebt heutzutage eine ganze Zunft von Büchermachern, deren Kolporteure von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt ziehen, um eine unzweifelhaft lichtscheue und volksverderbliche Bücherware in Lieferungen für 10 oder 15 Pfennigen an den Mann zu bringen.

Diese Kolporteure, welche Schmähschriften gegen Bibel und Kirche, Bücher über Geheimschwindel- Mittel, sogenanntepopuläre" Werke und schlüpfrige Romane in Lieferungsheften mit farbigen Umschlägen Haus bei Haus feilbieten, haben es vor allem darauf abgesehen, unter dem Schutze der Gewerbe­freiheit im Dienste einer unsittlichen, christenthums- feindlichen und Volksaufwieglerischen freien Presse den Landleuten manch schönes Stück Geld aus der Tasche zu locken. Aber wer sich mit diesen Leuten und ihren Büchern einläßt, der hat einen noch viel gefährlicheren Schaden als den, daß er Geld ver­liert. Denn diese nichtswürdigen Volksschriften lügen nicht bloßwie gedruckt," weit schlimmer ist es, daß diese Schandlitteratur zu dem Zwecke abgefaßt ist, dem Leser das Gift der lüsternen Unsittlichkeit, des Hasses gegen die bestehenden gesellschaftlichen Zu­stände, der Gottlosigkeit und der Verachtung aller sittlichen, göttlichen und menschlichen Ordnung, ein- zuflößen.

Welch unsauberes, auf Betrug und Täuschung abzielendes Geschäft diese wandernden Buchhändler betreiben, kann man daraus erkennen, daß sie mit Vorliebe auch einige religiöse Bücher bei sich führen, meist Gebet- und Erbauungsbücher, mit denen sie sich Empfehlungen von Geistlichen und Lehrern er­schwindeln, um dann unter dem Deckmantel der

Frömmigkeit ihre sittenlosen und schädlichen Schriften im Dorfe abzusetzen.

Es gilt, diesen Leuten, welche an der Verbreitung gefäschter geistiger Volksnahrung mit geschäftsmäßiger Schlauheit arbeiten, entschieden die Thüre zu weisen und sich statt dessen mit wahrhaft gesunder Geistes­nahrung zu versorgen, welche in christlich patriotischem Geiste geschrieben ist und uns wahre Verstandes-, Herzens- und Gemüthsbildung zuführt. Wie wir nichts mit gefälschten Lebensmitteln zu thun haben wollen, weil wir wissen, daß dadurch unsere leibliche Gesundheit ernstlich Schaden leidet, so ist es erst recht eine nothwendige Vorsichtsmaßregel, daß man wählerisch vorgehe mit dem Lesestoff und seinem Geiste und Hause nicht Giftstoffe durch Ankauf jener Schandschriften zuführe.

Wahrlich, wer gute Bücher, gute Unterhaltungs- blätter, gute Fortbildung für Geist und Herz und Gemüth haben will, der braucht nicht lange zu suchen, um zu erkennen, wo ihm wahrhaft gesunde Geistesnahrung geboten wird: nicht in Schauer- Romanen und schlüpfrigenPopulärwerken," auch nicht in jenen Büchern, welche einen religiösen Titel haben und doch nur den Aberglauben nähren, sondern in der gesunden Kost des schlichten christlich-deutschen Volksgeistes. d.

Ende eines Agitators.

Im vorigen Jahre war der ehemalige Lehrer R., ein noch in den zwanziger Jahren stehender Mann, der Schulden halber sein Lehramt verloren hatte, zuerst als Kolporteur eines kleinen Blattes, dann als Redner in socialdemokratüchen Versammlungen und als Berichterstatter desVorwärts" thätig. Er vermochte aber eine feste Stellung nicht zu erringen, da er dem Alkohol sehr fröhnte und mit Geld nicht umzugehen wußte. Schließlich erwarb er gar nichts mehr und borgte nothgedrungen von den besser situierten Parteigenossen, infolge dessen in einem Borwärts"-Artikel vor ihm gewarnt wurde. Seine Frau lebte in der Provinz und mußte ihre drei Kinder allein ernähren. Ende August mußte er in das Kreis-Kranken­haus zu Sonneberg, wo er sich zuletzt aufhielt, geschafft werden. Er befand sich, wie ein socialdemokratisches Blatt mittheilt, bei der Einlieferung in bewußtlosem Zustande und voller Ungeziefer. Nach einigen Tagen verstarb er. Und was thut derVorwärts" bei dem Tode eines Mannes, der von denGenossen" selbst aufgegeben und dem Elend überantwortet ist? Er flucht der heutigen Gesellschaft. Ist das nicht Heuchelei? Erst locken sie den Armen auf falsche Bahnen, dann lassen sie ihn sinken und nachher beschuldigen sie die Gesellschaft.

Denkmal.

Dem Begründer der ersten freiwilligen Feuerwehr der Mark, Bürgermeister Albert Mahler, soll in Wriezen ein Denkmal gesetzt werden. Albert Mahler war Bürger­meister in Wriezen. Ihn drängte es, nachdem im Jahre 1853 in Berlin die Berufsfeuerwehr entstanden war, zu dem Versuch, ebenso militärisch organisierte Feuerwehren auch in kleinen Städten zu gründen, ohne die Gemeinde­kassen sonderlich zu belasten. Seinen Bemühungen gelang es, im Jahre 1855 die erste freiwillige Feuerwehr zu begründen.

Rcatengiiter.

Bis jetzt sind in der Provinz Schlesien 200 Renten- güter gebildet worden. Fünf Rittergüter sind mit Restgütern vollständig, von einigen anderen sind ein­zelne Theile in Rentengüter aufgetheilt worden.