war, nutzte die Blouse mir, jetzt unter Alle gleich ver- theilt, nutzt sie weder mir noch Euch. DaS ist Kommunismus." Eine bessere Defination ist seit langer Zeit nicht gegeben worden.
— Häutung beim Menschen. In der letzten Bereinigung der „Chicagoer Medizinischen Gesellschaft" berichtete D. I. Frank über einen Mann, der im Juli jeden Jahres seine Haut verlor. Er wurde jedesmal vorher von einem fieberhaften Zittern befallen, das sich fast zu Paroxysmen steigerte. Innerhalb weniger Minuten, nachdem er sich ausgekleidet und zu Bett gelegt hatte, wurde die Haut seiner Brust roth. Die Röthe verbreitete sich rapid über die ganze Haut, dabei dauerte der Fieberanfall ununterbrochen zwölf Stunden lang fort. Dann erhob der Mann sich, kleidete sich an und ging vollständig gesund umher. F Nun begann die Haut sich abzuschälen, und zehn Stunden später fiel sie in großen Stücken ab. Bon Armen und Beinen konnte man sie wie Handschuhe oder Strümpfe herunterziehen. Wenn die alte Haut herunter war, so sah man eine neue Epidermis, so zart und rosig wie die eines neugeborenen Kindes. Diese neue Haut war sehr empfindlich und zwang den Patienten, weiche Handschuhe und MocasfinS für einige Zeit zu tragen. Sobald die alte Körperhülle völlig verschwunden war, begannen auch die Nägel an den Fingern und Zehen abzufallen, oder richtiger, neue yiägel drängten durch ihr Wachsthum die alten heraus. Nun war der Wechsel vollständig: der Mann hatte eine neue Haut und eine neue Nagelausstattung und war dann fähig, seine Arbeit — in den Kohlenbergwerken — wieder aufzunehmen. Die Häutung begann bereits in seinem ersten Lebensjahre und kehrte von dann ab in jedem Juli wieder.
— Der Werth des Härings. Ueber die Nordsee sagt ein englischer Kommissionsbericht: „Das deutsche Meer ist ertragsfähiger als unser Ackerland; unsere reichsten
Felder sind weniger fruchtbar au Nahrungsstoffen, als dessen Fischereigründe. Ein Morgen guten Bodens liefert etwa zwanzig Centner Getreide jährlich, oder drei Centner Fleisch und Käse; aus einer ebenso großen Wasserfläche m t Focheieigrund kann man dasselbe Gewicht von Nahrungsgehalt fast jede Woche schöpfen. Fünf F-schcrooote ernteten in einer einzigen Nacht aus einer kaum fünfzig Margen großen Fläche des deutschen Meeres den Werth von fünfzig Ochsen und dreihundert Schafen in Form von leicht vcrdauOchen uno schmackhaften Fischen." Der Hauptvertreter des „Segens" in den europäischen Gewässern ist der Häring. Der Binnenländer kennt ihn allerdings nur gesalzen, aber wahrscheinlich werden im Ganzen mehr frische als gesalzene Häringe verzehrt. Der im tiefem Wasser gefangene Häring ist der beste und wird Tiefwasser- und Nord- häring, der im flachen Wasser und der an den Küsten gefangene Küsten- oder Strandhäring genannt. Im Tiefwasser gefangen, ist er in der Regel außergewöhnlich fett und hat sogar eine Fettmasse im Innern. Da hauptsächlich nur im Anfänge der Fangzeit im tiefen, späterhin im flacheren Wasser gefischt wird, haben gewöhnlich nur die in erster Zeit gefangenen Häringe jene Eigenschaft. Im ganzen beträgt die jährliche Ausbeute in allen Gewässern, wie Schleiden annimmt, nicht unter 10,000 Millionen, der animalische Nahrungsstoff für etwa 18 Millionen Menschen. In der Ostsee werden mindestens 100 Millionen gefangen, aber Deutschland allein hat oft den Bedarf von <500 Millionen Häringen zu decken. London verzehrt jährlich über 1200 Mill. frische Häringe; England, Wales und Schottland zusammen liefern jährlich ebenso viele gesalzene.
— Hat man eine Henne zum Brüten gesetzt und Futter und Wasser in die Nähe gestellt, so ist damit noch nicht Alles geschehen, was ein Glücken der Brut bedingt. Bor allen Dingen muß darauf geachtet werden, daß die Henne die Eier von Zeit zu Zeit verläßt, und
zwar um so öfter, je weiter die Brut fortschreitet. Es muß nämlich Sauerstoff zu den Eiern kommen können. Geht eine Henne nickn von selber zu den Eiern zurück, so muß sie zurückgebracht und mit einem Tuch zugedeckt werden. Auch für das Umwenden der Eier muß man sorgen, falls die Henne es nicht besorgt. Um dieses ton» troliren zu können, bringe man auf einer Seite der Eier schwarze Punkte an. Ferner darf es den Eiern, namentlich in der letzten Periode, nicht an der nöthigen Feuchtigkeit fehlen, denn sonst trocknet das Eiweiß an der Schale leicht fest, verhindert den Luftzutritt und erschwert das Ausschlüpfen der Küchlein. Man besprenge von Zeit zu Zeit die Ränder des Nestes mit warmem Wasser.
Markt- und Handelsuachrichten.
Frankfurt, 4. Mai. Der heutige Viehmarkt war mit 430 Ochsen, 24 Bullen, 437 Kühen, Stieren und Rindern, 31 4 Kälbern, 170 Hämmeln und 314 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. Mark 66- 69, 2. Qual. 60 64, Bullen 1. Qual. 50-52, 2. Qual. 46-48, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 58—60, 2. Qual. 46—52 Aller per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 60—66 Pfg. 2. Qual. 50-55 Pf. Hämmel 1. Qual. 64-66 Pfg., 2. Qual. 58—60 Pf. Schweine 1. Qual. 52-54 Pf., 2. Qual. 48-50 Pfg. Alles per 1 Pfd. Schlachtgewicht.
Frankfurt, a. M. 4. Mai. Hiesiger Westen 25,50 — 25,75 Mk. Russischer 24,75- 25,75. Kurh. 19,40 - 19,60 Nordd. 21,80—22,10 Hiesiger Roggen 21,25-21,50. Russischer 20,60 2140. Pfälzer 17,75-17,85. Hiesige Gerste 18,50 - 19,50 Pfälzer 18,50—19,—. Hafer je nach Qualität htes. 16,50 - 17,50 Mk. Alles per 100 Kilo.
Fulda, 4. Mai. Dem Schweinemarkt vom letzten Samsta- waren ca. 250 Ferkel und 50 Läufer zugetrieben; Ferkel 12 — — M., Läufer 25 M.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Himmelfahrriag, den 7. Mai 1891. Morgengottesdienst: Herr Kandidat Schwarzhaupt. Nachmiltagsgoltesdienst: Herr Superintendent Heck.
Oberförsterei Sterbfritz.
Montag den 11. Mai cr., von Vormittags 9^ Uhr ab soll in der Klug'schen Gastwirthschaft zu Weiperz aus den Distrikten 123 Junkerwald (Herr Förster Otto zu Mottgers), 128 Hoherain, 129, 130 Birkenbühl, 132 Lagerts, 136 Geiseberg, 146, 147, 148, 149 Schönehaide (Herr Förster Nethe zu Altengronanj, 151 Struth, 158, 159, 160 Sackwald, 163 Streitrain, 164 Alter- wiesenwald, 166, 167, 168, 169 Leimberg, 171 Weiperzer Schwarzer Weiher, 173 a Wolfswäldchen, 173 b Weiserwiesenwald (Herr Förster Hoff zu Breunings), 184, 185 Haumichsraiu, (Herr Waldwärter Blum in Samierzf, nachverzeichnetes .Holz öffentlich meistbietend verkauft werden, und zwar:
A. Eichen: 67 Abschnitte 4. und 5. Classe mit 14,30 Festmeter, 16 Stangen 1. bis 3. Classe, 241 rm Scheit, 151 rm Knüppel, 51 rm Reis 1. Cl., 55 rm Reis 2. Classe, 90 rm Reis 3. Classe, 3 rm Stockholz 1. Classe-
B. Buchen: 416 rm Scheit, 253 rm Stammknüppel, 20 rm Astknüppel, 14 rm Stockholz 1. Classe, 9 rm Reis 1. Classe, 105 rm Reis 2. Cl, und 1095 rm Reis 3. Classe.
C. Anderes Laubholz; 2 Stämme 5. Classe mit 0,46 Festmeter, 89 rm Scheit, 58 rm Knüppel, 100 rm Reis 3. Classe.
D. Nadelholz: 5 Stämme nick 1,96 Festmeter, 74 rm Scheit, 210 rm Knüppel, 1 rm Reis 1. Classe und 50 rm Reis 3. Classe.
Die oben bezeichneten Forstbeamten ertheilen auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft. Mottgers, am 2. Mai 1891.
Der Königliche Oberförster:
_______________________ Hasset.
Oberförsterei Oberzell.
Mittwoch, den 13. Mai, von Vormittags 10 Uhr ab, kommen in der Müller'schen Wirthschaft zu Gundhelm zum Verkauf:
Schutzbezirk Oberzell - Ost, Distrikte 41 und 44 Mittelberg : 2 rm Buchen- Knüppel, 1 rm Aspen-Knüppel;
Schutzbezirk Oberzell - West, Distrikte 114 Hoherain und 118 Hollerseifig:
Buche: 374 rm Scheit, 69 rm Knüppel, 41 rm Stockholz, 105 rm Reisig;
Schutzbezirk Gundhelm, Distrikte 174 und 176 Schlingloffs, 178 und 179 Strang, 182 und 185 Schwarzbacherschlag:
Eiche: 5 Stämme mit 3,21 Festmeter, 4 rm Scheit, 2 rm Knüppel;
Buche: 8 Stämme mit 9,56 Festmeter, 503 rm Scheit, 45 rm Knüppel, 125 rm Reisig;
Ahorn: 1 Stamm mit 0,58 Festmeter; Fichte: 45 Stangen 3. und 5. Classe. Mottgers, den 4, Mai 1891.
Der Königliche Oberförster:
W e tz e l l.
Aachener und Münchener Feucrversicherungs-Gcscüschast.
Der Geschäftsstand der Gesellschaft ergibt sich aus dem nachstehenden Auszug
aus dem Rechnungsabschluß für das Jahr 1890: Grundkapital......... ^, 9,000,000. — Prämien-Einnahme für 1890 .......... 8,663,178. 20 Zinsen-Einnahme für 1890. .......... 684,346. 80 Prämien-Ueberträge ........ . „ 5,700,924. 50
U.bertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfnisse einschließlich des gesetzlichen Reservefonds von ^.. 900,000 . . . . „ 4,900,000. —
X 28,948,449. 50
Versicherungen in Kraft am Schlüsse des Jahres 1890 „ 5,503,490,064. — Schlüchtern, den 1. Mai 1891.
Friedrich Simon, Katisttramtsgehilse in Schlüchtern, Agmt der Gesellschaft.
Königliche Oberförsterei Steinau.
Holzversteigerung.
Donnerstag, den 14. Mai cr., Vormittags von 9 Uhr ab, soll im Ha'lbreiter'schen Gasthause zu Steinau nachstehendes Nutz- und Brennholz öffentlich meistbietend verkauft werden.
A. Nutzholz.
Schutzbezirk Ulmbach (Revierförster Bornemann zu Nlmbach) Distrikte 52, 60 a und b, 71 c, Forstorte Halenserkopf, Weiherkopf und Hettersberg:
Eichen: 9 Abschnitte 5. Classe mit 2,62 Festmeter.
Buchen: 19 Abschnitte 4. und 5. Classe mit 12,22 Festmeter.
Nadelholz: 22 Abschnitte mit 9,11 Festmeter.
B. Brennholz.
I Schutzbezirk Ulmbach (Revierförster B o rnema nn zu Ulmbach) Distrikte 36, 38, 44 b, 47 b, 49 b, 52 a, 59, 60 a, 72 b, 74 b, 43 b, 74 a, 62 b, 74 c, 46, 50, 60 b, 41, 73 a und 81 b Forstorte Hohestein, Ausspann, Weiherkopf, Hettersberg, Uerzeller Wäldchen, Sandkaute, Kressenbacher Lanne, Riemenstrauch und Teufelsberg.
Eichen: 10 rm Scheit, 1 rm Knüppel 2. Classe, 6 rm Reisig 3. Classe.
Buchen: 380,9 rm Scheit, 14 rm Knüppel 1. und 2. Classe, 113 rm Reisig 3. Classe, 10 rm Reisig 4. Classe.
Anderes Laubholz: 6 rm Scheit, 3 rm Knüppel 1. Cl., 20 rm Reisig 3. Cl. Nadelholz: 2 rm Knüppel 1. Classe, 5 rm Reisig 3. Classe.
II. Schutzbezirk Lau drück (int. Waldwärter Stadtförster Schmidt zu Schlüchtern) Distrikte 77 und 78 Forstort Landrück:
Buchen: 425 rm Reisig 2. Classe.
III. Schutzbezirk Steinau (Förster Centner zu Steinau) Distrikt 12 Forstort Langeberg:
Buchen: ca. 150 rm Reisig 1. Classe. Andere- Laubholz: ca. 20 rm Knüppel 1. Classe. Fichten: ca. 10 rm Reisig 2. Classe.
Die oben genannten Forstschutzbeamten ertheilen über das zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen nähere Auskunft.
Steinau, den 28. April 1891.
Der Königliche Oberförster:
Wagner.
Nutztwtz-Uerlttmf aus dem Gefellschastswald ?u Kerzell.
Freitag, den 15. Mai, von Vormittags 10 Uhr an, kommen in dem Gasthof von David Diegelmann zu Kerzell aus dem Distrikt Nr. 1 (Am Thurm) in der Nähe des Rothemänner Kreuzes, folgende Nutzhölzer zum Verkauf:
Kiefern: 358 Stämme 3. bis 5. Classe mit 151,36 Festmeter, 37 Stangen 1. Classe. Sämmtliches Holz eignet sich zu Schreiner- und Bauholz. Kerzell, den 3. Mai 1891.
Der Waldvorstand:
Augustin Weß.
An Könn- und Festtagen
ist die unterzeichnete Buchhandlung geschlossen.
Schristenniederiage.
(M. Mandel.)