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glaubt von Gott noch auch von bcni, was Gottes i Wort verkündigt. Dann darfst du das Gleichniß auf ! dich beziehen. Aber es sind doch nur wenige, die ganz erstorben sind. Wenn du in dir auch nur einen schwachen Anfang oder einen armen Rest des christlichen Glaubens findest, ja wenn es selbst nur das Verlangen und die Sehnsucht wäre:Ich möchte auch glauben können!" so Pflege diesen Anfang, so hüte diesen Rest. Wie dort die Eltern den Kranken zum Herrn führten, so gehe auch du in Gottes Haus, wo du ihn finden kannst, und bitte ihn, daß er auch dir die Hände segnend auf das Haupt legen und sein öffnendesHephata sprechen möge. Dann wirst du noch einst mit seliger dankbarer Freude be­kennen:Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend." N.

Gesundheitslehre.

Durst bei großer Hitze. Viele Landleute stillen bei ihren Feldarbeiten den Durst nicht, um dem heftigen Schwitzen zu entgehen. Dies ist jedoch nicht zweckmäßig und kann unter Umständen zu schlimmen, ja selbst gefährlichen Zuständen führen. Der Durst ist als Mahnung zum Ersatze der dem Körper verloren gegangenen Flüssigkeit anzusehen, und bei Nichtbeachtung dieser Mahnung treten Blutverdickung und Austrocknung der Gewebe, schließlich der sogenannte Sonnen­stich ein. Abgesehen von diesen schlimmsten Folgen ist es gewiß, daß durch den wegen Flüssigkeitsmangel geschwächten Stoffwechsel die Körperernährung beeinträchtigt wird. Es er­scheint demnach nicht räthlich, den Durst völlig zu unter­drücken, aber man trinke langsam und mäßig; am besten thut man, wenn man dem Wasser Zitronensäure oder einige Tropfen der bedeutend billigeren Salzsäure zusetzt, wodurch auch der durch die Wafferzufuhr bewirkten Verdünnung der Magen­säure in rationeller Weise entgegengewirkt wird. Als bestes und billigstes Getränk für Feldarbeiter bei großer Hitze hat sich saure Milch oder schwarzer, in kalten: Wasser gekühlter Kaffee bewiesen und wird im Auslande schon vielfach gebraucht. Ein Schluck kalten schwarzen Kaffees stillt sofort den Durst und läßt ihn längere Zeit nicht wieder aufkommen.

Fürs Kau».

Einfachste Bereitungsart von Salz-(sauren)Gurken. Dazu nimmt man nicht zu große, recht fleischige und glatte Gurken, wäscht sie in kalten: Wasser sauber ab und schichtet sie mit Blättern von sauren Kirschen, mit Weinblättern und zerschnittenen Dillstauden in ein eichenes Faß oder in einen geeigneten Steintopf ein. Darauf kocht man, den: Inhalte des Gefäßes entsprechend, ein Gemisch von Wasser, Salz und Essig (in dem Verhältniß von 14 Liter Wasser, 2 Pfd. Salz, 1 Liter Essig oder in geringerer Menge 7 Liter Wasser, 1 Pfd. Salz, Liter Essig auf und gießt die kochende Füssigkeit über die in dem Gefäße zusammengeschichteten Gurken, welche von der Flüssigkeit vollständig bedeckt sein müssen und durch einen passenden, mit einem Stein beschwerten Deckel in dem Gefäße abzuschließen sind. Allmählich geht der Inhalt des letzteren in Gährung über, welche in der Regel innerhalb 14 Tagen beendet ist. Bald darauf sind auch die Gurken genußreif und können nach und nach den: Gefäß zum Verbrauch entnommen werden.

Fragekasten.

F. M. 1875. Strafe darf ein Chef seinem Angestellten von: Gehalt nur abziehen, wenn dies im Engagementsvertrage verabredet war, oder wenn der Chef durch das Versehen seines Angestellten in seinem Vermögen beschädigt worden ist.

K. B. in G. Wenn Sie die nur für einen Monat ge- miethete Wohnung rechtzeitig gekündigt haben, brauchen Sie für einen zweiten Monat keine Miethe zu bezahlen.

X. in Hamb. Als Handwerksgehilfe müssen Sie Beiträge zur Jnvaliditüts- und Altersversicherung zahlen. Wie viel diese betragen, können wir nicht wissen, da wir den für Sie ermittelten Jnhresnrbeitsverdienst nicht kennen. Fragen Sie doch einmal ans der Bürgermeisterei nach.

Räthsel.

Dreisilbig.

Die ersten Silben ehret, Wer Recht und Tugend höret, Die dritte zu verderben, Scheut unser Feind sich nicht, Und für das ganze zu sterben, War stets des Kriegers Pflicht.

Auflösung des Räthsels in Nr. 32:

Erdäpfel.

Umschau.

Die diesjährige Nordlandsfahrt unseres Kaisers wurde durch einen Unfall gestört, indem der Kaiser an Deck des Hohenzollern auf dem durch Regen naßgewordenen Fuß­boden ausglitt und sich dabei leicht am rechten Knie verletzte.

Bei der in Kassel vollzogenen Reichstagsstichwahl siegte der nationalliberale Kandidat Endemann gegen den Social­demokraten Pfannkuch, welcher letztere über 9000 Stimmen erhielt.

Ein furchtbares Eisenbahnunglück hat sich bei Paris zugetragen. Ein Personenzug fuhr am Sonntag Abend in einen Vergnügungszug hinein, wobei etwa 50 Personen getötet und 100 verwundet wurden. Ganze Familien sind ums Leben gekommen; von anderen, welche aus fünf bis sechs Personen bestanden, ist nur eine am Leben geblieben. Die meisten der Reisenden waren Arbeiter, Handlungs­diener und Handwerker aus Paris, welche von einer Ver­gnügungsfahrt zurückkehrten.

Die Beziehungen Frankreichs zum deutschen Reiche sind wieder gespannter geworden. Die deutsche Regierung hat nämlich in Erfahrung gebracht, daß in Ranzig ein 600 Glieder starker Verein zur Wiedergewinnung Elsaß- Lothringens besteht. Daraufhin hat sie verschiedenen Mitgliedern dieses Vereins, welche das Reichsland bereisen wollten, den Paß verweigert. Darüber herrscht in Frank­reich die übliche große Aufregung. In der Kammer wäre fast die Vertrauensfrage gestellt worden. Die Franzosen sollten der deutschen Regierung eher dankbar sein, daß sie solchen Treibereien ein Ende zu machen sucht.

Einer der großen Helden der französischen Revolution von 1789, der Königsmörder und Blutmensch Danton, hat in Paris ein Denkmal gesetzt bekommen.

In der Schweiz sind alle wegen des Ausstandes im Tessin Angeklagten bis auf den einen in Abwesenheit ab- geurtheilten Mörder, freigesprochen worden, eine rechte Ermuthigung für politische Verbrecher.

Der Sultan von Zanzibar sprang, weil die Pferde mit ihm durchgingen, aus dem Wagen und verletzte sich an Kopf und Beinen.

In mehreren Bezirken Britisch-Jndiens mit dichter Bevölkerung von ungefähr 10 Millionen Seelen, wird eine Hungersnoth befürchtet. Auch in Rußland ist in sonst guten Korngebieten harter Mißwachs.

In Chicago hat die Nachricht, daß Deutschland die dortige Weltausstellung amtlich beschicken wird, eine Be­geisterung ohne gleichen hervorgerufen. Chicago zählt jetzt eine Million Einwohner und darunter sind 400 000 Deutsche oder doch deutschen Ursprungs. Die meisten städtischen Aemter sind mit Deutschen besetzt, die Rathsherren, die Sheriffs, der Bürgermeister, die Polizeivorsteher, die Friedensrichter sind Deutsche, und in der Stadt giebt es eine Masse von deutschen Sängerbünden und deutschen Bierhallen.

Als ein unheimlicher Gast hat sich vorläufig in Asien die Cholera angemeldet. Sie brach unter den muha- medanischen Pilgerzügen aus, die alljährlich zu Hundert­tausenden nach Mekka wallfahrten. Hoffentlich gelingt es, sie von Europa fern zu halten. In den mittelländischen Häfen sind Schutzvorrichtungen getroffen worden.