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gefährlich machte. An den Abfällen vor den Thüren sonnte man sehen, was je für ein Geschäft in den Häusern getrieben wurde, sowie auch die verschiedene Größe der darin sich befindenden kleinen Kinder. Nur die unentbehrlichen Professionen waren vertreten. Es gab Metzger, Bäcker, Schuhmacher, Schneider, Färber, Hutmacher, Wagner, Schmiede, Sattler, Seiler, Zim- merleutc, Maurer, Glaser, Weißbinder, Spengler, Drechsler, einen Strumpfweber, einen Knopfmacher, einen Rothgerber, einen Weißgerber, der wegen den da­mals vielgetragenen ledernen Beinkleidern sehr be­schäftigt war, mehrere Bierbrauer, die aber nur schlechtes Bier zu brauen verstanden. Uhrmacher gab es keine: die Sackuhren gehörten noch unter die Seltenheiten, und zur Reparatur der Schwarzwälderin reichten die Tausendkünstler hin, deren es in dieser Gegend immer viele giebt, und die auch im stände waren, ihren Kuckuck, wenn ihm etwas fehlte, zu curieren, und wenn er todt lKr, wieder in's Leben zu rufen. Mit zwei der sechs MähMühlen waren Schneid- und mit zwei anderen Schlag- oder Ölmühlen verbunden. Die Metzger waren zugleich auch Schenkwirthe, sowie mancher Bäcker auch Herbergsvater war. (Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Zur Geschichte der Grippe wird von einem Arzt geschrieben: Der sich jetzt überall unangenehm bemerk­bar machende, als Grippe oder Influenza bezeichnete epidemische Katarrh ist, wie schon wiederholt betont wurde, keineswegs eine neue Krankheit. In der ärzt­lichen Literatur finden wir schon Beschreibungen dieser Seuche aus dem 12. Jahrhundert. Die erste genauere Darstellung der Grippe gaben der im Jahre 1742 als Professor in Halle verstorbene bekannte Arzt Friedrich Hoffmann und der italienische Arzt Lancisii. Der von beiden beschriebene Katarrh trat nach vorhergegangenen sehr kalten Wintern in den Jahren 1708 und 1709 auf, Ersterer beobachtete ihn in Berlin und weiterer Umgebung, Letzterer in Rom. Bon den Elkrankten starb damals ungefähr der sechste Theil.

In den Jahren 1729 und 1730 herrschte die Grippe in allen Ländern Europas, in Holland und England verlöschte sie erst 1733.

In den Jahren 1742, 1743 und 1762 traten wieder Epidemien in Europa auf, die sehr zu Verbindungen mit Lungen- und Brustfellentzündungen neigten, während bei den vorhergehenden Grippen neben den katarrhali- schen Erscheinungen häufig hitzige Hauterkrankungen auf- traten. Die im Jahre 1775 besonders in England herrschende Seuche hatte heftige Durchsälle unter ihren Erscheinungen.

Am lehrreichsten für das Erkenntniß unserer Seuche war das Auftreten vom Jahre 1782. Sie wurde da­mals zuerst allgemein als Influenza oder russische Krankheit bezeichnet. Man konnte deutlich beobachten, daß sie von Pe son zu Person übertragen wurde. Sie folgte nämlich auf ihrem Zuge von Indien und China über Rußland nach Europa den Verkehrsstraßen der Menschen, wurde also sicher nicht durch die Luft ver­breitet. Im Oktober und November 1781 soll sie in Indien ausgetreten sein. Nach Moskau kam sie 1782 im Januar, im Februar war sie in Petersburg, in Königsberg im März, über Pommern verbreitete sie sich im April, über Nordwestdeutschland im Mai, Ende Mai war sie in England, in Frankreich im Juni, im Juli in Italien, in Spanien im August. Der Winter war damals nicht mild wie bei der diesjährigen Epidemie, sondern sogar sehr kalt mit vorwiegenden scharfen Ost- winden. Auf den Schiffen griff die Influenza nur um sich, wenn dieselben vorher in einem befallenen Hafen gewesen waren und die Mannschaft mit den Landleuten verkehrt hatte. So verschieden auch die krankhaften Er­scheinungen bei verschiedenen Personen in dieser Epi­demie waren, beinahe alle Erkrankten hatten die sich plötzlich einstellende Erschöpfung gemeinsam, nur wenige leichte Fälle waren frei davon. Die begleitenden schweren Allgemeinerscheinungen wie große Schwäche, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind überhaupt bezeichnend für die eigentliche Grippe zum Unterschied von dem nicht ansteckenden Katarrhalfieber.

Die Grippen von 1788, 1800 und 1835 waren nicht bedeutend und erlangten auch keine weite Ver­breitung.

Unsere diesjährige Epidemie zeigt sehr viel Aehnlich- keit mit der von 1782. Beide kamen nachweisbar aus den Niederungen Ostindiens, von wo auch die Cholera- epidemien ihren Ursprung nehmen. Ganz wie die letzteren durchzogen sie Europa von Osten nach Westen.

Was bedeutet der Name Influenza? Einfluß" sagen die Mediziner, aber das ist nicht richtig. Wie ist uns doch zu Muthe, wenn wir die Influenza haben? Wir niesen, wir fiebern, die Zunge klebt uns am Gaumen, wir zittern wie frierende Aale u. s. w. Nun wohl, stellen wir diese Erscheinungen zu­sammen und haben die Influenza. Ich Niese, Fiebere, Lechze, Und Erzittere Nicht Zum Aushalten!

Aus dem Berliner Adreßbuch, das alljährlich zu Weihnachten zu erscheinen pflegt, hat einer, der offenbar nicht all zu viel zu thun hat, für das neue Jahr folgende Thatsachen zusammengestellt: Mit einer gewissen Beruhigung wird man hören, daß es trotz aller Vor­kommnisse der letzten Zeit nur einenMörder" in MSWM«WK«W»WWA!^WWSMMWÄ«M»W8WWW»M«»

Berlin giebt, für den gleich 3Kerker" vorhanden sind. Ueber denSchwindel", der nur zweimal vorkommt, können etwa 1000Richter" aburthrilen. Unter den Thierarten, für die 150Jäger" bestellt sind, finden sich ungefähr 1000Wölfe", nicht wenigerFüchse" und 13Hasen". Für gewisse Kleinigkeiten sorgen in Berlin 16Störche",. die in einemStorchennest" Hausen. In 2Sümpfen" fristen 12Frösche" ihr Dasein. Trotz des Winters sind uns noch 22Schwal­ben" geblieben. Für Fische ist hier reichlich gesorgt, wir erwähnen hier nur 100Hechte", 32Schleie", 117Zander". Auch unsere Hausthicre sind häufig anzutreffen: DieKatz" ist 57, dieZiege" 18 Mal vertreten; dazu flattern 22Tauben" herum und bellen 2Hunde". In dem intelligenten Berlin giebt eS kein einzigesSchaf", dafür aber auch nur 3 Personen, die sichMensch" nennen dürfen.

(Zu spät) Frau Lipke.'Meine liebe Frau Müller, ich glaube, Ihr Mann wird bald sterben." Frau Müller:Ja, jetzt stirbt er, weilich eine alte Schachtel bin und keinen andern mehr bekomme."

Die Modekrankheit.

In Berlin, der Residenza, Auch in Wien und in Florenza,

In Neapel, Piacenza, Ueberall herrscht Influenza.

Von Eydtkuhnen bis Graudenza, Treuenbrietzen und Coblenza, Buxtehude, Pirmasensa, Influenza, Influenza.

Sie beachtet keine Grenza,

Frägt auch gar nicht nach Consenza.--

Wer begreift die Consequenza?

Schäm' Dich schäm' Dich, Influenza"

Kein Respekt vor Excellenza.

(Was doch meist macht viel Sperrenza)

In geheimste Konserenza

Schleicht sich ein die Influenza.

Rälhselhafte Existenz«!

Keine Spur von Jndulgenza, Auch im Punkt der Jndecenza Ist sie ohne Konkurrenza.

Im Theater Cirkus Renza, Ueberhaupt wo viel Frequenza, Selbst gerichtliche Sentenza Stört die freche Influenza.

Fürcht't sich nicht vor Korpulenza, Packt auch, wenn schon Jnsolvenza, Öhne ein Reverenz« Ist sie da die Influenza.

Todes-Anzeige

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unsere geliebte Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Elisabeth Bauer,

geb. Feuerstein gestern Abend 11* 4 Uhr sanft entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. d. Mts., Nachmittags ^2 Uhr statt.

Meine Wohnung befindet sich bei Herrn Metzgermeister Valentin Freund. Ober­gasse Nr. 1

Ir. Nemy,

pract. Thierarzt.

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Sonntag, den 19. d. M. Nach­mittags 3 Uhr:

Versammlung im NoÜPhcn Lokale zu Nomsthal. Der Vorstand.

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Die im Grundbuche von Schlüchtern Band III. Artikel 196. Abth. I 1 mit 6,8 eingetragenen, den Erben des am 31. März 1889 zu Schlüchtern ver­storbenen Maurers Caspar Schäfer, Ehemann von Susanna geb. Fischer hier, in 1. Ehe verheirathet gewesen mit Katharina geb. Bormann, als:

I.: 1. Ehefrau des Taglöhners Karl Weitzel, Maria geb. Schäfer hier,

2. Elisabethe Schäfer, ledig, minderjährig, bevormundet von dem Ackermann Ludwig Urbach hier, aus 1. Ehe.

It: 3. Franz Schäfer, /bevormundet von ihrer Mutter Wittwe Schäfer

4. Anna Apollonia Schäfer, j geb.: Fischer hier, aus 2. Ehe,

gehörigen i» Stadt und Gemarkung Schlüchtern belegenen Grundstücke

V. ^ In den Wiesengürten:

Wohnhaus mit Scheuer und

Stall

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(Haus-Nr. 202-/»)

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Hausgarten

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R. 17. Am oberen Elm

Acker

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sollen auf Antrag der früher genannten beiden Kinder

erster Ehe

des

Maurers

Ka par Schäfer hier zum Zwecke der Auseinandersetzung unter den Miteigentümern

am 28. März 1890, Barmittags 10k Uhr vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsstelle zwangsweise versteigert werden.

Die Grundstücke sind mit 8,97 Mk. Reinertrag und einer Fläche von 0,28,41 Hektar zur Grundsteuer, mit 60 Mk. Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblattes Grundbuchartikels etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbcdingungen können in der Gerichtsschreiberei hiesigen Amtsgerichts eingeschen werden.

Diejenigen, welche das Eigenthum der Grundstücke beanspruchen, werden auf» fordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens her- beizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.

Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird

am 29. März 1890, Bormittags 10 Uhr

an Gerichtsstelle verkündet werden.

Schlüchtern, den 30. December 1889.

Königliches Amtsgericht.