Einzelbild herunterladen
 
  

Frankfurt, 5. Dec. Ein Dienstmädchen aus Rüdesheim wurde gestern Morgen unter dein Ver­dacht des Kindesmordes festgenammen. Dasselbe hat eingestanden, ihr 11 Monate altes Kind in der Absicht, es zu todten, in ein Bettkissen gewickelt und erstickt zu haben. Die Leiche hat das Scheusal dann in siedendes Wasser geworfen, die abgetönten Fleischtheile in einen Kehrichtlasten gethan und die Knochen verbrannt.

Frankfurt. Wer ist eitler?Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" So heißt es in einem unserer schönsten Märchen, und es ist selbstverständlich ein Frauenzimmer, das seinen Blick in den redenden Spiegel wirft. Das steht in einem Märchen geschrieben, und es ist wohl auch nur Märchen, wenn man das weibliche Geschlecht für eitler als das männliche hält. Just das Gegentheil ist der Fall. Zwei Herren in Frankfurt a. M. faßten dieser Tage an einem frequenten Ladengeschäft Posto und gaben genau Acht, wer von den Heraustrctenden, Männlein oder Weiblein/ sich etwa in dem neben der Thür angebrachten Spiegel betrachten würde. Das Resultat war ein in der That überraschendes: von 100 Damen beguckten sich nur 65, während von 100 Männern sage und schreibe 95 den Spiegel befragten. Daraus geht hervor, daß der Mann im Allgemeinen eitler ist als die Frau, vorausgesetzt natürlich, daß die Statistik gewissenhaft geübt wurde.

Aus der Wetterau wird geschrieben: Zwischen Einwohnern von Groß- und Kleinkarben wurde am Montag Abend eine förmliche Schlacht geschlagen, bei welcher Messer, Mistgabeln und Knüppel eine große Rolle spielten. Unter Anderen erhielt der Pächter von Großkarven gefährliche Stiche und Tritte und mußte sofort in ärztliche Behandlung genommen werden, auch der Bürgermeister von Großkarben ist erheblich verwundet. Der Streit ist wegen einer Wassergerecht­same entbrannt und zwar behauptet die eine Gemeinde, die andere hemme das Wasser an ihrer Mühle über Gebühr, wodurch dann der weiter rückwärts liegende Müller zu viel Hinterwasser bekomme. Eine Gerichls- commission war bereits am Dienstag zur Untersuchung des Falles in voller Thätigkeit.

Fulda, 6. Dec. Die Wasserleitungsfrage der Stadt, mit der man sich hier schon eine lange Reihe von Jahren beschäftigt, ist nun endlich glücklich zum Ab­schluß gelaugt. Die Stadt wird mit vorzüglichem Quellwasser aus dem Gichenbachthale, oberhalb Schmalnau, versorgt werden. Die ganze Oäfe hat die leistungsfähige bekannte FirmaWasserwerk zu Schalke in Westfahlen" für 426,000 M1. übernommen. Bis zum 1. August nächsten Jahres muß die Anlage vertragsmäßig fix und fertig gestellt sein. Die Be­wohner unserer Stadt begrüßen das Unternehmen umiomchr, als augenblicklich in einigen Stadttheilen sich wieder ein empfindlicher Wassermangel eingestellt hat.

Kassel, 5. Dec. In Sachen der Cölner Auktion der Gegenstände aus dem Nachlaß Sr. Durch!. des Fürsten Moritz von Hanau erfährt das Tageblatt Folgendes: Die verschiedenen Besprechungen in den hessischen Zeitungen sollen die Frau Gräfin von Schaumburg, Witlwe des ältesten Sohnes des letzten Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Hanau, veranlaßt haben, große Opfer zum Ankäufe der von den beiden letzten Kurfürsten herstammenden Gegenstände zu bringen, um zu verhindern, daß diese Sachen in unrichtige Hände gelangten. Auch soll ein aus Mar­burg herrührender anonymer Brief an den Fürfteu Wilhelm von Hanau noch die Veranlassung gewesen sein, weshalb Se. Durchlaucht alsbald Auftrag gab, speciell die Orden und Andenken der beiden letzten Kurfürsten vor der Versteigerung schon für eine sehr hohe Summe anzukaufen. Der Gesammterlös dürfte wohl 400,000 Mark erreicht haben, da die Sachen zu enormen Summen, theilweise weit über den An- kaufswcrth bezahlt wurden. Die Oelgemälde der hessischen Landgrafen sollen von der Hessisch- land- gräflichen Familie erworben worden sein. Die Ansteigcrer sollen meist aus den ersten und reichsten Cölner Familien, welche in großer Anzahl persönlich anwesend waren, bestanden, auch aus Kassel sollen mehrere Herren oagcwesen sein. Die Sachen wurden sehr hoch gehieben.

Hofgeismar, 6. Dec. Der Königliche Förster Tauber in Slammen erlegte am Dienstag in seinem Schutz- bezirk 2 Stück Schwarzwild mit einem Schuß, und zwar auf folgende Weise: Das eine Stück Wild zog in der Richtung von Süden nach Norden, das andere von Norden nach Süden. In dem Moment als die beiden sich kreuzend zusammenkamen, gab der Förster einen Schuß ab. Die Kugel ging bei dem einen Schwein auf der einen Seite (Blatt) hinein und auf der linken heraus, traf hierbei das andere Schwein auf der linken Seite, und ging auf der rechten wieder heraus. Beide zogen hierauf noch ca. 20 Schritt weiter und brachen alsdann verendend zusammen. Ein solcher Schuß dürfte gewiß zu den Seltenheiten gehören. Die erlegten Thiere, von denen das eine ein Keiler, das andere eine Bache war, können als Pracht Exenchlare bezeichnet werden.

Weißensels, 4. Dec. Aus unserm Nachbarorte

Hm verfluchte.

Erzählung von Karl Schwell in g.

(Fortsetzung.)

Ich baute verbindlichst, Excellenz," erwiderte Weilmann,bin jedoch gezwungen, abzulehnen. Excellenz erlauben mir indessen wohl noch eine Bemerkung. Durch eine einfach an mich gerichtete Frage hätte viel Unheil abgewendet werden können. Denn ich hatte dem rkt, daß der Diener das Geldpackct vom Tische nahm, konnte jedoch nicht voraussehen, daß man mich des­wegen verdächtigen würde."

Meine erste Absicht," murmelte der General. Doch einmal gesehene Dinge lassen sich nicht mehr ändern.

Der alte Herr stieß einen schweren Seufzer aus.

Ich glaube, wir sind zu Ende, meine Herren," sagte der Direktor und Reuser konnte nicht umhin leise zu lachen; er wußte, was diese Rede des alten Juristen in Verbindung mit seiner an Feierlichkeit streifenden ernsten Miene zu bedeuten hat.

Ich glaube das auch, Herr Direktor," sagte er in munterm Tone.Doch möchte ich Sie bitten, Herrn Arthur von Huldringen so lange hier zu behalten, bis ich meinen Bevollmächtigten schicke."

Der Direktor beauftragte einen Subalterbeamten, den Referendar so lange, bis Reuser's Abgesandter er­scheinen würde, unter seine Obhut zu nehmen. Freund Arthur war daher, wenn auch nicht verhaftet, so doch unter Beobachtung gestellt; bis zum Betreten des Schiffes hatte er keine Aussicht, dieser Beaufsichtigung lediglich zu werden.

Die anderen vier Herrn empfahlen sich dem Direktor ohne viele Worte. Schon im Vorzimmer trennte man sich in zwei Gruppen. Der General von Huldringen erklärte, sofort nach der Hauptstadt zurückkehren zu wollen, und der Oberst Donner begleitete den heute so schwer g prüften Herrn zur Bahn.

Commissisnsrath Reuser und Weilmann verließen dagegen die Stadt und wendeten sich den Fabrikanlagen des Ersteren zu. Beide hatten einander viel zu er­zählen; einstweilen war eine heitere Stimmung bei ihnen vorherschend. Einen Stoß besam dieselbe jedoch

Schkopau berichtet derMerseb. Korr." von einem schrecklichen Vorfall: Der 67jährige Arbeiter H. von dort brächte sich in seiner Wohnung einen Schuß in die Magengegend bei. Als sein Schwiegersohn und dessen Frau, durch den Knall erschreckt, herbeieilten, hatte sich der Lebensmüde eben mit einem Rasirmesser gefährlich am Halse verletzt. Mit Mühe konnte ihm das Rasirmesser entrissen werden. Sofort ergriff er jedoch wieder ein Messer und eine Scheere, und bitwr die Anwesenden ihn hindern konnten, stach er sich beide Gegenstände in den Leib. Nachdem ihm schließlich auch diese Jnstiumente weggenommen, stieß er sich mit dem Kopf mehrmals gegen die Wand und den Ofen. Trotz der ganz bedeutenden Wunden, welche H. zum Theil vor den Augen seiner Anverwandten erlitten hatte, erfolgte sein Tod erst gegen 9 Uhr Abends, nach­dem er sich gegen 6 Uhr den Schuß in den Leib bei­gebracht halte. Das Motiv der That soll eine lang­wierige Krankheit sein.

Ausland.

Aus Afrika treffen jetzt die erfreulichsten Nachrichten ein. Der berühmte Reisende Stanley schreibt u. A.: Er befinde sich wohl, fühle sich wie ein Arbeiter, der am Sonnabend Abend nach Hause zurückkehrt, wenn er der Woche Arbeit vollendet, den Wochenlohn in der Tasche hat und fröhlich denkt, daß am anderen Tage Sonntag sei. Er habe Grund, mit voller Befriedigung auf die erreichten Erfolge zurückzublicken, nicht allein wegen der Rettung Emins, sondern auch wegen der bedeutenden geographischen Entdeckungen, von denen die Erforschung der Quelle des Arruwimi oben an stehe, sodann die des Congo-Waldes, welcher eine Fläche so groß wie Frankreich, Spanien und Portugal bedecke. Dazu kommen der mit ewigem Schnee bedeckte Wolken- könig Ruwenzori, der Zusammenhang des Albert Edward Nyanza mit dem Albert Nyanza und die Fest­stellung des Umfanges des ersteren Sees. Die Natur­kunde werde eine große Anzahl neuer Arten von Thieren und Pflanzen durch die Expedition erhalten. Stanley schildert drastisch die ausgestandenen Strapazen und Gefahren und schließt mit dem Ausdruck der Dank­barkeit für die göttliche Vorsehung, welche ihn beschützte. Stanlay und seine Offiziere sind voll Lobes über den herzlichen Empfang seitens der Deutschen uud sehr dankbar für die besondere Karawane mit Provisionen aller Art, welche Wißmann bis Mpuapua entgegen gesandt hat.

Stanley und Emin Pascha sind am 4. Dezember in Bagamoyo eingetroffen. Die egyptische Regierung hat den DampferMansouah" nach Zanzibar geschickt, um Stanley und Emin Pascha abzuholen. Von Zan­zibar ist ein englischer Dampfer nach Bagamoyo ge­gangen, welcher die Reisenden nach Zanzibar bringen wird.

als sie in der Nähe der Fabrikanlagen mit dem Ser­geanten Seeger zusammentrafen. Wilhelm Seeger stand Trauer auf dem Gesichte geschrieben. Sein Bruder Heinrich war in der Morgenstunde im Forste entseelt gefunden worden. Ein in seiner Tasche be­findlicher Brief, gab den Brüdern Kunde, weshalb jener Hand an sich gelegt hatte. Man hatte den Brief dem Förster nachgeschickt und dieser war eilig nach Hause zurückgekehrt.

Auch der Zustand von Weilmanns Braut hatte sich seit heute Morgen noch verschlimmert. Luise kannte ihren Verlobten nicht mehr. Der gerade anwesende Arzt bezeichnete die Krankheit der jungen Dame als ein höchst gefährliches Nervenfieber.

Reuser beeilte sich, einen seiner Angestellten, ge­hörig unterrichtet, zur Uebernahme des jungen Herrn von Huldringen abzusenden. Dieser dampfte denn auch schon nach Ablauf einer Stunde unter Aufsicht des Kontoristen davon. Als Reuser's Bevollmächtigter am nächsten Tage zurückkehrte, konnte er melden, daß sich der junge Taugenichts bereits. auf der See befand. Arthur von Huldringrn war also fort, doch die Nach­wirkungen seines mehr g>meinen, als nur leichtsinnigen Streiches sollten sich noch recht bitter geltend machen.

Der Oberst Donner hatte durch den Geyerak von Huldringen von den Wetten erfahren, weiche einige Offiziere in Lühne mit dem Sohne deS Letzteren ein« gegangen waren. Der alte Kanonendonner nahm daher Gelegenheit, jenen Herrn einige scharf gepfefferte Vor- träge im Umgänge mit Menschen, die man nicht genau kennt, zu halten. So unangenehm dies auch für die Betreffenden sein mochte, so bildete es doch nur die heitere Seite der traurigen Angelegenheit.

Der Tod Heinrich Seeger's fiel Arthur nur theil- weise zur Last. In der Hauptsache hatte wohl eine durch seine Krankheit erzeugte Ueberipanntheit den arme» Teufel die Waffe in die Hand gedrückt. Auck) hatte sein Scheiden aus dem Leben im Ganzen keine große Bedeutung. Die Brüder des Verblichenen betrauerten ihn zwar, doch verursachte sein Ableben keine unausfüll- bare Lücke im Leben derselben.

Am schwersten und nachhaltigsten sollten Arthur von Huldringen's Streiche auf seine eigene Familie zurücksallen. Die Frau General, seine bcklagenswerthe Mutter, verlor zunächst infolge von Schreck und Gram das Gedächtniß. Dieser schon höchst traurige Zustand, ging jedoch sehr bald in völligen Blödsinn über. Unter solchen Umständen war der General nicht geneigt, sich viel um das angekaufte Gut zu kümmern. Der Kauf wär rückgängig gemacht worden, weil die letzte Rate )es KaufgeldeS nicht bezahlt worden war. Der General bezahlte Konvenlionälstrafe und hatte somit doppelten , Verlust.

(Fortsetzung folgt.)

e!" "«....... tiMgsu. UJtBBB

Vermischtes

Das geht nicht! Regierungsrath:Wie lange hat Ihre Gemeinde keinen Arzt mehr, Herr Bürger­meister?" Bürgermeister:Schon über drei Jahrek Es ist aber auch seit dieser Zeit kein Todesfall vor- g.kommen!" Regierungsrath: Das geht nicht da muß unbedingt ein Arzt wieder her.

Standesamt Schlüchtern. Oktober, November 1889, a. Geburten.

Oktober: 2. Bertha Tochter der Kaufmanns Leopold Sichel zu Schlüchtern. 5. Eva Katharina, Tochter des HülfSbahnwärter Avam Walter das. 8. Meta, Tochter der Handelsmann Leopold Rothschild das. Ulrich «ohn der TaglöhnerS Nikolaus Kreß zu Gomfritz, Gemeinde Klosterhöle. 10.. Marie Lisette, Tochter bt» Färbers Ludwig Magerhau;, zu Schlüchtern. 11. Anna, Tochter des HülfSbahnwärterS LaurentiuS Larbig zu RöhrigS Gemeinde Klosterhöfe. 17. Bertha Katharina, Tochter des EchneiderS- Johann Hein ich Eckhardt das. 17. Anna Tochter des MaurerS- Peter Josef Müller zu Hcrolz. 19. Johann Peter, Sohn des Küfers Konrad Blum zu Schlüchtern. Gertrude, 4 Tochter des Webermeisters Anton Hermann Wilhelm Zinn das. 23, Gottfried,. Sobn des Metzge s Heinrich Zipf das. 25. Marie Philippiner Tochter der Ackermann Heinrich Schultheis das. 28. Heinrichs Sohn des Schneiders Johann Georg Simon zu Niederzell. 29;- Emma Emilic, Tochter des B ckers, Hugo Oskar Alexander' Friedrich zu ^schlüchtern November: 22. Heinrich Ernst, Sohn des Schlosser Leonhard Schäfer das. 25. Johann Heinrich, Sohn des Schneiders Johs. Zinkhan zu Niederzell. 29. Johannes Sobn des Ackermann Rosenberger das. 20. Anna Theresia, Tochter des Maurers .Leonhard Orth zu Herolz. 30 Johann Peter, Sohn des TaglöhnerS Melchior Föller zn Schlüchtern. Dorothea Louise, Tochter des Uhrmachers Heinrich Bey das.

b Eheschließungen.

Oktob er; 8. Maurer Heinrich Lotz mit MathildiS Zinkand, DonatuS Tochter, beide zu Herolz. 15. WeiSbindrr Ludwig Basermann. mit Anna Maria Urbach, Wilhelms Tochter, beide zu Schlüchtern.

c. Sterbefälle.

Oktober: 11, Wilhelm Rollmann7i Jahre 6 Monate alk zu Schlüchtern. N ovem der: 2. Elisabethe Baist ledig, 56 Jahre 4 Monate alt, Bäckers Heinrich Philipp Tochter zu Schlüchtern, 2. Marie Theresia Möller 46 Jahre alt, Tochter des Schmieds^ Johann Adam Zinkand zu Herolz. 4 Katharina Orth geb. Zinkand 68 Jahre 11 Monate alt, zu Herolz. 14. Johannes Gärtner, Sohn des Bauers Johann Georg Gärtner 7 Monate alt zu Drasenberg, Gemeinde Klosterhöfe. 18. Knecht Konrad Lämp Sohn deS verstorbenen Schuhm. Nikolaus Lamp 36 Jahre 1 Monat alt zu Niederzell. 72. Wilhelm Bäpmann verh. 52 Jahre alt g-storbcn im Spitale zu Schlüchtern. 25. Helene Eckhardt verh. 84 Jahre alt zu Schlüchtern. 30, Schuhmacher ^vh». Walter verh. 72 Jahre alt das.