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Sperling abgefaßt, verlesen wurde und in der allgemei­nen Einleitung zu demselben die Worte sich fanden, daß die v o l l st ä u d i g e E in a n z i p ati o n der Juden ein w ü n s ch e n s w e r t h c r F o r t s ch r i t t g e w e s e n s e i n würde," da protestirtc von Bis innres gegen diesen Satz und beantragte die Streichung der allgemeinen Einleitung. Und als dieselbe dennoch mit geringer Mehrheit angenommen wurde, erklärte Bismarck in einer persönlichen Bemerkung :E s w a r lediglich meine Absicht, zu bestreiten, daß die Emancipation der Juden ein Fortschritt sei." Wie heute Bismarck zu dieser Frage steht? Er hat in späterer und in letzter Zeit seinen Standpunkt zur Judenfrage nie mehr so bestimmt zum Ausdruck gebracht. Und wenn er es nicht gethan hat, so hat dies eben darin seinen Grund, daß er als leitender Staatsmann mit den vorhandenen Thatsachen rechnen muß und als ein Mann der p ra k-

tischen Politik auch damit rechnet.

Ich will hiermit diese Abhandlungen schließen obszön ich noch manche interessante Zeugnisse über die Juden n a ch der Emanzipation auch von politisch liberalen und freisinnigen Männern mittheilen könnte. Es kam mir darauf an, einmal zu zeigen, daß die Judenfrage nicht erst ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist, als dessenSchmach" man sie so gern zu bezeichnen beliebt, sondern daß sie eben zu allen Zeiten und über­all da bestanden hat, wo Juden unter anderen Völkern lebten. Es kam mir auch darauf an, zu zeigen, daß die Judenfrage im Mittelalter und später nicht lediglich' eine Religionsfrage war, sondern auch eine sociales Frage, hervorgerufen durch den Wucher und die Aus­beutung der Christen Seitens der Juden. Als sociale Frage, nicht als Religions- und nicht als Rasfensrage, haben wir auch heute die Judenfrage ausznfnsscn. Wird sie gelöst werden? und wie? Soviel ist gewiß, ein

gut Theil zur Lösung derselben würden die Juden selbst beitragen/ wenn sie sich nicht fast ausschließlich dem Handel, überhaupt dem leichteren Erwerb hingeben, sondern mehr und mehr auch an der productiven Arbeit unseres Volkes sich betheiligen wollten. I n dieser Hoffnung erfolgte s. Z. die Emanzi- patiou. Und für unser Landvolk denn auf dieses kommt es mir vorzugsweise an würde die Judenfrage ein gut Theil ihrer Lösung näher gerückt werden, wenn die einzelnen Gemeinden, bczw. Kirchspiele sich z u r G r ü n d u n g R a i f f e i s e n's ch e r D a r l e h n s- lassen entschließen wallten. Denn diese allein sind im Stande, den Einzelnen ans den Klauen der Wucherer zu befreien, bczw. davor zu bewahren. Darum lautet immer und immer wieder meine Mahnung:J H r Gemeinden, gründet Raiffeiscn'sche K a s j e n !

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