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Erscheint Mittwochs und Sonnabends. Preis vierteljährlich 1 Mark. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.

Mittwoch, den 21. Aumst

1889

Die landwirthschaftliche Winterschule Alsfeld.

Durch die Erhebung der Lage der Landwirthschaft im Großherzogthum Hessen ist feftgcfteßt worden, daß dem landwirthschaftlichen Betriebe noch eine Menge -Fehler anhaften und daß hauptsächlich in der Beseitigung derselben, also in der Vervollkommnung der landwirth- schaftlichen Technik eines der ersten Mittel gegeben sei, die Landwirthschaft wieder rentabeler zu machen und die Berufsfreudigkeit in den betheiligten Kreisen zu heben. Der heutige Landwirth muß etwas gelernt haben, wenn er den Anforderungen der Zeit gerecht werden will, und wenn er mit Lust und Liebe seinem schweren Beruf nachgehen soll. Mehr und mehr wird auch in der Landwirthschaft der handwerksmäßige Betrieb schwinden und einer rationellen Bewirthschaftungsweife Platz machen müssen. Daß wir in dieser Beziehung aus dem richtigen Wege sind, beweisen eine Menge Wirthschaften, gerade auch um Alsfeld herum, die ihren Betrieb mustergiltig eingerichtet haben und auch Resultate

I Wöchentlich werden außer den Ardeitsstunden 3234 Stunden Unterricht in jeder Classe ertheilt. Für den Unterricht ist eine reichhaltige Lehrmittelsammlung vor­handen, der in nächster Zeit von Seiten des Curatoriums eine wesentliche Compleurung in Aussicht steht.

Das Schulgeld beträgt für das Winterhalbjahr 25 201t., wofür den Schülern zum Theil noch Lehrbücher geliehen werden. In der Nähe von Alsfeld wohnende Schüler können jeden Abend nach Hause gehen, während andere in Privathäusern zu mäßigen Preisen (3040 Mark pro Monat) hier untergebracht werden können, wozu der Unterzeichnete gerne behilflich ist. Die Schüler unter­stehen während ihres hiesigen Aufenthaltes der Aufsicht des Lehrercollegiums und werden den Eltern, falls Unregelmäßigkeiten vorkommen, über das Verhalten ihrer Söhne Mittheilungen gemacht.

Indem ich hiermit die hauptsächlichsten Punkte über die Einrichtung der hiesigen Schule angeführt habe,

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, 20. August. Das Acisbrunnen-Volks- turnfeft nahm bei günstigem Wetter, welches zahlreiche Zuschauer von nah und fern herbeigelockt hatte, einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf. 170 Preisturner waren erschienen. Die Leistungen derselben waren durchweg vorzüglich und sind in diesem Jahre erheb­liche Fortschritte in der Leistungsfähigkeit zu verzeichnen. Gegen 6 Uhr begann die Preisvertheilung und nahmen dann Tanz und sonstige Vergnügungen ihren Anfang. Abends fand in der Turnhalle unter großer Be­theiligung ein Tanzkränzchen statt. Im Nachstehenden theilen wir die Namen der mit Preisen ausgezeichneten Turner mit:

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Preis, 40 Punkte: Ph. Ewald, Fechenheim, l Gg. Oestreich,

erzielen, die die Schlußfolgerungen der landwirthschaft- lichen Enquete mehr wie bestätigen.

Für den jungen angehenden Landwirth, der später- das väterliche oder ein anderes Gut bewirthschafte»

erkläre ich mich gern zu jeder weiteren Auskunft bereit. Alsfeld, August 1889.

Leithiger,

Großh. Ländwirchschaftsiehrcr für Oberhefsen, Vorsteherder landw. Winterschule.

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soll, wird es daher immer mehr eine Pflichr, sich den " Anforderungen der heutigen Zeit entsprechend für seinem Beruf vorzubereiten. Wenn sich der heutige ältere Landwirth, wenn Neuerungen an ihn herantreten, damst entschuldigen kann, daß er sie nicht verstehe, weil er das Alles in seiner Jugend nicht gelernt habe, so kann

man diese Entschuldigung bis zu einem gewissen Grade für ihn gelten lassen, weil ihm die Möglichkeit zur -Erlangung dieser Kenntnisse nicht gegeben oder wenigstens sehr erschwert war. Für die jüngere Generation gilt diese Entschuldigung nicht und erbarmungslos, ohne Mitleid, wird der Zeitgeist über solche Landwirthe in Zukunft hinweggehen, die wegen schlechter Wirthschaft, oder nicht genügender. Kenntnisse in ihrem Beruf den Kampf ums Dasein nicht bestehen können. Wie in allen anderen Berufszweigen, im Handwerk, in der Industrie, in den gelehrten Berufszweigen, fortgesetzt- steigende Anforderungen an den Einzelnen gestellt werden, so wachsen auch die Anforderungen an das Können des Landwirthes und hierzu muß in der Jugend die Grund­lage geschaffen werden.

Unsere Großherzogliche Regierung hat in voller Wür­digung aller dieser Verhältnisse dem landwirthschaftlichen Unterrichtswesen eine außergewöhnlich hohe Aufmerksam­keit zugewandt und unterstützt jedes Bestreben, die Schulen, zu vervollkommnen. Sie hat für die landwirth­schaftlichen Winterschulen einen Normallehrplan aus­arbeiten lassen und sie der Oberaufsicht der Großherzog­lichen oberen landwirthschaftlichen Behörde unterstellt. An den Landwirthen selbst liegt es nun, den ent­sprechenden Nutzen von denselben zu ziehen.

Die landwirthschaftliche, Winterschule Alsfeld soll den Bildung suchenden jungen Landwirthen des nördlichen Theiles der Provinz Oberhessen dienen, sie schließt an die gewöhnliche Volksschule an und werden junge Leute im Alter von 14 bis 18 Jahren, wenn sie die Kennt­nisse der Elementarschule besitzen, z. Z. ohne Prüfung in die untere Classe derselben ausgenommen. Der Unter­richt, der auf zwei Winterhalbjahre berechnet ist, dauert jedesmal von Anfang November bis gegen Ostern. In die obere Classe treten diejenige Schüler ein, die die untere mit Erfolg besucht haben, die die Berechtigung zum Einjährig-freiwilligen Militärdienst besitzen, oder die durch eine Prüfung vor dem Lehrercollegium die entsprechenden Kenntnisse nachweisen. Auch ältere Land­wirthe können, event, als Hospitanten, zum Unterrichte zugelassen werden.

Der Unterricht wird von 2 Landwirthschastslehrern und 34 Hilfslehrern ertheilt und erstreckt sich außer auf die einzelnen Zweige der Landwirthschaft als Acker­bau, Pflanzenbau, Thierzucht, Fütterungslehre, Dünger- lehre, Wirthschaftslehre, Buchführung, landwirlhschaft- licheS Rechnen, Feldmessen, Wiesenbau und Drainage, Obstbau k. auf die verschiedenen Zweige der Natur- wissenschaft (Chemie, Physik, Botanik, Zoologie rc.) und auf Schreiben, Rechnen, Deutsch, Geschichte und Geographie. Außerdem werden von Zeit zu Zeit «kkursionen ausgeführt, um den Schülern Gelegenheit -u geben, gut geleitete Wirthschaften kennen zu lernen.

Deutsches Reich.

Bahreuth, 18. August. Das Kaiserpaar, welches seit gestern hier weilt, hat heute früh dem protestantischen, der Prinzregent dem katholischen Gottesdienst beigewohnt. Die -Ausfahrt der Herrschaften am Nachmittag - zum Themer erfolgte in einem Wagen, der Prinzregent trug' die preußische Artillerieuniform, der Kaiser die Uniform der Gardes du corps. Der Jubel der He-, völkerung war unbeschreiblich, wohl 20000 Menschen waren aus der Umgegend zusammengeströmt; die Auf­führung des Parsifal war wirklich großartig, das Urtheil

lautet allgemein dahin, daß der Erfolg des Festspiels ein durchaus würdiger gewesen sei. $. M. die Kaiserin sprach der Frau Cosima Wagner ihre tiefste Ergriffen­heit aus und versprach, daß sie mit dem Kaiser wieder- . kommen werde. Nach dem Schluß der Vorstellung durchfuhren die Herrschaften unter begeistertem Jubel der Bevölkerung die Straßen der Stadt.

19. August. Heute früh um 8 Uhr haben der Kaiser und der Prinzregent noch die Parade über das hier garnisonirende 7. Infanterie-Regiment abgenommen. Der Kaiser ließ das Regiment zweimal vorbeimarschieren, einmal in Kompagnie-, das andere Mal in Regiments- frout. Um 9 Uhr erfolgte die Abreise des Kaiser­paares, dann die des Prinzregenten. Der .Kaiser hat dem Verwaltungsrath versprochen, er werde sein Mög­lichstes für die Erhaltung und Fortführung der Fest- spiele thun.

München. Die. Festhalle des) 7. Deutschen Turnfestes in München wird in eine Kirche umgewandelt. Das Comitee des Kirchenbauvereins in Neuhausen hat das Gebäude für 36,000 Mark gekauft unb- wird es als Nothkirche verwenden.

Mona, 12. August. Hier sind in der letzten Zeit größere Quantitäten getrockneter amerikanischer Acpfel beschlagnahmt worden. Man hat gefunden, daß diese Aepfel, welche aus Newyork hier eingetroffen waren, mit Blei oder Zink versetzt sind, um ihnen die frische Farbe zu erhalten. Bis jetzt sind bei etwa dreißig Händlern solche Beschlagnahmungen erfolgt.

Bielefeld, 15. August. In Bünde kam vor einigen Tagen ein dortiger Müllergeselle auf ganz eigenthümliche Art zu Tode. Derselbe befand sich in der erstell Etage der Mühle und wollte sich in das Erdgeschoß hinab- begeben, aber statt die Treppe zu benutzen, sprang er, um den Weg abzukürzen, in einen Mehlhaufen. Er versank aber vollständig in demselben, und sofort verspürte man keine einzige Bewegung des Gesellen. Obschon die Kameraden das gewagte Experiment mit ansahen und ihn sofort aus dem Mehlhaufen zu ziehen sich be­eilten, fanden sie denselben durch den überall eingedrun- genen Mehlstaub erstickt, und man zog nur noch eine Leiche hervor.

Bückebnrg. (Fünf Mal Hochzeit gefeiert.) In diesen Tagiln wird der hiesige Hofschneidermeister K., der bereits zwei Mal grüne, einmal silberne und einmal goldene Hochzeit gefeiert hat, im Alter von 77 Jahren eine fünfte (eine grüne) Hochzeit feiern.

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- Kaspar Herbert, Kl.-Steinheim, /Ph. Geiger, Offenbach,

Michael Herty, Kl.-Steinheim, Ad. Hainz, Dietesheim, i Ferdinand Block, Schlüchtern, 'Jean Kohl, Hanau, /Friedrich Meier, Fechenheim, Ph. Grölz, Rödelheim, Ad. Christe, Schlierbach, Heinrich Ewald, Fechenheim,

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Ferdinand Kaiser, Heinr. Müller, L. Walzer, Ph. Stickel,

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(Josef Gondolf, Heddernheim, ) Anton Herz, Schwwuheim, ^ I Carl Lotz, Groß-Auheim, , Heinrich Funk, Frankfurt a. M. '.Heinrich Heller, Schwanheim, /Franz Bauer, Klein-Steinheim, Andreas Wolz, Kl.-Krotzenburg, (Carl Neuner, Frankfurt a. M., / Carl Jakob, Kesselstadt, IPH. Heizenröder, Langendiebach, Johs. Herbert, Kl.-Steinheim, Adam Hermann, Frankfurt, Th. Lutz, Oberrad,

I Friedrich Seng, Dörnigheim, Heinrich Kircher, Bruchköbel, Peter Braun, Klein-Stcinheim, Konrad Kitzinger, Fechenheim, Arthur Baier, -Fechenheim, Aug. Barthelmann, Frankfurt.

s Peter Goß, Mühlheim, / Peter Glock, Rödelheim, l Jakob -Völp, Bergen, W. Edel, Fechenheim, 'Wilhelm Prinz, Mittelbuchen, ( Carl Adam, Groß-Auheim, / Ad. Josef Kaiser, Mühlheim, Peter Koch, Hochstadt, Adam Thoma, Hainstadt,

1 Anton Henrich, Schwanheim, G. Hatzebruch, Mühlheim, Heinrich Bauer, Frankfurt,- I. Steinbrecher, Langendiebach, Fritz Remy, Neu-Jsenburg, i Wilhelm Hamel, Schlüchtern, (Peter Heckmann, Bergen, - ^Leopold Aick, Frankfurt a. M., /Wilh. Glock, Mühlheim a. M.. (Georg Niedenthal, Schlüchtern, /Bernh. Schäfer, Bischofsheim, / Simon Gadhof, Groß-Auheim, iPH. Kaiser, Fechenheim, IHeinrich Völp, Bergen,

Chr. Krämer, Oberrad, iJean Lißmann, Langendiebach,

| Friedrich Geisel, Bergen,) sConrad Meüb, Oberrad, i Andreas Ditter, Langendiebach, | Martin Hauerwas, Bürget, Adam Winter, Schlüchtern, Peter Rohrbach, Bischofsheim, Caspar Blünzcl, Mühlheim, " Wittenbacher, Oberrad, -

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