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,i Welche Besorgnisse, welche Umständlichkeit!" rief! schienen zwei Personen im Zimmer. Die eine derselben Luise, weiblich launenhaft.Wenn ich nur ein ritter- f war ein junger, für sehr gutmüthig, aber auch für sehr leichtsinnig geltender Offizier der Garnison. Begleitet ward derjungeHerr von einem hochgewachsenen schlanken Manne in Civil, dessen Antlitz bleich und abgelebt

bürdiges Fräulein eine adelige Dame wäre, dann würden solche Entwürfe nicht gemacht, sondern alle Hindernisse zuvorkommend und opferwillig aus dem Wege geräumt werden!'

Aber gnädiges Fräulein!" äußerte der junge Mann unangenehm überrascht, in vorwurfsvollem Tone.

Warum nennen Sie mich immer gnädiges F äu- lesp?" fuhr Luise heftig auf.Ich bin kein gnädiges Fräulein will es auch nicht sein.Die dumme Be Zeichnung gleicht einem Brocken, der aus Bedauern hiu- geworfen wird. Ich danke dafür. Lassen wir übrigens den Plan wie die ganze Unterhaltung fallen. Ich habe genug davon!"

Ehe der Lieutenant noch ein Wort zu äußern vermochte, sprang Luise, der überigenS das Weinen nahe zu sein schien, von ihrem Sitze aus und eilte zum Zimmer hinaus.

So arg hatte sich die junge Dame bisher noch nicht gehen lassen. So launenhaft und eigensinnig zeigte sie sich bisher noch nicht. Weilmann erschrak deswegen aus doppelten Gründen. Es schien ihm das Beste zu fein, das Haus zu verlassen, ohne eine Erklärung her- beizuführen, und er that dies. Zugleich jedoch nahm er sich fest vor, von der Stunde ab mit der Aus­führung des von ihm bereits gefaßten Entschlusses zu beginnen.

Am Abende des nächsten Tages saß der Lieutenant von Weilmann in seiner Wohnung, ganz in der Arbeit, welche er vorgenommen hatte, verliest. Plötzlich waid die Thür des Zimmers heftig aufgerissen und Fräulein Luise Muser stürzte fast buchstäblich herein.

Reiten Sie mich verbergen Sie mich ich werde verfolgt man darf mich hier nicht finden!" keuchte die junge Dame, welche am ganzen Körper bebte, deren Gesicht leichenblaß und deren Toilette stark in Unordnung war.

Weilmann war erschreckt aufgesprungen. Aus seinen Phantasien gerissen, schien er einen Augenblick selbst nicht zu wissen, ob er wache oder träume. Doch kurze Zeit genügte für ihn, sich zu fassen. Er horchte einen Augenblick auf ein sich draußen geltend machendes Geräusch. Man vermochte lautes Sprechen, Lachen und kräftige Tritte in der fast so vereinsamten Straße zu unterscheiden.

Ohne sich weiter mit den Worten aufzuhalten, ergriff Weilmann die Hand der unter so sonderbaren wie auf­regenden Umständen bei ihm erscheinenden junge Dame und führte sie eilig in das Nebenzimmer. Hiernach verschloß er die Thür desselben, zog den Schlüssel ab, steckte ihn zu sich und nahm am Tische wieder Platz, Im nächsten Augenblicke pochte auch schon Jemand. Weilmann rief mit lauter Stimme:Herein", griff jedoch zugleich nach dem Klingelzuge, um seinem Diener ein Zeichen zu geben.

Auf die gedachte Aufforderung des Lieutenants er-

erschien.

Guten Abend, Herr Kamerad!" rief der Offizier lachend.Verzeihen Sie, wenn wir stören sollten. Wir sahen Licht bei Ihnen und beschlossen deshalb Sie unversehens in Ihrer Klause zu Überfällen. Sie nehmen es unserer liebenswürdigenReminiszenz aus dem Heldenleben" gewiß nicht übel, daß sie von der Partie ist."

Der Lieutenant von Weilmann hatte sich erhoben. Er verbeugte sich förmlich und etwas kühl gegen den Herrn in Civil, dem Kameraden nickte er nur zu. Der Diener betrat hinter den Herren das Gemach.

Der Ueberfall ist gelungen," erklärte Weilmann, ich hatte mich schlecht gedeckt. Es war sehr freundlich von Ihnen, an mich zu denken. Leider bin ich nicht in der Lage, von Ihrer gütigen Berücksichtigung profi­tieren zu können, sondern befinde mich bei einer Arbeit, die keine Unterbrechung zuläßt!"

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Folgende Kraftprobe im Essen und Trinken hat ein Einwohner von Nimburg abgelegt. Nachdem er 3 Pfund marinierten Aal mit 7 Brödchen gegessen hatte, vertilgte er ein halbes Pfund Mettwurst, trank dazu 29 Glas Bier, 4 Kognak und 4 Kümmel. Als­dann sagte er zu der staunenden Zuschauerschaft, daß er zum Abendessen gehen müsse.

(Nicht aus der Fassung zu bringen.) Reisender: Seien Sie versichert, Sie werden nirgends so billig saufen, denn unser Haus ist das beste, bedeutendste und billigste!" Kaufmann:Das höre ich jeden Tag. Jeder Reisender, der h-rkommt, empfiehlt sein Haus als das beste, bedeutendste und billigste!" Reisender: Da können Sie eben sehen, wie alle anderen mit unseren Grundsätzen prahlen!"

Aufruf zur Bildung eines KirchenchorS für S ch l ü ch t e r n.

In den letzten 10 Jahren sind namentlich in Württem­berg, Hesfen-Darmstadt, Baiern und zwar nicht blos in größeren, sondern auch in kleineren Städten und selbst in vielen Dörfern Kirchenchöre entstanden, welche zur Hebung und Belebung der Gottesdienste und zur Erbauung der Gemeinde ein Wesentliches beitragen. Auch in unserer Provinz finden wir bereits eine schöne Anzahl solcher Chöre, besonders in der Hanauer Gegend, sowie auch in Niederhessen. Wie wäre es, wenn auch wir in Schlüchtern die Gründung.eines Kirchen-Gesang-Vereins in Angriff nähmen? An guten Sängern und Sängerinnen dürfte wohl hier kein Mangel

sein. Wohl hat uns ja schon gar manchmal der treffliche Seminarchor mit seinen Vorträgen in der Kirche erfreut und erbaut und er wird es hoffentlich auch noch in Zukunft thun; allein gerade an den hohen Fest­tagen, an denen man ganz besonders die Gottesdienste schön und erhebend gestalten möchte, ist der Seminarchor nicht zn haben, und eben aus diesem Grunde möchten die Unterzeichneten die Bildung eines Kirchenchores anregen, umsomehr, als Herr Musik lehr er Löwe seine längst bewährte Kraft in zuoorkommcnster Weise zur Verfügung gestellt und sich bereit erklärt hat, die Leitung des zu gründenden Vereins zu übernehmen.

Diese Zeilen sollen den Zweck haben, daß in der Gemeinde zunächst einmal die Angelegenheit bedacht und besprochen werde. Nach einiger Zeit soll dann ein Aufruf ergehen an alle Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen, denen Gott die Gabe des Gesangs verliehen hat und die Lust und Freudigkeit zu der Sache haben, worin sie sollen aufgeforbert werden, sich bei noch zu bestimmenden Personen anzumelden. Der Herr aber lasse das Werk gelingen und bringe dadurch noch recht Viele zu dem Bekenntniß:Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele ver­langet und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott (Psalm 84)."

Heck, Superintendent. Hartmann, Pfarrer.

Ueber Sämaschinen wird uns berichtet:

Die neueste und vollkommenste Sämaschine ist unstreitig die patentirte Beroliua von der Akt.-Ges. H. F. Eckert in Berlin O., Weidenweg. Man kann sie als eine bedeutend ver­besserte Saxonia betrachten, denn sie hat deren sämmtliche Vorzüge und dabei nach zahlreiche, sehr wichtige Verbesserungen und Neuerungen.

Alle Früchte, Rüben, Raps, Mais, Bohnen, Erbsen u. s. w. werden mit ein und derselben Säwelle ohne Aenderung gesäet. Nur ein einziges Rad ist bei verschiedenen Saatmengen umzu- wechseln. Sie hat Kasten-Entleerung, bedarf keiner Reguliruug, hat bedeutend verbesserte L-tahlschaaren. Die Fahrräder, mit eisernen Naben versehen, können nicht lahm werden u. s. w.

Landwirthe, welche eine Sämaschine anschaffen wollen, mögen sich eine Berolina ansehen, oder sich eine solche auf Probe geben lassen.

Witterungsbericht.

Das Wetter wird in den nächsten 23 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird so ziemlich dieselbe bleiben*; der Himmel wird bedeckt fein; zunächst werden noch ziemlich starke Westwinde vorherrschen, später wird sich der Wind vielleicht nach Nord drehen; Niederschläge sind wahrscheinlich.

Kirchlicher Anzeiger für Schlächtern.

Sonntag, den 28. Juli 1889.

Morgengottesdienst: Herr Superintendent Heck. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer Hartmann. Wochendienst i. d. Stadt: derselbe.

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BellUlntMÄMsi.

Die Herren Käufer, welche am 22. März 1889 im hiesigen Gemeindewald Eichen- Nutzholz gekauft haben, werden an Zahlung, binnen 8 Tagen, des getauften Holzes erinnert.

Hohenzcll, den 26. Juli 1888.

Der Bürgermeister. Henning.

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