SchWernerMung
Erscheint Mittwochs und Sonnabends. — Preis vierteljährlich 1 Mark. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.
Verzeichnis
der am 7. Mai der Körungs-Commission zu S t e r d f r i tz vorgeführten und angekörten Zuchtbullen.
Standort.
Besitzer.
Abstammung.
Alter.
Farbe.
Haar.
Haut.
Kopf u. Horn.
Ohr.
Hals.
Bug.
Rumpf
Rückenlage.
Schwanzlage.
Iliwanz
Beine.
Slelhing.
«Ballung
Bemerkungen.
Brückenau Sterbfritz Ramholz
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Füglein Gemeinde von Stumm
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1, den 7. Mai
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Vom Bergarbeiterstreik.
Die Ausschreitungen der Streikenden haben, wie schon mitgetheilt, zu blutigen Zusammenstößen zwischen Militär und Arbeitern geführt. Entgegen der Darstellung des offiziösen Wolff'schen Telegraphcnbüreaus über den Zusammenstoß in Bochum, wonach die Menge das Militär thätlich angegriffen hat, wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet, daß das bedauerliche Ereigniß auf einen Irrthum des kommandirenden Offiziers zurückzuführen sei. Die Infanterie hatte lärmende Zusammenrottungen der Arbeiter zur Stadt hinaus nach dem Bahnhof getrieben. Dort staute sich die Menge, weil gerade 2 Züge ein- gelaufen waren. Die Augekommenen, welche nach der Stadt wollten, drängten dem Militär entgegen; diese soll der Offizier für zurückkehrende Streikende gehalten und zweimal haben in die Menge feuern lassen. Es fragt sich, ob diese Darstellung des „Berl. Tgbl." die richtige ist.
Aus Dortmund wird von weiteren Ausschreitungen der Streikenden berichtet. Auf der Zeche „Schleswig" daselbst wurden in vergangener Nacht zwei Steiger von Streikenden schwer verletzt. Nach dreimaliger Aufforderung zur Räumung des Platzes und Trommelwirbel wurden 3 Personen gelüstet, 2 schwer und mehrere leicht verwundet. Seitdem herrscht Ruhe.
Die Arbeitseinstellung ist nicht nur nicht zurückgegangen, sondern hat sich noch erweitert. Die Belege der meisten Zechen aus dem Mülheimer und Duisburger Kreise sind dem Streik beigetreten. Der Kohlenmangel wird in Folge dessen immer größer. In Langendreer feiern bereits alle größeren industriellen Werke, viele Güterzüge haben eingestellt werden müssen. Die Stärkefabrik Salzuflen will heute den Betrieb einsteklen. Die Regierung hat auf den so plötzlich eingetretenen Streik ihr Augenmerk gerichtet und den Minister des Innern v. Herrfurth nach Dortmund gesandt. Derselbe ist Freilag Nachmittag zusammen mit dem Oberpräsidenten v. Hagemeister und dem Regierungspräsidenten v. Rosen daselbst eingetroffen. Dieselben werden eine Conferenz abhalten. Der Oberpräsident hat übrigens den Vertretern der Zechen gerathen, die Forderungen der Bergarbeiter zu bewilligen. Man scheint indessen noch wenig gewillt zu sein, den Arbeitern gegenüber nachzugebe», obwohl in der Bevölkerung die Forderung der Lohnerhöhung um 15 pCt. als gerecht und billig betrachtet, wird. Das Bedenken der Vertreter der Zechen, daß dabei viele Zechen zu Grunde gehen würden, findet wenig Glauben. Bevollmächtigte aller streikenden Arbeiter haben am Freitag in Bochum beschlossen, an der ßstündigen Schicht festzuhalten, dagegen die Bestimmungen über die 15- bis 20proz. Lohnerhöhung und die kleineren Forderungen den einzelnen Belegschaften zu überlassen. Die Centralstelle der Streikenden ist jetzt Bochum. Da
Christen nicht einstimmen könnten — nur Schade, daß Pastor Wagner nicht angegeben hat, wo er solches Geschrei gehört oder gelesen hat. Nur keine Uebertreibungen — am allerwenigsten in der Predigt! — Wenn solches wüste Geschrei wirklich sich hören ließe — nun so ist es gewiß, daß kein ernster Christ hier miteinstimmen darf und wird. Aber das müssen auch ernste Christen sich sagen, weil es offen vor Aller Augen liegt: Viel Unheil kommt von den Juden — nicht von allen, nein, aber von vielen. Solches Unheil deutet der Pastor auch selbst an, wenn er sagt, daß es a u ch eine Menge christlicher Wucherer gebe, womit er doch zugleich auch zugiebt, daß es jü d isch e Wucherer giebt, nur hätte er der vollen Wahrheit die Ehre geben und sagen sollen, daß die Menge der j ü d i s ch e n Wucherer sehr viel größer ist, als die der christlichen. Thatsachen mögen reden: Vor mehreren Jahren kamen im Kreise Rotenburg innerhalb Eines Jahres 52 Güterausschlachtungen vor und unter den Ausschlächtern be- wenn auch uid>t «er stimmt, s° doch 6e. unb bestimmt,]^™ sich 4« Ind-» nnd nur s Christ-». I» Md-r» b,e F-d-r -»zui-h-», um -iw-i,- Mißnrrftindnistr äu «™f™- auch hxr ru d-m nnst.g-u, bürste M das V-r. verhindern. D rj-irig-, w-lch-r di-se Pr-di,i an bie ^“"V“ ‘"3"*", *“ -«"»---- fallen.
' " - 0 IChristliche Wucherer sind vom christlich en Stand-
Im Streikgebiet erhofft man die baldige Beendigung des Streikes, da der Kohlenmangel täglich drückender wird und nicht nur die Industrie, sondern das ganze Land unter der Arbeitseinstellring leidet.
Das Heil kommt von den Juden.
Von Pfarrer Hartmann-Schlüchtern.
Ueber dieses Wort unseres Heilandes hat C. Wagner, Pastor an der deutsch-evang. Gemeinde zu Sydenham, im vorigen Jahre in der Friedenskirche zu Barmen eine Predigt gehalten, die auszugsweise in Nr. 34 und 35 dieser Zeitung mitgetheilt war, eine Predigt, die an und für sich betrachtet eine Menge wahrer Thatsachen enthält, deren Tendenz aber offenbar die ist, die Christen den Juden gegenüber einzuschüchtern, oder die wenigstens geeignet ist, Mißverständnisse hervorzurufen, sodaß eine Erwiderung bezw. Richtigstellung hier am Platze sein dürfte. Wenn mau nun noch weiß, daß diese Predigt s. Z. auch von jüdischen Zeitungen abgedruckt worden ist, so merkt man auch hierbei die Absicht und wird —
Redactiou hiesiger Zeitung eingesandt hat — sei er nun ein Jude oder ein Judengenosse — hat es sich woh auch selbst gesagt, daß eine Erwiderung darauf nich ausbleiben würde. —
Gewiß „das Heil kommt von den Juden" d. h. das Heil, der Heiland ist schon im Paradiese den ersten Eltern nach dem Sündenfall von Gott verheißen; diese Verheißung ist später den frommen Vätern, den Patriarchen u. s. w. wiederholt bestätigt worden. Als die
die Behörden Militär verlangen, ist das 5. Düsseldorfer Regiment theilweise nach Bochum abgerückt.
Die Kohlen-Gruben befinden sich zum großen Theile in Händen von Aktiengesellschaften. Eine derselben, die Aachen-Höngener Bergwerks-Aktiengesellschaft, hat am Freitag in Aachen ihre ordentliche Generalversammlung abgehalten, in welcher 223 Stimmen und 458 200 Mk. vertreten waren. Sie beschloß, den Reingewinn von 94051 Mark nicht zu vertheilen. Der Aufsichtsrath einer anderen Gesellschaft, der Ritbeck'schen Montanwerke, hat gestern zu Halle a. S. beschlossen, eine Dividende von 11 pCt. zu vertheilen. Der Gewinn beträgt 1907 179 Mark. Davon gehen auf Abschreibungen 520,000 Mk. und auf die Reservefonds 160,000 Mk. ab. Man sieht, die Bergwerke verdienen ein gewaltiges Geld.
Zeit erfüllt war, ist der Heiland von einer jüdischen Jungfrau aus dem Stamme Davids geboren, ist im jüdischen Lande, in jüdischen Städten und Märkten einhergezogen, hat in jüdischer Sprache geredet, hat jüdische Sünder und Sünderinnen begnadigt, hat jüdische Kindlein geherzt und gesegnet und hat jüdische Männer sich zu Apostel gewählt u. s. w. Gewiß Männer aus Israel waren die Propheten des alten Bundes, fromme Israeliten haben die Psalmen gedichtet — das sind Alles unwidersprochene, nicht erst von Pastor Wagner neu entdeckte Wahrheiten. Aber was soll das Alles? Welche Absicht hat damit Pastor Wagner? Warum drucken jüdische Zeitungen das Alles ab? Etwa um den Juden ans Herz zu legen: „Das Heil kommt von den Juden, darum nehmt es an, ergreift es und glaubet an den Heiland?" Nein wahrlich nicht, sondern um den Christen zu sagen: „Ihr Christen, weil das Heil, euer Heiland, von den Juden gekommen ist, so habt ihr alle Ursache, euch bei den heutigen Juden dafür schön zu bedanken, habt sie ruhig gewähren zu lassen in all ihrem Thun und Treiben, dürft beileibe den Mund nicht aufthun, wenn hier oder dort ein Jude euch übervortheilt und bewuchert, oder ein Bauerngut nach dem andern ausschlachtet, oder euer Christenthum verächtlich macht, oder euch in euerer Sonntagsruhe stört." Man soll doch nicht meinen, auf diese Weise die Judenfrage aus der Welt zu schaffen, welche — wie hier schon bemerkt sei — keine religiöse, auch keine Rassenfrage, sondern lediglich eine sociale Frage ist, was eben Pastor Wagner nicht bedenkt und was die meisten Juden nicht bedenken wollen. —
Auf Einiges in der Predigt sei im Folgenden näher eingegangen, weil hauptsächlich daran sich Mißverständnisse knüpfen können. Im Anfang meint Pastor Wagner, das Wort „das Heil kommt von den Juden" sei ein recht zeitgemäßes Wort, weil heutzutage das „wüste
Punkt aus ebenso und noch mehr zu verurtheilen, als jüdische, — aber darf uns der Umstand, daß es wirklich auch christliche Wucherer giebt, blind machen gegen die Thatsache, daß der Wucher fast ausschließlich von Juden betrieben wird und soll nun kein Christ mehr wagen dürfen, seine Stimme zu erheben gegen solches Treiben von Juden, weil das Heil, der Heiland von den Juden gekommen ist? Oder wenn dort in Berlin ein Jude sich erfrecht, öffentlich zu erklären, der Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses müsse vor der Eröffnung der Landtagssitzung erst desinficirt werden, weil die evang. General-Synode vorher darin getagt habe; oder wenn jüdische Jünglinge ebenfalls in Berlin das evang. Pfarramt schmähen, indem sie bei Gelegenheit eines Balles einen evang. Pfarrer im Talar darstellen und ihm eine Predigt halten lassen, oder wenn in Frankfurt ein jüdischer Kaufmann ein ZeitungS- Jnserat beginnt mit dem einem jeden Christen so theueren Worte des Heilandes: „Lasset die Kindlein zu mir kommen", oder wenn in Berlin ein Jude den „zwölfjährigen Jesus im Tempel" als einen zerlumpten,
Geschrei" sich hören lasse: „Das Unheil, ja alles j U » h e i l kommt von den Juden", in welches ernste
schmutzigen Judenjungen bildlich darstellt und das Bild öffentlich ausstellen läßt; oder wenn da bei Marburg ein Jude es wagt, auf der Bierdank den christlichen Eid zu verhöhnen; oder wenn dort in Frielendorf in Niederhessen jüdische Handlungsreisende am Sonntag Morgen von Haus zu Haus gehen, um „Geschäfte" zu machen; oder wenn jüdische Viehhändler Sonntags ihr Vieh durch die Straßen zur Bahn treiben, oder sich das Vieh von ihren Schuldnern immer nur am Sonntag bringen lassen u. s. w. u. s. w —• will man da noch ernsten Christen zumuthen zu schweigen und ja die Juden nicht anzutasten, weil der Heiland von den Juden gekommen ist? Sonderbare Zumuthung!
Sodann weist Pastor Wagner hin auf die grausamen Judenverfolgungen früherer Jahrhunderte und gewiß ind diese Verfolgungen eine Schmach für die Christenheit. Aber man darf nur nicht glauben, daß damals die Juden so ganz harmlos und ohne Schuld gewesen wären, und wenn Wagner ein ernst richtendes Wort von Luther anführt gegen die christlichen Verfolger, so önnte ich auch wieder ein Wort Luthers gegen die Juden hierhersetzen, welches jenem bekannten Ausspruch des Reformators gegen die Bauern an Härte nicht nachsteht. Luther betrachtete eben die Dinge nicht so e i n se i t i g, wie der Pastor Wagner von Sydenham.