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SchluchternerMung

Erscheint Mittwochs und Sonnabends. Preis vierteljährlich 1 Mark. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.

27. Mittwoch den 3. April. 1889.

Verzeichnis

der am 25. März der Körungs-Commission zu S ch l ü ch t e r n vorgeführten Zuchtbullen.

Standort.

Besitzer.

Abstammung.

Alter.

Farbe.

Haar.

Haut.

Kopf u. Horn.

Ohr.

Hals.

Bug.

Rumpf

Rücken­lage.

Schwanz- lage.

$£wan$

Beine.

Stiftung.

Satinug

Bemerkungen.

Ahlersbach

Fr. Laudralh Roth

Simmknth. Kreuy.

1'/- Jahre

rotb in weiß. Kopfu Fußen

normal

weich dick aber Igcschm.

gut

gut

s. gut

gut

gut

s. gut

s. gut

fein

gut

gut

gut

Erhält Nr. I. all jur Zucht sehr gut.

Niederzell

Gemeinde

do.

16 Mon.

®eibfd>a<t m w Kopf

weich

gut

gut

s. gut

s. gut

gut

s. gut

s. gut

normal

gut

gut

gut

Erhält Nr.i alt zur

Schlüchtern

Simon Adler

do.

16 Mon.

Weiß-Roth- Sckack r.-g. m. ro. jt

grob

dick

gut

gut

gut

eiw.schie

gut

gut

gut

gut

gut

gut

z. gut

Erhält Nr. n.

Wallroth

Gemeinde

do.

2 Jahre

weich

schwer

gut

gut

gut

gut

gut

z- gut

etw. hoch

normal

gut

gut

gut

Erhält Nr. H.

Die

weiter vorgeführten 3 Thiere konnten nicht angekört werden.

Schlüchtern, den 25. März 1889.

Die Körungs-Commission:

H. Köhler. Müller. Schauberger.

Festrede, gehalten am 25jährigen Stiftungstage des Bereins zur Pflege im Felde verwundeter und ertränkter Krieger, den 6. Februar 1889, im Königl. Schlosse zu Berlin von

Dr. W. Brinkmann.

(Fortsetzung.)

Es war eine glückliche Fügung, daß gerade zu jener Zeit ein Mann au unserer Spitze stand, der mit un­beugsamen Rechtsgefühl und ungewöhnlicher Kraft der Ueberzeugung unsere Ansprüche begründete und daß unser erlauchter gegenwärtiger Präsident, der seit 25 Jahren mit unserem Vereinsleben verbunden ist und die freiwillige Krankenpflege in Krieg und Frieden würdigen gelernt hat, einen Anstand nahm, unsere Auffassung zu billigen und zu unterstützen.

Wie jede freie Meinungsäußerung bei Männern, die das Edelste und Beste wollen, eine wohlthätige Stim­mung hinterläßt, so waren auch diese Arbeiten geeignet, bei den Vorgesetzten Staatsbehörden Befriedigung und erhöhtes Vertrauen in den Ernst unserer Bestrebungen zu erzeugen. Denn wer seine Ideale so hoch hält und mit solcher Ausdauer vertheidigt, von dem läßt sich auch das Höchste erwarten, wenn es gilt, dieselben in Thaten umzusetzen. Ich bemerke hierbei, daß seit dem Jahre 1874 der Königliche Militairinsp.-cteur auch im Frieden an Stelle der früheren drei Commissarien als alleiniger Vertreter der Staatsregierung zu fungiren hatte.

Nächst der Regelung seines Verhältnisses zu den Staatsbehörden war für den preußischen Verein seine Stellung zu dem vaterländischen Frauenverein in Krieg und Frieden möglichst klar zu stellen

Der vaterländische Frauenverein hatte sich als eine so wirksame und mächtige Stütze des preußischen Lan- desvereins im Kriege erwiesen, seine Mitwirkung an der Friedensarbeit war so wichtig, daß eine bestimmte or­ganische Verbindung beider großen Vereinigungen drin­gend wünschenswerth erschien. Welche Bedeutung auf einen solchen gegenseitigen Anschluß der Männer- und Frauenvereine nicht nur Seitens des Preußischen sondern aller deutschen Landesvereine gelegt wurde, geht aus den Verhandlungen des ersten deutschen Verein^tages (Oktober 1871) und aus dem Umstände hervor, daß auf demselben nicht nur die Männervereine, sondern auch die Frauen- vereine vertreten waren. In den Verhandlungen auf dem Perrinstage wurde unumwunden anerkannt, daß die wichtigste Aufgabe im Frieden: Verbesserung der Krankenpflege durch Ausbildung von Krankenpflegerinnen und deren andauernde Uebung in der Armeebehandlung ohne Mitwirkung der Frauenvereine nicht erfüllt werden könne.

Die Stellung des vaterländischen Frauenvereins zu dem Preußischen Verein war durch die 'Statuten für den Kriegsfall vorzubereitcnden Arbeiten im Frieden er­schienen bestimmte Normen des gemeinschaftlichen Wirkens wünschenswert!;, um so mehr, als mit der Zeit durch die Einrichtung der Musterdeptzts und durch recht er­hebliche und wichtige gemeinsame Arbeiten auf dem Ge­biete des Depüt- und Lazarcthwesens sowie der ganzen materiellen Fürsorge für den Krieg das Gebiet des Zusammenwirkens erheblich erweitert wurde. Sie wissen, daß die sehr wichtigen Normal-Bestimmungen und Re­gulative für die Herstellung von Verbandmitteln, Heil- opparaten und allen Lazarethbedürfnissen, die unter au­toritativer Mitwirkung der bedeutendsten Chirurgen und unter ausdrücklicher Approbation des Königlichen Kriegs- ministcriumS zu Stande kamen, einen wesentlichen Fort­schritt auf diesem Gebiete bezeichneten und daß noch andere Fragen, namentlich betreffs der Lazarethpflege, andauernder gemeinsamer Arbeiten bedurften.

Eine der wichtigsten Aufgaben sowohl für den preu­ßischen Verein wie für den vaterländischen Frauenverein bildete die Ausbildung von Krankenpflegerinnen: beide Vereine gingen hierbei mit gegenseitiger Unterstützung im Wesentlichen selbstverständig vor. Diese Frage im Zusammenhänge zu erörtern, ihre Bedeutung für Krieg und Frieden noch einmal in das rechte Licht zu stellen, ist hier nicht nöthig: keine Angelegenheit der freiwilligen Krankenpflege ist so gründlich in allen ihren Beziehungen zu Krieg und Frieden auf Versammlungen und in Schriften erörtert worden, wie diese. In der Hauptsache befindet sich die Ausbildung der Krankenpflegerinnen in den Hän­den der katholischen Orden, derevangelischen Diakonissen- häuser und anderer fester Verbände, Institute und Vereine. WaS von den einzelnen Provinzial- und Lokalvereinen für die Ausbildung von Krankenpflegerinnen geschehen ist, kann ich heute ziffermäßig nicht angeben: das Central- Comit« suchte seiner wichtigen Aufgabe dieser Richtung hin dadurch nachzukommen, daß es planmäßig und nach durch eine besondere Commission sorgfältig geprüften Grundsätzen solche Diakonissenhäuser, Kranken- und Pflege­anstalten unterstützte, welche die bindende Verpflichtung i übernahmen, im Kriegsfalle ihr Material und Personal in vorher genau bestimmter Ausdehnung zur Verfügung zu stellen. Die Zahl der dem Central-Comit6 auf diese Weise zugewachsenen Pflegerinnen beträgt 980 und als Beweis, welche Opfer gerade dieser Theil der Vorbe­reitung für den Krieg erfordert, führe ich an, daß die hierauf verwandten Kosten die Summe von 300,000 Mark erreichen. Ein Segen, daß diese Summen nicht nur einem unbestimmten Nothstände der Zukunft, son­dern auch der Gegenwart zu Gute kommen.

H. V. Ich habe mich bemüht, Ihnen die mühsame und schwierige Entwickelung der Organisation des Preu­ßischen Vereins durch die ganze Reihe von Jahren vor Augen zu führen. Wenn ich mich dabei möglichst auf unseren Preußischen Landesverein beschränken mußte, so glaube ich doch genügend hervorgehoben zu haben, daß unsere Kraft vorzugsweise in der Gesammtorganisation ihr deutschen Landesvereine zum Ausdruck kommt. Die Bedeutung derselben für den Krieg kann wohl nicht schöner ausgedrückt werden, als in jenen unvergeßlichen Worten Seiner Majestät unseres Hochseeligen Protektors vom 14. März. 1871:Mit Freuden habe ich er­kannt, wie gerade durch die Zusammenfassung aller deutschen Kräfte, getragen von der allgemeinen Opfer­willigkeit und von der hingebenden und unermüdlichen Thätigkeit der Männer, welche der schwierigen Leitung dieses Werkes ihre Kraft und Zeit widmeten, Leistungen möglich geworden sind, die jede Erwartung überstiegen und wesentlich dazu beigetragen haben, der Armee, unter den schweren Mühsalen des Krieges Freudigkeit und Kraft zu erhalten.

Diese Gesammtorganisation giebt uns aber nicht nur Kraft und Stärke im Kriege, wie sie durch die Einig­keit verbürgt ist: sie hat auch im Frieden reiche Früchte getragen. Die gegenseitige Anregung, Unterstützung, die solidarische Vertretung unserer Interessen, die gemein­samen Arbeiten und Unternehmungen, ich erinnere hier nur an unsere internationalen Hülfeleistungen, namentlich im russisch-türkischen und serbisch-bulgarischen Kriege, an die gemeinsame Betheiligung an fast allen Weltausstellungen haben das Band, welches uns umschließt, immer mehr befestigt. Ein Zeugniß dessen sind die Verhandlungen auf dem Vereinstagc zu Frank­furt im Jahre 1880 und die sämmtlichen Sitzungs­protokolle des Central-Comitees der deutschen Vereine. Wenn die Landesvereine zu diesen Versammlungen auch nur in dringenden Fällen besondere Delegirte abordneten, so war die regelmäßige Theiluahue der die Landesvereine vertretenden Herren Bevollmächtigte» zum Bundestage

für uns eine wesentliche Unterstützung und Anregung: die gereifte Erfahrung dieser Männer auf allen Gebieten des nationalen und internationalen Lebens erhöhte den Werth unserer Beschlüsse.

Es war daher für uns eine große Freude, auch unser gemeinsames Wirken im Frieden anerkannt zu sehen in den Worten unseres Allerhöchsten Protektors vom 5. Januar 1887:Ich kann Meine volle Anerkennung über den Ernst und den Eifer, mit welchem sich die deutschen Vereine vom rothen Kreuz auch in ruhigen Zeiten der Erfüllung ihrer schweren Aufgabe im Dienste der Humanität hingeben, nicht zurückhallen."

Ich bemerke hierbei, daß das Central-Comitee der deutschen Landesvereine vom Jahre 1880 an als Central- Comitee der deutschen Vereine vom rothen Kreuz be­zeichnet wurde.

Der auf dem Vereinstage in Frankfurt durch unsere Allerhöchste Protektorin ausgesetzte Preis für das beste Handbuch der freiwilligen Krankenpflege gab Veranlassung zu dem für unsere Organisation so bedeutungsvollen Werke von Friedrich von Kriegern:Das rothe Kreuz in Deutschland."

H. V. Liegt es meiner Aufgabe auch fern, unsere Stellung zu dem internationalen Comitee in Genf, unsere Betheiligung an den internationalen Conferenzen, über­haupt unsere Arbeiten auf internationalem Gebiete, Ar­beiten, die vorzugsweise in unserm verehrten Mitgliede Herrn Dr. H-pcke ihren einsichtsvollen Vertreter fanden, hier besonders darzulegen, so kann ich es doch nicht vermeiden, diejenige internationale Angelegenheit zu be­rühren, die für unsere ganze Organisation von grund­legender Bedeutung ist.

Wenn wir im Stande gewesen sind, für unsere Or­ganisation feste, durch staatliche Anerkennung begründete Unterlagen zu gewinnen, so haben wir das nicht nur dem Allerhöchsten Schutze, nicht nur unserer Arbeit im Krieg und Frieden, nicht nur dem Allerhöchsten Schutze, nicht nur unserer Arbeit im Krieg und Frieden, nicht nur dem Vertrauen der Behörden und des Volkes zu danken, sondern vor allem dem Umstände, daß unserer Organisatin eine große humane Idee zu Grunde liegt, dessen Symbol das rothe Kreuz ist. Da diese Idee allen Hülfsvereinen in allen Ländern gemeinsam ist, so bildet sie auch den gemeinsamen Boden gegenseitiger Verständigung : diese Idee ist eine allgemein menschliche; von gesitteten Völkern stets geachtet und wiederholt zu vertragsmäßigem Ausdruck gebracht, wurde sie zuletzt und in bindendster Form zu einem Völkergesetz erhoben durch die Genfer Convention vom 22. August 1864.

Es ist hier nicht der Ort, auf die Entwickelung und Bedeutung diese» von fast allen Nationen sanktionirten Gesetzes einzugehen: Sie wissen, daß dasselbe Gegen­stand der eingehendsten Erörterungen und Studien auf internationalen Conferenzen und Congressen, sowie in zahlreichen Schriften und Werken gewesen ist. Ich führe hier nur das geoiegene Werk von Lüders an, das einer Preisaufgabe Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta zu verdanken ist. Ich konstatire hier, daß daS Preußische und Deutsche Central-Comitee stets mit Kraft und Energie für dieses Gesetz eingetreten sind und in diesem Streben durch die besondere Theilnahme unseres Allerhöchsten Protektorates unterstützt wurden.

Es ist ganz zweifellos, daß die humane Grundidee der Genfer Convention durch und in unserer Organi­sation, durch und in unserer Arbeit im Krieg und Frieden eine gewaltige, von Jahr zu Jahr zunehmende Wirkung ausgeübt hat.

(Schluß folgt.)