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ins Leben zurückzurufen und die herbeigeholten Aerzte von hier hatten nur noch Maßregeln zu treffen, um weiteren schlimmen Folgen vorzubeugen.

Langenberg, 21. December. (Mord.) Ein grauen­voller Mord hält die Gemüther in Aufregung. Das Dicnstmävchen einer Herrschaft hatte vor einigen Tagen in einem Metzgerladen eine Rechnung zu bezahlen. Bei der Rückkehr wurde sie von einem Gesellen des Metzgers in einem Hohlwege überfallen und ihr mit einem Schlachtmesser der Kopf vom Rumpfe getrennt. Der Mörder begab sich, nachdem er den Kopf des un­glücklichen Opfers in ein Taschentuch gewickelt hatte, in eine Wirthschaft, wo er jedoch einem Gendarmen durch sein verstörtes und scheues Benehmen auffiel. Als der Beamte das bluttriefende Taschentuch bemerkte und den Gesellen nach dem Inhalte fragte, wurde dieser leichenblaß, so daß der Beamte das Tuch nachsah und sofort zur Verhaftung des Mörders schritt. Dieser hat die That auch sofort eingestanden. Man nimmt an, daß das Mädchen eine größere Summe Geldes im Laden des Metzgers zurück erhielt, und daß. der Ver­brecher seine That in der Absicht ausführte, das Mädchen zu berauben.

Tages-Ereignisse.

Schlüchtern. Der Abend des zweiten Weihnachts- feiertages brächte hier eine Menge von Vergnügungen. Während Bürger- und Turnverein Bälle abhielten>. bot dieLiedertafel" eine musikalische Abendunterhaltung mit darauffolgendem Tanz. Wohl selten war der Saal desStern" so gefüllt, als diesmal. Der seit 3 Mo­naten dieLiedertafel" leitende Dirigent, Herr Seminar­lehrer Heinz, überraschte und erfreute die Besucher des Vereins durch mehrere aus dem Klavier meisterhaft vor­getragene Piecen, welche stürmischen Beifall fanden. Unter den von dem vierstimmigen Männerchor gesungenen Liedern fanden besonders Anklang:Still ruht der See", Spinn, spinn" undZigeunerleben." Gegen 10 Uhr m der tanzlustige Theil der Besucher zu seinem Rechte, ib nun begann ein Leben, an dem auch die Nicht- nzenden, wie leicht zu bemerken war, ihre helle Freude tten. Erst um 4 Uhr gaben unsereAlten" das nchen zum Aufbruch. Wir wollen nicht verfehlen, m alten, erprobten Verein und dessen Leiter, Herrn cinz, besonders für die gebotenen musikalischen Gi­sse hiermit bestens zu danken und um baldige Wieder- ung zu bitten.

- Der heutigen Nummer legten wir bei den Wand­el für 1889, worauf wir hiermit aufmerksam

uf Füyr-^fT Te^ITl^^ W -«mlsblatles- Agende Bekanntmachung: Der am 16. Sept.

Seattle (Washington Territory) in Nord-> x Hinterlassung eines bedeutenden Vermögens du riedrich Crede hat seine Verwandten Josef ede, ' Friedman» und Elisa Braun, welche : etw ahren im vormaligen Kurfürstenthum Hessen g. aben, zu Erben eingesetzt. Da bisher alle Nächst n nach dem Verbleib dieser Erben erfolglos ge sind, so werden die Genannten oder deren Erben dert, sich baldigst bei einem der Königlichen Lau uter des diesseitigen Regierungs­bezirks unter Na hrer Erbberechtigung zu melden. Zugleich werden i migen, welche von dem Verbleib der vorgenannten E er deren Verwandten Kenntniß haben, ersucht, dem nächsten Landrathsamte hiervon Anzeige zu machen. Falls die Crede'schen Erben nicht bald ermittelt werden, muß nach den in Washington Territory geltenden Bestimmungen der Nachlaß abge­schlossen und dem Territorium überwiesen werden. Kassel am 17. December 1888. Der Regierungs­Präsident. Roth e.

Bayern hat mit Preußen einen Staatsvertrag über den Bau einer Sekundärbahn von Brückenau nach

Jossa abgeschlossen. Bayern, welches die Ausführung übernimmt, hat die Detailarbeiten bereits begonnen, da der Bau schnell ausgeführt werden soll.

Die Militärdienstpflicht der Volksschullehrer wird erhöht. Nach den Bestimmungen der neuen Heerord­nung vom 27. Nov. d. I. haben die Volksschullehrer und die Kandidaten des Volksschulamtes zehn Wochen aktiv bei einem Infanterie-Regiment zu dienen: nach den bisherigen Bestimmungen dauerte diese Dienstzeit nur sechs Wochen. Die gedachte zehnwöchentliche Dienstzeit ist grundsätzlich zur Zeit der zehnwöchentlichen Ersatz- Reserveübungen zu erledigen. Die alsdann zur Reserve beurlaubten Mannschaften (Volksschullehrer u. s. w.) werden während ihres Reserveverhältnisses grundsätzlich zu zwei Uebungen herangezogen, welche an Dauer und Zeitpunkt der zweiten und dritten Uebung der Ersatz­reservisten entsprechen.

Aus L e h r e r kre i s e n. Die Beiträge des Staates, 400 M. zu den Schulunterhaltungskosten an die Gemeinden, überfteigen in vielen, wenn nicht den meisten Fällen das wirkliche Bedürfniß. Wenn nun die Lehrer auch bescheiden genug sind, den Ueberschuß nicht als eine Verbesserung ihres meist unzulänglichen Gehaltes zu beanspruchen, so sollte man doch billiger­weise, da es sich ja einmal um eine Entlassung handelt, das übrigbleibende Theil jener Gelder dazu verwenden, den Lehrer von einem, mit seinem Stand und Beruf nicht mehr im Einklang stehenden Geschäfte zu entlasten, was schon Jahrzehnte lang das Ziel und der Wunsch so manches hessischen Lehrers ist. Wir meinen den mit dem Bildungsgrad und der sozialen Stellung des Lehrers nicht mehr zu vereinigenden niederen Küster- dienst. Bei weitem die meisten hessischen Lehrer seufzen noch unter diesem Joch und Zopf aus vorigem Jahr­hundert.

Fulda, 21. December. Die BierbrauereiLeipziger­hof" bei Fulda ist von Frau Lorey Witwe an Herrn Bierbrauereibesitzer Hermann Müller, welcher seither eine Bierbrauerei in Hann. Münden betrieben hat, käuflich übergegangen. Der Kaufpreis soll, wie wir hören, ca. 125,000 Mark betragen und die Uebergabc Mitte Januar nächsten Jahres erfolgen.

Hersfeld, 20. December. Das benachbarte Hünfeld, dessen vom Brand verschont gebliebene Häuser gegen­wärtig von Menschen überfüllt sind, ist seit dem großen Brande vom 29. Oktober schon dreimal wieder vom Feuer bedroht gewesen. Glücklicherweise ist jedesmal die Flamme sofort im Entstehen erstickt worden.

Ncntershausen, 22. Dez., Ein Fuhrmann aus Berneburg fuhr mit seinem Gespann von Ncntershausen nach ~Cbnliu. UntemegS ffitb er eines vcmseinerr-drei Pferden einem Knaben von 13 Jahren mit der Weisung, es nach Berneburg zu bringen, während er weiter nach Sontra fuhr. Dem Knaben begegneten nun Bekannte, die ihm den Rath gaben, sich doch aufs Pferd zu setzen. Dem Knaben leuchtete ein, daß das Reitzn wohl besser sei als das Gehen, und er befolgte den Rath. Doch das Pferd, wohl scheu geworden durch die Kötze, die der Knabe auf dem Rücken trug, machte Kehrt und lief in vollem Galopp hinter seinem Herrn her. Der Knabe wollte abspringen, blieb aber im Geschirr hängen, wurde eine lange Strecke auf der steinigen Landstraße geschleift und war schließlich, als man das Pferd zum Stehen brächte, nur noch eine unkenntliche Masse.

Vom Main, 17. Dez., wird geschrieben: Herr Land­rath von Trott zu Solz zu Höchst, welcher den ver­unglückten Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen auf seiner Reise begleitete, wird am 1. Januar 1889 seine Dienstgeschäfte wieder übernehmen. Die von einigen Zeitungen gebrachte Nachricht einer Versetzung des Herrn Landrathcs nach Hanau entbehrt jeder Be­gründung.

Frankfurt, 21. Decbr. Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts standen heute der berüchtigte Silber­

dieb, welcher Frankfurt so lange unsicher gemacht und in Aufregung erhalten hat, und seine Zuhälterin. Die Franks. Ztg." berichtet über beide Verbrecher: Auf der Anklagebank nehmen Platz der 53 Jahre alte Aug. Wilhelm Miller, Weber aus Stolp in Pommern, oft bestraft, und seine Pseudo-Gattin, die 1841 geborene Näherin Anna Marie Elisabeth Bergmann, geborene Porsch, die von ihrem Mann, dem Dekorationsmaler V. in Köln, getrennt lebt. Sie ist noch ohne Vorstrafe. Es liegen gegen dasEhepaar" Anklagen wegen Dieb­stahls resp. Beihilfe und Hehlerei vor. Dem Angeklagten W. werden 4 Diebstähle zur Last gelegt im Monat August an Gold- und Silbersachen und baarem Geld, die er an 4 Stellen verübt haben soll. Die Beute, die er mittels Einbruchs erlangt, soll er mit der Berg­mann, die ihm Beihilfe leistete, getheilt haben. Beide leugnen heute die Vergehen. W. widerruft sein früheres Gestündniß und läßt den großen Unbekannten spielen. Er habe von einem bei Hanau wohnenden Mann die Sachen getauft und erst in den Blättern gelesen, daß sie gestohlen seien. Theilwcise habe er sie auch bona lide der Zuhälteringeschenkt!" Diese bestätigte diese Aussage. Ueber das Vorleben des Silberdiebes fino in der Presse bereits ausführliche Nachrichten gebracht. W. hat lange Zeit hinter Schloß und Riegel zugebracht und eine Verurtheilung zu/a Jahr Gefängniß, 6 Jahren und 10 Jahren Zuchthaus erlitten, auch vor dem Schwur­gericht gestanden, wegen Diebstahls, Meuterei u. s. w. Die 10 Jahre ist er der Justiz noch schuldig, da er im Setober 1872 auf dem Transport durchging. Er hat unter wechselnden Namen mehrfach seinen Aufenthalt gewechselt und war bald in Mecklenburg, bald in Ham­burg, bald am Rhein. Bald hieß er Karl Werner, bald Hermann Krieger, bald Bergmann. Bald war er Taglöhner, bald Portier, bald Hausknecht. 1874 besam er die 6 Jahre Zuchthaus und begab sich nach deren Verbüßung nach Holland, dann nach Köln, wo er die Mitangeklagte kennen lernte, die dann alsHaushälterin" bei ihm wohnte. Später lebte er in Trier unter dem Pseudonym eines Bäckers Gustav Dürr. Er soll öfters Reisen gemacht haben, mit leerem Reisesack abziehend und mit vollem heimkehrend. Die Beweisaufnahme ergab mit absoluter Gewißheit, daß in Miller der richtige Silberdieb entdeckt ist, und daß die ihm zur Last ge­legten Verbrechen sämmtlich von ihm begangen sind. Das Urtheil lautete genau nach Antrag, nämlich gegen Miller auf 15 Jahre Zuchthaus und gegen die Berg- maun auf 10 Jahre Zuchthaus. Da Miller noch 10 Jahre Zuchthaus wegen älterer Schandthaten zu ver­büßen hat, so belauft sich sei ' "

25 Jahre Zuchthaus. der wird seine Tage also wohl i

In einem dicht gefül

Herr, der eben bezahlen will, die Hand des Nachbars in seiner Tasche, der gerade dabei ist, ihm die Börse wegzustipitzen.Ach, das ist wirklich gut," ruft der Taschendieb aus,hier ist es so voll, daß man sich sogar in der Tasche irrt. Da kann man ja bestohten werden." Und mit Würde erhebt er sich uud steigt ab.

Witterungsbericht.

Das Wetter wird in den nächsten 23 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: die Wärme wird sich so ziemlich auf gleicher Höhe halten; der Himmel wird bedeckt fein; es werden mäßige Süd- bis Westwinde vorherrschen; Niederschläge, Schnee und Regen, sind sehr wahrscheinlich.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchieru.

Sonntag, den 30. Dezember 1888:

Morgengottesdienst: Herr Superintendent H e ck.

Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer H a r t in a n n. Wochendienst in der Stadt: derselbe.

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