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Erscheint Mittwochs und Samstags. -- Preis vierteljährlich 1 Mark. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfennig.

Samstag, den 25. August.

Die Herren Bürgermeister des Kreises wollen mir binnen 8 Tagen anzeigen, wie viel Mitglieder die in ihren Gemeinden nach Maßgabe der Verordnung vom 10. Mai 1883 (Amtsblatt Seite 89) und des in der Bekanntmachung vom 13. Februar 1880 (Amtsblatt Seite 70) bezeichneten Reglements organisirten einzelnen Feuerwehren zählen.

Schlächtern, den 18. August 1888.

Der Königliche Laudrath. Roth.

Nr. 5093. Die Herren Bürgermeister des Kreises werden hierdurch angewiesen, nach Maßgabe meiner Verfügungen vom 21. August 1883, Nr. 5142 (Krsbl. Nr. 65) und vom 3. Juli 1884, Nr. 4710 (Kreisblatt Nr. 52) die für das erste Semester des Steuerjahres 1888|89 sorgfältig und gewissenhaft aufzustellenden Klassensteuer-Zu- und Abgangslisten, sowie die besonderen Listen über die in Sicuerstufe 1 und 2 neu veranlagten Personen mit zugehörigen Belagen eventl. Vocal- Anzeige bis zum 10. September d. I. an die zu­ständige Königliche Steuerkasse unfehlbar einzusenden, oder wenn irgend ein Zweifel besteht, zur Vorprüfung und Vergleichung persönlich einzuliefern.

Die V a c a t a n z e i g e u sind für Stufet und 2 getrennt von Stufe 312 zu haben.

Schlächtern, den 21. August 1888.

Der Königliche Landrath. Roth.

Der Oberpräsident der Provinz Posen, Graf Zedlitz-Trützschler, ist in den letzten Wochen in Württem­berg zur Betreibung der Ansiedelung schwäbischer Bauern auf den von der preußischen Ansiedelungskommission er­worbenen Ländereien in Posen und Westpreußen gewesen, wovon man sich einen besonders günstigen Erfolg verspricht. Die dortige Ansiedelung schwäbischer Bauern entspricht bekanntlich dem besonderen Wunsch des Fürsten Bismarck. Es liegt in der Absicht der preußischen Regierung, den schwäbischen Ansiedlern die Einwanderung und Nieder­lassung in Westpreußen und Posen in jeder Weise zu erleichtern und es heißt, daß diese Anerbietungen Erfolg haben würden.

Aus dem Fürstenthnm Waldeck, 18. Aug. Ein selten g u t es M a n ö v er- Qu a rt i er, wie wir es allen zum Manöver ansrückenden Truppen wünschen, hat eine Abtheilung des 5. Rheinischen Dragoner- Regiments, welches von seinem Garnisonorte H o f- g e i s m a r aus auf dem Marsche nach den Rheinlanden begriffen ist, in der uralten Stadt Fürstenberg dieser Tage gehabt. Dieses Städtchen hat nämlich scitMenschen- gedenken nie militärische Einquartierung erhalten. Man kann sich daher die Freude vorstellen, als ein ganzer Zug der schmucken blauen Dragoner zu ihnen in's Quar­tier kam. Das war für die Fürstenberger ein Freuden- tag, Alles feierte und die flotten Reiter wurden wie die hohen Herren empfangen und bewirthet, ohne daß die Marsch-Verpflegungsgelder angenommen wurden. Das läßt man sich gefallen!

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Preis, August Craß, Fechenheim,

A. Wolz, Klein-Krotzenburg,

Karl Seifert, Ginnheim,

Georg Pflug, Seckbach,

33 32-/4 32-/4 31-4

I. Beruh. Schmidt, Mulheim, 31/a Heinrich Ewald, Fechenheim, 31 %

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Otto Jung, Groß-Auheim, Joh. Zeh, Seckbach,

31 Vs 31-/8

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Die Herren Ortsvertreter der Viehzucht-Genosien- schaft. Schlächtern zu Steinau, Soden, Herolz, Hohen- zell, Hütten, Klosterhöfe, Marjoß, Nicderzell, Sannerz, Sterbfritz, Ulmbach, Uttrichshausen, Wallroth n Weiperz sind immer noch mit Einsendung der Anmeldungen im Rückstände und werden wiederholt hieran erinnert.

Schlächtern, den 21. August 1888.

Der Vorstand des landw. Kreis-Vereins.

Bekanntmachung.

Bei den Postagenturen in Meimbressen und Salben werden am 11. August Telegraphenanstalten mit Fern- sprechbetrieb eröffnet.

Cassel, den 10. August 1888.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector. gez.: zur Linde.

Deutsches Reich.

Berlin. Eine tragi - komische Episode spielte sich vor einigen Tagen in Berlin NO. ab. Dort hat der Agent S., ein älterer Herr, mit seiner Frau und Nichte eine im Parterre-Geschoß belegene Wohnung inne. Eines Morgens begab sich Frau S. mit der Nichte nach der Markthalle, um Einkäufe zu besorgen, während S. allein in der Wohnung zurück blieb, obwohl er sonst schon um diese Zeit seine Geschäftsgänge anzutreten pflegte ; er erwartete einen Geschäftsfreund, welcher sich angemetbet hatte. In der vergangenen Woche nun war in dem be­treffenden Hause ein Einbruch versucht worden und der vorsichtige S. hatte deshalb eine neue Patent-Sicher- Heitskette gekauft, welche er in der Abwesenheit seiner Frau und Nichte an die nach dem Hausflur führende Wohnungsthür befestigte. Die ungewohnte Arbeit machte ihn warm und er entledigte sich nicht nur seines Rockes, sondern auch seiner Perrücke. Das Rasseln, welches das Aufschrauben der Kette verursachte, hatte den Nachbar, einen biederen Schumachermeister, stutzig gemacht, zumal er bemerkt hatte, wie Frau S. mit ihrer Nichte das Haus verließ. Es war kein Zweifel Diebe waren in der S'schcn Wohnung! Mit einem tüchtigen Knie- riemen bewaffnet und gefolgt von seinen beiden Gesellen, besetzte der muthige Stiefelverfertiger die bewußte Thür. Da eröffnete sich dieselbe plötzlich und der haarlose Schädel eines Mannes wurde sichtbar. Im nächsten Augenblick aber sauste, von des Schusters kräftiger Hand geführt, der Knieriemen hernieder und umschlang den Hals des vermeintlichen Einbrechers, welcher kein Anderer als S. war, der aber in seiner Kahlköpfigkeit von seinem Nachbar nicht erkannt wurde^ Erst durch die glückliche Dazwischeukunft der Frau S. wurde der Halderwürgte aus der Schlinge befreit. Der tapfere Schuster hat es jedoch seit jenem Tage mit seinem Nachbar, welcher fest entschlossen ist, sich einen anderen FaßbeklridWgMnstler zuMlegen, verdorben-

Tages-Ereignisse.

Schlächtern, 24. August. Die in Nr. 67 unseres Blattes gebrachte Wahlnotiz aus Gelnhausen sind wir in der Lage wie folgt zu berichtigen: Im Kreise Schlächtern wird man vielleicht nicht deshalb überrascht sein zu hören, daßwie wir irrthümlich mittheilten nur der jüngste Einwohner Freiherr von Stumm zu Ramholz mit einer Einladung zur Wahlversammlung beehrt war, sondern vielmehr darüber, daß von sechs Einladungen, welche an Vertreter des Schlüchterner Wahlkreises ergangen waren, allerdings nur der j ü n g st e Einwohner Herr von Stumm sich der Mühe unterzogen hatte, die nicht ««weite Reise zu unternehmen, um der Einladung zu folgen, während die anderen Ge­ladenen einfach nicht erschienen waren.

Schlüchtern. Das am Sonntag auf dem Acisbrunuen stattgehabte VI. Volks-Turnfest war ziemlich stark be­sucht und wäre noch besser besucht gewesen, besonders von Auswärtigen, wenn das Wetter am Vormittage sich nicht so unbestimmt angclassen hätte. Es waren 111 Turner am Platze; leider waren aber von Frank­furt in Folge eines dort am selben Tage stattgehabten Gauturnfestes gar keine und von Hanau nur wenige Turner erschienen. Die Leistungen der Turner sind durchgängig sehr gute zu nennen und sind gegen das Vorjahr recht wesentliche Fortschritte in der Leistungs­fähigkeit der Turner zu constatiren. Das officielle Fest nahm mit dem Abgang des um 7" Uhr fälligen Zuges sein Ende- und hoffen wir, daß die auswärtigen Fest­gäste einen ebenso guten Eindruck vom diesjährigen Volksturnfeste mit nach Hause genommen haben, wie dies in früheren Jahren der Fall gewesen ist. Später fand noch in der Turnhalle ein Tanzkränzchen statt, das stark besucht war. Im Nachstehenden theilen wir noch

die Namen

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der mit Preisen ausgezeichneten Turner mit:

I. Thoma, Haiustadt, 38%

Georg Müller, Fechenheim, 37%

Kaspar Herbert, Kleinsteinheim, 37%

Karl Appel, Schlächtern, Jean Kohl, Hanau, Michel Herty, Kleinsteinheim, Peter Spahn, Mählheim, Peter Stier, Dörnigheim, Wilhelm Edel, Fechenheim, Philipp Ewald, Fechenheim,

37 37 36-/4 36-/4 36-/2 36-/4 36

Lor. Dietrich, Groß-Steinheim, 35%

Ferdinand Block, Schlüchtern, H. Müller, Bischofsheim, Heinr. Bösf, Fechenheim, H. Pfeiffer I., Ginnheim, F. Kaiser, Fechenheim, G. Gasche, Langenselbold, Jean Wolf, Seckbach, Friedrich Meier, Fechenheim, Karl Jacob, Kesselstadt, Georg Oestreich, Fechenheim,

35 34-/2 34-/2 34-/2 34-/4 34-/4 34-/4

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Peter Braun, Klein-Steinheim, 31

Jacob Bölp, Bergen, 31

Ludwig Walzer, Fechenheim, 30-/i Franz v. Oberkamp, Frankfurt, 30-/i Joh. Herbert, Klein-Steinheim, 29-/i Friedr. Riefer, Neu-Jsenburg, 29-/8

Heinr. Lehmann, Schlächtern, 29-/4 Gg. Brückner, Klein-Steinheim, 29-/4

H. Völp, Bergen, A. Winter, Schlüchtern, Friedr. Schmidt, Seckbach, Georg Hatzebruch, Mülheim,

28-/4 28-/4 28-/4 28'/, 28 % 28-/8

Joh. Schmidt, Ginnheim, Franz Hinkel, Seckbach, Martin Staberuau, Vrückenau, 28-/2

Philipp Stückel, Fechenheim, 28

Ph. Karl Ewald, Fechenheim, 28

Adam Kaiser, Groß-Steinheim, 28

Andreas Grimm, Bischofsheim, 27-/i

Georg Schnall, Fechenheim, Lor. Sattler, Klein-Steinheim, Jac. Kegelmann, Dörnigheim, F. Sauerteig, Weiskirchen, Heinr. Völker, Neu-Jsenburg, Wilh. Hamel, Schlüchtern, Johann Rau, Mühlheim, Karl Roth, Klein-Steinheim, Jacob Odenwald, Hanau, Friedrich Seug, Dörnigheim,

27-/i 27-/1 27'/2 27-/8 27 27 27 26-/8 26-/8 26'/i

Adam Jäger, Klein-Steinheim, 26

K. Kühn, Mühlheim, Val. Schäfer, Fechenheim,

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25«/i

Heinr. Dauth, Gelnhausen, J. Steinbrecher, Langendiebach, 25%

F. Fise, Hanau,

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Beruh. Neuber, Schlächtern, 25

H. Geschwindner, Schlüchtern, 24% A. Kümmerer, Klein-Auheim,

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24-/2 24-/. 24-/1

Konrad Dehe, Fechenheim, Franz Jäger, Weiskirchen,

40. Beruh. Schäfer, Bischofsheim, 24

Seminarlehrer Lewin in Usingen ist nach Schlüch­tern und Seminarlehrer Leimbach in Schlüchtern nach Usingen versetzt.

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Ernannt: der Kataster-Assistent Blume in Potsdam zum Kataster-Kontroleur für das Katasteramt Schlüchtern.

Da sich während der Monate September bis Januar der Güterverkehr bedeutend zu steigern pflegt, so ist es unerläßlich, daß während dieser Zeit von allen Seiten für möglichst schleunige Be- und Entladung der Güterwagen gesorgt wird, damit nicht die Eisenbahn- Verwaltung in die Lage kommt, eine allgemeine Ab­kürzung der Ladefristen anordnen zu müssen. Die Königliche Eisenbahn-Direction Erfurt ersucht daher in einer Bekanntmachung alle Bethciligten, insbesondere in den gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreisen, um Unterstützung in dieser Hinsicht und Hpfft, bei ge­nügendem Entgegenkommen von der erwähnten Maßregel Abstand nehmen zu können. Bei der außerordenlichen Inanspruchnahme des Wagenbarks wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß die zur Beladung benöthigten Wagen thunlichst frühzeitig bei den Güterexpeditionen zu bestellen sind.

Sterbfritz, 23. August. Zum heutigen Viehmarkte waren ca. 450 Stück Vieh zugetrieben. Der Handel war ein über alles Erwarten lebhafter. Auf hiesiger Station sind 7 Waggons Vieh nach auswärts ver­laden worden.

Fulda, 20. Aug. Nach einem heute bestimmt auf- tretenden Gerüchte soll in den letzten Tagen des Monats August eine Konferenz der preußischen Bischöfe hierselbst stattfinden.

Homberg, 20. August. Den 29. d. M. wird am hie­sigen Seminar die amtliche L>e min a r konf eren z abgehalten werden. Herr Seminarlehrer Wagner hält Probelektion und Vortrag über die mathematische G e p» gr aphie in der Volksschule,