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gebracht und gelang es der ärztlichen Kunst, sie wieder zum Bewußtsein zu bringen. Ob schädliche Folgen für die Gesundheit zurückgeblieben sind, muß sich erst noch herausstellen. In Friedlos schlug der Blitz in das Roßkopf'sche Gehöft und zündete sofort. Gutsbesitzer Roßkopf selbst wurde vom Blitz getroffen, kam zwar wieder zu sich, doch liegt er erkrankt darnieder. Die Ehefrau Roßkopf wurde vom Blitz leicht gestreift.

Hosgeismar, 21. Juni. Als gestern Morgen der Kuhhirte von Niedermeiser seine Heerde hütete, kamen plötzlich zwei Stromer zu demselben und verlangten Branntwein. Der Hirte entgegnete, daß er den wenigen Branntwein, welchen er bei sich habe, selbst trinken wollte, da es noch früh und der Tag lang sei. Kaum hatte er dies gesagt, als die beiden Burschen ihm Hände und Füße banden, den Mund knebelten, den Branntwein nahmen und die Flucht ergriffen. Als die Tochter des Hirten letzterem das Mittagsessen bringen wollte, fand dieselbe ihren Vater bewußtlos am Boden, jedoch soll sich derselbe, Dank seiner starken Natur wieder erholt haben. Bis jetzt hat man von den beiden Stromern leider keine Spur.

Ausland.

Trieft. Ueber das Auftreten der Cholera in Asien wird aus Trieft gemeldet: Den offiziellen Meldungen an die Seebehörde zufolge beginnt die Cholera in Asien wieder bedrohliche Dimensionen anzunehmen. In Kaschmir erkrankten zwischen dem 25. April und 25. Mai 941 Personen, von welchen 412 starben. Englische offizielle Meldungen berichten, daß in den drei ersten Tagen dieses Monats in Kaschmir 385 Cholerafälle, worunter 176 tödtliche, vorkamen. Den Meldungen an die Triester Seebehörde gemäß ist auch in Katthwar die Cholera

epidemisch aufgetreten, doch fehlen nähere Details. In Assam verlangt die Epidemie so viele Opfer, daß die Regierung die Auswanderung der Kulis in die Thee- plantagen vollständig sistirte, da dieselben unterwegs zu Hunderten umkamen. Auch in Ahmedabad tritt die Cholera in bedrohlichem Grade auf; es erkrankten inner­halb dreier Tage (17. bis 20. Mai) 245 Personen, von welchen 109 starben. In Bombay erkrankten zwischen dem 24. April und 15. Mai 31 Personen, in Calcutta 314, in Madras zwischen dem 20. April und 11. Mai 103 Personen, in Rangoun zwischen dem 13. April und 11. Mai 12 Personen.

Paris, 24. Juni. Zehn französische Studenten aller Fakulitäten richten an die FreiburgerHasfobornssen" die Aufforderung, zehn der Ihrigen zu ernennen, um auf Schweizer Terrain für den den französischen Lands­leuten in Freiburg angethanen Schimpf Satisfaktion zu geben.

Marseille. Zu dem von uns s. Z. gemeldeten Unfall in Marseille, bei welchem ein Artillerist auf entsetzliche Weise ums Leben kam, wird aus Paris ausführlich be­richtet: Von der Marseiller Presse wurde zu wohl­thätigen Zwecken ein Militär-Turnier veranstaltet, welchem eine auf 50,000 Personen geschützte Menge beiwohnte. Die verschiedenen Manöver wurden von den Offizieren des 11. Dragoner- und des 1. Husaren-Regiments in untadelhafter Weise dnrchgeführt, worauf die Glanz­nummern, der Angriff einer Husaren-Abtheilung auf eine Artillerie-Brigade, folgte. Bei dieser ereignete sich ein Unfall, der um so peinlicher berührte, als dessen Opfer sein Leben in die Schanze schlug, um die Zu­schauer vor einem Unglücke zu bewahren: in einer Kanone war ein Schaft vergessen worden, der bei dem Abfeuern in die Zuschauermenge geschleudert worden

wäre. Der Artillerist Michelis, der dies in dem letzten Augenblicke bemerkt hatte, stellte sich, da er den Schaft nicht mehr entfernen konnte, vor die Kanone und erhielt so die ganze Ladung in die Brust. Er wurde schwer verwundet nach dem Hospital gebracht, wo er noch im Laufe des Abends unter schrecklichen Schmerzen den Geist aufgab. In Folge dieses Unglücksfalles wurde das auf den Abend angesetzte Bankett abbestellt und die vorbereiteten Speisen an die verschiedenen Spitäler vertheilt.

Vermischtes.

Für eine Reihe von Geschäftsleuten recht werthvoll ist eine vor Kurzem getroffene Entscheidung des Reichspostamts, die bekannte sieben­tägige Lagerfrist von Postnachnahmesendungen anlangend. Nach der neuen Bestimmung soll für die mit Nachnahme belasteten Postsendungen, welche entweder auf Wunsch des Absenders oder des Empfängers nachgesandt werden, vom Tage des Eintreffens am neuen Bestimmungsort an gerechnet, stets wieder eine neue siebentägige Einlösungs­frist beginnen. Hiernach behalten diejenigen Personen, welche mit ihren Waaren Märkte beziehen, sowie die wandernden Händler es in der Hand, auch die mit Nachnahme beschwerten Kolli sich von Ort zu Ort bis zur möglichen Einlösung nachschicken zu lassen._________

Witterungsbericht.

Das Wetter wird in den nächsten 23 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird sich nicht wesentlich verändern; die Bewölkung wird wechseln, doch wird der Himmel meist bedeckt sein; auch die Windrichtung wird wechseln; Niederschläge werden nur mit Gewittern auftreten. Gewitter sind sehr wahr­scheinlich.

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