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ihre Ursache in kleinen Lebewesen (Bakterien, Bazillen, Monaden rc.), welche störend in unseren Organismus eingreifen. Dieselben sind einmal da, und die Welt ist nicht von ihnen zu befreien. Viele von ihnen sind harmlos, andere schädlich, wieder andere aber auch sehr nützlich. Darum kann es auch nicht unsere Absicht sein, diese Mikroorganismen aus der Welt zu vertilgen, sondern sie zu besiegen und unterthänig zu machen, wie die Naturgewalten Wind, Feuer, Wasser u. s. w. Nichts ist dem Leben feindlicher als das Feuer, welches gar kein Leben duldet, und doch wird Niemand daran denken, es aus der Welt auszulöschen. Wir sind eben seiner Herr geworden und wissen uns dagegen zu schützen. Ebenso ist es unsere Pflicht, die Bakterien beherrschen zu lernen.

Unser Organismus besteht aus unendlich vielen kleinen Theilen, von denen jeder für sich ein lebendes Wesen ist. Diese Elemente werden Zellen genannt. Es giebt Arten unter ihnen, die die Fähigkeit besitzen, stundenlang außer Verbindung mit den anderen zu leben. Diese kann man also aus dem Organismus herausnehmen und Untersuchungen mit ihnen anstellen, besonders auch ihr Verhalten den Bakterien gegenüber beobachten. Hier­bei hat man nun gefunden, daß die Zellen mit den zusammengebrachten Mikroorganismen sofort einen Kampf beginnen, dessen Ausgang anfangs zweifelhaft ist. Oft bleiben die Zellen Sieger, indem sie die Bakterien auf­fressen; man hat solche Zellen Freßzellen genannt. Nicht selten werden aber auch die Zellen von den Bakterien überwunden und sterben ab. Dringen also Bakterien in unseren Körper und bleiben Sieger im Kampfe mit den Zellen, so erkranken wir, und wenn die Zahl der zerstörten Zellen zu groß wird, so tritt der Tod ein. Es fragt sich nun, unter welchen Bedingungen behalten die Zellen die Oberhand, unter welchen die Bakterien? Aus den Untersuchungen hat sich ergeben, daß es auf die Mischung der Flüssigkeit ankommt, in welcher Bakterien und Zellen eingebettet liegen. Entspricht die­selbe derjenigen reiner Säfte eines gesunden Körpers, so siegen die Zellen. Zweitens ist eine bestimmte Temperatur erforderlich; weicht diese bedeutend von der Normalwärme des gesunden Körpers ab, so sind die Bakterien im Vortheil. Die Zahl der Zellen unseres Körpers beträgt etwa 2 bis 300 Billionen, und jede einzelne ist ein todesmuthiger Kämpfer, jederzeit bereit, sein Leben für die Gesammtheit zu opfern. Wie viele von ihnen auch zu Grunde gehen können, ohne daß der Körper stirbt, wird klar, wenn man bedenkt, daß die ganze Menschheit nicht aus mehr Menschen besteht, als jeder einzelne Körper aus diesen kleinen Lebewesen. Und wenn auch Seuchen wie Cholera rc. eine noch so große Anzahl Menschen dahin raffen, so stirbt darum doch die Gesammtheit nicht aus. Ebenso können von unseren Zellen sehr viele absterben, ohne daß dadurch der Gesammtorganismus gelobtet wird. Wie wir aber die Leichen, damit sie uns nicht Gefahren bringen, be­graben und verbrennen, so müssen auch die abgestorbenen Zellen, um fernerem Schaden, der durch sie verursacht wurde, vorznbeugen, aus dem Körper entfernt werden. Es ist sonach unsere Aufgabe, die Zellen unseres Or­ganismus so auszurüsten, daß sie im Kampfe gegen die Bakterien Sieger bleiben und dies werden sie, je normaler 1. die Zusammensetzung unserer Körpersäfte und 2. je normaler die Körpertemperatur ist. Wie erhält und bewahrt man nun eine gesunde Säftemischung und die normale Wärme?

Denken wir uns unseren Körper als einen lebendigen Ofen und zwar einen solchen mit Heißwasserheizung. Den Herd bildet der Unterleib, welcher mit Nahrungs­mitteln wie mit Brennstoffen beschickt wird. Nachdem diese durch Magen und Darm verarbeitet sind, wird der Abfall durch den Mastdarm nach außen entfernt. Die zur Verbrennung erforderliche Lnft-Zu- und Abfuhr wird von dem Brustkasten besorgt, der sich wie ein Blasebalg ausweitend und verengend durch die beiden Lungenflügel frische Luft einholt und Verbrennungsgase ausstößt. Der vom Magen verarbeitete Heizstoff geht zum Herzen und von da in die Lungen, um durch Be­rührung mit der atmosphärischen Luft vollständig heiß- fähig gemacht und durch den Körper getrieben zu werden, überall ersetzend nnd verbrauchte, abgestorbene Theile, Schlacken mit sich führend, sie theils in den Schweiß­drüsen, theils in den Lungen absetzend, von denen sie aus dem Körper ausgeschieden werden. Das Herz übernimmt hierbei die Rolle einer Pumpe, welche das Heißwasscr Blut durch den Körper treibt. Da­mit sich die entwickelnde Warme nicht allzu rasch ver­flüchtige, ist unser Körper mit einem schlechten Wärme­leiter, dem unter der Haut liegenden Fettpolster, über­zogen. Je dicker dasselbe ist, desto besser wird die Wärme im Körper zurückgehalten, weshalb wohlgenährte Leute weniger leicht frieren als magere, vorausgesetzt, daß sie sich nicht zu sehr verweichlicht haben. Damit aber bei stets neuer Wärmebildung nicht Ueberheizung eintrete, führt das über diesem Fettpolster ausgcbrcitete .stmntorgan die überflüssige Wärme nach außen ab. Durch das Fettpolster, die Haut-Ausstrahlung und -Aus­dünstung wird nun unsere Körperwärme so regulirt, daß sie in gesunden Tagen stets 37° C. zeigt. Halten wir win die Organe, welche die Heizung besorgen, als» Magen als Herd, Lungen als Züge, Vimbahne» als

Führer des Heizmaterials, Haut als Reguliervorrichtung in gleich- und regelmäßigem Zusammenwirken, so bleibt der Körper abgesehen von Unglückssällen gesund. Daraus ergeben sich nun folgende Regeln der Gesund heitspflege:

1. Mäßigkeit im Essen und Trinken.

Der Mensch lebt nicht von dem, was er ißt, sondern von dem, was er verdaut." Daher ist gutes und reich­liches Essen nicht von Nutzen, wenn nicht genügend verdaut wird; als Asche geht die Nahrung wieder aus dem Körper. Ein anderes Sprichwort sagt:Was dem Grobschmied bekommt, dem Schneider nicht frommt." Nach unserer Ofentheorie würde dasselbe lauten: Was der starke Ofen verträgt, kann dem schwachen schaden. Starke Oefen vertragen jede Feuerung, Holz, Braun- und Steinkohlen, schwache dagegen nur Holz, höchstens Braunkohlen. Darnach theilt man auch Speisen und Getränke nach folgender Stufenleiter ein:

Der Holzfenerung entsprechen: Milch, Weißbrod, Butter, weiche Eier und Obst.

Der Braunkohlenfeurrung: Schwarzbrod, Käse, Ge­müse, Reis, Kartoffeln, mageres Fleisch, Fisch leichtes Bier.

Der Steinkohlenfeuerung: Wurst, fettes Fleisch, harte Eier, Hülseufrüchte, Backwaaren, fette und salzige Saucen Bier, Wein, Kaffee, Thee, Chokolade u. s. w.

Als schwache Oefen sind nun anzusehen alle Kinder, schwächliche Erwachsene und Genesende, denen also nur Speisen der ersten Ordnung und nur ausnahmsweise, aber vorsichtig, auch solche der zweiten gegeben werden dürfen. Leider ist es eine weitverbreitete Unsitte, solch zarten Geschöpfe mit sogen,stärkender Kost", Fleisch, Fleischbrühe, Bier, Wein rc. zu überheißen. Zur Völlerei wird in manchen Häusern gerade die Kinderernährung, in denen den Kindern starker Wein und dergleichen wie ihrtäglich Brod" gereicht wird. Gelten doch diese Stoffe für Erwachsene mehr nur als Genußmittel, so werden sie für Kinder zu förmlichen Giften in dem Maße, als ihnen die allein naturgemäße Nahrung, Milch, Obst rc. vorenthalten bleibt. Hörte ich doch einst von einer recht klug sein wollenden Mutter folgende Weisheit:Da die kleinen Kinder auf Milch häufig Fieber bekommen, so ist es besser, wenn man statt ihrer Bouillon als Hauptnahrungsmittel der Kleinen wählt." Eine andere Mutter äußerte:Ich gebe meinen Kindern jeden Tag ein Gläschen starken Wein, damit sie bei etwa eintretender Krankheit kräftig genug sind, dieselbe zu überwinden." Warum nur die gütige Natur den Brüsten solcher Mütter nicht statt der Muttermilch Bouillon und Tokayer entströmen läßt! Was wäre gegen siedas Land, in welchem nur Milch und Honig fließt" ! Ich meine:

Der beste Wein für Kinder

Der weiße ist's fürwahr, Der aus der Felsenquelle So lustig fließt und klar.

Er fließt durch grüne Auen, Ihn trinken Hirsch und Reh, Und Lerch und Nachtigallen, Er macht den Kopf nicht weh.

Und ist er gut für Kinder Der klare, weiße Wein, Mich dünkt, er muß nicht minder Auch gut für Große sein."

Hiermit empfehle ich als zweites Recept: Wasser- trinken. Durch das Wasser wird das Blut leichtflüssiger erhalten. Freilich werden damit keine sogen,kräftigen" Kinder erzogen. Gewöhnlich glaubt man, kräftig nur die nennen zu dürfen, welche sich durch Bacchusgesicht und schweres Körpergewicht auszeichnen, während vom hygieinischen Standpunkte solche Kinder als gedunsen, aufgeschwemmt und verfüttert genannt werden. Beim aufwachscudeu Kinde darf man nicht zuerst auf Körper­fülle, sondern, wie bei der Pflanzenwelt, auf den Blüthe­stand sehen, welcher hier durch folgende Merkmale ge­kennzeichnet ist: Frische Farbe, helles munteres Auge, dichtes Haar, helle Stimme und elastische Bewegungen. Was jene Kinder schwer macht, ist der Ueberschuß an unreinen Säften, da ja bei ihnen aus Erkältnugsfurcht auch keine Hautpflege getrieben wird, die ich als dritte Gesundheitspflege hier anfüge.

(Schluß folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin. Dr. Mackenzie, der vorläufig seine englische Praxis hat aufgeben müssen, soll täglich vom Kaiser 1500 Mark Honorar beziehen.

Der sehr löbliche Berliner Lehrerverein, welchem mehr als 1500 Lehrer Berlins angehören, hat beim Neudruck seiner Satzungen alle entbehrlichen und durch deutsche Ausdrücke gut ersetzbaren Fremdwörter beseitigt.

Die Gesammtsumme aller in Deutschland gezeich­neten freiwilligen Beiträge für die Ueberschwemmten erreicht bereits die stattliche Höhe von 4 Millionen. Die Beiträge fließen noch immer reichlich aus den ein­zelnen Sammelstellen zusammen, so daß auf eine sehr bedeutende weitere Steigerung gerechnet werden kann.

Tages-Ereignisse.

Schlüchtern. Der hiesige Bürgerverein wird bei schönem Wetter nächsten Donnerstag, als am Himmel- fahrts-Feiertag einen Ausflug in die Steinbrüche im StaatswaldSchlingloffs" unternehmen. Der Abgang erfolgt Mittags 1 Uhr vom Vereinslocal aus.

Die vom landwirthschaftl. Vereine im Schwarz­walde angekauften Bullen und Kühe Simmeuthaler Ab­stammung sind angekommen und sollen Mittwoch, wie wir hören, im Löwen an die Mitglieder des Vereins versteigert werden.

Der Königliche Oberförster Herr Heinrich Uth zu Salmünster, gebürtig von Fulda, ist in gleicher Ei­genschaft nach Münden versetzt und unter Verleihung des Charakters als Forstmeister zum Lehrer an der Forst-Akademie daselbst ernannt worden.

Berechnung der Dienstzeit der Lehrer. Einem neuerdings ergangenen Erlasse des Kultusmini­sters zufolge hat die Bestimmung des Pensionsgesetzes vom 27. März 1872, wonach bei Berechnung der Dienst­zeit der Lehrer an höheren Unterrichtsanstalten die Zeit in Anrechnung kommt, während welcher dieselben das vorgeschriebene Probejahr abgehalten haben, auch auf die vom Minister als Probejahr anerkannte, an einer höheren Privatlehranstalt zugebrachte einjährige Lehr- thätigkeit Anwendung zu finden.

Aus Anlaß der in diesem Sommer in München stattfindenden drei Ausstellungen gibt die Hessische Ludwigs­bahn von ihren Hauptbahnhöfen Bingen, Mainz, Wies­baden, Darinstadt, Frankfurt-Ostb., Hanau und Limburg in der Zeit vom 15. Mai bis Ende September nach München Rückreisekarten zweiter und dritter Klasse mit 14tägiger (statt 5- bis 6tägiger) Gültigkeit zu den Preisen der gewöhnlichen Rückfahrtkarten aus.

Die gegen die Militärpflichtigen aus dem hiesigen Kreise: Georg August Stoß von Mottgers, Tagelöhner Wilhelm Zelter von Mottgers, Musikant Johannes Euler vulgo Wacker von Neuengronau, Johann Georg Müller von Oberkalbach, Johannes Jost von Oberkol- bach, Konrad Müller von Oberkalbach, Dienstknecht Michael Heinrich Wagner von Oberzell, Georg Linz von da, Johann Wilhelm Ochs von da, Heinrich Zinkhan von da, Georg Scherf von da, Johannes Zinkhan von da, Adam August Dornemann von Ramholz, Johann Georg Grau von Schwarzenfels, Friedrich Wilhelm Adolph Kohlhepp von da, Noah Kohlhepp von da, Friedrich Wilhelm Gailing von da, Taglöhner Johannes Daubert von Sterbfritz, Johann Adam Röder von da, Konrad Manno von da, Joseph Clemens Jobst von Uerzell, Williges Sachs von Uerzell, Joseph Grosch von Ulmbach, Eduard Heil von da, Fabian Herbert von da, Victor Koch von da, Jsidor Kreß von da, Robert Kreß von da, Markus Lauer von da, Theodor Fritz von da, Augustin Eiter von da, Adelar Heidenreich von da, Johannes Müller von Uttrichshausen, Justus Schäfer von da, Andreas Müller von da, Johannes Völker von Wallroth, Jsidor Wolf von Wahlert, Johannes Zinkhan von Neuengronau, Wilhelm Lauer von Ulmbach, Ernst Georg Hufnagel von Altengronau, Nicolaus Lotz von Hohenzell, Christoph Bös von Kerbersdorf, Johannes Hock von Mottgers, Ernst Herrman Friedrich Simon von Breuuings, Philipp Hagemann von Elm, Johannes Herbert von Gundhelm, Sturmius Wilhelm Fischer von Salmünster, Johann Heinrich Klüh von Heubach, Eucha- rius Seng von Salmünster, Johann Georg Ullrich von Schwarzenfels, Dionisius Helfer von Ulmbach, Wilhelm Jordan von Weichersbach, Konrad Hast von Altengronau, Schreiner Johann Friedrich Richter von Oberzell, Adam Böhm von Vollmerz, Adam Lotz von Wallroth, Tag- löhner Friedrich Richter von Oberzell, Taglöhner Heinrich Wagner von da, Franz Noll von Ulmbach, Dienstknecht Johannes Steinbach von Uttrichshausen, Taglöhner Eugenius Eder von Marborn, Heinrich Mettbach von Herolz, Carl Lenhard von da, Taglöhner Adam Andreas Uffelmann von Wallroth, Raphael Grämlich von Ahl, Knecht Johann Adam Maienschein von Altengronau, Taglöhner Konrad Linz von Oberzell, Heinrich Weber von Seidenroth, Heinrich Gerlach von Vollmerz, Sebastian Stenger von Soden, Johann Heinrich Noll von Marborn, Wilhelm Schleich von Ulmbach, Nicolans Rüffer von Wallroth, Adam Baus von Niederzell, Friedrich Wilhelm Ditzel von Züntersbach, Johannes Schüßler von Ober­zell, Amend Huhn von Ulmbach, Johann Georg Ist von Vollmerz, Heinrich Nicolaus Köhler. von Hinter- steinau, Johannes Heinrich Ommert von Seidenroth, Carl Jgnaz Proben von Soden, Heinrich Münch von Wahlert, erlassenen Steckbriefe werden, als durch Aller­höchsten Gnadenerlaß vom 31. März 1888 erledigt, zurückgezogen.

Fulda, den 4. Mai. Schwere Unglückswolken ballten sich über einer Familie Wehner in Horas zusammen, indem ihr voriges Jahr erst zwei Kinder starben und nun vorgestern zwei derselben in die Fulda fielen und ertranken. Ueber den Vorgang, bei dem kein Erwachsenes gegenwärtig war (sonst hätte er sich gar nicht ereignen können) und nur einige Kinder Augenzeugen waren, wird erzählt: Die verunglückten Geschwister, ein Ojährigcs Mädchen und ein 5 Jahre alter Knabe, wollten vorgestern in Gemeinschaft anderer Ortskinder, welche jedoch etwas zurückgeblieben waren, auf den Wiesen jenseits der Fulda Schlüsselblumen pMÄr«, Auf dem den UebersaW