— Bestrafung der Feiglinge im dreißigjährigen Kriege. Wer in jener Zeit vor dein Feinde keinen Muth bewies, erfuhr eine schlimme Be Handlung. Wallenstein, so viele Nachsicht er sonst auch gegen seine wilden Schaaren übte, zeigte sich doch gegen Einzelne und ganze Truppeutheile, die in der Schlacht nicht gethan halten, was die Ehre von ihnen forderte, unerbittlich. Als er, nach der verlorenen Schlacht bei Lützen, nach Prag kam, wurden elf Stabs- und andere Offiziere auf Befehl vor das Kriegsgericht gestellt, und dessen Ausspruch gemäß vor dem Rath Hause enthauptet. Ohne Beispiel in der Geschichte ist aber wohl, was damals zugleich mit dem Regiment Madelow geschah, welches zuerst in der Schlacht geflohen war. Das ganze Regiment wurde verhaftet, entwaffnet, und nach einem freien Platz vor dem Thore gebracht. Hier mußte der Nachrichter die Fahnen des Regiments verbrennen, alle Säbel der Mannschaft zerbrechen, aus dem Eisen derselben wurden in bereit stehenden Feldschmiedeu Galgen- nägel verfertigt, an Wände und Bäume geschlagen und nun der zehnte Mann des Regiments, Offizier und Gemeiner, wie das Loos sie traf, an die Nägel aufge- hängt. Der Rest wurde vogelfrei erklärt. Die Todesstrafe des zehnten Mannes in solchen Fällen hatten bekanntlich auch die alten Römer in Gebrauch.
(Die Verluste des französischen Krieges im Jahre 1870(71.) Nach den neuesten sicheren Zusammenstel- hnigen aller deutschen Regimenter sind im Kriege des Jahres 1870 gegen Frankreich 33,lO1 deutsche Offiziere und 1 Million 113/254 deutsche Soldaten über die französische Grenze marschirt. Bon diesen deutschen Truppen wurden 98,233 Mann getödtet oder verwundet, darunter 1796 mit blanker Waffe (Säbel, Lanze 11. dgl ), sowie 96,437 durch Feuerwaffen (Gewehrkugeln oder Granaten). Die blutigste Schlacht war bei Gra- vclotre, (16. August 1870), wo die deutschen Armeen 17 Prozent der Mannschaft (d. h. von jedem Hundert Maun 17 Mann) verloren. Durch Jnfanteriefeuer wurden 91 Prozent getödtet oder verwundet, durch Ar- tilleriefener nur 9 Prozent; d. h. von jedem Hundert erschossener Soldaten wurden 91 Soldaten durch Flin- tenkugel und nur 9 Soldaten durch Granaten verwundet oder getödtet.
— Sicheres Mittel. „Sieh' doch, Litty. wie unverschämt die Herren uns nachsteigen!" — „Weißt Du was, Mimi — gehen wir zum Standesamt — da werden sie gleich verschwinden!"
— Neuerung in der Glasfabrikation. Bisher war für das Blasen des Glases noch keine Maschine erfunden. Jetzt ist in England eine solche fertig geworden und zwar für das Blasen von Flaschen, wodurch eine große Umwälzung in dieser Industrie hervorgerufen werden wird. Eine englische Fabrik stellte damit Ber- suche an. Diese Maschine liefert mittelst komprimierter Luft in demselben Zeitraum mit 3 Arbeitern zehnmal mehr und besser gefertigte Flaschen als jetzt 5 Arbeiter liefern. Der Selbstkostenpreis für das Gros sinkt damit von 4,32 Franks auf 30 Centimes!
— Mary", sagte die Hausfrau, „wenn Du das Kind badest, mußt Du immer das Thermometer ins Wasser legen, damit Du siehst, ob es die richtige Temperatur hat." — „Das kann ich auch ohne Thermometer," antwortet Mary. — „Wieso denn?" — „Ja, Madam, wenn das Kind blau wird, dann ist das Wasser kalt wenn es rot wird, dann ist es heiß."
— Schölne Aussichten. Dienstmädchen: „Schön, daß Ihnen die Wohnung gefällt, mein Herr! Na, Sie können doch auch das Rauchen vertragen?" — Miether: „O gewiß, ich rauche ja selbst stark." — Dienstmädchen: „Das ist gut, die Oefen hier auch."
— Ein hübsches Iagdstückchen. Eine Frau, so wird aus der Taubergegend erzählt, hatte beim Schlitten- fahren ihren neuen Muff aus Seehundspelz verloren. Ein eifriger Nimrod sah das räthselhafte Ding, dessen Quasten vom Winde bewegt wurden, feuerte auf das „Raubthier" mit Schrot, daß der Muff wie ein Sieb durchlöchert wurde.
— Bei'in Zahnansziehen. Barbier zu (einem Bauer, der fürchterlich schreit): „Gelt, Huberbauer, das macht Effect?"
Bon btv ersten Biographie bei neuen Deutschen Kaisers, welche unter dem Titel „^riebri», Deutscher Kaiser und König von Prentzen," ein Lebensbild von Ludw. Ziemssen, im Verlage von Franz Lipperheide, Berlin, erscheint, sind bereits drei Lieferungen zur Ausgabe gelangt. In frischer, volksihüm- licher Weise entwirft der Verfasser in den vorliegenden Heften ein umfassendes Bild von dem Entwickelungsgang des Monarchen, von dessen Kindbett bis zum Eintritt in das Mannesalter, schildert die vielseitigen Studien des jugendlichen Fürsten, seine militairische Laufbahn, die Einführung in die Staatsverwaltung, die Verlobung mit der englischen Königstochter, die glänzenden HochzeitSfrierlich- keiien und das traute Familenleben des neuvermählten Paares. Den Text begleiten zahlreiche, mit vollendeter Technik ausgeführte Illustrationen hervorragender Künstler. Zur besonderen Zierde ge- reichen dem geschmackvoll auSgestatteten Werk« die Vollbilder auf Kupferdruckpapier, von denen die der zweiten und brüten Lieferung
betgkgebenen7Darstellungen das Kostümfest zur silberne» Hochzeit des Kronprinzlichen Paares im Königlichen Schlosse zu Berlin, den Besuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm beim Papste Leo XIII., den Einzug des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Madrid und den Hofball im Königlichen Schlosse daselbst trefflich »eran- schaulichen. Das Buch umfaßt 10 Lieferungen die in Zwischen- räumen von vierzehn Tagen erscheinen. Jedes Heft kostet 60 Pfg.
Im Verlag der N. G. Elbert'schen UniversitätSbuchhandlung in Marburg erschien soeben folgende beachtenSwerthe Schrift: Der Entwurf zum Kirchengesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Kanststortalvezirks Kassel. Materialien zur Beurtheilung desselben dargeboten von Prof. Dr. E. Ehr. AcheliuS. — Das neue Gesangbuch" für alle evangelischen Gemeinden des Konsistorialbezirks ist im , Entwurf" fertiggestellt und dem .Königlichen Konsistorium eingerickt. Die Veisammlnngen der Dlöcksenspiioben und der Gesammtspuode, welche ist diesem Jahre tagen werden, werden sich vorzugsweise mit diesem Entwurf zu beschäftigen haben. Alle Mitglieder der evangelischen Kirche Hessens haben das größte Interesse daran, daß auS den Verhandlungen ein gutes, die Gemeinden seiner Zelt wirklich erbauendes Gesangbuch hervorgehe. Die sachkundige Feder der Herrn Professor Dr. AcheliuS in Marburg unternimmt er in der oben genannten Absicht, das Verständniß für die gegebene Aufgabe, ein besterreichbares Gesangbuch herzustellen, zu fördern. Im Anschluß an den Bericht der Kommission, welche den „Entwurf" verfaßt hat, bespricht der Herr Verfasser zuerst die Nothwendigkeit der Einführung eines neuen, guten und gemeinsamen Gesangbuches, damit dem kläglichen Zustande des Gesangbuchwesen» in unserem Hessenlande ein Ende gemacht werde; sodann werden die Grundsätze beleuchtet, nach denen der . Entwurf ausgearbeitet ist, und zuletzt wird der Entwurf selbst mit feinem „Anhang' einer sachkundigen Beurtheilung unterzogen. Die warme Anerkennung, welche Herr Professor Dr. AcheliuS dem Inhalt des Entwurfs zollt, schließt nicht eine Verbesserung-fähigkeit desselben nach Form und Inhalt aus, und wir haben dem Herrn Professor Dr. AcheliuS zu danken, daß er klar und bestimmt die nothwendig einzuhaltenden Gesichtspunkte formuliert und so sehr be« herzigenSwerthe Vorschläge zur Verbesserung des Entwurfs und besonders des „Anhanges zur öffentlichen Besprechung bringt. Allen evangelischen Christen unsere- Hessenlander, welche sich über die „GesangbuchSfrage» orientiren wollen, sei die- Schriftchen auf'S wärmste empfohlen. Dasselbe ist in jeder Buchhandlung, wie auch von der Verlag-Handlung direkt zu dem billigen Preise von 60 Pfg. zu beziehen.
Witterungsbericht.
Das Wetter wird in den nächsten 2—3 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird sich erniedrigen; der Himmel wird bedeckt sein; eS werden starke Westwinde vorherrschen, es ist Regen in Aussicht.
Die Bnknnft meiner neue» Leipziger Metzwaaren zeige ich hiermit ergebeilft an und hatte ich Gelkgen- heit, einige Posten Buckskuis und Reiten unter Preis zu erwerben und offerirr eine Parthie
Cottbus'er Zwirk-Sommer-Buckskin, per Meter 4,75 M., eine Parthie desgl., per Mtr. 5,50 Mk., reeller Werth 2—3 Mark mehr per Meter.
.Abr. Sichel.
Znr Saat:
Schlangen-, Trauben- und Ein- machgurken-Kerne, Mark- und Zucker-Erbse», niedrige und hohe, in vielen Sorten, S1 e ck - Ä o h n e n in ca. 2Ö Sorten.
Größte Auswahl in allen Sä m e r e i e n bei
. Ferd. Fei» »er. Strohhüte in großer Auswahl, sowie eine Parthie KnadenhAe per Stück 50 Pfg.
empfiehlt
A. Hatzeiisteln.
Saalkartoffeln, vorzügliche blaue Frühkartoffeln,
Selbe Zrührosen
andere Sorten empfiehlt
Ferd. Fenner.
AWtt- und MMmäiM KrassameN
empfiehlt
in allen Größen
J. M. Walter
^^^^^^^^^\^^^^^^^^ t Mein Lager |
T ist zur Saison auf das ~
und empfehle ich als £0- besonders billig: "WE --------40>--------
^11 Parthie Wuckskin, den Anzug von Mk. 13 an, weiße Weinen von 38 Pfg. per Mtr an, Kausmacher-Kand- und Tischtücher, wollene und baumwollene Kleiderstoffe,
♦
1
1
1
1
//
//
7/
//
Westen-Kattune, prima Qual., neue Muster, per Meter 38 und 42 Pfg.
^
♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦l♦♦l♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦
K. A. Pelissier, Ganau, Tuch- und Leinmalw-^aMung
mit festen, billigsten Preisen empfiehlt ihr stets nur in zuverlässigen Qualitäten aufs Reichhaltigste ausge- statteres Lager.
Eine Parthie Striegeln
per Stück von 20 Pfg. an, empfiehlt ________Jacob Wolf.
Sämereien für Garten und Feld, in bester Qualität bei
Jacob Wolf.
Grlegenhertskauf!
Eine Parthie von 500 Stück seidenen
Hcrre«-Dcckl>illden
in den verschiedensten Mustern offerire ich, so lange Porrath reicht, das Stück zu 50 Pfg.
Abr. Sichel.
als: deutsch, englisch, italienisch u. französisch Raygras, Fiorin-, Knaul-, Kamm- und Timothee-Gras, Wiesenfuchsschwanz, Wiesenschwingel, Wiesenrispengras, Rasenstrauß-, Honig- und Goldhafergras, jede Sorte allein, sowie
in Mischlingen für trockene und nasse Wiesen, Bleichrasen- und Thiergartenmischung u. sonstigen
Anlagen
in sachgemäßen, entsprechenden Mischungen.
=: Ferner: =:
Rothklee, Weißklee, Schwed. BastardNee, Luzerne oder ewiger oder Monatsklee, Esparsette oder türkischer Klee, Senfsaat zu Grünfutter und Saatmais, Seradellaklee oder Futterkrant.
Letzterer giebt noch in diesem Sommer resp. Herbst gute Ernte und schönes Futter und gedeiht namentlich auf Sandboden.
Ferd. Feiiner.
In bekannter guter Ausführung und vorzüglichsten Qualitäten versendet
das erste und grösste Bettfedern - Lager von C. F. Kehnroth, Hamburg zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfund) neue Bettfedern für 60 Pfg. das Pfund, sehr gute Sorte 1,25 Mk., prima Halbdannen 1,60 Mk. und 2 Mk., prima Halbdannen hochfein 2,35 Mk., prima Ganz- dadnen (Flaum) 2,50 und 3 Mk. Bei Abnahme von 50 Pfd. S°/o Rabatt.
Umtausch gestattet.
AeisfuttermeHt in 2 Sorten, bei Parthieen niedrigste Preise, empfiehlt in frischer Sendung Ferd. Fenner.