des Henkers, denn stille flüsterte der Meister Görg dem Wüstlinge Hörwarth nun den Schluß seiner Rede zu; und schon waren Beide in die Pforte des Feulethurmes getreten, hatten dieselben hinter sich verriegelt und einsam, gräßlich in seinem Gemüthe gefoltert, stand der arme Burkhard hinter dem Gebüsche hart an der Pforte. Er hatte genug des Entsetzlichen gehört.
„D^o,“ sprach er nun für sich, „daß die Müllerin nun auch in ihr Unglück kömmt, wohl, mir thul's leid; aber, mag ihr Schicksal sie ereilen! Ich warn' sie nicht! Sie hatte meine Ottilie in's Verderben gebracht, so soll auch sie zu Grunde gehen! Aber Ottilie, die Unschuldige, muß ich retten! O Gott! Gieb, daß ich glückt ch nach München komme! Daß ich Erfolg habe bei dem Rathe Lagus in München und gieb dem frommen Herzoge ein mildes Einsehen! Ich muß fort, fort, sogleich! Beim Thore, das zum Lechflusfe hinabführt, da ist, so erinnere ich mich, nebenan, in der Stadtmauer ein kleiner, von Gebüschen überwachsener Durchlaß mit einem eingerosteten Pförtlein. Das will ich ich aufsprengen. Dann komm' ich in jenen Kanal, der in dieser Jahreszeit ganz trocken ist, und gelange hinab zum Lechuser und zu der nahen , Brücke über den Strom. Ja, ich versuch' es, auf diesem Wege alsogleich jetzt aus Schongau zu kommen! Ich will die Thorsperre in der Frühe nicht erst abwarten! Anf! armer, unglücklicher Burkhard, äuf! Deine Ottilie ist in Gefahr! O Herr im Himmel, laß mir mein Werk gelingen!"
Nach diesen, in größter Seelenangst gesprochenen Worten enteilte der Jüngling aus dem ihn bergenden Gebüsche und verschwand -sogleich im Dunkel der Nacht, den Weg am Wallgange hin, dem erwähnten Kanal- pförtchen zu, einschlagend. — Möge Gott ihn leiten und schützen. — — — — —------ (Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
— Lärm in der Tournüre. In Kattowitz erschien bei einem Uhrmacher eine Dame aus Polen und kaufte nach sehr langem Handel einen Wecker, den sie nach Polen einschmuggeln wollte. Nachdem der Uhrmacher die Uhr verkauft hatte, berechnete er genau die Zeit, um welche die Dame zur Revision auf der Zollkammer in Sosnowiee eintreffen mußte, und stellte den Wecker hiernach. Die Käuferin ließ sich darauf von der Frau des Verkäufers die Uhr unter der Tournüre festbiuden, Mit dem Mittagszuge fuhr sie nach Sos- Üowice. Schon war sie bei der Revision abgefertigt und eben im Begriff, das Revisionszimmer zu verlassen, als die Tournüre einen Heidenlärm zu machen begann: der Wecker begann feine Arbeit. Der Schreck der Dame
— (Der L and stürm bcko mmt Bluse n), welche aus starkem dunklen Tuch angefertigt toerbeji. Die Bluse wird vorn durch 6 schwarze Knöpfe, die durch eine Art Latz verdeckt sind, geschlossen. Um den Leib werden sie durch eine Zugschnur, die jeder Körperstärke entspricht, festgehalten. An den Aermeln sind keinerlei Abzeichen; am Kragen ist dagegen zu beiden Seiten vorn ein Stück rothes Tuch aufgenäht, auf welchen auch die Unteroffiziersabzeichen in Gestalt von weißblauen Litzen, die den Schießauszeichnungen der Linie gleichen, angebracht werden. Die Stelle der Achselklappen vertritt auf beiden Schultern je eine zwei Finger breite rothe Borde. Innen haben die Blusen rechts und links eine Brusttasche. ES sind bereits sehr erhebliche Bestellungen in diesem neuen Ausrüstungsstück durch die Militärverwaltung gemacht worden. Als Beinkleid soll wahrscheinlich das bisher bei dem Fußvolk übliche getragen werden, denn es verlautet nichts von Bestellungen 'auf Beinkleider.
— DievornehmenVriefkouverts. Der vornehmen äußeren Erscheinung halber gesucht, aber recht unpraktisch sind die jetzt im Handel vielfach vorkommenden Briefumschläge aus steifem, stark gepreßtem und geglättetem Papier. Dieselben werden an den Rändern leicht brüchig und springen deshalb während der Postbeförderung häufig auf. Unliebsame Weiterungen und selbst Verluste sind die Folge davon. Wir möchten dringend von dem Gebrauch solcher Briefumschläge abrathen, indem wir auf die dieserhalb schon wiederholt ergangenen warnenden Bekanntmachungen der Postbehörde Hinweisen.
— Die Muttersprache. Lehrer zum Schüler: „Du hast gestern die Schule versäumt. Wo hast Du das Entschuldigungsschreiben Deines Vaters?" Schüler: „Herr Lehrer, ich hab's em xagt, mei'm Vater, er sollt' mer e Zeugniß schreiwe, aber er hat xagt, er könnt nit schreiwc, Hot er xogt." Lehrer: „Ich hab' g'sagt — Hot er g'sagt: — Ist das deutsch? Ist das Deine Muttersprache?" Schüler: „Ne, so säggt mei Vater. Mei Mutter, die säggt: „Ich hunn's em gesacht" — die isch dohinne au’m Hinnerland dahüm, wo se Widder annersch sage."
und das Gelächter der Bcamteu war gleich groß; die Uhr wurde hervorgeholt und beschlagnahmt. Außerdem mußte die Dame für die billig erkaufte Uhr noch 10 Rubel Strafe bezahlen.
(Neue Ballordnung.) In London freuen sich alle Damen, weil 1888 ein Schaltjahr ist. Am 29. Februar werden nämlich in allen Kreisen Bälle abgehalten, bei denen die Damen engagircn; kein Herr darf sich am Büffet eine Erfrischung gönnen, ohne daß er von seiner Dame dazu eingeladen ist. Die Herren können da unter Umständen in die Lage kommen, zu erfahren, wie es ist, wenn man engagirt wurde und doch sitzen bleiben muß. In höheren Kreisen sollen sich die Damen sogar das Recht erworben haben, an solchen Bällen die Herren um Hand und Herz zu fragen; eine Einrichtung, die im Interesse verschämter Anbeter auch in anderen Ländern eingcsnhrt zu werden verdient.
— Ein seltsamer Fall des Absterbens einer Hand bei einem sonst vollständig gesunden Menschen nimmt gegenwärtig, nach dem „Berliner Fremdenblatt", in der Berliner königlichen Klinik das Interesse der medicinischen Autoritäten in Anspruch. Am Sylvesterabend war ein Malergehilfe R., an einem Tische sitzend, eingeschlafen und hatte den Kopf auf den rechten Arm gelegt; als er etwa nach einer Stunde wieder aufwachte, war der rechte Oberarm vollkommen fühllos geworden, oder, wie man zu sagen pflegt, „der Arm war ihm eingeschlafen-" Diese Fühllosigkeit im Arm ließ im Laufe der nächsten Tage nicht nach. R. begab sich nun vor etwa 8 Tagen nach der Klinik, woselbst zur Wiederbelebung der Hand Versuche mittelst Electricität angestellt wurden. Das abgestorbene Glied bleibt kalt, ist leichenfarbig, und die Haut desselben schrumpft sichtbar zusammen. Bis jetzt haben die behandelnden Aerzte dieses medizinische Räthsel noch nicht gelöst, sie hoffen jedoch dem sonst kerngesunden Manne den Gebrauch seiner Hand wiedergeben zu können.
— Verblaßte Photographien kann man wieder auffrsschen, wenn man das gelblich gewordene Bild in eine verdünnte Lösung von Quecksilberchlorid taucht, bis die gelbliche Färbung verschwunden ist. Es wird dann in Wasser abgewaschen, um das Quecksilbersalz zu entfernen. Ist das Bild eingerahmt, braucht es nicht entrahmt zu werden. In diesem Fall taucht man ein entsprechend großes Stück Fließpapier in die Lösung und legt es dann auf die Photographie. Hierdurch kann jedoch ein verloren gegangenes Detail nicht wieder hergestellt werden, sondern es wird nur die gelbliche Färbung entfernt, unter welcher die feineren Hälbschattier- ungen versteckt sind; das Bild wird indessen wieder hell und klar. |
Witterungsbericht.
Das Wetter wird in den nächsten 2—3 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird sich etwas erhöhen; der Himmel wird bedeckt sein; der Wind ist im Drehen begriffen, doch werden wahrscheinlich Westwinde mit ziemlich starker Luftbewegung vorherrschen Und damit wären Niederschläge, erst noch Schnee, späterRegen zu erwarten.
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