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Werd' Dir nimmer lang' im Weg' umgehen, Mülleriu," entgegnete mit Sanftmuth das arme Kind. Beschlossen hab' ich, die Gegend zu verlassen und möcht' nur, daß mein armes Mütterl auch mit ging; ihr passirt sonst gewiß noch ein Unglück. Aber angethan hab' ich dem Burkhard nichts eher er mir, das darfst Du glauben, Müllerin! Ja, ich lieb' ihn und trau mir schon, es Dir frei zu sagen, denn einreden kannst Du mir nichts, und wenn ich freiwillig geh', so thu' ich's wegen dem Burkhard, damit er mit seinem Vater in Frieden bleibt. Aber Du, Du bist den braven Menschen nit werth, sammt Deiner Schönheit und sammt Deinem Geld, denn Du, Du hast ein schlechtes Herz und nun ja, ein Geheimniß ist's grad' auch nit, wie Du früher gelebt hast 1"

Schweig', freche Dirn'!" schrie nun zornerglühend die Wittwe, als Ottilie kühn und ruhig die so wohl berechtigte Anklage gegen das Weib geschleudert hatte.

Mach' daß Du fortkommst oder ich werd' dem Pfleger Hörwarth sagen, daß er Dir das Lästermaul stopft. Der Pfleger war mein Rechtsfreund in früheren Jahren und was ist d'ran, wenn ich ihm mit Geld oft ausgeholfen und ein paar Mal mit ihm in schöne Länder gereist bin mit Willen meines Mannes, hörst Du, der mir die Freud' wohl vergönnt hat, um mein Geld schöne Städt' in Italien und der Schweiz zu sehen! Doch, was red' ich da noch lang mit der Betteldirn'! Glück­liche Reis' für Dich und das Mutterl!" Doch, als besänne sie sich, daß sie ja von der alten Kerblin einen Zaubertrank erhalten habe und sich doch nicht ganz mit der Kerblin verfeinden dürfe, lenkte die Wittwe wieder ein, zog eine, vollgefüllte Geldtasche hervor, nahm eine beträchtliche Menge Thaler heraus und wollte sie der Ottilie aufbringen.Da," sprach die Wittwe, den Ton ihrer Stimme so sanft als er möglich war, stimmend, nimm das Geld und bring's Deiner Mutter und ver­wendet es zum Reisen!" -

Behalt Dein Geld, Müllerin," erwiderte Ottilie. Von Dir nehm' ich keine Almosen, die Mutter gewiß auch nicht, wenn sie wüßte, wie gehässig Du auf uns bist. Und überhaupt, ich will mit Dir nichts zu thun haben. Wenn meine Mutter anders denkt al^ ich, wenn sie bleiben will, während ich geh', geh' so weit mich die Fuß' tragen r so ist's ihre Sach'. Oder wenn sie von Dir was nehmen will, mich laß' in Ruh'."

Und nach diesen Worten kehrte sich das Mädchen um und begann wieder zu mähen. Die schöne Wittwe

aber, sich wieder auf den Weg nach dem Lenzerlbaueru- Hofe begebend, rief noch höhnisch:Wenn Du hoffärtig und einfältig sein willst, ist's mir auch recht!" Und bald waren die Widersacherinnen getrennt. Ottilie mähte und entfernte sich immer weiter von dem Lenzenbauern- Hofe; die Margaretha Millerin erreichte ihn in wenigen Minuten und man konnte sehen, wie schon an der Schwelle der Vater Burkhard's sie mit allen Anzeichen der Freude willkommen hieß und in die Stube führte, darinnen finster und gramvoll beieits Burkhard am Tische saß, das Haupt auf die Hand gestützt.

Wie nun so die schöne Müllerin vor den Jüngling trat, konnte selbst der Liebende, dessen Seele mit dem reinen Bilde Ottiliens erfüllt war, nicht umhin, heimlich zu bekennen, daß sie ein schönes Weib war, welches um seine Neigung hier neuerdings sich zu bewerben ge­kommen. Die volle, üppige und dennoch im schönsten Ebenmaße gebaute Gestalt des Weibes war durch den gewählten, mehr städtischen als bäuerlichen Anzug sehr vortheilhaft gehoben. Auf dem reichen, schwarzen Haupt­haar, in volle Zöpfe geflochten, die den feingeschwungenen Nacken sich graziös anschmiegten, saß ein pelzverbrämtes Häubchen, daran gold'ne Tressen und Flitter auf rothen Seidenbündern zitterten. Ein bestrickender Dämon der Genußsucht leuchtete dunkel aus den großen, braunen Augen der schönen Wittwe; das blendend weiße Brust­tuch war nur lässig um die wallende Brüste geschlungen und kaum in's enganliegende Mieder gesteckt.

Mochte nun die Witte selbst das brennendste Ver­langen tragen, sofort dem Jünglinge mit der Gluth ihrer Neigung sich zu nähern, so war doch der letzte Nest ihrer weiblichen Zucht immer noch mächtig genug, den Besuch, welchen sie eben abstattete, als in einer anderen Angelegenheit geschehen hinzustellen.

Ich möcht' ein bisset mit Euch schmähen, Lenzeu- bauer, sprach sie, nachdem sie nahe dem Jüngling auf der Bank vor dem Tische Platz genommen.'S ist wegen der Lerchenwies' am Hammerschmiedbach; Du weißt, ich hätt' sie schon lang gern, aber Du bist mir immer zu theuer gewesen, Lenzenbauer. Ich will Dir halt doch geben, was Dn »erlangest, denn sonst kann ich das neue Wuhr gar nimmer herstellen lassen, das für die Mahl' nothwendig ist!"

Nach diesen Worten stand Burkhard auf und wollte aus der Stube gehen. Die schöne Müllerin aber er­griff den Arm des Widerstrebenden, hielt den Jüngling zurück und sprach tief bewegt:

Thu' nit so wüst, Burkhard, und bleib' da."

Ihr könnt auch ohne mich mit dein Geschäfte fertig werden," erwiderte trotzig der junge Bauer.

Was hab' ich Dur jemals zu Lud gethan, Du störrischer Bub'? Darfst mit der alleinstehenden Wittib, die ja schon so viel Feinde, Berläumder und Neider hat, schon ein bisset freundlicher sein! Schau, wenn Du Deinen Vortheil einsehen möchtest, wie ich Dich gern hab'!"

Burkhard machte sich ungestüm los und nur der energische Widerstand des Alten, welcher den Sohn zu­rück auf die Bank drängte, konnte bewirken, daß der Jüngling in der Stube verblieb.

Ich will kein Gernhaben von Dir, Müllerin," rief er.Ich will Dir ein verträglicher Nachbar sein und was mein Vater mit Dir verhandelt über Hof und Hub, soll mir recht sein. Aber weiter laß mich in Ruh'! Dein Mann werd' ich nicht!"

Und die Ottilie kriegst' auch nicht, Himmelkreuz- faframent!" schrie nun der Alte.Jetzt bleibst' einst­weilen da, ich will's. Ich setz' eine Schrift auf über den Verkauf der Lerchenwies', daß Alles sauber gleich dahier ausgemacht wird und der Notari in Schongau sich gleich anskcnnt. Gut schreiben habe ich, Gott sei Dank, gelernt. Und dann hol ich ein Glast Wein und Du, als mein Gntsnachfolger, mußt auch dabei sein und unterschreiben und auf den Kauf anstoßen und trinfeii. Bleib', sag' ich Dir, Burkhard, thu' nit wie ein Schutbub. Die Müllerin beißt Dich nit. Ich gehe und hol' Alles." ' (Fortsetzung folgt.)

In Goth a hatte sich Eine dieTournüre" durch einen zusammengerollten Knabenüberzieher hergestellt und denselben beim Tanzen verloren. Selbstverständlich gab dieser Vorfall Veranlassung zu großer Heiterkeit.

G er a d e umg eke h rt.Wenn ich Nachts einen schwarzen Kaffee trinke, kann ich nicht schlafen." Sonderbar, bei mir ist's gerade umgekehrt der Fall - wenn ich schlafe, kann ich keinen schwarzen Kaffee trinken."

Witterungsbericht.

Das Wetter wird in den nächsten 23 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird bei Nacht unter Null sinken, bei Tage aber wieder etwas steigen; der Himmel wird meist heiter sein; eS werden Nord- und Ostwinde mit ziemlich starker Bewegung vor­herrschen; Niederschläge stehen nicht in Aussicht.

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