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d) Rechtzeitige Beschaffung von geigneten Lokali­täten für Lazarethe im Kriegsfall.

Der Herr Vorsitzende schloß die Versammlung etwa mit folgenden Worten:

Zum Schluß gestatten Sie mir gewiß unsere Augen hinzurichten auf das schwere Krankenlager eines hohen Deutschen Helden in San Remo, welches Ihrer aller Gedanken in letzter Zeit mit schwerer Sorge erfüllt hat; möge die Vorsehung unser Flehen erhören, auf daß der theure Kranke recht bald wieder von seinem Schmerzenslager aufstehe, zu frischer, fröhlicher Ge­nesung. Ich bitte, daß Sie diesen unseren Gedanken und Wünschen dadurch Ausdruck geben, daß Sie mit mir einstimmen in den Ruf: Seine Majestät der Kaiser, unser allergnädigster, theurer und jetzt so schwer geprüfter Herr, er lebe hoch!

Die Versammlung stimmte begeistert in dieses Hoch ein und trennte sich wohl mit dem einstimmigen Bewußt­sein, zu einem guten, patriotischen Werke einen festen Grund gelegt zu haben. Die definitive Konstituirung des Vereins und des Vorstandes wird in einer späteren Generalversammlung erfolgen.

In der am 11. d. Mts. stattgehabten Kreis- Ausschuß-Sitzung wurde zunächst mit den Vertretern der Gemeinde Eckardroth verhandelt wegen eines zu erlassenden Statuts über die Aufbringung der Gemeinde- umlagen in Eckardroth, und von denselben der Stalnten- entwurf angenommen, nach welchem die Umlagen nach Maßgabe der direkten Staatssteuern aufzubringen sind und zwar derart, daß, während die Klassen- und Ein­kommensteuer mit 100 % ihres Betrages herangezogen wird, die Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer nur mit 60 % ihres Betrages heranzuziehen ist. -^ Dem Schuhmacher Johannes Günther in Mottgers wurde die Erlaubniß zur Anlegung einer Kalkbrennerei in Mottgers, dem Nicolaus Hildebrand in Steinau zum Wirthschaftsbetriebe im Hause Nr. 19 (grüner Baum) in Steinau ertheilt. Auf den an den Herrn Landes director gerichteten Antrag um Gewährung einer Unter- stützung zur Hebung der Fischzucht im Kreise Schlüchtern ist dem Kreis-Ausschnsse anheimgegeben, den Antrag an den Vorsitzenden des Vereins zur Beförderung der Fisch zucht im Regierungs-Bezirk Lasset zu richten, da dieser Verein aus kommunalständischen Fonds Unterstützung erhält, und wurde dem Anheimsteller entsprechend ve- fchlossen. Der Antrag des Kreis-Ausschusses auf Er bauung einer Landstraße zwischen Heroiz und Sannerz und Aufnahme der bestehenden Landstraßenstrecke von

Dr»! Verwaltungs-Bericht zu dem Etat des Kreises Schlüchtern für das Etatsjahr 1888 89 entnehmen wir Folgendes.

Im Jahre 1887 sind zur Erledigung der Geschäfte des Kreis-Ausschusses, welchem k3 Verwaltmigs streitsachen und 26 Beschlußsachen vorgelegen haben, 12 Sitzungen erforderlich gewesen.

Von den Benvaltungsstreitsachen betrafen 3 Aligelegenheiten der Landgemeinden Theilnahme an den Erträgen des Gemeindevermögens und Bestätigung eines Ortsstatuts, 10 Coneessionsautrüge zum Wirthschaftsbetrieb bezw. Branntweinkleinhandel, die mit einer einzigen Ausnahme sämmtlich zurückge- wiesen wurden.

Bon den Beschlußsachen betrafen 2 Angelegenheiten der Landgemeinden Bestätigung von Orts- statnten, 5 Armenangelegenheiten Beschwerde von Armen gegen OrtSarmenverbände, 17 Concesfions- anträge zum Wirthschaftsbetrieb bezw. Branntweinkleinhandel, von denen 8 zurückgewiesen wurden, 1 die Genehmigung einer gewerblichen Anlage, Schlachthaus.

Was im klebrigen die Verwaltung des Kreises betrifft, so hat sich dieselbe durch die Uebernahme des Landwegebaues auf den Kreis bedeutend vergrößert; dieselbe wird voraussichtlich dem Kreise dauernd verbleiben, da sie sich nach den von verschiedenen Seiten gemachten Mittheilungen über die gute Beschaffenheit der Landwege, bewahrt; verausgabt sind für die Landwegebauunterhalung nur 25 0M Mark, während sie auf 26 000 Mark veranschlagt war.

Die Krcisbanmschnlc entwickelt sich mehr und mehr: es wurden verkauft 1420 Aepfel-, 220 Birnen-, 540 Kirschen-, 530 Zwischen- und Pflaumstämme und dafür vereinnahmt 1700 Mark. Ganz unentgeltlich abgegeben an Gemeiden sind 1150 Kirschen- und 400 Birnenstämme im Werthe von 500 Mark, so daß sich bei einer Ausgabe von 1300 Mark ein Ueberschuß von 900 Mark ergiebt, was einer Verzinsung des An­lagekapitals von 5000 Mark mit 1520 % entspricht,

Die Anstalt Eckardroth ist, wie vom Kreistage beschlossen, auf den Kreis übernommen, und die zur Arrondirung erforderlichen Grundstücke erworben, nud zwar 2 ha 74 a Ackerland und 71 a gute Wiese zum Preise von 300 M. pro % ha Acker, von 300 Mk. pro % ha Wiese, welcher mit Rücksicht auf die Boden- beschaffenheit der Grundstücke sehr mäßig zu nennen ist.

Das Institut der Kreissparkasse gewinnt einen immer größeren Umfang. Die Spareinlagen betrugen:

am 1, Januar 1887 ..... . . . .

am 1. Januar 1888 .......

Ausgeliehen waren am 31, Dezember 1887:

Hypotheken Darlehen zu 4% .........

zu 4 % % ...............

jn 4 % . . . . ...........

Darlehen gegen Wechsel zu 5%........ Darlehen gegen Hinterlegung von Werthpapieren zu 5% Darlehen an Gemeinden k. zu 4 u. 4 %% . , . .

Eigene Werthpapiere zu 4% . , .......

In Summa

1 026200 Mark.

Der Reservefonds betrug am 1. Januar 1887 rund 8000 Mark und wird sich bnrd) den Rein­gewinn im Jahre 1888 von c«. 5000 Mark auf 13 000 Mark erhöhen.

Für die Einlagen, welche vom 1. Januar d. J. gemacht werden, beträgt der Zinsfuß 3 %. Es wurden im Monat Januar er. eingelegt 31 460 Mark gegen 32 800 Mark im Vorjahre; einen Einfluß auf die Einlagen hat sonach die Herabsetzung des Zinsfußes nicht gehabt

Was den Etat für das Jahr 1888,89 betrifft, so bedarf es trotz der auf 34 000 gegen 25 000 Mk. im Jahre 1887/88 sich belaufenden Laudwegekoslen einer Erhöhung der Kreisabgaben nicht, was nächst dem von der Provinz zu den Kosten des Landwegebaues zu gewährenden Zuschusses, der für den Kreis Schlüchterrtz ca. 6000 Mk. betrügt, und bem erhöhten Betrage aus der kx Humn dem Umstände zu verdanken ist, daß, soweit sich die Verwaltung des Kreises bis jevt libersehen läßt, der für das Jahr 1887/88 ausgestellte Haus­haltsplan nicht nur innegehalten werden, kann, sondern auch noch für das Jahr 1888/89 ein Ueberschuß vvn ungefähr 5000 Mk. verbleiben wird; die Gesamint Finanzlage des Kreises taun deshalb eure recht günstige genannt werden.

Herolz über Bottmerz nach Sannerz in den Landwege- bauvcrbaud ist von dem Landesausschuß zurückgewiesen ; bevor der Kreis-Ausschuß über den in Vorschlag gebrachten Wegeneubau von Herolz nach Sannerz einen Beschluß fahl, soll zunächst festgestellt werden, wie hoch sich etwa sie Kosten dieses Wegeneubaus stellen. Zu dem auf 6600 Mark veranschlagten Ban einer massiven Brücke über die Salz bei Eckardroth an Stelle der baufälligen Holzbrücke sind durch Beschluß des Laudesansschnsses vom 24. Januar d. Js. aus Landwegebaufoads 3(XX) Mark bewilligt, so daß die GemMden Romsthal und Eckardroth bezw. der Kreis noch 3600 Mk. aufzubringen haben; der Kreis Ausschuß beschloß, gegen den Beschluß des Laudesausschusses zu remouftriren, da es ihm zweifelhaft ist, auf welchen Grundsätzen derselbe beruht, ob aus den früheren, bis zum 31. December 1887 in Gültigkeit gewesenen ober auf dem Beschlusse des Com- munallandtags vom 10. December 1887, mit welchen beiden er indessen in Widerspruch zu stehen scheint. Schließlich fand zur Berathung des Statutenentwurfs her Kreisviehversicherung eine Kommissionssitznng statt, zu welcher sich die Herren Blum-Sterbfritz, Benfing- Breitenbach, Seipel-Uttubach und die Herren Oekonomen Fink-Vollmerz und Pluns-Wahlert eingefunden hatten. Der in Nr. 8 d. Bl. veröffentlichte Statutenenlwnrf wurde eingehend erörtert und durchgegangen und eut- schied man sich

zu tz 1. dahin, gegen Zahlung fixer Prämien Schweine

zu

§2,

zu 8

mit in die Versicherung hineinzuziehen, jedoch nur als Schlachtvieh ; Schadenersatz erfolgt mir, wenn das Fleisch wegen vorhandener Trichinen oder Finnen für ungenießbar erklärt ist;

die Anstalt wird eröffnet, sobald eine angemessene Viehzahl zur Versicherung angcmcldct ist: Han- delsvieh, krankes Vieh und Leihvieh wird in die Versicherung nicht ausgenommen, ebenso­wenig der theilweise, sondern nur der gestimmte Viehbestand eines Vichbesitzers;

die Verwaltung der Versicherung übernimmt der Kreis-Ausschuß unentgeltlich, die übrigen

Kosten trägt die Versicherungskasse, es sich um

1) Entscheidung streitiger Fülle,

2) Ausschreiben der Beiträge,

3) Rechnungslegung,

Handelt

so sind 2 Vertrauensmänner zuzuziehen, die

alljährlich durch den laudwirthschaftlichen Kreis- i geklagte schützt Nothwehr vor, doch wird derselbe vom Gerichtshof zu 3 Monaten Gefängniß und in die Kosten verurtheilt. Ein Schmied von Gronau ist beschuldigt,

890 700 Mark 1030 000 Mark

348 000 152 000 76 600 91 200

41 940 147 660 168 800

Mark : Mark: Mark; Mark; Mark; Mark; Mark;

zu § 5.

zu 8 8.

verein aus der Zahl der der Versicherung an- gehörenden Mitglieder gewühlt werden;

es werden 75°/« des Schadens vergütet, aber nur 50%, wenn der Schaden durch das Hüten herbeigeführt ist. Bei Schaden, welche den Versicherten erwachsen an Vieh, welches nach auswärts verlaust ist, werden die Saften der Schadensregulirung von den 75% gekürzt; die Report innig erfolgt nach dem Werthe der versicherten Thiere;

es wird ein Reservefond gebildet durch Zahlung eines Eintrittsgeldes von 10 Pfg. pro Stück Vieh und durch Erhebung eines Zuschlags von 3% der alljährlichen Entschädigungsgelder.

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Jm klebrigen wurde dem Statutenentwurf zugestimmt. Stillii^tera. Vormünder, welche als Mündelgelder pCt. weiße Landeskreditkassen-Obligationen in Auf­

bewahrung haben, mögen solche rechtzeitig, d. h. bis zum 22. d. M. gegen 3% pCt. Umtauschen, da sie im Versäumnißsalle genöthigt sein könnten, bei Neuanlage der betr. Papiere Aufgeld zu zahlen.

Der Gefammt-Aufloge der heutigen 9hrmmer liegt die Rede des Fürsten Bismarck bei.

König Karl von Rumänien hat den bekannten Seinenfabritanten F. B. Grünfeld in Laudeshuk in Schlesien zu seinem Hoflieferanten ernannt.

Sterbfritz. Die Notiz in der vorigen Nummer der Schlüchterner Zeitung" bedarf der Berichtigung. Nicht erst seitzwei", sondern seit fastzehn' Monaten graffnt hier die Diphtheritis, und nicht 40, sondern höchstens 2830 Kinder sind dieser Epedernie und ihren Folgen erlegen. Diese Krankheit würde überhaupt hier nicht diese große Ausdehnung erlangt haben, wenn man sich Seitens der Bevölkerung hätte entschließen sönnen, alle Räume, in welchen Diphtheritiskrauke gelegen haben,

gründlich zu desinficireu. Aber die meisten Leute glauben nicht an die Anstecknngsfähigkeit der Diphtheritis

so ist alle Aussicht vorhanden, daß diese Krankheit noch auf lange Zeit hinaus hier halten wird.

Hana», 14. Februar. Strafkammersitzung vom Februar. Ein Taglöhner von Hinkersteinau war

und sich

am

20. Dezember v. Js. mit seinem Bruder in Streit gerathen; der letztere hatte ihm einen Theil des Bartes ausgerupft und ihn geschlagen, worauf der Angeklagte sein Taschenmesser zog und seinem Bruder vier Stiche beibrachte, wovon einer sehr gefährlich war. Der An-

bei dem Gensdarmen in Bergen am 2. August wissent­lich eine falsche Anzeige gemacht zu haben, indem er die Enkelin des dortigen Bürgermeisters des Diebstahls bezichtigte. Der Angeklagte hatte nämlich einem Frank­furter Fuhrmann, dessen Wagen in den Chansseegraden gerutscht war, aus der Noth geholfen und zu diesem Zweck vier in der Nähe befindliche Bauhölzer dazu ver­wandt. Als das Geführt wieder flott war, hatte der Goltessieustschünangefangemweßhalberdie seinerSchwestec gehörigen Bauhölzer, um Störungen zu vermeiden, einst weilen bei feinem Gartenzanu legte. Der Bürgermeister sah die Hölzer dort liegen, glaubte der Schmied hätte sie gestohlen und schickte deßhalb seine 15jährige Enkelin hin, die 4 Hölzer zu holen, damit er dieselben in Ver­wahrung nehmen könne. Der Angeklagte hatte nun ba^ Vorgehen des Mädchens für einen Diebstahl gehalten it. eine diesbezügliche Anzeige gemacht. Der Gerichts­hof nimmt nicht an, daß der Angeklagte wissentlich falsch die Anzeige machte und erkannte aus kostenlose Freisprechung.

Frankfurt, 14. Febr. Gestern Nachmittag ließ ein Soldat von der Untemuüubrmte aus feine Kopfbedeckung in den Main fallen. Rasch entschlossen eilte er nach dem Ufer, übergab einem Kameraden seine Stiefel und < seinen Rock, stürzte sich ins Wasser und schwamm seiner | dahintreibenden Mütze nach, die er auch bald unter dem f Jubel des Publikums estiholtc, im Wasser äusserte und aus Ufer zurückschwamm. Als ein Herr auf ihn Mal - und ihm einen Vorwurf machte weil er wegen einer , Mütze sich Gtsahren ausgesetzt, erwiderte er: »Sie j preußischer Soldai läßt kaiserliches Eigenthum, das i!U» anvertraut ist, nicht im Stiche."

Balkmorsen, 12. Februar. Ein Dienstmädchen beging die Unvorsichtigkeit, eine sogenannte Küchenlampe mlsß die erhitzte Kochmaschine zu stellen und. mit Petrölein» zu füllen. Das Petroleum-Bassin platzte, es entsta^ eine Flamme, welche die Kleider des Mädchens ergriff Als die Hilferufe bleiben nicht gehört wurden, lief 2 in feiner Noth, während die Flammen schon an ih111. hinanfziiMlteu., in die Stube. Die in Derselben be­findliche Frau M. besaß d-e Geistesgegenwart, chobe j trotz aller Bestürzung rasch eine Bettdecke, warf dm j Mädchen zu Boden, indem sie dies gleichzeitig in diesc-bt f vollständig eiiiwickelte und mit aller Krastanstrengu»- so die Flamme erstickte, - wählend sonst ein größeres Unglück nuansblciblich gewesen wäre. Das Mädche«- > welches nicht unerheblich im Gesicht, an Armen ws -Händen von Braudwnuben, die weitere Gefahr jedo>tj» ! nicht befürchten lassen, Meckt, mußte im hiesigen Krankem Haus untergebracht werden. Wie nothwendig M - j «iudriuglich die Warnung, mit Petroleumlampen oorsiW