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bei ihrem Geliebten, den sie wohl bald verlieren sollte. Wohl hatte sie des jungen BauernsohneS Gelöbniß, nim ­mer von ihr zu lassen, mit inniger Freude erfüllt. Allein sie gedachte nimmer, solch' ein Opfer auch annchmen zu wollen.

Gerieth durch solch' ungestümes Borgehen ja Burk- hard in die Gefahr, des Vaters Zorn und den Verlust des Hofes auf sich zu laden und des Geliebten Unglück wollte das edle Herz des Mädchens nicht. So war es bei ihr beschlossen, ganz allein in die Ferne zu gehen, selbst ohne daß der Geliebte Stunde und Ort, wann und wohin sie ginge, erfahren sollte. Sie gedachte, den Jüngling frei zu geben, wenn auch ihr Herz darüber brechen müßte. Und so arbeitete sie emsig fort, den Dienst ihren Brodherrn nicht zu vernachlässigen, emsiger wohl als alle anderen Dienstboten des Geigenbauern.

Es kam die zehnte Morgenstunde, die Zeit des Früh-Jmbisses für Mähder und Mähderinnen. Ottilie jah, wie in beträchtlicher Entfernung Knechte und Mägde sich im Schalten eines Baumes niederließen und sich anschickten, Mahlzeit zu halten. Auch ihr winkte man. Es hatte bei Ottilien nicht sonderliche Eile. Sie liebte die Gesellschaft ihrer Mitdienstboten nicht, da die Dirnen sie anfeindeten ob ihrer Schönheit, ob ihres zurück­haltenden,unheimlichen" Wesens so drückten sich die Dienstleute über das arme, scheue Kind der Kerblin aus, endlich wegen der unverhohlenen Neigung des Burkhard zu derabsonderlichen" Person. Die Knechte ferner waren dem schönen Mädchen allerdings gewogener. Doch, da sie Keinem auch nur die geringste Vertraulich­keit erlaubte, trugen die Einen Verdruß wider die Spröde im Herzen, die Andern äußerten sich gerne höhnisch über dasKind der Unholdin", welches seine Nase so hoch trage und dem Sohne des Hofes nachstellte.

Eben, als Ottilie nur ungern sich zur Theilnahme am Imbisse begeben wollte, kam Burkhard über die Wiesen und Felder daher.

Der Alte hatte dem Sohne befohlen, bei den Dienst, boten nachzuschauen.Kannst ja auch die Ottilie dabei wieder sehen," spottete der Lenzenbauer,die Du ohne­hin bald nimmer siehst." Der Sohn ging. Flüchtig dnrchblickte er die Mahden, nickte stumm und kurz seine Auerkennnung, als er an der Gruppe der gelagerten Arbeitsleute vorbeikam.

Eine wundersame Gewalt trieb ihn der schönen Verfolgten entgegen, welche langsam und beinahe wider­strebend näher kam. In beträchtlicher Entfernung von den übrigen Dienstboten steht alsbald die Magd dem Sohne des Hauses gegenüber. In grüner, sonnbeglänzter

Flur trifft sich das junge Paar mit den leiderfüllten Herzen. Beobachtet von der Gruppe der Dienstleute legen sich Beide die äußerste Zurückhaltung auf.

Der junge Bauer heftet seinen leidenschaftlich glühenden Blick auf das Auge des schönen Mädchens, welches mit tiefster Innigkeit denselben erwidert. Haltung und Geberden Beider bleiben jedoch abgemessen.

Als spräche er nur vom Stande der Wiesen und der Arbeit, hub Burkhard einförmigen Tones an, in­dessen aber die zitternde Stimme das Wogen seines Innern verrieth:

Ottilie, ich hab's Dir vor'm Angesichte meines Vaters geschworen, daß ich nicht von Dir laß'. Und wenn Du vom Hofe gehst, bleib' ich auch nimmer da rauf. Ich zieh' Dir nach an's End' der Welt."

Thuh' das nicht, Burkhard," erwiderte Ottilie. Es wär' ja Dein Unglück. Für Dich giebts Andere, als das arme Hexenkind. Schau, ich will Dir aus dem Wege gehen. Läufst' Du mir nach, dann heißt's erst recht, ich und meine Mutter hätten Dich behext. Und wer weiß, was sie dann meiner armen Mutter noch Alles anthun? Vergiß mich, Burkhard, laß mich fort, Dein Vater meinte wirklich gut mit Dir für Dich" da brach die Stimme des lieben Mädchens und eine Thräne zitterte in den Wimpern ihres treuen Auges für Dich ist die schöne, reiche Wittib, die Müllerin"

O,Du weißt nicht, wasDu sagst,"rief, sich vergessend und mit dein Fuße aufstampfend, der Jüngling.Du reine Seele hast keine Ahnung, was die Müllerin für eine Person ist! Schau', die ist noch zu Lebzeiten ihres Mannes mit dem jetzigen Pfleger von Schongau, wie er noch Pflegamtsadjunkt beim vorigen Pfleger, dem Lidt war, offen und frech in einem Wagen gefahren; sie ist mit ihm auf Luftreifen gegangen, alle Welt weiß, daß sie über ihren Mann nur gespottet und eine solche nein und nimmermehr!

Mein Vater freilich nimmt die Sach' mit der Mül- lerin leichter; der Pfleger, meint er, sei schon viele Jahr nicht mehr in Schwabsoyen öffentlich zu sehen ge­wesen --und kurzum, ich sollte die schöne Frau nehmen wegen deS Geldes und in i r werd' sie schon parken!" (Forts. folgt.)

Tages-Ereignisse.

Sterbfritz. Schon seit zwei Monaten grassirt hier die Diphtheritis in schrecklicher Weise. An 40 Kinder sind dieser heimtückischen Krankheit schon zum Opfer gefallen. Manche Familien werden besonders hart davon betroffen. So stürben auf 10. d. Mts. dem Herrn

Apotheker Körner von seinen drei Kinder» am selben Tage innerhalb 2 Stunden das älteste Kind von 9 und das jüngste von 2' Jahren. Herr Körner hat erst vor Kurzem feine Apotheke von Schwarzenfels nach Sterbfritz verlegt.

Frankfurt, 10. Februar. Ein hiesiger Barbier hat sich vor dem Nichter zu verantworten, weil er einen seiner Kunden, einen säumigen Zahler, dadurch zum Zahlen zwingen wollte, daß er ihm ant 1. Februar, als er ihm den Bart abnehmen sollte, nur die eine Hälfte des Bartes wegrasirte, die andere stehen ließ und den Mann so vor die Thür setzte. Der Mann war gezwungen, mit verhülltem Gesicht einen anderen Barbier aufzusuchen.

Fritzlar, 9. Februar. Heute Mittag erschoß sich vor dem Thore der Stadt ein junger Handlun geleisteter aus Frankfurt am Main. Borbeigeheude Leute fanden den Unglücklichen im Blute liegen. Es wurden sofort Aerzte geholt, der Unglückliche war aber inzwischen bereits verschieden. Der Verstorbene hatte einen ver­schlossenen Brief bei sich, worin er bat, man möge an seine Eltern Depesche senden. Der Grund des Selbst­mordes sollen zerrüttete Familienverhältnisse sein.

Ausland.

Wieu, 11. Febr., 1 Uhr 25 Min. Nachmittags. Lawinenstürze an der Arlbergbahn verschütteten den Bahnhof Langen vom Westportal des Arlbergtunnels bis zum Gütermagazin, sowie die anschließende Strecke auf die Länge eines Kilometers. Das Wärterhaus wurde verschüttet, der Wärter und seine Frau sind todt. Zwei Brücken bei Langen und der Telegraph sind zerstört. Auf den Strecken Sanct Auton-Bludenz und Landeck- Bludenz ist der Verkehr eingestellt. Die Störung dauert voraussichtlich 8 Tage. Militär und Civil arbeiten unausgesetzt.

Witterungsbericht.

Das Wetter wird in den nächsten 23 Tagen muth- maßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird im Allgemeinen zunehmen, und zwar wird während der Nacht das Thermometer unter Null herabsinken, wird aber während des Tages wieder steigen; der Himmel wird meist heiter sein; es werden Nord- bis Ostwinde mit mäßiger Lufibewegung vorherrschen; Niederschläge sind nicht zu erwarten.

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Aufruf.

Die evangelische über 3000 Seelen zählende Diaspora-Gemeinde zu Aulda hat sich bisher nur mit einem Betsaal behelfen müssen, der aber schon seit einigen Jahren nicht mehr ausreicht. Der Bau einer evangelischen Kirche in der alten Bonifatiusstadt ist daher ein dringendes Bedürfniß. Schon seit 4 Jahren ist derselbe ins Auge gefaßt. Unsere größtentheils unbemittelte Gemeinde hat mit großen Opfern 10,000 Mark zusammengebracht. Viel mehr ist dieselbe zu leisten nicht im Stande. Die Unterzeichneten erlauben sich daher, vertrauensvoll an die evangelischen Glaubensbrüder sich mit der Bitte zu wenden, auch ihrerseits mit beizutragen, daß unsere Gemeinde recht bald in den Besitz einer Kirche gelangt. Mahnt doch gerade unsere Zeit so ernstlich daran, fest zusammen- zuhalten und die Kirche des Herrn bauen zu helfen. Darum, liebe Brüder, helfet uns und sendet uns Eure Gaben! Der Herr wolle Euch reichlich segnen für alles, was Ihr in Liebe zu Ihm und

Seiner Kirche an uns thut.

Ifutda, im Januar 1888.

Aas Vresbnttrium der evangelischen Oememde:

Rollmann, Schäfer, von Trott,

Superintendent. Pfarrer. Landrath.

Dr. Wagner, Dr. Zilch, Fuchslocher,

Oberlehrer. Oberlehrer. Fabrikbesitzer.

Danksagung.

Für die vielen Beweise der Theil­nahme bei unserm schweren Verlust unsern herzlichsten Dank!

Sterbfritz, den 14. Februar 1888.

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