trieben worden ist, nämlich: daß sie Zauberei treibt! Sie sott und rührte in allerlei Töpfen am Feuer und sagte: Kann Dir schon was Gutes geben für die Küh', Dennhanserim aber Du mußt mich öfters besuchen und mit in's Krautersammeln gehen, denn ich bin schon alt, und das Kind da — damals war die Ottilie noch im Hänsle bei ihr und so ein 12 Jahr' alt — die kommt als Günsedirndl auf den Lezenbauernhof aus Barmherzigkeit — und da lachte sie gar seltsam —von dem Bauern, der uns in die Armuth gestoßen hat, meinem Mann und ich, weil wir ein paar lumpige Gulden nicht zahlen konnten. Deine Bäuerin," fuhr sie fort „die reiche Müllerin, wird Dich schon zeitweis' fortlassen — am Tage. Am liebsten aber kommst Du mir nächtens. Denn Nachts gebrockt sind die Kräuter am besten. Und da lernst Du bei mir allerhand schöne und herrliche Künste, — Schau', Müllerin, so bin ich mit der Kerblin ganz genau bekannt geworden. Nun bin ich schon längst aus Deinem Dienste, bin selbstständige Bäuerin, mein Mann, ist auch todt, viel Elend hat mich arme' Wittib schon betroffen — aber da fällt mir sammt meinem eig nen Kreuz und Leid doch immer wieder ein, wie ich Dir in Deinem Herzgelüste helfen könnt' — daß Du zu Deinem Burkhard kommst! D'rum bin ich gestern Abends 'mal herzhaft zu Dir gegangen, hab' Dich auf- gemnntert, daß Du Dir bei der Kerblin was holen sollst. All' .Deine, Wünsche kann sie Dir erfüllen, ich könnt' schwören darauf. Meinst, ich weiß nicht, daß Dich Dein alter Verehrer) der Hörwarth, schon lang' genirt? Weiß schon, der war schon zu Lebzeiten Deines Mannes heimlich Dein Schatz — o, mein Gott, brauchst Dich nicht zu ärgern, daß noch mehr Leut' als ich das wissen; was liegt daran, Du bist sauber und frisch, der Hörwartb war ein schöner Herr, jetzt freilich wird er siech. Dein Mann aber, der reiche Müller, der Dich nur wegen Deiner Schönheit nahm, der war schon eh' ein kranker Mensch. Aber jetzt wird Dir natürlich auch der Hörwarth zuwider, seit Du in den schönen Burkhard verliebt bist. Und dazu bettelt Dir der Pfleger alleweil' Geld, ab, denn er braucht viel und hat in München, wohin er oft reist, gewiß auch noch Liebschaften —!"
’ So schwatzte die Alte. Die schöne Müllerin, welche zugeben mußte, daß die Dennhauserin Recht halte, er= Wiberte: „C, wenn die Kerblin mir nur wirklich helfen kann! Ich gebe ihr, was sie verlangt! Der Hörwarth ist mir längst in der Seele verhaßt. Schau', Denn- haufenn)). den Pfleger könnt' ich s mit Lust verderben, so zuwiderist er mir, seit sich der Burkhard so lieb, so schön ausgewachsen hat ! — Der Pfleger — o, ich weiß mehr von ihm, als ihm recht ist, aber er weiß nicht, daß jch's von ihm weiß -- Dennhauserin, der Pfleger —. ber Pfleger ist — ein . ......"
In dem Getöse eines plötzlich ausbrechendeu, langrollenden Donners verhallt für uns, lieber Leser, die weitere Erzählung -der schönen Müllerin. Gedulde Dich, Du wirst zu gehöriger Stunde erfahren, warum nun, indeß Blitz um Blitz zuckt, die alte Dennhauserin die Hände erftgimt über/m Kopf zusammenschlägt und eifrig ausrufh; „Den Pfleger hast Du in Deiner Hand. Doch
laß ihm seinen Frieden, wenn er Dir den Deinigen läßt! Aber frei machen mußt Du Dich von ihm! Den Burkhard mußt Du als Mann kriegen! — Aber nun sind wir am Forchendühel! Nur noch um diesen Eich- schlag 'rum und wir sehen das Hänsle der Kerblin!"
Und die Weiber huschten über das Dom Gewitterregen nasse Gras vor dem Eichschlage, dann um diesen und standen nun vor dem unheimlichen Wohnsitze, einer hölzernen Hütte, die mit Moos und Stroh gedeckt und deren Fensterreihe mit Läden verschlossen war. Doch blitzte ein Lichtlein aus irgend einer Spalte in den Läden. Die Dennhauserin klopfte an den Laden, welcher der Thür zunächst war. „Zwei Mal stark und dann drei Mal langsam und stark," diese Bemerkung machte die anklopfende ihrer Genossin gegenüber, „das ist mein Zeichen bei der Kerblin. Hörst, sie schlurft schon daher zur Hausthür'!" lind in der That öffnete jetzt auch die Inwohnerin und steht bereits vor den Ankommenden. Aus der Stube, in welche man von dem schmalen Hans- gange her treten konnte, schimmerte Licht. Die Denn- hauserin aber sagte: „Kerblin, da bring' ich Dir die schöne Müllerin. Sie ist jetzt da von wegen Dem — was ich Dir schon gesagt habe; sie möcht ein gutes Mittel —"
Die Kerblin, ein gebücktes, verkümmertes Weib, zog beide Frauenspersonen nun hastig in die Hausflur herein und schloß dann die Hausthüre mit Schlüssel und Riegel. „Schöne Müllerin," hüstelte ihr zahnloser Mund, „geh' nur herein in's elende Quartier einer armseligen Wittib, die das Gericht und die Menschen getreten haben, wie einen Wurm. In Deinem Hause mit dem prächtigen Mühlanwesen ist's freilich sauberer! Ich wohn' beim Fuchsen unb Hasen im Walde. Müllerin, ich weiß schon, was Du willst. Helfe Dir gern, aber mußt der armen Kerblin ihr Mittel auch gut bezahlen." (Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
— Die alte Frau Rothschild in Frankfurt a. M. hat einmal in den 30er Jahren gesagt: „Es giebt keinen Krieg, mein Mann giebt kein Geld her." Die Rothschilds sind auch heute noch eine Macht. Die Russen schiebcüs den Rothschilds in die Schuhe, daß sie in Frankreich keine Anleihe zustande bringen können. Die drei Rothschilds in Paris, Wien und London, sagen sie, hätten das Zustandekommen verhindert und auch die anderen großen Häuser angesteckt. Es wäre schön, wenn's wahr wäre und bliebe.
—-Gute Empfehlungen. Ein junger Mann bewarb sich um eine Stelle. „Nun," sagte der Chef, „Sie berufen sich wiederholt auf Ihren Onkel, der mir allerdings sehr werth ist. Was bringen Sie denn für die angestrebte Stelle sonst noch an Empfehlungen mit?" Bewerber (eifrig): „Auch viele schöne Empfehlungen von der Tante!"
— Schönheitssinn. „Aber, Marie, den ganzen Tag stehen Sie vor dem Spiegel!" — „Madgme, unsereins sieht eben auch gern etwas Schönes!"
Das Eingesandt
zur K r e i s - Bi e h - L e rs i ch e r u n g
in der letzten Nr. tu Bl. ist sehr berücksichtigenswerth, es mag jedoch dazu bemerkt werden, daß die Ver- waltnngskoslen nur dann von dem Kreise getragen werden, wenn alle Gemeinden incluf. der Städte des Kreises, in denen die Viehzucht nicht minder bedeutend ist, wie in den Landgemeinden, zu einer Versicherungsgesellschaft zusammentreten. Geschieht dies nicht, so ist selbstverständlich, daß die VerwältungSkosten nicht von dem Kreise, sondern nur von den Belheiligten getragen werden können. Namenswerthe Verwaltungskosten werden übrigens der Kreis-Vieh-Versicherung insofern nicht erwachsen, als durch dieselbe nicht die Schaffung einer neuen Verwaltung bedingt ist, sondern dieselbe durch die bereits bestehende Kreis-Kasse mit besorgt wird.
Was die Prämienberechnung angeht, so sind bereits von verschiedenen Seiten ähnliche Vorschläge wie der des Herrn Einsenders gemacht, und wird in Berücksichtigung derselben § 8 des Statntcnentwurfs voraussichtlich dahin modifleirt werden, daß die Prämien nicht nach dem Alter, sondern nach dem Werthe der Thiere festzusetzen sind.
Briefkasten.
Nach Salmünster: Da uns der wahre Grund der Zwietracht im Gesangverein nicht klar ist, können wir nichts darüber bringen.
Wetterbericht für den Monat Januar.
Während des Monats Januar war die Luft im Allgemeinen bewegt, an 4 Tagen war Sturm zu verzeichnen, nämlich am 15., 24., 26. und 27., vorherrschend waren Süd- und Westwinde, der mittlere Barometerstand war 766,7 mm, während er im Januar v. I. 763,6 min war. Die Temperatur während des Monats Januar war eine verhältnißmäßig hohe, die Durchschnittstemperatur war 1,1°C=O,9°R über Null, während sie im Januar v. I. 1,8°C=1,4ÜR unter Null war. Die höchste Temperatur hatten wir am 10., Mittags 2 Uhr, nämlich 9°C—7,2°R über Null, die niedrigste Temperatur hatten wir am 1., Morgens 7 Uhr, nämlich 17°C —13,6°R unter Null. Niederschläge fanden an 14 Tagen statt und zwar an 6 Tagen Schnee, an den andern Tagen Regen oder Regen und Schnee zugleich;, die Gesammtregenmenge des Monats betrug 30 mm, während sie im Januar v. I. nur 4,4 mm betrug. Die größte Regenmenge halten wir am 27., nämlich 5 mm. Nebel war an 7 Tagen zu verzeichnen.
Witterungsbericht.
Das Wetter wird in den nächsten 2—tt Tagen muth- waßlich folgenden Gang nehmen: Die Temperatur wird sich nur wenig verändern; der Himmel wird bedeckt sein; der Wind ist im Drehen begriffen, so daß sich auf die Richtung kein bestimmter Schluß ziehen läßt, wahrscheinlich werden Süd- bis Westwinde mit mäßiger Lnftbewegnng vorherrschen und damit würden Niederschläge wahrscheinlich, aber nur in geringen Mengen, zu erwarten sein. .
EaaaaiaBaMHaia^
Kiefernholz.
Fünfhundert Festmeter Kiefern- frÄmme — mittlerer Durchmesser 16 bis i 32 tm — als Bauholz vorzüglich geeignet, ‘ sollen -
Freitag, den 10. d. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, i» dem Wirthslocach.von. Herrn Johannes Betz ist Soden versau |t werden.
■ Das Holz lagert im Distrikt , Beitzen ber^b im Stadtwalde Soden, in numittel- baret Nähe von Soden.
Soden, den 6. Februar 1888.
Per Kürgermeister:
. . Bert a.
Geschäfts Eröffnung.
Dem verehelichen Publikum diene hiermit zur Nachricht, daß ich unter Heutigem das bisher mit meinem Bruder Benjamin Seclig auf Rechnung des Moses Seelig betriebene Metzgergeschäft getrennt habe und von heute an selbstständig ein
e®5 Metsag’er-Se^cliüft d betreibe und zwar vorläufig im Hocale des Herrn Simon Schiff hier, Krämerthor — Unser prompter und reeller Bedienung.
S ch l ü ch lern, den 6. Februar 1888.
Kni am u4 Seelig,
Metzger.
Getrocknete
B1B feinst, geschulte Tafelbirneu, „ amerik. Ringäpfel, i frank. Brünette». . tztiche, sM ■ Apfelsinen, feinst. Citronen, „ Smyrua-Feigen, „ Krach-Mandeln empfiehlt
Ferd. Feimer.
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Geleyenhiits Anus.
Ich erlasse, so lange Vorrath reicht, einen Posten
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(Gesundheits-Schwämme).
Das Waschen mit diesen Schwämmen übt auf die Haut einen sehr günstigen Einfluß, namentlich wird beim Waschen selbst mit dem kältesten Wasser ein angenehmes Wärmegefühl sofort hervorgerufen, die Hantthätigkeit gefördert u. Erkältungen dadurch vorgebengt. Gegen Mitesser, Sommersprossen, Pusteln und dergl. Hautunreinigkeiten sind diese Schwämme besonders zu empfehlen.
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